r "ftäi» % i«*~^ VT L **. . • ... 1 «V K9> Abhandlungen der Naturhistorischen GESELLSCHAFT zu Nürnberg. —*~- XIII. Band. Enthaltend : 1. Dritter Beitrag- zur Pilzflora von Pranken. Von P. Magnus (Berlin). Mit einer Tafel. 2. Eine fossile Holothurie. (Synapta-Reste ans den oberoligocänen Cerethienschichten des Mainzer Beckens.) Von Erich Spandel. 3. Flora der Umgegend von Nürnberg-Erlangen. Von August Schwarz II. oder specieller Teil, dritte Folge. Jahresbericht für 1899. Nürnberg. U. E. SEBALD. 1900. V Abhandlungen der Naturhistorischen GESELLSCHAFT zu Nürnberg. XIII. Band. Jahresbericht für 1899. Nürnberg. U. E SEBALD 1900. .RÄT Inhaltsverzeichnis des XIII. Bandes Seite Magnus, P., Dritter Beitrag zur Pilzflora von Franken. Mit einer Tafel 1 — 44 Spandel, Erich, eine fossile Holothurie i Synanta-Reste aus den oberoligocänen Cerethienschichten des Mainzer Beckens. 45—56 Schwarz, August, Flora der Umgegend von Nürnberg-Erlangen. II. oder specieller Teil, dritte Folge 515 — 728 Dritter Beitrag; zur Pilzflora von Franken von P. Magnus. ' (Berlin.) Mit einer Tafel. Abh. d. Naturh. Ges. XIII. Bd. Seitdem ich 1898 in den Schriften dieser Gesellschaft den Zweiten Beitrag zur Pilzflora von Franken herausgegeben habe, sind mir wieder durch die Herren Kgl. Stabsveterinär A. Schwarz in Nürnberg und Bezirksveterinär A. Vi 11, früher in Hafsfurt, jetzt in Bamberg, mehrere interessante Pilzsendungen zugegangen. Herr Stabsveterinär A. Schwarz hat selbst wieder viele Arten gesammelt, wie aus dem nachfolgenden Verzeichnisse hervorgeht. Aufserdem haben ihm viele Herren und einige Damen aus Nürnberg einzelne Pilze für dieses Verzeichnis gebracht, wie Frau Bromig, Sophie Schwarz, Frl. Marie Schwarz, Lienchen Schwarz. Frl. Emma Rudel und die Herren W. Rudel, Adaibert Rudel, Dr. H. Glück, Fr. Schultheifs, L. Seel, J. Kaulfufs, Dr. Fr. Wagner, G.Rodler, Kinkelin, Chr. Schwemmer, Joh.Simon. Graf, Zeidler, Merklein, L. Grofs und G. Schwarz. Sodann hat durch freundliche Vermittelung des Herrn Stabsveterinär A. Schwarz Herr Paalzow in Nürnberg mir die zahlreichen Aquarellzeichnungen, die er von gröfseren Pilzen aus der Umgegend von Nürnberg angefertigt und mit genauen Standortsangaben verseht']) hat, freundlichst zur Verwertung für dieses Verzeichnis gesandt. Herr Bezirksveterinär A. Vill hat wieder bei Hafsfurt und später bei Bamberg eine grofse Reihe interessanter Pilze gesammelt, und mir deren Liste, sowie Exemplare von vielen mitgeteilt. Unter den von Herrn Stabsveterinär A. Schwarz und Herrn Bezirks- veterinär A. Vill erhaltenen Pilzen habe ich zu meiner grofsen Freude zwei neue Ovularia-Arten gefunden, die ich nach den beiden um die Kenntnis der Pilzflora von Franken so hoch verdienten Herren benannte. Herr Dr. Appel, Assistent am Reichsgesund lieifsamte zu Berlin, hui mehrere Angaben über das Auftreten von pilzlichen Pflanzen- krankheiten der Kulturpflanzen in Franken im Jahresberichte des Sonderausschusses für Pflanzenschutz 1898 (Arbeiten der Deutschen Landwirtschaftsgesellschafl Hefl 38) veröffentlicht. Er hatte die l* 4 Freundlichkeit mich auf dieselbe aufmerksam zu machen und mir speziellere Standortsangaben zu einigen zu geben. Allen genannten Damen und Herren spreche ich meinen besten Dank aus. Bei den von mir selbst bestimmten und gesehenen Pilzen, sowie bei den von mir gesehenen von Herrn Paalzow abgebildeten Arten habe ich hinter dem eingeklammerten Namen des Sammlers oder Beobachters ein ! hinzugefügt, während solches bei den Arten, die ich nur aus einer Mitteilung aufgenommen habe, fehlt. In diesem Verzeichnisse konnten wieder manche Arten an- geführt werden, von denen bisher nur wenige Standorte bekannt waren: ich weise hier nur auf die beiden Urophlyctis-Arten hin. Eine Art, das Septogloeum Crataegi (Ell. & Ev.) P. Magn. dürfte bisher nur aus Nordamerika bekannt gewesen sein. Myxomycetes. Leocarpus fragilis (Dicks.) Schroet. sitzend auf Föhrennadeln, Lycopodium clavatum und faulem Holze im Walde am Glaserberg südlich von Kornburg bei Wendelstein (A. Schwarz)! Chytridiaceae. Synchytrium Succisae de By. auf Succisa pratensis auf Wiesen beim Seehof bei Bamberg (A. Vill) ! S. punctatum Schroet. auf Gagea pratensis in Grasgärten zu Litzendorf bei Bamberg (A. Vill)! S. Mercurialis Woron. auf Mercurialis perennis auf Kalkgeröll auf dem Profsberge bei Engelthal im Fränkischen Jura (Fr. Schultheifs) ! S. Anemones de By. und Woron auf Anemone nemorosa L. bei Bamberg (A.'Will). Urophlyctis pulposa (Wallr.) Schroet. auf Chenopodium glaucum bei Hafsfurt auf dem Seeanger (A.Vill) ! U. Kriegeriana P. Magnus auf Carum Garvi auf einer feuchten Wiese beim Seehofe bei Bamberg (A. Vill)! — auf Pimpinella saxifraga von derselben Wiese beim Seehofe bei Bamberg (A. Vill)! — Das Auftreten auf diesen beiden Wirtspflanzen am selben Standorte hat Interesse. Für das Auftreten auf Pimpinella saxifraga dürfte dies erst der dritte bekannte Standort sein. Peronosporaceae. Albugo Candida (Pers.) 0. Kze. auf Sinapis arvensis auf einem Kartoffelfelde am ehemaligen Kornspeieher unter der Burgruine Brennberg im Bayrischen Walde (A. Schwarz)! — auf Sisymbrium officinale bei Hafsfurt (A. Vill)! ' — auf Farsetia incana bei Bamberg (A. Vill) — auf Cardamine pratensis bei Eltmann (A. Vill) — auf Nasturtium palustre bei Hafsfurt (A. Vill) • — auf Sisymbrium officinale bei Hafsfurt (A. Vill). A. Tragopogonis (Pers.) S. F. Gray. auf Cirsium arvense Scop. auf Ackern südlich von Bösen- bruckhof nahe Beratzhausen in der Oberpfalz (A. Schwarz)! bei Bamberg (A. Vill) — Diese Albugo auf dieser Wirtspflanze wurde früher von A. de Bary als eigene Art unterschieden und Cystopus spinulosus de By, genannt. Ich wies aber in den Berichten der Deutschen Botanischen Gesellschaft Bd. XI S. 327 — 330 nach, dafs diese Unterscheidung nach den Charakteren des Epispors der Oospore nicht berechtigt ist. indem auch das Epispor des Cystopus Tragopogonis (Per- Schroet. an den Ecken des Leistennetzes mit kürzeren oder längeren Stacheln versehen ist, wie das des Cystopus von Cirsium arvense Scop. — auf Cirsium oleraceum auf einer Wiese bei Augsfeld (A. Vill) — auf Inula britannica am Main- ufer bei Hafsfurt und bei Untereuerheim (A. Vill)! — auf l'yrethrum Parthenium bei Bamberg (A. Vill) — auf Scorzonera hispanica bei Bamberg und bei Hafsfurt (A. Vill). A. Bliti (Bir. Bern.) 0. Kze. auf Amaranthus retroflexus bei Hafsfurt, Bamberg und Schwein- furt verbreitet (A. Vill). Basidiophora Iloze et Cornu. B. entospora Roze et Cornu auf Erigeron canadensis bei Hafsfurt (A. Vill). — 6 — Phytoplithora de Bary. P. infestans (Mont.) de By. auf Blättern von Solanum tuberosum bei Hafsfurt (A. Vill). Plasmopara nivea (Ung.) Schroet. auf Pimpinella saxifraga bei Hafsfurt (A. Vill) ! — auf Turgenia latifolia bei Hafsfurt (A. Vill)! — auf Angeliea silvestris bei Hafsfurt (A. Vill) ! — auf Aegopodium Podagraria bei Hafsfurt (A. Vill) — auf Anthriscus silvestris bei Bamberg verbr. (A. Vill). P. densa (Rabenh.) Schroet. auf Alectorolophus minor bei Hafsfurt (A. Vill) — auf Euphrasia officinalis bei Hafsfurt (A. Vill) — auf Odontites rubra bei Hafsfurt (A. Vill). P. viticola (Berk et Curt) Bert, et de Toni auf cultivirter Vitis vinifera in einem Garten nahe der Schlofs- brauerei am Sehlofsberge zu Sattelpeilnstein im Bayerischen Walde (A. Schwarz) ! in ganz Unterfranken ( Appel) — A. giebt im Jahresberichte des Sonderausschusses für Pflanzenschutz 1898 S. 170 an, dafs der Ausfall durch diesen Schädling allein im Vorjahre (1897) durch die geringe Schwere des Mostes auf annähernd zwei Millionen Mark zu schätzen war. Bremia Lactucae Kegel auf Senecio vulgaris auf Äckern bei Augsfeld, Hafsfurt (A.VillH Peronospora Arenariae (Berk.) de By. auf Arenaria serpyllifolia bei Augsfeld (A. Vill). P. conglomerata Fckl. auf Geranium pusillum: Hirschaid bei Bamberg (A. Vill)! P. Valerianellae Fckl. auf Valerianella olitoria häufig auf Äckern bei Unnersdorf bei Staffelstein (A. Vill)! P. calotheca de By. auf Sherardia arvensis auf dem Acker am Abhänge der Ruine Brennberg im Bayrischen Walde (A. Schwarz)! zwischen Willenhofen und Parsberg in der Oberpfalz (A. Schwarz)! — auf Asperula odorata zahlreich in der Altach bei Hafsfurt (A.Vill). P. Alsinearum Casp. auf Gerastium triviale an einem Wiesenrande östlich von Adlitz bei Erlangen (A. Schwarz)! auf Äckern beim Bahnhofe Roth (A. Schwarz)! auf Äckern auf der Steinplatte bei Erlenstegen bei Nürnberg (A. Schwarz)! — 7 — P. Viciae (Berk.) de By. auf Vicia pisiformis bei Zapfendorf bei Bamberg (A. Vill)! — auf Vicia sativa bei Buttenheim (A. Vill). P. Dianthi de By. auf Melandryum noctiflorum auf Ackern bei Augsfeld bei Hafsfurt (A. Vill)! — auf Agrostemma Githago bei Augsfeld bei Hafsfurt (A. Vill). P. Chlorae de By. auf Erythraea pulchella bei Grettstadt (A. Vill). P. arborescens (Berk.) de By. auf Papaver Rhoeas auf einem sandigen Felde beim Bahnhofe Roth (A. Schwarz)! auf Ackern an der Schleifmühle bei Erlangen (A. Schwarz)! nahe Erlenstegen bei Nürnberg (A. Schwarz) ! P. parasitica (Pers.) Tul. auf Cheiranthus Cheiri in Gärten bei Hafsfurt (A. Vill) — auf Neslea paniculata bei Bamberg (A. Vill) — auf Erysimum eheiranthoides hier und da auf Ackern bei Hafsfurt, Augsfeld (A. Vill) — auf Erophila verna an grasiger Böschung der Strafse von Wendelstein nach Röthenbach bei Sankt Wolfgang (A. Schwarz)! am Rain am regulierten Gauchsbache bei Schlofs Gugelhammer (A. Schwarz) ! P. Corydalis de By. auf Corydalis solida Sm. sehr häufig im Schlofsgarten zu Erlangen (A. Schwarz)! P. leptosperma de By auf Tanacetum vulgare bei Bamberg (A. Vill) — auf Matricaria Chamomilla bei Hafsfurt (A. Vill)! P. ßadii de By. auf Anthemis Cotula auf dem Seeanger bei Hafsfurt (A. Vill)! P. Trifoliorum de By. auf Medicago sativa und M. falcata bei Bamberg (A. Vill) auf dem Felde in der Lederer-Brauerei bei Nürnberg (A. Schwarz) ! viel im Luzerner-Kleefelde bei Dambach bei Fürth (A. Schwarz) ! P. Ficariae Tul. auf Ranunculus repens bei Engelthal am Wege zum Sanatorium, bei Hersbruck (W. Rudel) ! an der Landstrafse am Deininger Berg nach Batzhausen zu im Fränkischen Jura (A. Schwarz)! — auf Ficaria verna im Schlofsgarten zu Erlangen (A. Schwarz)! — 8 — P. grisea Ung. auf Veronica Beccabunga an der Leinleiter nahe Oberleinleiter östlich von Bamberg (A. Schwarz) ! — auf Ver. hederifolia bei Hafsfurt verbreitet (A. Vill); in Menge bei Eltmann in Äckern (A. Vill). P. effusa Grev. auf Chenopodium hybridum L. in der Ortschaft Deutenbach bei Stein zwischen Nürnberg und Schwabach (A. Schwarz)! — auf Chenopodium album bei Schoppershof, zwischen Maxfeld und Herrenhütte (A. Schwarz) bei Ziegelstein bei Nürnberg (A. Schwarz). P. Rumicis Cda. auf Rumex acetosa bei Bamberg häufig (A. Vill)! Ustilagineae. Bntyloma Achilleae P. Magn. n. sp. auf den lebenden Blättern von Achillea Millefolium an einem Ackerrande in Untertheres bei Hafsfurt (A. Vill)! — Dieses Entyloma ist zuerst von E. Rostrup gesammelt worden, der es in seinen Ustilagineae Daniae (Botaniske Forenings Festskrift Kopenhagen 1890) S. 132 unter E. Calendulae (Oud.) de Bary anführt. Er selbst sagt schon in der Anmerkung, dafs mög- licherweise auf den von ihm angegebenen verschiedenen Wirtspflanzen verschiedene Arten seien. Vom Ent. Calendulae (Oud.) de By. weicht es dadurch ab, dafs es Büschel von Conidienträgern durch die Spaltöffnungen nach aufsen sendet, die Fusidium artige Coniclien abschnüren, wie ich mich an einem mir von Herrn Rostrup selbst gütigst mitgeteilten Exem- plare überzeugen konnte. Es stimmt darin mit dem ihm nahe stehenden Ent. Matricariae Rostr. überein. Von diesen unter- scheidet es sich durch die Gröfse der im Parenchym gebildeten kugeligen bis etwas ovalen Endoconidien. Diese sind bei Ent. Matricariae durchschnittlich 13,7 Röseler dcl Eine fossile Hoiothurie. (Synapta-Eeste aus den oberoligocänen Oerithienscliichten des Mainzer Beckens,) Von Erich Spandel. Die mikroskopische Untersuchung eines bei Offenbach am Main sich findenden hellgrauen Mergels und thonreichen Kalksteins aus den unteren Cerithienschichten, welchen ich der Güte des Herrn Jakob Zinndorf in Offenbach verdanke, liefs mich auch in grofser Zahl die Anker und Ankerplatten einer fossilen Synapla, welche ich Synapta oligocaenica benenne, auffinden. Da sichere fossile Si/napta-Reste so gut wie unbekannt sind, so habe ich mich entschlossen, dieselben in dieser Abhandlung einer genauen Betrachtung zu unterwerfen. Die paläontologischen Lehrbücher enthalten über das Vor- kommen von Holothurien-Resten im Allgemeinen und Synapla-Resten im Besonderen nur sehr geringe Angaben. K. Wilhelm von Gümbel findet sie in seinen »Grundzügen der Geologie,« Kassel 1888, mit der Bemerkung ab: »Es sind bis jetzt kaum Spuren dieser Abteilung (nämlich der Holothurien) im fossilen Zustande bekannt geworden.« Fr. Aug. Quenstedt schreibt über die Holothurien in seinem »Handbuche der Petrefaktenkunde«, Tübingen 1885, »Fossil sind Holothurien nicht recht gewifs« und scheint auch die Angaben von Konrad Schwager und W. Waagen über das Vor- kommen von Chirodoten-Rädchen im braunen und weifsen Jura, die ich allerdings aus eigener Beobachtung bestätigen kann, und diejenigen von R. Etheridge im schottischen Bergkalk (Carbon) zu bezweifeln. Mit Recht dagegen zieht er die Angaben von Graf Mit /ix/ er über das Vorkommen von Synapta- Ankern im unteren weifsen Jura, worauf ich später zurückkomme, in Zweifel. Karl A. von Zittel äufsert sich über die Holothurien in seiner »Paläozoologie«, München 1880, wie folgt: »Die einzigen Reste, welche mit Sicherheil auf fossile Holothurien bezogen werden dürfen, sind die zuerst von Konrad Schwager in verschiedenen Horizonten des weifsen und braunen Jura nachgewiesenen Rädchen mit radialen Speichen, welche entweder zu Ghirodota oder einer nahestehenden Gattung gehören. — 48 — Waagen und Terquem haben ähnliche Körperehen aus der Sowerby- Zone, dem Lias und dem Bathonien beschrieben. Nach R. Etheridge sollen sich Synapta- und Chorodata-Resle sogar im Kohlenkalk von Schottland finden«. Die von Graf Münster als Anker einer Synapta sieboldi abgebildeten Körper aus dem fränkischen unteren weifsen Jura bezeichnet Zittel mit vollem Rechte als Spongiennadeln. Ich komme später, wie bereits erwähnt, hierauf zurück. Fr. Rolle be- hauptet allerdings in seiner Abhandlung »Echinodermen« in dem ^Handwörterbuch der Mineralogie, Geologie und Paläon- tologie«, Breslau 1882, entgegen den vorhergehend angeführten Äufserungen, dafs sich verkieselte Synapta- Anker neben zahl- reichen, vielgestaltigen, aber leicht davon zu unterscheidenden Schwammnadeln auch in der Korallenbank des oberen Jura von Nauheim in Schwaben finden. Auch hierauf werde ich später zurückkommen. Wie ich in meiner Abhandlung über die »Echinodermen des deutschen Zechsteins«, Abhandlungen der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg, XI. Band, 1898, nachgewiesen habe, sind Hf-liere Chirodoten-Reste im Garbon, Perm, Lias, Dogger und Malm aufgefunden worden, dagegen war der Nachweis von sicheren fossilen Synapta-Fiesien bisher nicht gelungen, denn die von R. Etheridge aus dem schottischen Carbon unter Achistrum nicholsoni be- schriebenen angelhakenförmigen Körperchen stammen keinesfalls von fossilen Synapten, da sich derartige einarmige Anker bei Synapten überhaupt nicht vorfinden. Ebenso ist es mit den von Graf Münster aus dem unteren weifsen Jura abgebildeten clreiarmigen Ankern. Der- artige dreiarmige Anker, die noch dazu nach meinen Feststellungen aus Kiesel bestehen, sind ebenfalls nie bei Synapta beobachtet worden, wohl aber bei Spongien; sie entbehren aber auch noch der weiteren Eigenschaften der Synapta-Ankev. So fehlt ihnen der bei denselben stets vorhandene Griff, die bestimmten Biegungen des Schaftes, sowie die Zähnelung, welche sich fast immer an einzelnen Teilen der Anker-Arme findet. Genau so verhält es sich mit den von K. Wilhelm von Gümbel aus dem oberen weifsen Jura, dem s. g. Ulmer Cementmergel, in dem Sitzungsberichte d. IL Cl. d. k. Akad. d. Wissensch., München 1871/1, abgebildeten Ankern, welche ebenfalls alle feineren Merkmale eines Synapten-Ankers entbehren und, wie ich mich an den von mir in diesen Mergeln aufgefundenen gleich- __ 49 — gestalteten Ankern überzeugen konnte, wie die anderen darin sich häufig findenden Spongiennadeln, aus Kiesel bestehen, während die darin vorkommenden anderen Echinodermen-Reste, sowie die zarten Foraminiferenschalen noch aus Kalk bestehen, also der ursprüngliche Stoff bei dem Versteinerungsvorgange nicht verdrängt worden ist, was bei den Ankern, wenn sie thatsächlich von Synapten stammen sollten, stattgefunden haben müfste. Ein weiterer Beweis, dafs wir in diesen Körperchen Spongiennadeln und nicht Synapta-Anker zu erblicken haben, ist das Fehlen von Ankerplatten in jenen Ablagerungen, die sich doch eben so häufig finden müfsten wie die Anker. Genau so verhält es sich mit den nach Fr. Rolle in dem etwas älteren Juragestein von Nauheim sich findenden, von Spongien-Ankern angeblich leicht zu unterscheidenden Synapta-Ankem. Ehe ich auf den Gegenstand meiner Untersuchung selbst ein- gehe, werde ich erst einige Mitteilungen über die Beschaffenheit des die Synapta-Reste bergenden Gesteins und seine Lagerung innerhalb der Schichten des Mainzer Beckens vorausschicken. Herr Jakob Zinndorf, dem ich das Gestein verdanke, hat bereits über seine Schichtung und über die darin gefundenen gröfseren organischen Reste in dem 33. — 36. Bericht des Offenbacher Verein für Naturkunde, Offenbach a. M. 1895, einen Aufsatz »Mitteilungen über einen Aufschlufs im Cerithiensand bei Offenbach a. M.« veröffentlicht. Nach der Profiltafel und den Erläuterungen zu derselben sind es jedoch in der Hauptsache thonige Schichten, die an der Dicksruhe bei Offenbach aufgeschlossen worden waren, und nur eine Schicht wird als »typischer Cerithien- sand« bezeichnet. Das von mir untersuchte Gestein war ein in Wasser zerfallender, hellgrauer Mergel und ein gelbweifser, mürber Kalkstein, welche jedoch fast gar keine Quarzkörner enthielten, und füglich nicht als Cerithiensand bezeichnet werden können. In grofser Menge sind in den Gesteinen Schalen-Reste von Meeres- und Brack- wasser-Mollusken, ja sogar von solchen des Süfswassers und des Landes eingeschlossen, ferner finden sich darin sehr häufig Gehäuse von Foraminiferen und Ostracodenschälchen. Von den aufgefundenen Molluskenschalen giebt Herr Zinndorf in seinem Aufsatze ein genaues Verzeichnis, von den Foraminiferen führt derselbe nur drei Gattungen (Polijmor/tltina, TrilocuUna, Qwinqueloculina) auf, von welchen er jedoch die eine Gattung (Pol/ymorphina) in einer brieflichen Mit- Abh. d. Nat.urli Ges. XIII. Bd. 4 — 50 — teilung an mich, als fälschlich aufgeführt, wieder zurückzieht. Auch ich fand in dem Gestein keine Polymorphinen, jedoch aufser den Miliolinen noch Cornuspiren, Rotalinen, Truncatulinen, Discorbinen, Textularien, Bolivinen, Buliminen und Uvigerinen, deren Bearbeitung ich mir vorgenommen habe. Eigentümlich ist das Fehlen der bereits erwähnten Polymorphinen, sowie der Nodosarien und Dentalinen. Aufser den bestimmbaren Molluskenschalen finden sich in dem Gestein massenhaft abgeriebene, zum Teil mit Kalk überkrustete Schalenfragmente; auch Inkrustationsröhren, wahrscheinlich auf Pflanzenteilen gebildet, findet man häufig, selbst die Foraminiferen- gehäuse sind nicht selten von Kalk inkrustiert. Der Meeresgrund mufs demnach ein solcher gewesen sein, wie ihn noch jetzt die Synapten lieben; sie sind vornehmlich Bewohner des Sandbodens und mit organischen Stoffen durchgesetzten Schlammes. Sie finden sich hauptsächlich in der Flachsee, ja sogar auf Plätzen, die während der Ebbe trocken gelegt werden und gehen nur in Tiefen bis zu 160 m. hinab. Die Reste der echten Meeresmollusken und Fora- miniferen, welche in Gesellschaft der Synapten lebten, weisen eben- falls auf Seichtwasser hin. Unter Berücksichtigung dieser faunistischen Verhältnisse und der von Forbes für das Mittelmeer unterschiedenen Regionen dürfte man eine Fauna der 2. oder 3. Region, oder von 3 bis 36 m Tiefe vor sich haben. Auf der Mark bei Offenbach befindet sich ein weiterer Auf- schlufs der unteren Gerithienschichten. Das Gestein ist dort ein sehr mürber Kalkstein und die darin sich findenden Fossilreste sind meist bis zur Unkenntlichkeit mit Kalk überkrustet. In weiterer Entfernung von Offenbach, und zwar nördlich hiervon, sind dann die unteren Cerithienschichten bei dem Orte Klein-Karben aufgeschlossen. Sie bestehen dort aus einem Quarzsandstein mit den Resten einer reichen, der aus dem Offenbacher Gestein von der Dicksruhe sehr ähnlichen Fauna. Die Lagerung der hier näher besprochenen Schicht innerhalb der ganzen Schichtenfolge des Mainzer Tertiärbeckens ist aus der nachfolgenden Einteilung nach Prof. Dr. F. Kinkelin ersichtlich; dieselbe ist dessen Abhandlung: Die Tertiär- und Diluvial- Bildungen des Untermainthaies u. s. w., Berlin 1892, ent- nommen : 51 Mittel-Oligocän Ober-Oligocän U n t e r - M i o c ä n Unteres : Meessand, Mittleres : Rupelthon, Oberes : Cyrenenschichten und Land- schneckenkalk. Untere Cerithienschichten : Sand von Klein- karben, mürber Kalk der Mark und Mergel von der Dickruhe bei Offenbach, Kalk bei Flörsheim, an der hohen Strafse, bei Offenbach. Obere Cerithienschichten: Kalk von Ober- rad, an der hohen Strafse, in der mittleren Wetterau, Thone des Unter- grundes von Frankfurt, Seckbach, Born- heim. ( Untere Hydrobienschichten. \ Obere Hydrobienschichten. Ich lasse nunmehr die Beschreibung der Anker und Anker- platten der Synapta oligocaenica n. sp. folgen. Die Mehrzahl der gefundenen Anker und Ankerplatten besteht aus wasserhellem Kalkspat. Diese Eigenschaft der Spiculä von lebenden Tieren ist also auch bei den fossilen Spiculä erhalten geblieben; nur selten findet man milchweifse Anker oder Platten, bei welchen also der Kalkspat getrübt ist; derselbe mufs demnach sehr widerstandsfähig sein. Die Anker , Fig. 1 a, b, c, 2 haben eine Länge von 0,19 bis 0,23 mm und eine Spannweite der Arme von 0,10 bis 0,13 mm. Ankerschaft, Ankerarm und Ankergriff liegen nicht in einer Ebene, wie die Synapta- Anker häufig ungenau dargestellt werden, sondern Arme und Griff sind nach einer Seite zu gebogen, also einander genähert; auch der Schaft ist nicht gerade, sondern in der Nähe des Griffes nach rückwärts gekröpft. Der Schaft ist in der Nähe der Arme am stärksten und nimmt nach dem Griffe zu an Stärke etwas ab; nicht selten zeigt er unweit der Arme eine geringe An- schwellung. Die Stärke des Schaftes beträgt bei den angegebenen Längen 0,02 bis 0,025 mm. Die Arme sind nicht, wie bei den vieler lebenden Arten, gegen die Spitzen zu an der aufseien Seite gezähnelt, sondern sie sind glatt, dagegen zeigl der Scheitel oft Zähnchen, und ich zählte dann etwa 8 solche. Diese Zähnchen 4* 52 sind nicht liegend, wie sie meist bildlich dargestellt werden, sondern stehen aufrecht. Der Griff erscheint nicht immer ganz gleich ge- bildet: an dem einen Anker ist er leichter gebaut wie an dem a^> o /lal i *9 F.+2 Fig. 1 a) Rücken-, b) Seiten-, c) Scheitel-Ansicht eines Ankers „ ...... 200 von Synapta oligocanica. -r- Fig. 2 Rücken-Ansicht eines anderen Ankers von Synapta .. .. . 200 oligocanica. -j- anderen und an der äufseren Seite geschweift, sowie an den Enden nach dem Schafte zu gebogen, während er an dem anderen Anker plumper und zwar in Gestalt eines Fächers erscheint. Die äufsere Seite des Griffes ist entweder nur im mittleren Teile, oder ganz gezähnelt. Die Zähne des Armbogens und des Griffes liegen sich mithin gegenüber. Einen Axenkanal konnte ich nicht wahrnehmen. Ob die Anker, die untereinander die erwähnten Verschiedenheiten zeigen, verschiedenen Arten angehören, konnte ich nicht feststellen. Die Ankerplatten, Fig. 3, 4, 5a u. b, sind stumpf eiförmig, oder nähern sich der Kreisform. Ihr Längs-Durchmesser schwankt zwischen 0,14 und 0,17 mm, der kleinere Durchmesser mifst etwas weniger. Die neun grofsen ovalen Öffnungen der Platten, welche in drei Reihen, einer Mittel- und zwei Seitenreihen, angeordnet sind, — 53 befinden sich innerhalb zu Sechsecken angeordneten Rippen. Von diesen Rippen aus wächst eine Lamelle, die Ecken abrundend, gegen das Innere, die Öffnungen etwa zur Hälfte schliefsend. Das Ge- Fig. 3, 4, 5 b Ankerplatten von Synapta oligocänica , von , 200 oben, -j- Fig. 5 a Ankerplatte von der Seite, die Form des Bügels , 200 zeigend. . samtbild der Platte macht den Eindruck, als wenn sich die grofsen Öffnungen um die zweite der mittleren Reihe (A") gruppierten. Der Rand der Lamelle der hinteren beiden Offnungen jeder Reihe ist gezähnelt. In dieser Zähnelung macht sich ein Unterschied be- merkbar: Die Zähne der hinteren Seite sind gröfser, nur 3 bis i Zähnchen aul den betreffenden Abschnitt verteilt und nach oben gerichtet; die Zähne der vorderen Reihe sind kleiner, in gröfserer Anzahl und nach unten gerichtet. Bei wenigen Platten bemerkte ich auch eine Zähnelung der hinteren Seit«' der dritten, grofsen Öffnungen, während die Lamelle an der vorderen Seite ganzrandig 54 — war. Die im vorderen, spitzeren Teile der Platte liegenden kleineren Öffnungen, welche ganzrandig sind, zeigen sich bei den einzelnen Platten verschieden in Anordnung, Gestalt und Zahl. Aber nicht nur an der Spitze der Platte befinden sich kleinere Öffnungen, sondern es sind solche auch manchmal schon am Rande der Platte zwischen den dritten und zweiten grofsen Öffnungen eingeschoben. Siehe Fig. 4 u. 5 b. Eine Eigentümlichkeit zeigt bei einer Platte die dritte (vorderste) gröfsere Öffnung der rechten Reihe der mit Fig. 5 b be- zeichneten Platte : Diese Öffnung ist durch eine Sehne in zwei Teile geteilt; es scheint dies nur eine zufällige Eigentümlichkeit zu sein. Über die vordersten grofsen Öffnungen der Platten spannt sich ein Bügel, dessen Enden mit dem äufseren Rande der Platte verwachsen sind; der mittlere Teil des Bügels ist eingesenkt. Siehe Fig. 5a. Der Rand der Platten ist breit und glatt, wie an Fig. 5 a ebenfalls ersichtlich, während die Ränder der Öffnungen, wie schon bemerkt, in Lamellen, welche zum Teil gezähnelt sind, auslaufen. Nach R. Senon zeigen die Rippen der Platten von lebenden Synapten einen Axenkanal, was ich an meinen fossilen Stücken jedoch nicht bemerken konnte. Die Ankerplatten haben eine geringere Länge, wie die Anker; sie verhalten sich wie ( — ~— - — =) 0,155 : 0,210 mm. Da nun die Anker auf den Platten / 0,19 + 0,23 _\ V 2 ' ' mit nach oben gerichteten Spitzen der Arme liegen, so müssen die beiden Enden der Anker — Ankerarme und Griff — weit über die dazugehörigen Platten hervorgeragt haben. Bekanntlich sind Anker und Platte so mit einander verbunden, dafs die Ankerarme zunächst dem hinteren breiten Ende und der Ankergriff zunächst dem vorderen spitzen Ende der Platte liegen. Unter der Voraussetzung, dafs der Bügel auf der oberen, der dem Anker zugewandten Seite der Platte liegt, so ist wohl anzunehmen, dafs in der Einsenkung in der Mitte des Bügels der Ankerschaft hinter der Kröpfung aufruhte und durch die Einsenkung sichere Führung erhielt. Wir haben vielleicht in der Art dieser Vereinigung den Bau einer Hebelvorrichtung zu erblicken; allerdings wäre der nach dem Griffe zu gelegene Teil des Schaftes der kürzere Arm des Hebels. Leider stehen mir keine lebenden Synapten zur Untersuchung zur Verfügung , um diese interessanten Verhältnisse aufklären zu können, und die mir zur Verfügung stehende Litteratur giebt darüber keinen Aufschlufs. — 55 — Hubert Ludwig sagt in seiner Abhandlung über die Chirodoten- Rädchen in der Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie, Bd. LIV, dafs unsere Kenntnis dieser Rädchen eine so wenig erschöpfende, ja fehlerhafte sei, dafs es sich verlohnt sie einmal genau zu betrachten. Da man dasselbe von den Synapta-Ankern und Ankerplatten sagen kann, so habe ich meinen Unsersuchungen einen gröfseren Umfang gegeben, als es sonst meist bei fossilen Objekten üblich ist. Verwandtschaftliche Beziehungen. Wie ich schon bemerkt habe, sind sichere fossile Synapta- Reste, aufser den hier beschriebenen von Synapta oligocaenica, nicht bekannt. Wir müssen deshalb den Vergleich mit lebenden Formen suchen. Am nächsten liegen uns zu diesem Zwecke die Arten des Mittelmeeres, dessen Fauna mit der des miocänen und oligocänen Meeres so viel Anknüpfungspunkte bietet. Aus dem Mittelmeer sind meines Wissens drei Synapta- Arten, und zwar Synapta digitata Mntg, Synapta inhaerens Düb. u. Kor. und Synapta hispida Heller beschrieben worden. Von diesen Arten unterscheiden sich Anker und Platten der oligocänen Art ganz wesentlich. Die Platten von S. digitata und S. hispida zeigen eine ganz unregelmäfsige Anordnung der grofsen Offnungen, die noch dazu nicht gezähnelt sind; ebenso ist die äufsere Form der Platten verschieden. S. hispida hat Platten von elliptischer Form, während diejenigen von S. digitata vorn "bedeutend breiter als hinten sind, und am vorderen Ende eine stielförmige Verlängerung haben. Die Platten von S. inhaerens zeigen bedeutend mehr Übereinstimmung mit denjenigen der oligocänen Art. Die gezähnten grofsen Öffnungen der Platten zeigen eine ähnliche Anordnung wie bei S. oligocaenica, dagegen ist die äufsere Form der Platten eine viel längere, sie sind spitz oval. Auch sind die dritten (vorderen) grofsen Offnungen immer ganz gezähnt, während bei S. oligocaenica nur die ersten und zweiten Offnungen ganz gezähnt sind ; bei den dritten Öffnungen /•■igt manchmal der hintere Rand noch Zähnchen. Nach C.Heller soll auch der äufsere Rand der Platten von S. inhaerens noch gezähnelt sein, worüber sich jedoch in den Abhandlungen von D'uben und Koren und Rieh. Senon keine Angaben befinden. Die Platten aller drei mittel- meerischen Formen scheinen ferner im Gegensatz zu S. oligocaenica — 56 — keine Bügel zu haben, wenigstens ist in der mir zur Verfügung stellenden Litteratur derselben keine Erwähnung gethan. Über den morphologischen Bau der Anker der Synapten des Mittelmeeres finde ich nur unzulängliche Angaben. Die Anker sind in den mir zu Gebote stehenden Werken nur von der Breitseite ab- gebildet und auch die Beschreibungen geben nicht den wünschens- werten Aufschlufs. Die Anker von *S. inhaerens haben hiernach an der äufseren Seite der Ankerarme je drei bis vier Zähnchen, welche der eine Verfasser als aufrechtstehende, der andere als liegende darstellt; auch der Ankergriff ist mit Zähnehen versehen. Die Anker von S. digitata haben nach C. Heller die gleiche Form und Ar- mierung wie diejenigen von S. inhaerens, dagegen sollen die Anker von S. hispida gröfser und stärker als die der vorigen Art und glatt sein. Also auch die Anker bieten genügende Unterscheidungs- merkmale von S. oligocaenica. Gröfsere Übereinstimmung fand ich zwischen den Ankern und Platten der S. oligocaenica und S. kefersteinii Selenka von den Sandwichs-Inseln und der S. albicans Selenka von Kalifornien und Mendocina, obgleich dieselben noch ganz bezeichnende Unterschiede als gut zu unterscheidende Arten trennen. Die genauere Beschreibung der Anker und Platten von S. oligocänica und die Vergleichung derselben mit einigen von lebenden Arten stammenden zeigen, dafs die einzelnen Arten schon bei genauer Untersuchung dieser Organe unterschieden werden können. Lehrreich ist, dafs man die mit der S. oligocaenica verwandten Arten nicht im Mittelmeere, sondern an der Westküste Amerikas und mitten im stillen Ocean findet. Vom entwickelungsgeschichtlichen Standpunkte aus ist es sehr beachtenswert, dafs erst in sehr jungen (tertiären) Ablagerungen Sgnapla-Reste nachgewiesen wurden, während Chirodoten-Reste schon im Carbon aufgefunden worden sind. Dadurch, dafs die Synapten in der Jugend einfache Rädchen (Auriculariarädchen) haben, die sie dann später entweder verlieren oder zum Teil an deren Stelle Anker und Ankerplatten erhalten, erlangt dieser Umstand besondere Be- deutung. Phanerogamen- und Grefässkryptogamen- Flora der Umgegend von Nürnberg-Erlangen und des angrenzenden Teiles des Fränkischen Jura um Freistadt, Neumarkt, Hersbruek, Muggendorf, Hollfeld. Von August Friedrich Schwarz Kgl. Bayer. Stabsveterinär, Konservator der Sammlungen und Obmann der botanischen Sektion der naturhistorischen Gesellschaft zu Nürnberg - , Bezirksobmann für YHIb in der Bayerischen botanischen Ge- sellschaft zu München, ordentlichem Mitglied der Königlichen botanischen Gesellschaft zu Regensburg, korrespondierendem Mitglied des botanischen Vereines der Provinz Brandenburg, des naturwissenschaftlichen Vereines für Schwaben und Neuburg und des botanischen Vereines zu Landshut. ♦♦^ IL oder spezieller Teil. 3. Folge. Corolliflorae, Monochlamideae. ■♦: :■. :+~ Nürnberg 1900. — 515 — § 45. Corolliflorae De Candolle. Staubblätter der verwachsenen Blumenkrone eingefügt. Kelchblätter unter sich, aber nicht mit der Blumenkrone ver- wachsen. Fruchtknoten frei, ober dem Kelch — wie Kron- ansatz. Tabelle zum Bestimmen der Familien nach augenfälligen Merkmalen. 1. Blumenkrone actinomorph(= regelmäfsig). Staubfäden einander gleich: 2. Fruchtknoten einer: 3. Staubgefäfse vor den Blumenkronzipfeln stehend: 4. Fruchtknoten 1 fächerig, mit 1 Samenan- lage. Kelch röhrig, bleibend. Blumenkrone 5 teilig oder 5 spaltig. Staubgefäfse 5 , am Grunde der Blumenkronröhre eingefügt. Griffel 5 Plumbaginaceae 72. 4*. Fruchtknoten 1 fächerig , vielsamig, Samenträger mittelständig, frei. Kelch 4- bis 7 zälmig,bleibend. Blumenkrone 4- bis 7 spaltig. Staubblätter so viele als Kronzipfel, 1 Griffel und Narbe. Frucht eine mit 5 oft zwei- spaltigen Zähnen oder mit Deckel auf- springende Kapsel Primulaceae 71. 3*. Staubgefäfse mit den Kronzipfeln abwechselnd: 5. Staubblätter 2, Fruchtknoten 1, zweifächerig, jedes Fach mit 2 nebeneinanderhängenden Samenanlagen. Blumenkrone 4 spaltig oder 4 blätterig oder seltener fehlend. Frucht eine Kapsel, Beere, Stein- oder Flügelfrucht. Bäume oder Sträucher Oleaceae 37. 5*. Staubblätter 4, der Kronröhre oder deren Grunde eingefügt. Fruchtknoten 1, ein- fächerig, mehrsamig; Samenträger mittel- ständig, frei. Kelch 3- bis 4 teilig, bleibend. Blumenkrone 4 spaltig, trockenhäutig. Griffel und Narbe 1, lang, fadenförmig. Blüten zwitterig oder einhäusig. Frucht nufs- oder kapselartig Plant aginaceae 78 — 516 — 5**. Staubblätter 5, selten 4 oder 6: 6. Pflanzen mit (bei unseren Arten) winden- dem, grünbeblättertem Stengel oder derselbe blattlos, rosa, dann chlorophyllose Schmarozerpflanzen. Fruchtknoten einer, 2 bis 4 fächerig , auf einer unterweibigen Scheibe. Frucht eine 2- bis 4 fächerige Kapsel. Blumenkrone 5 lappig , oft ge- faltet Convolvulaceae 62. 6*. Stengel nicht windend : 7. Blumenkrone abfallend, nicht, oder nur in der Knospenlage gedreht: 8. Frucht eine 3 klappige, fachspaltige Kapsel , deren Klappen von der Scheidewand sich lösen. 1 Frucht- knoten, 3 fächerig. Blumenkrone in der Knospenlage gedreht, 5 lappig, die Stauboefäfse in der Mitte der Kronröhre eingefügt Polemoniaceae 61. 8*. Frucht eine 2- oder 4 fächerige, vielsamige Kapsel oder Beere, deren Scheidewände mit den Klappen verbunden sind. Blumenkrone zu- weilen etwas ungleich , in der Knospenlage dachig oder gefaltet, meist 5 spaltig .... Solcmaceae 64. 7*. Blumenkrone verwelkend, nicht ab- fallend, gedreht, 4- bis 10 lappig oder spaltig. Staubfäden bei unseren Arten 5. Fruchtknoten einer, 1- selten unvollkommen 2 fächerig, 1 Griffel, 1 oder 2 Narben. Frucht 1 bis 2 fächerig, vielsamig . . Gentianaceae 60. 2*. Fruchtknoten und Griffel 1, mit einer Narbe, oder 2 mit einer beiden Griffeln gemeinsamen Narbe. Blumenkrone abfallend, 5 spaltig, in der Knospenlage gedreht. Staub- geiäfse 5, frei, einfach, die Staubbeutel mit Längsritzen aufspringend ; Pollen pulverig (Familie in unserer Flora vertreten durch eine Pflanze mit kriechendem Stengel und wintergrünen Blättern) Apocynaceae 09. 2**. Fruchtknoten und Griffel 2, mit einer beiden Griffeln gemeinschaftlichen, schildförmigen, 5 eckigen Narbe. Blumenkrone abfallend, 5 spaltig, — 517 — in der Knospenlage gedreht. Staubgefäfse 5, oft in eine Röhre verwachsen, aufsen mit An- hängseln, welche eine Art Nebenkrone bilden. Staubbeutel 2 oder 4 fächerig. Pollen in wachs- artigen Klümpchen vereinigt. . . Asclepiadaceae ö8. 2*** Fruchtknoten 2 fächerig , durch Ein- schnürung in 4 Klausen seteilt, auf einer unterweibigen Scheibe sitzend, ein zwischen den 4 Klausen entspringender Griffel, 5 Staubblätter. Blüten in Wickeln, vv eiche vor der Ent- faltung schneckenförmig aufgerollt sind. Kelch und Blumenkrone 5 zipfelig. Blätter ganz- randig, meist sehr rauhhaarig, ebenso der Stengel, daher auch Asperifoliaceae genannt. Boraginaceae 63. Aehnlich vorigen ist die in unserer Gegend die Familie der Hydrophyllaceae repräsendierende Gattung Phacelia, die Blüten hier ebenfalls in schneckenförmig umgerollten Wickeln; in dieser Familie kommen jedoch auch ährige Blütenstände und einzeln stehende Blüten vor. Kelch 5 teilig, Krone 5 zipfelig. Fruchtknoten 1 fächerig oder unvollständig 2 fächerig, mit 2 spaltigem Griffel auf einer unterweibigen Scheibe , Samenträger an den Scheidewänden. Frucht eine trockene, selten eine beerige Kapsel , 1 oder 2 fächerig, 2 klappig, viel, 4 oder 2 sämig. Blätter meist fiederteilig, selten einfach Hydrophyllaceae 1*. Blumenkrone zygomorph (= symmetrisch). Staubfäden 5, oder 2 oder 4 und dann von diesen 2 gleichmäfsig länger , 2 gleichmäfsig kürzer (zwei- mächtig = didynam im Sinne Linnes) : 9. Fruchtknoten durch Einschnürung in 4 einsamige Klausen zerfallend. Blumen- krone zweilippig, seltener fast gleichmäfsig 4 zipfelig. Kelch röhrig, bleibend, regelmäsig oder auch 2 lippig. Blütenstände in Verticillastren, wechselnd überkreuz gestellten Pleiochasien und Dichasien, im ganzen eine beblätterte Aehre dar- stellend. Blätter gegenständig, wechselnd über- kreuz gestellt am 4 kantigen Stengel. Pflanzen durch Gehalt an ätherischem Oele beim Reiben meist aromatisch wohlriechend .... Labiatae t>7. 0*. Fr u entknoten einfach: 10. Fruchtknoten einfächerig: — 518 — 11. Fruchtknoten einsamig. Kelch 5 teilig. Blumenkrone bleibend, röhrig , 2 lippig, Oberlippe kleiner , 2 spaltig, Unterlippe 3 spaltig. Staubblätter 4, ganz oben in der Blumenkronröhre eingefügt. Griffel und Narbe 1, einfach. Frucht schlauchartig, nicht aufspringend .... Globidariaceae 70. 11*. Fruchtknoten vielsamig. Blumenkronen deutlich zweilippig: 12. Samenträger mittelständig, frei. Wasser- oder Sumpfpflanzen mit grünen, entweder ungeteilten klebrigen oder schwimmenden, haarförmig-vielteiligen, mit Bläschen besetzten Blättern. Kelch tief- 2 lappig oder 4- bis 5 spaltig, bleibend. Blumenkrone gespornt. 2 Staubblätter. Kapsel kugelig , unregelmäfsig auf- springend oder 2 klappig Lentibulariaceae 69. 12*. Samenträger wandständig auf der Mitte der Klappen. Chlorophyllose, braune, dickstengelige Schmarot|zer- pflanzen mit nur schuppen- f ö r mi g e n Blättern. 4 Staubblätter, zweimächtig. Kapsel 1 fächerig, 2 klappig, mit zahlreichen sehr kleinen Samen Orobanchaceae 66. 10*. Fruchtknoten 2 oder 4 fächerig, die Fächer einsamig. Steinfrucht 2 bis 4 fächerig, oft in 2 bis 4 Früchtchen zerfallend, Fächer ein- samig. Kelch röhrig, bleibend. Staubblätter (2 oder) 4, zweimächtig .... Verbenaceae 68. 10**. Fruchtknoten 2 fächerig , seltener (bei der parasitären Habitus zeigenden, nur weifsliche Schuppenblätter tragenden Lathraea) ein- fächerig, mit einfachem Griffel und 2 lappiger Narbe , mit 4 bis vielen Samenanlagen. Kapsel ganz oder zur Hälfte 2 fächerig, selten 1 fächerig , 2, selten 4 klappig. Kelch und Blumenkrone 2 lippig, seltener fast actinomorph und dann 4 bis 5 spaltig. Staubblätter 5 oder 2, oder 4 und dann zweimächtig Scrofulariaceae 65. — 519 § 46. Die Familien, Gattungen, Arten, Unterarten und wichtigen Formen der Corollifloren und deren Yer- breitungsverhältnisse im Florengebiet. 57. Familie. Oleaceae Lindley. 1. Frucht fleischig. Oleeae Don lAgmtrwm 306. 1*. Frucht trocken: Lilaceae Ventenat: 2. Eine 2 fächerige 2 klappige Kapsel. Krone stets vorhanden. Strauch Syringa 307. 2*. Eine Flügelfrucht. Kelch und Blumenkrone bei unserer Art gänzlich fehlend. Hoher Baum mit gefiederten Blättern Fraxinus 308. 306. Ligustrum Tonrnefort. Rainweide, Liguster. Kelch 4 zähnig, abfallend; Blumenkrone mit verlängerter Röhre und 4 spaltigem Saum; Staubblätter 2, kürzer als die Kronröhre, Griffel 1. Frucht eine 2 fächerige Beere, jedes Fach 2- selten 1 sämig. 748 auch H: L. vulgare L. Strauch bis 3 Meter hoch. Blätter lederig, kahl, elliptisch, spitz, ganzrandig, gegenständig oder zu dreien. Blüten weifs in endständiger gedrängter Rispe, Blütenstiele kurzhaarig. Beeren schwarz. |>. Juni, Juli. Hecken, Buschwald, verbreitet, auch viel gezogen in Anlagen. 307. Syringa L. Flieder, Holler, türkischer Holler. Kelch 4 zähnig, bleibend. Blumenkrone mit verlängerter Röhre und 4 spaltigem präsentiertellerförmigem Saume. Kapsel länglich , lederig. Blüten sehr wohlriechend , zahlreich in dienten Rispen. 1. Blätter gestielt, am Grunde herzförmig: 749 auch H : S. vulgaris L. Blätter rundlich oder breit- eiförmig, zugespitzt, ganzrandig. Saum der Blumenkrone etwas vertieft, diese weifs oder mattblau bis rotlila, Kelche und Blütenstiele rauh, letztere so lang bis 2 mal so lang als der Kelch; Rispe aufrecht, p. Mai, Juni. Zierstrauch aus Süd- europa, allgemein in vielen Sorten gezogen in Anlagen und Hecken und aus diesen zuweilen verwildernd und eingebürgert z. B. auf den Stadtmauern zu Nürnberg häutig zwischen den Mauersteinen herauswachsend!! zahlreich verwildert zwischen Kauerlach und Häusern (Seh.) an der Böschung des Schwabachthaies bei der — 520 — Röfsleinsmühle, viel auch auf den Mauern unter der Ruine Rupp- rechtsteinü auch bei Bamberg verwildert (Fk.). 1*. Blätter in den Stiel verschmälert. H : 5. Bothomagensis Renault = chinensis Willdenow = vulgaris + persica. Blätter eiförmig, zugespitzt, kleiner als bei voriger, gröfser als bei folgender. Saum der Blumen- krone flach, diese purpurlila; Rispe dicht, nickend, Blüten- stiele kahl, 2 bis 4 mal so lang als der Kelch. £. Mai, Juni. Zierstrauch, wohl aus Bastardierung von vulgaris mit persica (an- geblich in Rouen) hervorgegangen, in Anlagen gezogen, jedoch nicht häufig. H: S. persica L. Blätter ziemlich klein, aus breitem Grunde lanzettlich, lang zugespitzt, ungeteilt: (a: integrifolia Vahl) oder alle oder teilweise 3 spaltig oder selbst fiederspaltig mit breiterem End- und schmalen Seitenzipfeln: ß: laciniata Vahl. Blumenkrone blaulila oder weifs, Blütenstiele etwas rauh, so lang bis doppelt so lang als der Kelch; Rispe locker, nickend f>. Ende Mai, Juni. Nur bis 2 Meter hochwerdender Zierstrauch aus Persien, in Anlagen gezogen, jedoch nicht häufig. 308. Fraxinus Tournefort. Esche. Frucht eine 2 fächerige, flache Flügelfrucht. Hoher Baum. 750 auch C: und H: F. excelsior L. Blätter gefiedert mit 9 bis 13 fast sitzenden, spitzen, kleingesägten, unterseits auf den Adern braunwolligen Fiederblättchen. Blüten zwitterig oder zweihäusig, die Staubfäden zu 2, der Griffel 1, ohne Kelch und Blumenkrone in achselständigen Rispen vor den Blättern erscheinend, dunkelrot. Flügelfrucht länglich, an der Spitze ausgerandet, hellbraungrünlich in hängenden Rispen. Knospen schwarz, sammtartig. £. Aendert: y: 'pendula Vahl, Traueresche, mit im Bogen herab- hängenden Zweigen. April, Anfang Mai. Bergwälder, Bachufer. Häufig längs des Jurazuges und hier die Bäche oft weit herab begleitend, auch in den Thälern des rhätischen Keupers, aufserdem des Nutzens halber gezogen an Landstrafsen sowie in Gärten; hierselbst und auf Friedhöfen trifft man öfters die Traueresche gepflanzt. 58. Familie. Asclepiadaceae Robert Brown. 309. Yincetoxicum Moench. Schwalbenwurz, Hundswürger. Kelch 5 teilig, bleibend. Blumenkrone 5 spaltig, rad- förmig. Staubblätter 5, am Rücken mit Anhängseln, welche zu einer 5 spaltigen Nebenkrone verbunden sind. Frucht- — 521 — blätter 2 mit gemeinsamer, schildförmiger, 5 eckiger Narbe. Samen mit grofsem silberweifsem Haarschopf. 751. V. officinale Moench = V. album Ascherson = Cynanchum Vincetoxicum Robert Brown = Asclepias Vince- toxicum L. Rhizom wagrecht, Stengel zu mehreren aufrecht, bis über meterhoch und im oberen Teile zuweilen windend: (jj : laxura Sendtner, non Bartling-), mit einer Haarleiste, welche sich oft gegen abwärts verliert. Blätter gegenständig, seltener quirlig zu 3 und 4, kurz gestielt, ganzrandig, am Rande und auf den Blattrippen kurzhaarig, die untersten aus herzförmigem Grunde rundlich, die mittleren herzeiförmig, spitz, die obersten lanzettlich, lang zugespitzt, namentlich bei der rankenden Form. Blüten klein, weifs, aufsen am Grunde grünlich, in ge- stielten scheinbar blattwinkelständigen Doldenrispen, die Blüten- stiele kurzhaarig. Frucht schotenähnlich, lanzettlich, spitz, kahl, bräunlich, hängend. 2|_. Juni bis Ende August. Gebüsche, sonnige Abhänge, namentlich auf Kalkgerölle, dalier längs des ganzen Jurazuges, nur um Xeumarkt und Altdorf seltener; im Leitenbachthal in den Personatensandstein, in Happurg selbst bis an den Bach herabgehend!! im Lias nur bei Atzeisberg von (Pf.) angegeben, dann im Bruderwald (Fk.) und Altenburg (m. F!) bei Bamberg; im bunten Keuper ganz isoliert bei Rofsstall (Pr.), westlich vom Gebiet wieder mehr im Gipskeuper hinter Altheim!! und bei Unternesselbach (Seh!) etc. Die windende Form ß ist an vielen Orten konstatiert. 59. Familie. Apocynaceae Robert Brown. 310. Tinea L. Immergrün, Sinngrün. Kelch 5 teilig. Blumenkrone trichterförmig mit 5 teiligem Saume, im Schlünde keine Anhängsel. Staubblätter 5, die Staubbeutel mit häutigem, behaartem Anhängsel. Griffel 1, unter der Narbe ringförmig verbreitert. Samen ohne Haar- schopf. 752 auch H: V. minor L. Stengel hingestreckt, weit- kriechend, blütentragende Aeste fingerhoch, Blätter gegen- ständig, elliptisch, lederig, kahl, beiderseits spiegelnd, ganz- randig, der Rand etwas umgerollt, am Uebergang in den kurzen Blattstiel beiderseits eine Drüse. Blüten einzeln, blattwinkel- stiindig, ansehnlich, ziemlich langgestielt. Kelchzipfel kahl, lanzettlieh, stumpflich, viel kürzer als die Röhre der hell- blauen Blumenkrone, Lappen derselben gestutzt. Früchte kommen selten zur Entwicklung. t>. April, Mai. Gesellig an buschigen Abhängen, unter Hecken in Dörfern, hier wohl meist Einbürgerung infolge Kultur, da die Pflanze namentlich zu Ein- — 522 — fassungen allgemein in Gärten gezogen wird. Aue, Oberhöhberg (Rdl.) Kalbensteinberg (Vogel!) Ramsberg, Jahrsdorf!! Eiehelburg (Vogel!) von Gustenfelden gegen Schwabach (m. F.) Pillenreuth i'Rdl.) Feucht (Zahn) Stein!! von der alten Veste gegen Kadolz- burg mehrfach (m.F.) auf der Stadtmauer an der Burg!! Behringers- dorf (Rdl.) viel um Güntersbühl gegen Lauf sowohl als nach Tauchersreuth (!! u. a.) LappersdorfU Ohrwaschel (Rdl.) Erlangen im Schlofsgarten ! ! am Burgberg (Gl.), dann namentlich mit der Liashöhe bei Ratsberg, Marioffstein ! ! Spardorf (Seh.) Ebersbach, Kunreuth (Gl.) Mittelehrenbach (Seh.) Pinzberg (R.) um Bamberg häufig (Fk.) — Sulzbürg!! Adelburg (m.F.) Helfenbergü Maria- hilfberg (m.F.) Stöckeisberg, Moritzberg!! Haimendorf (R.) Molz- bergü Hubirg (Sim.) Hansgörg, Buch bei Hersbruck (Klf.) ober Pommelsbrunn (Kfsl.) Bürtl (Seh.) Neidstein (m. F.) Stopfmühle und Obermühle ! ! Artelshofen (Enslin i Höllenstein (Gl.) Rupprecht- stegen (Sim.) Krottenseer Forst (May) um Osternoh zahlreicher und im Achterthal (!!u. a.) am alten Rotenbergü Hetzles (m.F.) Ehrenbürg (SS. II) von Gräfenberg gegen Egloffstein (m. F.) Hil- polstein (Cramer) Wildenfels, mehrmals um Obertrubach, Hunds- dorf!! Ohrberg bei Hammerbühl (Klf.) zwischen Mostviel und Bieberbach, Wichsenstein! ! ober Breitenbach (R.) um Streitberg viel!! Muggendorf (m.F.) Engelhardsberg (A.) Stempfermahle (Klf.) Püttlachthal bei Pottenstein und Hollenberg, Hainbronn, viel zwischen Greifenstein und Unteraufsefs , Hochstall!! Giech, Schefslitz, Mengersdorf, Obernsees, Schönfeld, Krögelstein (Klf.) Sanspareilü Alladorf, Xeustädtlein, Tannfeld nach Limmersdorf (Klf.) Thurnauü Kleinziegenfelder Thal, Kordigast und vielerorts bis zum Staffelberg (Klf. i. Im östlichen Keuper in der Eremitage und anderorts um Bayreuth (m. F ). Westlich vom Gebiet im Gipskeuper bei Artheini !! und Windsheim (R.). 60. Familie. Gentianaceae Jussieu. 1. Sumpfpflanze mit grofsen dreizähligen langge- stielten Blättern und zierlich dicht gewimperter rosafarbiger Blumenkrone . . . Menyan/hes 311. 1*. Schwimmende Wasserpflanze mit im Kleinen der Nymphaea ähnlichen Blättern und ansehn- licher gelber Blumenkrone . . Lim?ianthemum 312. 1**. Landpflanzen mit gegenständigen, sitzenden, ungeteilten Blättern: 2. Blumenkrone glockig, röhrig, ansehenlich, bei unseren Arten blau oder violett. Staub- beutel nicht gedreht Gentiana 313. 2*. Blumenkrone röhrig -präsentiertellerförmig, rosa, klein, aber zahlreich. Staubbeutel nach dem Verblühen schraubenförmig gedreht Erylhraea 314. — 523 — 311. Menyanthes Ton nie fort. Fieberklee, Bitterklee. Kelch 5 teilig. Blumenkrone etwas fleischig , trichter- förmig, mit 5 auf der Innenseite von saftigen Haaren dicht zierlich gebarteten Zipfeln. Staubblätter 5. Fruchtknoten auf einer unterweibigen Scheibe , 1 fädlicher Griffel. Kapsel 2 klappig aufspringend, 1 fächerig, mit randständigem Samen- träger. Samen glänzend, glatt. 753. M. trifoliata L. Rhizom kriechend, gegliedert. Blätter grundständig, 3 zählig, auf langen scheidigen Stielen, samt diesen und den Blütenstengeln kahl, Teilblättchen ver- kehrteiförmig, ganzrandig, stumpf, weich und leicht welkend, von sehr bitterem Geschmack. Blüten mittelgrofs in end- ständiger, langgestielter, ziemlich dichter Traube; Kelchzipfel eiförmig, stumpf, kahl; Blumenkronzipfel rosa, spitz, schwach zurückgebogen; Staubbeutel violett. Kapsel eiförmig. 2|. Mai, Juni. Gesellig an Teichen und Altwassern, Gräben, in Sümpfen, auch auf sumpfigen Wiesen. Im Jungalluvium längs der gröfseren Flufsläufe, auf der Diluvialterasse und im Keuperrayon zerstreut: Mandlesmühle (Hftm.) Grafenmühle, Bernlohe, Neuendettelsau, süd- lich Abenberg ! ! und zwischen da und Breitenlohe , Roth und Eichelburg (Rdl.) Allersberg (m. F.) (Ph. Schmidt gibt sie hier im September blühend an, kommt demnach zuweilen ein zweitesmal im Herbst zur Blüte) viel um Neumarkt (!! u. a.) Falznerweiher, Dutzendteich , im Thal der Pegnitz von Wöhrd bis Unterbürg ! ! Asbacher Höhe (Rohn) an der Bihert bei Zirndorf (Seh.) Dam- bach (m. F.) um Kadolzburg (!! u. a.) bei Vach im Flufsthal (Sim.) sowie nach Kronach, Steinach und Gründlach (!!u. a.) Kosbach (Gl.) von Möhrendorf über Dechsendorf nach Retzleinsdorf (!! u. a.) von Röhrach nach Klebheim (Gl.) Baiersdorf (m. F.) Zentbech- hofen, Pommersfelden, bei Bamberg mehrmals (Fk.). Im Wasser- horizont des Zanklodonletten an der Röfsmühleü und früher aueh am Ursprung (m. F.) unter Höflesü Speickern (R.); alsdann im Ornatenthonhorizont und die daselbst entspringenden Bäche be- gleitend: Niederhofen, Berching (Seh.) Voggenthal und mit dem Lengenbach bis Thann, Gehermühle und mit der schwarzen Laber bis an die Adelburg (! ! u. a.) Pommelsbrunn (m. F.) Frauendorf (Klf.), fehlt auch im Dolomit nicht , wenn Altwasser oder Ver- sumpfungen vorhanden sind: Artelshofen (D!) Rupprechtstegen, von Finstermühle und Neuhaus über Ranna nach Fischstein (üu.a.) bei Muggendorf (Gldf.) ober der Klumpermühle!! selbst auf dem Juraplateau zwischen dem Hansgörg und Glatzenstein auf tertiärer lehmiger Albüberdeckung (m. F.). Jenseits der Ver- werfungsspalte wieder oft im Dogger : ober Pegnitz (Sim.) an der Haidmühle, bei Oberhauenstein!! im östlichen Keuper mehrmals bei Bayreuth (D.) Limmersdorf (Klf.). 312. Limnanthemum Omelin. Kelch 5 teilig. Blumenkrone ansehnlich, radförmig, im Schlünde bärtig. Staubblätter 5 mit 5 am Grunde des Frucht- — 524 — knotens stehenden Drüsen abwechselnd. Kapsel einfächerig mit wandständigem Samenträger. 754. L. nymphaeoides Link = Villarsia nymphaeoides Ventenat = Menyanthes nymphaeoides L. Grundachse kriechend, die Aeste aufrecht, verzweigt, aus den Internodien an der Wasseroberfläche entspringen büschelig zahlreiche Blatt- und Blütenstiele. Blätter fast kreisrund mit herzförmigem Grunde, glänzend dunkelgrün, langgestielt, schwimmend. Blütenstiele fingerlang. Kelchblätter lanzettlich mit ziemlich stumpfer Spitze , Blumenkrone tiefgelb , die 5 eiförmigen Zipfel am Rande fransig gewimpert. Kapsel eiförmig, zusammengedrückt. 2|.. Ende August. Gesellig in einem Weiher bei Bayreuth auf den Sophienberg zu (D!). 313. Gentiana Tournefort. Enzian.*) Kelch röhrig oder glockig, bei unseren Arten 5, selten 4 spaltig. Blumenkrone glockenförmig oder röhrig mit ausge- breitetem Saum und so vielen Zipfeln als Kelchzähne und Staubblätter vorhanden sind, bei unseren Arten blau oder violett; Staubbeutel nicht gedreht. Fruchtknoten 1 fächerig, ohne unterständige Scheibe , mit 2 wandständigen Samenträgern, 2 Narben bei fehlendem Griffel, Kapsel 2 klappig, vielsamig. 1. Schlund der Blumenkrone bärtig: Endotricha Froehlich. 2. Kelch 4 teilig mit sehr ungleichen Ab- schnitten; 4 Blumenkronzipfel: 755. G. Baltlca Murbeck. Stengel kahl, aufrecht, am Grunde aufser mit den zur Blütezeit noch vor- handenen Keimblättern mit nur wenigen grofsen eiför- migen oder lanzettlichen Grundblättern besetzt, untere Stengelblätter eiförmig-lanzettlich, spitz. Kelchzipfel sehr un- gleich, die beiden äufseren breit-eiförmig, in der unteren Hälfte am breitesten ; Blumenkrone violett. 0. August bis Oktober. Kurzrasige Wiesen. Bayreuth (Meyer teste Wettstein) und weiter nordöstlich vielerorts im Fichtelgebirg* (M.S.R!).' 756. G. campestris L Stengel kahl, ästig, oft kaum fingerhoch, am Grunde mit häutigen Blattresten des Vorjahres besetzt. Grundständige und unterste Stengelblätter verkehrt- eiförmig bis spatelig, stumpflich, die oberen eiförmig, sitzend. Kelchzipfel gewimpert , ebenfalls sehr ungleich , indem je 1 *) Die Funde aus hiesiger Gegend haben Herrn Universitäts- professor Richard Wettstein , Ritter von Westersheim in Prag, nun in Wien, vorgelegen und sind im Folgendem durch * kennt- lich gemacht, soweit sie von dieser Autorität bestimmt, beziehungs- weise bestätigt wurden (vergleiche Litteratur § 39, 1897). — 525 schmaler , spitzer , mit einem breiteiförmigen , fast blattähn- lichen, in der unteren Hälfte »am breitesten, abwechselt. Blumenkrone violett oder weifslich. Kapsel fast sitzend. 0. Mai, Juni. Kurzrasige Heiden. Auf dem Juraplateau bei Klingen- hof * am 22. Mai in Blüte!! 2*. Kelch und Blumenkrone 5 sp alt ig: 757. G. Wettsteinii Murbeck = Gr. germanica Willdenow zum Teil. Violetter Enzian. Stengel kahl, finger- bis fufs- hoch, unten einfach, oberwärts mit kurzen Aesten, Blütenstand daher traubig. Mittlere Stengelblätter ei- förmig, dreieckig, spitz. Kelch ganz kahl, oder die oft etwas umgerollten dreieckigen langzugespitzten Kelchzipfel am Rande etwas warzig gewimpert, Buchten zwischen den Zipfeln scharfeckig, von hier aus die Ränder an der Kelchröhre als zarte grüne Rippen herablaufend. Blumenkronen ansehnlich, meist zahlreich, röhrig-trichterig, violett, gegen den Grund gelblich. Kapsel deutlich gestielt. 0. Ende August bis Oktober. Grasige Abhänge , Waldränder. Im Keuper selten : auf Zanklo- donletten um Allersberg* (m.F.) Appelhof (Ph. Schm.) Eichelberg (Rdl.); zwischen Kleinhaslacli und Grofshabersdorf (m. F.) Kirch- farrnbach (Schm.) auf der Marloifsteiner Liashöhe (m. F.). Im Jurazuge verbreitet und mehrmals in den Dogger herabgehend, z. B. bei Deining, Voggenthal (Seh.) Püttlach!! Alsdann auf den Muschelkalkzügen östlich Creussenü und Bayreuth (M. S.) hier auch auf Keuper (m. F.). Formen, die mehr oder minder zur folgenden Art hinneigen, sind im Jurazug keine Seltenheit, z. B. bei Hartenhof* (Seh!) Dillberg* (R!) Stallbaum* (Seh!) Vorra *!! Osternohe auf Dogger *, Hilpolstein * (Seh!). Durch Verletzung des Haupttriebes entstehen häutig sehr abweichende Bildungen , die Kelchzipfel erscheinen wesentlich breiter und kommen dann auch 4 zählige Blüten mit typischen untermengt vor; so beobachtet: Allersberg* (R!) Deining*, Dill- berg*, Reuth am Moritzberg* (Seh!) Nonnenberg* (Hagen!) Krottensee * ! ! 758. G. Sturmiana A. et J. Kerner. Stengel meist vom Grunde an mit langen Seitenästen, Blüten- stand daher ebensträufsig. Kelch flaumhaarig oder wenigstens am Rande und auf den Mittel- nerven der Kelchzipfel und an der Röhre fein- flaumig- wimp er ig. Kelchzipfel ungleich, nicht umgerollt, die Ränder als deutlich vorspringende Flügelkanten herab- laufend. Blumenkrone gröfser als bei voriger, glockig-trichter- förmig oder röhrig-glockig, sonst wie vorige, jedoch meist höher. 0. September, Oktober. Grasige Abhänge. Muggendorf * (Zuccarini), Oberpreuschwitz (DI). 1*. Schlund der Blumen kröne kahl. Die Zipfel der 4 s p a 1 1 i g e n Blumenkrone am Rande gegen abwärts mit langen Wimpern besetzt: — 526 — 759. G. ciliata L. Gefranster Enzian. Stengel kahl, aufrecht, finger- bis fufshoch, einfach oder mit aufrechten ein- blütigen Aesten. Blätter lineal, seltener lanzettlich, spitz, kahl, am Rande schärflich. Blüten ansehnlich, 4 zählig, endständig ; Kelch glockig, mit sehr spitzen Zipfeln. Blumenkrone himmel- blau, die Zipfel so lang als die Röhre. Kapsel langgestielt. Aendert mit weifser Blüte ab. %. August bis Oktober, selten (z. B. bei Kastl !) schon Ende Juni. Waldlichtungen, grasige Abhänge. Im Eeuper zerstreut z. B. Schmausenbuck und hinter Schäfhof (m. F!) Tennenloh (Seh.) Linder Gruben und in der Ammerndorf er Gegend öfter (!! u. a.) Untermichelbach (m. F.) Kosbach (Gl.) Höch- stadt a. Aischü Im Zanklodonletten wird die Verbreitung schon eine geschlossenere: Eichelberg (Rdl.) Appelhof (Ph. Schm.) um Allersberg und bis Seligenporten (m. F.) Gauchsmühle (Scherzer) von Lauf gegen Haimendorf und Schönberg!! zwischen Schmalz- berg und Nuschelberg (Rdl.), sodann auf der Tauchersreuther wie Erlanger Liashöhe (m. F.), im ganzen Jurazug häufig, im östlichen Keuper bei Creussen und Bayreuth, dann namentlich auf dem Creussener und Bindlacher Muschelkalkzug!! Weifsblühend be- obachtet bei Schäfhof (m. F.) Raitenberg (Hagen !) Eschenfelden (Pr.). 1**. Schlund und Zipfel der Blumenkrone kahl: 3. Blumenkrone keulig-glockenförmig: 4. Blüten in den oberen Blattwinkeln und an der Spitze des Stengels quirlig gehäuft. 760. G. cruciata L. Grundachse alljährlich eine un- deutliche Blattrosette und aus deren Achseln die Stengel treibend, letztere aufsteigend, fufs- bis fast halbmeterhoch, dick, stielrund, kahl, oft purpurn überlaufen. Die unteren Blätter eiförmig, die oberen lanzettlich, erstere paarweise am Grunde in eine lange fast häutige Scheide verwachsen, obere nur kurz verwachsen. Kelch glockig, 4 zähnig, kurz. Blumen- krone mittelgrofs, keulenförmig, aufsen blaugrau, innen dunkel- himmelblau, am Schlünde mit 4 Falten, die 4 Zipfel kurz, eiförmig, zwischen denselben oft 1 oder 2 Zwischenzähnchen, Staubbeutel frei. Kapsel kurzgestielt. 2J-. Juli, August. Heiden, grasige Abhänge, Waldlichtungen. Im Keuper : bei Kloster Heils- bronn (Scherzer) Fernabrünst (Seh !) um Rofsstall, Linder Gruben ! ! von Bronnamberg über Weinzierlein nach Ammerndorf häufig (!! u. a.) Kadolzburg, Keidenzell (Schm.) Pillenreuth (Koch!) Grütz (Krell!) zwischen Tennenlohe und Erlangen (v. F!) Strullen- dorf (Harz) Hauptsmoor (Fk.); im Jurazug häutiger, namentlich in den Hersbrucker Bergen, um Hilpolstein, Streitberg und Muggen- dorf (!! u. a.). 4*. Blüten in den oberen Blattwinkeln einzeln oder zu 1 bis 2 endständig. 761. G. Pneumonanthe L. Grundachse kurz, nur schuppige Niederblätter und aus deren Achseln 1 oder wenige aufrechte — 527 - Stengel treibend, diese schlank, kahl, oft bis an die Spitze intensiv karminrot, finger- bis über fufshoch, dicht beblättert. Blätter lanzettlich bis lineal, stumpf, am Rande umgerollt, am Grunde paarweise zu einer sehr kurzen Scheide verwachsen, 1 nervig , die 2 Seitennerven undeutlich. Blüten ansehnlich, 5 zählig, in traubiger schmaler Rispe angeordnet, seltener nur 1 gipfelständige vorhanden; Kelch röhrig mit 5 linealen, stumpfen, grünen Zipfeln, zwischen denselben mit wagrechtem, häutigen, meist karminrotem Rande endigend; Blumen- kronen röhrig-glockig , dunkelhimmelblau bis azurblau, aufsen grünlich mit 5 spitzen , oft gezähnelten Zipfeln , zwischen diesen oft 1 spitzes Zwischenzähnchen; Staubbeutel verklebt, Kapsel langgestielt. 2|.. August, September. Moorige Waldwiesen, Sumpfwiesen, gewöhnlich in Gesellschaft mit Dianthus superbus, vergleiche dessen Verbreitung. Zwischen Thannkausen und Veits- erlenbach (Hffm.) um Allersberg, woselbst sie schon Mauricius HotTmannus angab, und zwar auf Roth zu (Seh!) bei Harrhof, sowie am Keller und auf Ebenricht zu, auch gegen Seligenporten und zwischen da und Heng (Ph. Schm!) Moritzberg (m. F.) Erlangen (Meyer!). Westlich vom Gebiet bei Ansbach (Leurer!) und im Steigerwald (Till). 3*. Blumenkrone mit zylindrischer Röhre und flach ausgebreitetem Saum: 762. G. verna L. Frühlingsenzian. Die Grundachse treibt meist sehr zahlreich dünne , unterirdische , nur mit schuppigen Niederblättern versehene Stengel, welch mit einer Rosette grüner Blätter abschliefsen, sobald der Erdboden ver- lassen ist, im zweiten Jahre treibt aus der Laubblattrosette je 1 bis fingerhoher einblütiger Stengel, welcher mit 2 bis 3 Paaren eiförmiger Stengelblätter besetzt ist, letzere am Grunde scheidig verwachsen, Blätter der Grundrosette meist viel gröfser als die Stengelblätter, alle kahl, ganzrandig, am Rande etwas schärflich. Kelchröhre zylindrisch mit 5 mehr oder minder geflügelten Kanten und 5 spitzen Zähnen, kürzer als die Röhre der Blumenkrone, diese mit tief-himmelblauem flachen Saum, die 5 Lappen eiförmig, stumpf oder spitzlieh, am Rande ge- zähnelt, zwischen denselben je 2 kleine blau und weifs ge- streifte Zwischenzähnchen. Kapsel sitzend. In der Form und Gröfse der Kronzipfel und Flügelung der Kelchröhre ziemlich variabel; selten entspringen 2 bis 3 einblütige Stengel aus einer Blattrosette. 2|.. April, Mai, zuweilen noch Anfang Juni, selten im Spätherbst. Gesellig auf sumpfigen Wiesen. Im Keuper zerstreut: Leidingendorf (Rdl.) Weingarten (Edel) Hergersbach (Hermann) Roth, Hilpolstein (BV.) besonders viel auf Zanklodon- letten rings um Allersberg, Schwarzach, Seligenporten (E! u. a.) Leerstetten (Burkart) Kornburg (Scel!) Gaulo.nhofen (m. F.) zwischen Feucht und Altenflirt (BV.) Zerzabelshof , hinter Scliiifhof und — 528 — Ziegelstein (in. F !) Kreutles nach Lind und weiter aufwärts im Bibertthal (! ! u. a.) Kloster Heilsbronn (Scherzer) zwischen Münch- erlbach und Buschschwabach (Wagner) Kadolzburg (Schm.) Seucken- dorf gegen Yeitsbronn (m. F.) Langenzenn (BV.) Möhrendorf (m. F.) mehrmals am Nordfufs des Erlanger Liaszuges und gegen Eifelterich (m. F.) von Pinzberg nach Forchheim (m. F!) Buch am Aischthal (Sebald) Aurachgrund bei Bamberg (m. F.) Sodann am Jurasteil- rand auf Lias und namentlich im Opalinusthon: Lohen (Hffni.) zwischen Mörsdorf und der Pv,ealsmühle ! ! zahlreich von Freistadt gegen die Sulzbürg und den Buchberg (G. u. a.) am Fufs des Jura um Neumarkt, um den Dillberg herum, um Peuerling, am Fufs des Hansgörg (m. F.) im Siegersdorfer Thal!! und von Schnaittach nach Simmeisdorf (m. F.) Lochhof (Mehlis) Oberschöllenbachü auf dem Erlanger Liaszug (m. F.) weiters im Ornatenthonhorizont z. B. bei Voggenthal (Seh.) und das Deininger Thal hinab gegen Oening (!! u. a.) am Buchberg, hier auch tiore albo (P.) am Mariahilf- berg (Sp!) um Osternohe (Schü) zwischen Diepolsdorf und Unter- achtel (Enslin) ; im weifsen Jura mangels geeigneter Lokalitäten selten: bei Kastl (Rdl.) Velden (Kittler) Sankt Illing (Scherzer) ober Fischstein!! im Kleinziegenfelder Thal (Klf.), dagegen wieder verbreitet im Dogger jenseits der Verwerfungsspalte ; von Ligenz über Tirschenreuth bis zum Kutschenrain, bei Pegnitz, Büchen- bach, Buchau, von Oberhauenstein bis Trockauü dann am Fufs der Funkendorfer ! ! und Bindlach-DöTauer Muschelkalkhöhe (m. F.) 314. Erythraea Renealmus. Tausendguldenkraut. Kelch röhrig, 5 kantig, 5 spaltig. Blüten ziemlich klein, in Dichasien; Blumenkrone mit langer dünner Röhre, unter dem Schlund zusammengeschnürt mit meist 5 teiligem Saume, welcher nach dem Verblühen über der Kapsel welkt und sich dabei schraubig dreht; Staubbeutel meist 5, nach dem Ver- stäuben schraubenförmig gedreht; 1 fadenförmiger Griffel mit 2 lappiger Narbe Kapsel schmalzylindrisch , halb 2 fächerig, 2 klappig, die Klappen an ihren eingerollten Rändern die zahl- reichen Samen tragend. 763. E. Centaurium Persoon = Centaurium umbellatum G-ilibert = Gentiana Centaurium L. Stengel einfach, oben ästig, aufrecht, fufshoch, kahl. Grundständige Blätter rosettig, verkehrteiförmig, in den Stiel verschmälert, stumpf, Stengelblätter eiförmig , die obersten fast lanzettlich, spitz, 5 oder 3 nervig, am Rande glatt oder schärflich. Blütenstand oben ziemlich gleich hoch bleibend, die mittelständigen Blüten fast sitzend ; Saum der rosafarbigen , selten weifsen Blumen- krone ziemlich flach ausgebreitet, die Zipfel eiförmig bis lanzettlich, stumpflich. auch 0. Juli bis September. Grasige waldige Orte, Abhänge verbreitet; flore albo: Haidenberg, Unter- schlehmühle, Göfsweinsteinü Erlau (Pr!). — 529 — 764. E. pulchella Fries = ramosissima Persoon = Cen- taurium inapertum Rafinesque = Gentiana ramosissima Villars. Stengel vom Grunde an verzweigt, sehr niedrig bis 2 Finger hoch, kahl. Grundblätter zu zweien, nicht rosettig, rundlich bis eiförmig, stumpf, die Stengelblätter eiförmig, spitz, alle 5 nervig. Blütenstand über das ganze Pflänzchen verteilt, alle Blüten gestielt, klein, rosa, der Saum der Blumenkrone bleibt trichterförmig vertieft, die Lappen desselben lanzettlich, meist spitz. ©. Aendert: ß : simplicissima Schmidt = Gentiana pulchella Swartz = Chironia Vaillantii Schmidt in Koch Synopsis. Stengel einfach, fadendünn, 1 bis 3 blutig. Ende Juni bis September. Sumpfige Wiesenstellen, Strafsen- gräben , strichweise häufig , anderwärts fehlend , sehr selten auf Aeckern. Rofsstall, zwischen Anwanden und Stein (Siml) Zirndorf (Lösch!) Fürberg (Schm.) um Ammerndorf (m. F!) Steinbach, Pleickershof (Schm.), dann viel im Farrnbachthal (! ! u. a.) und bei Seuckendorf (Rohn) Obermichelbach (MdL) Vach (Sim.) Stadeln (Pf.) Muggenhof, Sankt Leonhard (SS. II) Herrnhütte (Pr.) Unter- bürg (Seh!) Güntersbühl (BV.); Eitersdorf (Seh!) Brück und nach Büchenbach (m. F.) Kosbach (Gl.) um Herzogenaurach (Seh.) Dechsendorf und gegen Röthenbach (m. F.) um Weissendorf (Seh.) Uttenreuth (Gl.) mehr im Rayon Marioffstein, Atzeisberg bis Langensendelbach (m. F.) Forchheim (Klf.) Reuth (Krzl.) Hirschaid (Gl.) Hauptsmoor (Fk.) Erlau (Pr.) ; sodann mit dem Weststeil- rand des Jura auf Lias und Opalinusthon : Forckheim, Mörlach, Realsmühle, zwischen Rohr und Asselschwang!! Möning (Seh!) an der Südseite des Buchberges auf Aeckern (M.) Unterrieden! ! Leinburg (m. F.) Schönberg, Peuerling, Sendelbach (Seh.) zwischen Offenhausen und Engelthal (Rdl.) Kersbach (Seh!) Schnaittach, Simmeisdorf (BV.) Grabkapelle bei Neunkirchen (Gl.) zwischen Pretzfeld und Wannbach (Marie Schwarz); dagegen ergibt der Hauptstock des weifsen Jura nur selten geeignete Standorte, Artelshofen (D!) im Trubachthale ober Wolfsberg, im Wiesent- thale unter Rabeneck mit ß\\ Muggendorf gegen Toos (St.) im Kainachthal * bei Hollfeld ß\\ im Kleinziegenf eider Thal (Klf.) Auerbacher Stadtwald (Schwmr!); am Ostrand gegen den Dogger nimmt die Verbreitung wieder zu: Mengersdorf, Obernsees, um Schönfeld, Tannfeld, Thurnau gegen Kasendorf (Klf.) im östlichen Keuper mehrmals östlich von Bayreuth (m. F.) ; westlich vom Ge- biet im Aischgrund z. B. bei Ipsheim (Hagen !) Windsheim (Mdl.) auch bei Langenfeld (R.). Familie: Hydrophyllaceae Robert Brown. JPhacelia Jussien, Kelch 5loilig, die Bacillen ohne Anhängsel. Blüten in Wickeln. Blmnenkrone glockig-röhrenförmig, der Saum auf- Ai.h. il. X : 1 1 . Ges. XIII. Bd. Flora. 34 — 530 — recht, 5 lappig; Staubblätter 5, Antheren 2 fächerig: 1 Frucht- knoten, meist steifhaarig, 1 fächerig , mit 1 an der Spitze ge- teilten Griffel und 2 Narben, Samenträger wandständig. Frucht eine dünne Kapsel, 4 sämig. C: Ph. tanacctifolia Bentham. Stengel einfach oder oben ästig und in 2 bis 4 Wickel sich teilend, aufrecht, röhrig, oft rot überlaufen, fufshoch bis halbmeterhoch, unten fast kahl, oben mit entfernten, langen, wagrecht abstehenden einfachen Haaren besetzt und durch kurze dichte Behaarung fast grau- filzig. Die oberen Blätter einfach, die unteren doppelt ge- fiedert, die Lappen eingeschnitten, spitzlich, Blattstiel, Spreite und Blattrand borstenhaarig. Kelch dicht steifborstig , die Borsten silberig glänzend , die Kelchabschnitte oft purpurn, kürzer als die Blumenkrone, diese meist hellblau mit 10 halb- mondförmigen Oehrchen; Staubfäden weit über die Krone herausragend mit purpurnen Staubbeuteln. Wickel dicht, zur Blütezeit stark umgerollt, zur Fruchtzeit aufrecht. Die 4 grofsen Samen braun , zierlich gegittert querrunzelig , die Gruben oft perlmutterähnlich irisierend. 0. Juli bis September. Wild in Kalifornien , wird neuerdings in Deutschland öfters als Bienen- futter angebaut. 1898 war davon ein grofser sandiger Acker an der Steinplatte ! ! völlig bedeckt ; da im Laufe des Sommers die Blütenstände häutig abgeschnitten anzutreffen waren, war sie wohl nicht zu oben angegebem Zweck angebaut, sondern hatte einem Gärtner zur Blumenlieferung zu dienen. 61. Familie. Polemoniaceae Lindley. 1. Kelch glockenförmig, so lang als die Blumen- kronröhre , die Zipfel breit und nicht spitz. Blumenkrone glockenförmig, mit kurzer Bohre. Blätter gefiedert Polemomum 315. 1*. Kelch prismatisch mit sehr spitzen Zipfeln, viel kürzer als die Blumenkronröhre. Blumen- krone mit sehr langer Röhre und tellerförmigem Saum. Blätter ganz Phlox. 315. Polemonium Tournefort. Himmelsleiter, Jakobsleiter. Kelch glockenförmig, tief 5 spaltig. Blumenkrone mit kurzer Röhre und glockenförmigem, 5 lappigem Saum. Staub- fäden 5, in gleicher Höhe eingefügt, am Grunde behaart, samt dem Griffel abwärts geneigt, dieser mit 3 teiliger Narbe. Kapsel eiförmig, stumpf, 3 fächerig, 3 klappig, vielsamig. — 531 — 765 auch H: P. coeruleum L. Stengel bis meterhoch, einfach oder oben ästig, fast kahl. Blätter unpaarig gefiedert, die unteren gestielt mit bis 31, die oberen sitzend mit wenigeren lanzettlichen, spitzen, ganzrancligen Abschnitten, welche gegen- ständig oder etwas wechselständig, unterseits heller und etwas spiegelnd sind, Blattstiel, Blattrand und Mittelnerv etwas weich- haarig. Verzweigung des vielblütigen , doldenrispigen oder häufiger traubig-rispigen Blütenstandes samt den Kelchen drüsig-behaart. Blüten mittelgrofs, tief-himmelblau mit violettem Ton. Kapsel eiförmig, kürzer als der bleibende Kelch. 2|_. Juni bis August. Gesellig in Erlenbrüchen, an Bachufern, vor- nehmlich auf Opalinusthon, nur in der Neumarkter Gegend: am Sulzbach unter der Sulzbürg (Seh !) Braunmühle (G.) im Thale der Deininger Laber unter Deining zur Labermühle (!! u. a.) sowie bei Simbach (Seh.) im Thal der schwarzen Laber unter Ober- wiesenacker (Seh!) und Deusmauer (Seh.), zahlreich bei Loder- bach , zur Yollblütezeit ein herrlicher Anblick (! ! Hffm. u. a.). Aufserdem in Gärten häufig gezogen und daselbst oft weifsblühend; gartenflüchtig zu Mühlhausen am Schlüpfelberg, Xeuhaus unter Veldenstein ! ! Phlox L. Phlox, Flammenblume. Kelch prismatisch, 5 spaltig , die Zipfel sehr spitz , viel kürzer als die lange Röhre der Blumenkrone, deren Saum tellerförmig-flach mit 5 gleichen, meist eiförmigen oder rund- lichen Abschnitten. Staubfäden 5, ungleich in der Mitte der Röhre angeheftet , eingeschlossen , 1 Griffel mit 3 spaltiger Narbe. Kapsel eiförmig, 3 fächerig, 3 klappig, Fächer 1 sämig. Blüten deckblattlos. H : Ph. acuminata Pnrsll = decussata Lyon. Rhizom ohne Ausläufer, Stengel meterhoch und höher , einfach , nur oben in den rispigen Blütenstand mit aufrechten Aesten ver- zweigt, eckig, weichhaarig. Blätter länglich-eiförmig , nach beiden Enden allmälig zugespitzt, die oberen am Grunde herz- förmig , alle ganzrandig , unterseits weichhaarig , am Rande schärflich. Blüten zahlreich, mittelgrofs, wohlriechend, purpurn oder violett , rispig angeordnet , die Rispe durchblättert , die Verzweigungen derselben ziemlich dicht weichhaarig, Kelch- zähne lineal, sehr spitz, die Buchten zwischen denselben etwas häutig, hellgrün oder purpurfarbig, die sehr lange Röhre der Blumenkrone flaumhaarig, die Lappen des Kronsaumes ganz- randig oder etwas eingetieft, rundlich. 2[. August, September. Allgemein beliebte Zierpflanze aus Georgien und Südkarolina. Verwildert auf einer Wiese hei Entenberg (Seh!). :;| — 532 — 62. Familie. Conyolvulaceae Jussieu. 1. Convolvuloideae Peter. Nichtparasitäre Pflanzen mit grünen Stengelblättern und derben, grünen, windenden Stengeln (bei unseren Arten) Blüten grofs, glockig-trichterförmig : 2. Narbe 2 lappig oder 2 teilig. Kapsel voll- ständig oder unvollständig 2 fächerig: 3. Die 2 grofsen Vorblätter bedecken den Kelch. Narbenlappen eiförmig. Frucht- knoten 1 fächerig oder unvollkommen 2 fächerig Galycostegia 316. 3*. Kelch unbedeckt, Vorblätter klein, von der Blüte entfernt. Narbenlappen lineal. Fruchtknoten 2 fächerig . . Gonvohnilus 317. 2*. Narbe kopfförmig. Kapsel 3 oder 4 fächerig. Vorblätter klein, von der Blüte entfernt Pha/rbitis. 1*. Cuscutoideae Peter. Ghlorophyllose Schmarotzer- pflanzen ohne Laubblätter. Blüten klein, meist gehäuft, kurzglockig mit radförmigem Saum Guscula 318. 316. CalyCOStegia (Calystegia) Robert Brown. Zaunwinde, Heckenwinde. Kelchblätter 5, von den grofsen 2 Vorblättern umhüllt. Blumenkrone glockig-trichterförmig. 5 Staubblätter, 1 Griffel, die 2 Narbenlappen kurz. Kapsel unvollkommen 2 fächerig. 766. C. sepium Robert Brown = Convolvulus sepium L. Wurzelstock kriechend, ästig. Stengel windend, bis 3 Meter hoch, ausläufertreibend, wie die ganze Pflanze kahl. Blätter grofs, langgestielt, aus kurz-pfeilförmigem Grunde eiförmig, zugespitzt, die Ränder des Grundes eckig abgestutzt oder aus- gebuchtet 1 bis 4 zähnig. Blüten einzeln , blattwinkelständig, sehr langgestielt; Vorblätter aus herzförmigem Grunde eiförmig, etwas länger als die eiförmigen, spitzen Kelchzipfel. Blumen- krone ansehnlich, weifs, sehr selte^i bei ß: rosea Asckerson et Graebner rosafarben. Kapsel bespitzt. 2J.. Juni bis August. In Hecken, namentlich in den Gebüschen der Flufsufer, verbreitet, ß an der Haidmühleü 317. Convolvulus L. Kelchblätter 5, die kleinen Vorblätter von den Kelchen entfernt, in der Hälfte der Blütenstiele. Blumenkrone mittel- grofs, glockig-radförmig mit 5 eckigem Saum. Narbenlappeo — 533 verlängert, oft zurückgerollt. Kapsel 2 fächerig; sonst wie vorige. 767. C. arvensis L. Ackerwinde. Wurzelstock ästig, kriechend. Stengel kriechend oder windend aufsteigend, bis meterlang, fast kahl oder oben samt den Blütenstielen, Kelchen und Blättern behaart. Blätter gestielt, aus pfeil- oder spiefs- förmigem Grunde eiförmig. Blüten einzeln oder zu 2, blatt- winkelständig. langgestielt. Kelchabschnitte rundlich, am Rande gewimpert, der kahlen Kapsel anliegend; Blumenkrone weifs oder rosa, faltig, aufsen mit 5 rosafarbigen Streifen. 2J-. Juni bis September. Wegränder, unter der Saat, verbreitet. In einer Hecke hinter Sankt Johannis eine sehr hochaufwindende Form!! JPharbitis Choisy. Garten winde, Winde. Kelchblätter 5, die linealen Vorblätter an der Gabelung des 1 bis 5 blutigen , doldigen Blütenstandes. Narbe kopf- förmig, 3 lappig. Kapsel 3 fächerig, sonst wie vorige. H: Ph. Mspida Choisy = purpurea Ascherson = Ipomaea purpurea Lamarck = Convolvulus purpureus L. Stengel windend, bis 4 Meter hoch, ästig, von langen abstehenden und kurzen zurückgekrümmten Haaren rauh , ebenso die Blüten- stiele. Blätter gestielt, aus herzförmigem Grunde breiteiförmig, zugespitzt, ganzrandig, rauh. Kelchabschnitte lanzettlich, spitz, namentlich am Grunde borstig. Blumenkrone sehr ansehnlich, trichterförmig, purpurrot, blau, violett, mit 5 dunkleren Streifen, selten weifs; die aufrechten Blütenstiele nach oben verdickt, zur Fruchtzeit herabgeschlagen. Kapsel kugelig, vom Griffel bespitzt, kahl. Q. Juli bis September. Allgemein beliebte Zier- pflanze aus dem tropischen Amerika. Gartenflüchtig auf Schutt bei der Rohrersmühle ! ! und bei Erlangen aufgetreten (Gl!). 318. Cuscuta Tournefort. Kelch 4 oder 5 spaltig ; Blumenkrone glockig-röhren- förmig mit 4 bis 5 spaltigem ausgebreiteten Saume , in der Röhre unter der Einheftungsstelle der Staubfäden 4 oder 5 schuppenförmige, oft gefranste Anhängsel; 5 seltener 4 Staub- blätter, 2 freie, selten zu einem verwachsene Griffel. Blüten zahlreich, fleischig, in mehr oder minder gedrängten Blüten- ständen. Kapseln 2 fächerig, meist 4 sämig. Blattlose windende Schmarotzerpflanzen , welche durch Saugwurzeln (Haustorien) sich an den Nährpflanzen festhalten und denselben oft im hohen Grade schädlich sind. 1. Blüten sitzend in Knäueln oder einzelne sehr kurz gestielt. Narben fädlich. Kapseln queraufspringend. 534 — 2. Röhre der Blumenkrone so lang als der Saum. Blütenknäuel von einem Hochblatt gestützt: 768. C. europaea L. Stengel fadenförmig, ästig, samt den Blüten rosafarben. Blüten ziemlich klein; die Abschnitte des Kelches stumpf, meist rötlich bis purpurn, die Nervatur an der getrockneten Pflanze nicht oder nur wenig hervor- tretend; Zipfel des Kronsaumes ziemlich stumpf, selten etwas spitzlich, so lang als die bald bauchig werdende Kronröhre, in letzterer die Schuppen aufrecht angedrückt oder bei ß : nefrens Pries = C. Schkuhriana Pfeiffer sehr klein , kaum sichtbar; die 2 Griffel gleichlang, so lang als die Blumen- krone, so lang oder kürzer als der Fruchtknoten. Q. Ende Juni bis Anfang September. In Hecken, zerstreut durchs ganze Gebiet, vornehmlich auf Urtica und Weiden, aber auch auf sehr vielen anderen Pflanzen schmarotzend , selbst auf Aesten der eigenen Art (Altenthann, Erlenstegen!!) ß: auf Prunus insititia: Eysölden (Seh!) auf Lycium halimifolium an der Hallerwiese (Seh!) auf Urtica und Convolvulus: Gründlach (m. F!). 769. C. Vlciae Koch et Schoenheit. Die ganze Pflanze kräftiger und mehr gelblich ; die Blüten gröfser, die Abschnitte des Kelches breiter , wachsgelb , getrocknet deren Nervatur goldbronzefarbig hervortretend, sonst wie vorige. 0. Juli. Truppweise auf Vicia sativa. Bisher nur in einem Wickenacker bei Ronsolden, hier jedoch zahlreich und auch auf Falcaria Rivini übergreifend!! — Dafs C. Viciae eine eigene Art darstellt, nicht eine Form oder Varietät der europaea, wofür sie bei den nur geringen spezifischem Verschiedenheiten von vielen Autoren ge- halten wird, geht daraus hervor, dafs sie erst in allerjüngster Zeit (1897) und bisher nur an einer einzigen Stelle am Ostrand des Gebietes, wohin sie wohl mit fremden Wickensamen gelangte, aufgefunden werden konnte, während es doch von jeher im ganzen Gebiet an Cuscuta europaea sowohl als an Wickenfeldern gewifs nie gefehlt hat. 77U. C. Epithymum Murray = C. europaea ß: Epithymum L. == C. minor De Candolle. Quendelseide. Stengel sehr dünn, ästig. Kelchabschnitte ziemlich spitz; Blumenkronröhre rosa- farbig, meist etwas länger als die spitzen oder bespitzten meist weifslichen Zipfel, der Schlund der Krön röhre durch die gegeneinander geneigten Schuppen geschlossen. Griffel länger als der Fruchtknoten. 0. Juli, August. Wiesen- ränder, Waldränder, auf Thymus, Sarothamnus, Genista, Cytisus sagittaiis, Calluna, Achillea, Artemisia campestris , Centaurea, Galium, Plantago, Armeria, Sitaus, Pimpinella Saxifraga, Agrostis, Rumex Acetosella sowie auf Luzerne und wilden Kleearten, letzteren aber nie so verderblich wie 771 ; stört überhaupt die Lebensverhältnisse der befallenen Pflanze nie in so hohem Grade, dafs dieselben nicht mehr zur Blüten- und Fruchtbildung ge- — 535 — längen. Zerstreut im Keuper meist an hügeligen Lagen, ebenso im Jura und daher vornehmlich am Steilrand, weniger auf den Plateaus: Kalbensteinberg (Rdl.) Schwabach (Mllr.) Lind (Lösch!) um Weinzierlein!! Banderbach (Kzl!) Herboldshof!! Schniegling (St.) Wöhrder Wiese, hier selbst auf Lotus und Menyanthes trifoliata (Seh!), sodann von der Tullnau bis Mögeldorf!! Hirschen- sprung (Rdl.) Heroldsberg (Gl.) Spardorf und öfters auf der Erlanger Liashöhe (m. F.) Zentbechhofen (Fk.) zwischen Wein- gardsgereuth und Wachenrot!! Altenburg (Fk.) — von Langen- thonhausen zum Eichelberg viel, Schnuffelhofen ! ! Ottoberg (Sim.) Egensbach (Rdl.) Nonnenberg, um den Moritzberg, zwischen Ober- trubach und Leyenfels, Göfsweinstein , Baumfurt!! Muggendorf (Kzl!) Bühlholz (Hnl.) zwischen Oberpreuschwitz und der Wald- hütte (D !) Tannfeld, Limmersdorf, Kleinziegenfelder Thal, Vierzehn- heiligen, hier auch auf Onobrychis und Euphorbia (Klf.). Aendert: ß: lutea A. Schwarz: die Stengel citronengelb, die Blüten gelblichweifs, so bei Göfsweinstein auf Artemisia campestris und Calamintha Acinos ! ! y: purpurea A. Schwarz: die Stengel sehr fein, tief blutrot bis purpurn, so an der Vestenmühle bei Trockau auf Genista tinetoria und Anthoxanthum odoratumü 771. C Trifolii Babington. Kleeseide, Kleefrafs, Klee- fresser. Stengel kräftiger und verwirrter; Blüten gröfser, bleicher; Griffel mehr abstehend und etwas kürzer, sonst wie vorige. Q. Juli, August. In Kleeäckern erheblichen Schaden bringend, da sie die Nährpflanze meist völlig vernichtet und so oft wagenradgrofse Löcher in das Kleefeld frifst. Trotz der nur geringen spezifischen Verschiedenheiten von C. Epithymum ist auch C. Trifolii als eigene Art aufzufassen. Sie ist im Gebiet erst seit etwa 1872 bekannt geworden, es liegt keine ältere Be- obachtung vor und alle älteren Autoren erwähnen sie nicht. Dabei hätte doch Beobachtern wie Schweigger, Sturm, Schnizlein und Koch das noch dazu so schädliche Auftreten in den Klee- kulturen nicht entgehen können, sie alle erwähnen nur C. Epithymum und als Standorte „in pratis, auf Heiden und an waldigen Orten, Waldlichtungen", warum wäre das Auftreten im Kleefeld uner- wähnt geblieben ? Auch das Verbreitungsbild ist ein ganz anderes als das für 770. C. Trifolii findet sich nur in den Kleebaube- zirken: in den lehmigen Strichen des Keuper, im Jura auf den Hochebenen: Neuendettelsau viel auf Reuth zu, Schwabach, Ober- fürberg , Burgfarrnbach ! ! Baiersdorf (Gl.) Langenthonhausen, zwischen Kauerlach und Forchheim ! ! von Wüllersdorf nach Lichteneck (m. F !) um Artelshofen (! ! D !) zwischen Grofsengsee und Erlastrut (v. Oefele !) Göfsweinstein gegen Bösenbirkig, Rosen- hof bei Pegnitz auf Dogger!! Limmersdorf (Klf.). 2*. Röhre der Blumenkrone doppelt solang als der Saum. Blütenknäuel ohne Hochblatt:! 772. C. Epilinum Weihe. Flachsseide. Stengel wenig ästig, last einlach. Blüten etwas gröfser als bei den vorigen, gelblich, die Röhre bauchig, Abschnitte (\v> Kronsaumes aus- — 536 — gebreitet mit aufrechten Spitzen, Schuppen in der Kronröhre aufrecht. 0. Juli bis September. Auf dem Lein, auch auf dessen Begleitern z. B. Camelina foetida und Galium spurium. Mörlach gegen Altenhofen und zwar hier auf hohem Rigäer Lein, Sulz- kirchen , zwischen Wachtelhof und Schnuffelhofen ! ! zwischen Berngau und dem Staufer Berg, Hausheim (G. M.) Wimmersdorf ! ! Engelthal, Gersdorf, Leinburg (Seh!) Gründlach (SS. II) Unter- fürberg, Wachendorf (Schm.) Emskirchen, Sintmann, Ebersbach (Seh!) Wildenfels, Hilpoltstein , Möchs, Obertrubach, Leienfels, zwischen Weidensees und Bronn ! ! zwischen Pettstadt und Bus (Fk.) Kloster Langheim (Klf.) Bürgerreuth bei Bayreuth (Hnl.). 1*. Blüten wenigstens teilweise gestielt. Narben kopfförmig. Frucht nicht auf- springend. C. racemosa Martius = hassiaca Pfeiffer = Cuscutina suaveolens Pfeiffer. Stengel sehr dünn, ästig, gelblich. Blüten wohlriechend, in traubiger Rispe. Kronröhre länger als der Saum, dessen kurze Abschnitte oft zurückge- schlagen sind, Schlund der Kronröhre durch geschlitzte zu- sammenneigende Schuppen geschlossen. Q. August, September. Heimat Chile. Ist nach Prantl auf Luzerne nahe westllich vom Gebiet bei Aschbach nächst Schlüsselfeld aufgetreten. 773. C. Cesatiana Bertolini = C. Poiygronorum Cesati. Stengel dick, fast einfach, orangegelb. Blüten gröfser als bei allen vorhergehenden, in lockerblütigen, zuletzt dichten Knäueln. Blumenkronröhre doppelt so lang als der Saum, tiefglockig, Abschnitte des Saumes abstehend, bald zurückgeschlagen, weifs. Frucht kugelig, fast erbsen- grofs. Q. August, September. An Flufsufern, vornehmlich auf Weiden. Mit dem Main von Frankfurt (hier auch auf Solanum Dulcamara und Polygonum Persicaria (Dürer!) aufwärts über Würzburg, Kitzingen (Stöhr!) Volkach (hier auf Salix viminalis und purpurea, Chenopodium album, Polygonum Persicaria, Achillea Millefolium, Daucus Carota, Vicia Craccaü) Schweinfurt (auf Salix amygdalina!) vordringend, hat sie bereits das Thal der Regnitz erreicht, in welchem sie 1893 Harz auf eingebürgerter Aster novi Belgii bei der Gaustadter Spinnerei nächst Bamberg auffand (!). 63. Familie. Boraginaceae Desvaux. 1. Schlund der Blumenkrone durch Hohlschuppen geschlossen oder verengt. 2. Staubfäden mit Anhängseln. Staubbeutel kegelförmig zusammenneigend. Blumenkrone radförmig, grofs, blau. Hohlschuppen kurz, kahl BorrcKjo 322. 2*. Staubfäden ohne Anhängsel. Blumenkrone nicht radförmig : 537 3. Blumenkrone walzenförmig-glockig. Hohl- schuppen pfriemlich, kegelförmig zu- sammenneigend, drüsig-gezähnelt. Klausen getrennt. Griffel frei . . . Symphytuim 324. 3*. Blumenkrone trichterförmig oder stiel- tellerförmig : 4. Kelch nach der Blütezeit sehr ver- größert, zusammengedrückt, 2klappig. Blumenkrone klein, tiefblau. Klausen ohne Stacheln Asperugo 319. 4*. Kelch nach der Blütezeit nicht ver- gröfsert : 5. Klausen mit widerhackigen Stacheln versehen : 6. Pflanze steifhaarig. Blumen- krone stieltellerförmig, hellblau. Klausen am hervorragenden Rande mit Stacheln besetzt Läpp ula 320. 6*. Pflanze weichhaarig. Blumen- krone trichterförmig, braunrot. Klausen auf der ganzen Fläche mit Stacheln besetzt Ct/nocjlos.sum 321. 5*. Klausen ohne Stacheln : 7. Klausen mit dem Rücken an den Griffel angewachsen, jede mit einem einwärts gebogenen Hautrand. Krone radförmig, blau oder weifs . . . Omphalodes. 7*. Griffel frei, Klausen der unter- weibigen Scheibe eingefügt : 8. Krone trichterförmig, blau oder violett. Hohlschuppen behaart, weifs. Kronröhre gerade oder winkelig-ge- krümmt .... Anehusa 323. 8*. Krone stieltellerförmig, meist blau. Hohlschuppen kahl, gelb Myosotis 329. 1*. Schlund der Krone offen : 0. Klausen ihrer ganzen Länge nach mit dem bleibenden Griffel (Mittelsäule) verbunden. Blumenkrone stieltellerförmig mit in der Richtung der Buchten gefaltetem Saume Heliotrop) um — 538 9*. Klausen der unterweibigen Scheibe ein- gefügt ; Griffel frei : 10. Die 2 Klausen jedes Fruchtblattes zu einer 2fächerigen Teilfrucht verbunden bleibend. Pflanze kahl . . . Gerinthe 32ß. 10*. Die 4 Klausen getrennt : 11. Krone zygomorph : mit schiefem, ungleich 51appigem Saume . Echium 327. 11*. Krone actinomorph : mit regel- mäfsigem Saume : 12. Klausen am Grunde ausgehöhlt. Kelch zur Fruchtzeit vergröfsert, fast aufgeblasen. Krone im Schlünde mit 5 kleinen behaarten Schüpp- chen Nonnen. 12*. Klausen am Grunde flach oder ausgehöhlt : 13. Klausen kreiseiförmig. Kelch öspaltig, ökantig. Blumenkrone trichterförmig, violett oder blau, im Schlünde mit 5 Haarbüscheln, ohne Hohlschuppen Pulmonavia 325. 13*. Klausen eiförmig oder 3seitig, sehr hart. Kelch fast bis zum Grund öteilig. Blumenkrone trichter- oder stieltellerförmig, weifsgelblich oder purpurn, mit kleinen Hohlschuppen oder hervorspringenden Falten im Schlünde . . . JÄthospermum 328. Heliotrophmi L. Heliotrop, Sonnenwende. Kelch 5 zähnig oder teilig. Blumenkrone stieltellerförmig, der Saum 5 spaltig und in der Richtung der Buchten 5 faltig ; Schlund kahl oder behaart. Wie bei der ganzen Familie 5 Staubblätter, 1 bleibender Griffel, dieser über den dreieckig-eiförmigen Klausen verdickt. Fruchtknoten anfangs ungeteilt, bei der Reife in 4, der ganzen Länge nach mit der Mittelsäule verwachsenen Klausen zerfallend. Blüten wie bei der ganzen Familie in Wickeln. H. Europaeum L. Stengel aufrecht, ästig, bis fufs- hoch, wie die ganze Pflanze aufwärts-rauhhaarig. Blätter eiförmig, stumpf, in den langen Blattstiel keilig verschmälert, starknervig. Kelchzipfel lanzettlich, sehr rauhhaarig, bleibend, - 539 unter der Frucht sternförmig ausgebreitet. Blüten klein, weifs, wohlriechend, sitzend, Wickel zu mehreren an den Spitzen der Aeste. Klausen runzelig, unberandet. 0. August, September. Im Mediterrangebiet und in den Rheingegenden, auch noch am unteren Main ; eingeschleppt an der Würzburger Bahnlinie auf- getreten; am Bahndamm beim Kanalhafen (Krzl.) am Güterbahnhof (R. 1885!) am Zollgebäude bei der Tafelhofstrasse (!! 1891). 319. Asperugo Tournefort. Scharfkraut, Schlangenäuglein, Blauäugel. Blüten einzeln bis zu 3, sehr kurz gestielt, scheinbar blattachselständig, einen unterbrochenen, undeutlichen Wickel darstellend, zur Zeit der Fruchtreife die kurzen Frucht- stiele bogig abwärts gekrümmt. Kelch 5 spaltig, nach der Blüte sich zu einer sehr auffälligen, hellgrünen, 2 klappig zusammengedrückten, buchtig gezähnten, herzförmig-dreieckigen, netzrippigen Fruchthülle umwandelnd, Blumenkrone trichter- förmig, der Schlund durch 5 stumpfe Hohlschuppen geschlossen. Klausen 4, zusammengedrückt, schon zur Blütezeit getrennt, über der Mitte des inneren Randes an die Mittelsäule an- gewachsen. 774. A. procumbeus L. Stengel nur bei kleineren Exem- plaren einfach, aufrecht, finger- bis halbfufshoch, bei kräftigeren Exemplaren ästig und niederliegend, kantig, zerbrechlich, durch rückwärts gerichtete Hacken stachelig. Blätter eiförmig oder lanzettlich, spitzlich, ganzrandig, mit verschmälertem Grunde sitzend, die untersten gestielt, auf der Spreite und am Rande borstenhaarig, wechselständig, die obersten gegenständig oder bis zu 4 quirlig. Blüten klein, purpurviolett, dann azur- blau mit weifsem Grunde. 0. Mai bis Oktober. Im Dolomitbezirk gesellig unter überhängenden Felsen, am Eingang der Höhlen, hier "genau die Zone des einfallenden Regens einhaltend: bei Velburg (G. P.) Wolfstein !! zwischen Rupprechtstegen und Lungs- dorf (Sim.) Ankathal bei Gerhelm !! Muggendorf (m. F.) Göfswein- stein, um Tüchersfeld und zwar sowohl gegen Rakersberg wie im Püttlachthal, in der Weidmannsgeseeser Schlucht und zwischen da und Pottenstein, im Hasselbrunner Thal, bei Elbersberg !! zwischen der Schüttermühle und Pottenstein (Rdl.) Zaupenberg, um Rabenstein, bei Rabeneck, ober Krögelstein, zwischen Zeder- sitz und Schirradorf !! — Sodann in neuester Zeit mit adventivem Charakter auf Diluvialsand und an Schuttstellen um Nürnberg vielerorts auftretend : Fürth am neuen Friedhof (Kit.) von Schnieg- ling und Muggenhof über Forsthof bis Dutzendteich, bei Tullnau, Sankt .lobst etc. bis Herrnhütte und Marienberg (! ! u. a.). 320. Lappula Moench. Igelsam» Kelch 5 teilig. Blumenkrone stieltellerförmig mit kurzer Bohre, 5 stumpfen Hohlschuppen und 5 teiligem Saum. Die — 540 — 4 Klausen 3 eckig, der Rand mit 1 bis 3 Reihen widerhakiger Stacheln besetzt, der ganzen Länge nach an die Mittelsäule angewachsen. 775. L. Myosotis Moench = Mysotis Lappula L. = Echinospermum Lappula Lehmann. Stengel aufrecht, bis über fufshoeh, wie die ganze Pflanze rauhhaarig. Blätter lanzettlich, sitzend, stumpflich. Blüten hellblau, klein, zahlreich, kurz gestielt, in durchblätterten Wickeln. Fruchtstiele aufrecht. Klausen auf der Fläche höckerig, am Rande mit 2 Reihen widerhakiger Stacheln besetzt. 0. Juni, Juli. Schutthaufen, Sandstellen, Waldränder. Zwischen Stein und Gebersdorf am Waldsaum!! Sündersbühl, Schniegling, Tullnau, Forsthof (Seh!) und anderwärts um Nürnberg (!! u. a.) mehr oder minder unbe- ständig. Im Jura bei Muggendorf (m. F.), mehr dagegen im süd- lich benachbarten Altmühljura um Eichstätt (m. F.) Solnhofenü bis Treuchtlingen (m. F.). 321. Cynoglosum Tournefort. Hundszunge. Kelch 5 teilig. Blumenkrone trichterförmig, der Saum 5 teilig, die Hohlschuppen rinnig. Klausen auf der ganzen Fläche und am Rande mit widerhakigen Stacheln besetzt, mit dem oberen Teile der Innenfläche an die Mittelsäule ange- heftet. 776. C. officinale L. Stengel aufrecht bis meterhoch, oben ästig, samt den Blättern und Kelchen grauweichhaarig. Die unteren Blätter länglich-eiförmig, in den oft sehr langen Stiel verschmälert, die übrigen lanzettlich, mit halbstengelum- fassendem Grunde sitzend, alle spitzlich. Blüten trübdunkel- blutrot, mittelgrofs, zahlreich, in rispig angeordneten Wickeln; Fruchtstiele zuletzt herabgebogen. Klausen auf der sonst ebenen, nicht höckerigen Fläche und namentlich längs der erhabenen Ränder mit kurzen widerhakigen Stacheln besetzt. 0. Mitte Mai bis August. Abhänge, in Hecken. Im Keuper um Schwabach zerstreut und mit dem Rednitzthal sprungweise von der Schwarzachmündung bis Stein, auch längs der Pegnitz von Nürnberg nach Muggenhof mehrmals und am Kanal auf Poppen- reuth zu ; eine mehr geschlossene Verbreitung geht dann von Guts- berg und Rofsstall sowohl nach Zirndorf, als über Ammerndorf und Kadolzburg bis Veitsbronn und an dem Fembach (! ! u. a.) Im ganzen Jurazug häutiger auf geschichtetem Kalk und Dolomit, geht wohl auch in den Opalinusthon: Weichselstein, Gersdorfer Sattel, Happurg, sowie in den Lias: Marioffstein, Wiesentau, bei Rollhofen selbst in den rhätischen Keuper herab. Im Jura ist die Vorliebe für Steinbrüche auffallend, selbst im einzigen Basalt- bruch unserer Gegend bei Oberleinleiter fehlt sie nicht; sodann wieder viel auf dem Bayreuther Muschelkalkzug, auch hier gleich wieder ober Bindlach am Kalksteinbruch (!! u. a.). — 541 — Omphalodes Tournefort. Kelch 5 teilig. Blumenkrone radförmig mit 5 spaltigem Saume. Klausen stachellos mit häutigem, umgebogenen Rande, mit dem unteren Teile des Innenrandes an die Mittelsäule an- gewachsen. Wickel unbeblättert. H : 0. verna Moench Gartenvergifsmeinnicht. Grund- achse kräftig, verzweigt und kriechend, nicht blühende Sprosse und blühende, fingerhohe Stengel treibend, diese samt den Blattstielen und Kelchen nicht dicht aufwärts behaart, die untersten Blätter breiteiförmig oder fast rundlich, langgestielt mit fast herzförmigem Grunde oder in den langen Blattstiel verschmälert, die oberen kurzgestielt, eiförmig bis lanzettlich, alle am Rande behaart, spitzlich. Wickel flatterig, kurz, nur am Grunde beblättert, die Blüten schön himmelblau, gröfser als an allen Myosotisarten auf langen, nach der Blüte herab- gebogenen Blütenstielen. Klausen mit kurzhaarigem, nicht ge- zähntem Rande. 2J.. Ende April, Mai. Beliebte Zierpflanze aus Krain und Untersteierniark. Verwildert zwischen Roth und Georgsgemünd (Model !) sowie an Zäunen bei Berg nächst Lichten- fels (Elf.). H: 0. Unifolia Moench. Stengel aufrechtästig, kahl, bis über fufshoch , samt den Blättern bläulichgrün , diese am Rande entfernt gewimpert, die untersten gestielt, fast spatei- förmig, die übrigen sitzend, lanzettlich. Blüten milchweifs, mittelgrofs , zahlreich in straff-aufrechten Wickeln, ziemlich langgestielt, die Fruchtstiele wagrecht abstehend, zuletzt etwas nickend. Klausen mit häutigem, am Rande stumpfzähnigem Rande. Kelchzipfel lanzettlich, spitz, am Rande gewimpert. 0. Juni, Juli. Zierpflanze aus den Mittelmeergegenden und Portugal. Mehrmals auf Grasplätzen zu Nürnberg (Weifs ! Spiels!) sowie in Nelkenbeeten zu Almoshof aufgetreten!! bei Staffelstein im Fried- hof auf Gräbern gepflanzt und von da "aus ausgewandert (Klf.). 322. Borrago Tournefort. Borretsch. Kelch 5 teilig. Blumenkrone radförmig mit 5 spaltigem Saum , Hohlschuppen kurz , ausgerandet. Staubblätter mit spitzem, aufrechtem Anhängsel, die Staubbeutel aufrecht zu- sammenneigend, einen Kegel bildend. Klausen ungleichseitig. 777 auch C: B. officinalis L. Stengel ästig, halbmeter- hoch und darüber , samt den Blättern borstig-steifhaarig. Blätter eiförmig, die unteren in den oft langen Blattstiel ver- schmälert, die oberen schmäler, spitz, mit halbstengelum- fassenden Grunde sitzend, alle oder nur die mittleren am Rande unregelmäfsig sägezähnig. Blüten nickend, langgestielt, zahlreich in durchblätterten Wickeln: Kelchzipfel lanzettlich, — 542 — zur Fruchtzeit aufrecht , samt den Blütenstielen durch dichte Behaarung silbern schillernd; Blumenkronen gut mittelgrofs, glänzend, himmelblau, selten weifs, die Zipfel eiförmig, spitz. 0. Juni, Juli. Salatpflanze aus Südeuropa, säet sich in den Gärten selber aus und tritt zuweilen selbst zahlreich, aber unbe- ständig auf Schutt , an Landstrafsen und Bahndämmen ziemlich häufig auf; so zu Abenberg, um Schwabach, Nürnberg, Lauf, Erlangen und Bamberg- (! ! u. a.) auch im Jura z. B. bei Hilpol- stein, Göfsweinstein, Greifenstein, unter der Kuine Leienfels selbst im Walde erschienen!! die Abänderung mit weifser Blüte ist selten, geht aber im Pfarrgarten zu Obermichelbach jedes Jahr konstant so auf (MdL). 323. Anchusa L. (erweitert.) Kelch 5 spaltig bis 5 teilig, zur Fruchtzeit nicht ver- größert. Blumenkrone trichterförmig oder stieltellerförmig mit 5 spaltigem, regelmäfsigem oder etwas unregelmäfsigem Saume, Hohlschuppen den Schlund der Bohre schliefsend. Staub- blätter ohne Anhängsel. Klausen ungleichseitig. 1. Blumenkronröhre gerade: 2. Kelch öspaltig. 778. A. officinalis L. Ochsenzunge, Blauäugel. Stengel aufrecht bis meterhoch , meist erst im oberen Teile ästig, samt den Blättern steifborstenhaarig; diese länglich bis lanzett- lich, die untersten in den Stiel verschmälert, die oberen sitzend, alle spitzlich, ganzrandig oder unregelmäfsig kerbig- gezähnt. Blüten fast mittelgrofs, zahlreich, azurblau, purpurn , seltener rosafarben oder rein weifs , in anfangs dichten, später traubigen verlängerten Wickeln, welche meist zu zweien mit einer gabelständigen Blüte angeordnet sind. Hohlschuppen eiförmig, sammetartig wei chh aar i g. Kelchzipfel stumpflich , so lange oder etwas kürzer als die Kronröhre. 0, %. Juni, Juli. Sonnige, sandige Plätze, Abhänge, verbreitet, namentlich auf Diluvialsand und mit demselben bei Neumarkt auch über dis Jurahöhen gehend!! sonst im Dogger und Dolomit hier und da; flore albo: Neuwerk bei Stein!! Erlangen (Schwg. K.) ebenso bei Pleinfeld, woselbst HofT- mann auch eine weifse, gegen den Schlund zu rote Form angibt. A. ochrokuca Marschall von Bieberstein. Stengel aufrecht, fast einfach, nur oben etwas ästig, abstehend rauh- haarig. Blätter lanzettlich, am Bande ausgeschweift gezähnelt, mit halbstengelumfassenden Grunde sitzend, spitzlich, rauh- haarig. Wickel locker. Blumenkronen weifsgelb, etwas kleiner als an voriger; Kelchzipfel stumpflich, so lang als die Krön röhre, Behaarung des Kelches und der Zipfel dichter und weicher als bei voriger. 0, 2|.. Juni bis August. — 543 — Wild in Slavonien und Siebenbürgen. Auf Schutt bei Forsthof 1895 und 1896 aufgetreten (Sehn. 2*. Kelch 5 teilig. A. italica BetzillS. Stengel aufrecht, bis über meter- hoch, samt den Blättern sehr steifborstig, diese eiförmig bis lanzettlich, spitz, am Rande wellig, spiegelnd. Blüten an- sehnlich, azurblau, zahlreich in zu zweien stehenden, später sehr verlängerten Wickeln. Hohlschuppen länglich, pinselförmig behaart. Kelch schmäler als an den vorigen, borstig, die Zipfel pfriemlich, kürzer als dieBlumen- kronröhre. 0. Juni, Juli. Wild in Italien, Frankreich und im Elsafs , 1896 auf Schutt bei Forsthof, 1899 bei Sankt Jobst aufgetreten (Seh!). 1*. Blumenkronröhre in der Mitte knieförmig gebogen. 779. A. arvensis Marschall von Bieberstein = Lycopsis arvensis L. Krummhals, Aekerkrummhals. Stengel aufrecht, fufshoch, gegen oben ästig, samt den Blättern und Kelchen abstehend borstenhaarig. Blätter lanzettlich , ausgeschweift fast stachelig gezähnt, die untersten in den Stiel verschmälert und oft rosettig gestellt, die oberen mit halbstengelumfassendem Grunde sitzend. Saum der kleinen Blumenkrone hell- blau, die gekniete Röhre weifs, Hohlschuppen rauhhaarig. Wickel durchblättert, wie bei den vorigen ebenfalls, einzeln oder gezweit. Q 0. Mai bis August. In Aeckern, an Weg- rändern verbreitet, namentlich auf Diluvialsand , fehlt aber auch dem Jura nicht, und zwar nicht nur auf sandiger Plateauüber- deckung, sondern, wenn auch sehr selten, auf lehmigem schwerem Ackerboden z. B. zwischen Pegnitz und dem kleinen Kulm! ! Nonnea Medikus. Kelch 5 zähnig, zur Fruchtzeit vergröfsert, fast aufge- blasen. Blumenkrone trichterförmig mit ziemlich gerader Röhre, Schlund offen, bärtig oder mit kleinen behaarten Hohl- schuppen. Klausen gleichseitig, sonst wie vorige. N. rosea Link = Anchusa rosea Marschall von Bieberstein. Stengel aufrecht oder aufsteigend, kantig gestreift, halbmeter- hoch, ästig, nebst den Blättern und Kelchen mit dichter, gegen oben drüsiger, niederer und längerer, zerstreuter, wagrecht abstehender borstiger Behaarung. Blätter ausgeschweift ge- zähnelt, freudiggrün, die unteren länglich-lanzettlich in den Stiel verschmälert, die oberen länglich, sitzend, die im Blüten- stande am herzförmigen Grunde halbstengelumfassend. Blüten zahlreich, ziemlich ansehnlich, in langen, grofsdurchblätterten Wickeln, Kelchzipfel lanzettlich bis last dreieckig, ziemlich — 544 — stumpf; Blumenkronröhre gelblieh oder gelbgestreift, so lang als Kelch und Kronsaum, letzterer rosa, zuletzt bläulich; Kelche zur Fruchtzeit kurzgestielt, nickend. Klausen länglich, runzelig, am Grunde mit einem schwachgefurchten Ring um- geben. 0. Juli. Heimat: Krimm und Kaukasien; 1882 an einem Erdhaufen zwischen Lichtenhof und Dutzendteich aufgetreten !! 1885 bei Bayreuth (Eissenbarth) auch bei Kulmbach 1885 (Harz!) N. lutea De Candolle — Anchusa lutea Marschall von Bieberstein = Lycopsis lutea Lamarck. Stengel aufsteigend, samt den Blättern und Kelchen mit drüsiger niederer und längerer borstiger Behaarung, die Borsten an den Stengeln wagrecht abstehend, an den Blättern und Kelchen vorwärts gerichtet. Blätter trübgrün, die untersten länglich-eiförmig, in den Blattstiel verschmälert, etwas rosettig angeordnet, die übrigen lanzettlich, mit halbstengelumfassenclen Grunde sitzend, alle spitzlich. Blüten zahlreich, kaum mittelgrofs, gelb, in durchblätterten Wickeln, die Hochblätter am Grunde zuweilen selbst herzförmig. Kelchzipfel lanzettlich, ziemlich spitz, so lang als die Kronröhre. Q. Juli bis August. Wild in Dalmatien und Korsika; im botanischen Garten zu Erlangen verwildert (Rees), auch im Schlofsgarten (Pf.) 324. Symphytum Tournefort. Blumenkrone röhrig-glockig mit kurzem 5 zähnigem Saume. Hohlschuppen pfriemlich, kegelförmig zusammen- neisend. Klausen undeichseitiö;. Blüten mittelsrofs in deck- blattlosen Wickeln. 780. S. officinale B. Schwarzwurzel, Beinwurzel. Grund- achse verzweigt, fleischig, aufsen schwarz. Stengel ästig bis halbmannshoch, nebst den Blättern und Kelchen rauhhaarig. Blätter eiförmig, die obersten lanzettlich, langzugespitzt; die untersten in einen geflügelten Stiel verschmälert, die übrigen mit sitzendem Grunde lange flügelig herablaufend. Kelchzipfel lanzettlich, zugespitzt; Abschnitte des Kronsaumes kurz, drei- eckig, zurückgeschlagen: Hohlschuppen so lang als die Staub- beutel. Klausen fast glatt, glänzend. 2|_. Aendert: a: typicum. Blumenkrone trübviolett bis bläulich-purpurn. ß: patens Sibthorp. Blumenkrone rosenrot, Kelche ab- stehend, y: bohemicum Schmidt. Blumenkrone weifs. Mai bis Juli. An Gräben und Flufsufern, im Schilf und in Hecken verbreitet, auch ß und y vielerorts. 781. S. tuberosum L. Grundachse fleischig, schief oder wagrecht, zackig ästig mit kurzen fleischigen Seitensprossen, unten abgebissen. Stengel aufrecht, fufshoch, einfach oder 545 zuoberst etwas ästig, abstehend rauhhaarig. Blätter zart, weiehhaarig, die untersten klein, oval, mit langem geflügeltem StieL zur Blütezeit meist nicht mehr vorhanden, die mittleren eiförmig, in den kurzen, geflügelten Stiel verschmälert, die obersten lanzettlich sitzend und etwas herablaufend, alle spitz. Kelchzipfel lineallanzettlich. Blumenkrone weifsgelb, die Zähne des Saumes kurz, stumpf, umgebogen, Hohlschuppen länger als die Staubbeutel. Klausen höckerigrauh, nicht glänzend. %. Mai. Laubwälder, schattige Abhänge. Aus dem Altmühljura über Treuchtlingen und den AVcifsenburger Forst nach Burgsalach und Raitenbuch (m.F!) auch noch bei Weibolds- hausen am Jurasteilrand (Seh!) dann östlich ziehend: Forellen- bach bei Fribertshofen , Herrmannsberg (Seh!) um Breitenbrunn, und "zwar nicht nur im Thale bis Aumühle iRdl.) und in der Blödgartener Schlucht!! sondern auch auf den Höhen z. B. im Oedgärtel (R.) und bei Kemnaten iSch.) im Thal der schwarzen Laaber ober Königsmühle (Seh.); geht nach Schnzl. u. Frkh. bis ins Sulzbach'sche. 325. Pulmonaria Tournefort. Lungenkraut. Kelch 5 kantig, 5 spaltig. Blüte heterostyl. die der lang- griffeligen Form oft etwas gröfser: Blumenkrone mittelgrofs, röhrig-trichterförmig mit regelmäfsigem 5 lappigem Saume, im offenen Schlünde 5 Haarbüschel. Klausen glatt, glänzend. Die verzweigte Grundachse treibt im Frühjahre blütentragende Stengel, welche nach der Fruchtreife absterben, aufserdem Sommerblätter von meist anderer Gestalt. 1. Behaarung striegelhaarig. Sommerblätter lanzettlich, allmälig nach dem Grund verschmälert, oberseits mit steifen Borsten besetzt und striegel- haarig; Stengel oberwärts nebst den Blütenstielen sehr borstig und rauh. P. azurea Besser = angustifolia L. Blätter ungefleckt, die Sommerblätter lineal-lanzettlich oder länglich-lanzettlich, 8 mal so lang als breit, nach dem Grunde zu sehr allmälig in den geflügelten Stiel verschmälert, oberseits mit gleichlangen Borsten besetzt, die stengelständigen sitzend, aufrecht, 8 bis 10 mal so lang als breit. Stengel zur Blütezeit oft nur finger- hoch, oberwärts samt den Blütenstielen gleichmäfsig borsten- liaarig ohne oder mit nur wenigen kurzgestielten Drüsen. Fruchtkelch glockig-zylindrisch , nicht bauchig aufgeblasen. Schlund der azurblauen Blumenkrone unterhalb des Haarringes kahl. %. Ende April, Mai. Laubwälder. Aus der Mainthal Ver- breitung: Würzburg, Ochsenfurt, Kitzingen, Schweinfurt, Arnstein(!) mit dem oberen Aischthal nahe ans Gebiet herantretend: Gräf- holz bei AVindsheim !! Rüdisbronn, Altheim (BV.) sowie vereinzelt im Steigerwald, dann mehrmals bei Bamberg iFk.i aber jenseits des Maines und in den Hafsbergen. Abb. d. Nat. Ges. XIII. Bd. Flora. 35 — 546 — 1*. Be haar uns rauh. Sommerblätter langgestielt, herzförmig , seltener eiförmig und plötzlich in den Stiel zusammengezogen, oberseits von Borsten und Stachelchen rauh. Stengel bis fufshoch, samt den Blütenstielen rauhhaarig. 782. P. officinalis L. Blätter ungefleckt oder mit helleren Flecken, die grundständigen Sommerblätter herzförmig, zu- gespitzt , unterseits hellergrün , oberseits mit gleichlangen Borstenhaaren, IV2 bis 2 mal so lang als breit, Blattstiele so lang oder wenig kürzer als die Blattspreite. Stengel ober- wärts nebst den Blütenstielen mit langen Borstenhaaren, kurzen weicheren Haaren, auch oft mit Stieldrüsen besetzt. Kelch- zipfel 3 eckig. Röhre der Blumenkrone unter dem Haarringe kahl, der Saum beckenförmig , zuerst rot, dann violettblau, sehr selten weifs. Zuweilen trägt auch die Frühlingspflanze ziemlich grofse, elliptische, nach beiden Enden verschmälerte überwinterte Stockblätter. Aendert: ß: obscura Dumortier. Sommerblätter ungefleckt, schmäler, 2 mal so lang als breit, länger und allmäliger zugespitzt, auf oft sehr langen Stielen. 2J.. April, Mai. Waldränder verbreitet, namentlich längs des Jurazuges, flore albo bei Eschenbach (Pr.) ß häufig: Tauchers- reuth, Utzniannsbach ! ! Rotenberg (R. Krell!) Fischstein, Pegnitz- durchbruch etc.!! 1*. Behaarung weich. Sommerblätter eiförmig bis lanzettlich, in den Stiel allmälig verschmälert, mit zarten Borsten und Drüsen besetzt , weich. Stengel fufshoch und darüber , oben und die Blütenstiele durch zahlreiche gestielte Drüsen klebrig. P. montana Lejeune = mollis Wolff. Sommerblätter grün, ungefleckt, weich, oberseits mit Borsten, weichen Haaren und Drüsen besetzt, elliptisch bis lanzettlich, spitz, sehr allmälig in den geflügelten Blatts tiel ver - schmälert; Stengelblätter lanzettlich , mit breitem Grunde halbstengelumfassend und etwas herablaufend. Kelch zur Fruchtreifezeit bauchig, drüsig, die Zipfel lanzettlich, am Rande rauhhaarig. Blumenkrone violett , der Schlund unter dem Haarringe behaart ; Staubbeutel schwarzviolett. % Ende April, Mai. Laubwälder. Aus der Verbreitung im Main- thale : Würzburg, Kitzingen ! (das Bürgerholz ist Wolffs Original- Stau dort) Schweinfurt ins obere Aischthal herabgehend: mehrmals bei Hausenhof im. F!). Auch südlich vom Gebiet mehrmals um Eichstädt (Hffm.) und bei Windischhausen am Halmenkamm (Sehnzl. Frkh.). 783. P. mollissima Kerner. Sommerblätter grofs. eiförmig bis länglich-eiförmig, lang zugespitzt, in den Blattstiel plötzlich zusammengezogen, zur Blütezeit sammetartig weichhaarig und die Behaarung - 547 grau schimmernd, Stengelblätter mit breitem, oft herz- förmigem Grunde stengelumfassend, nicht herablaufend, breiter als an voriger. Kelch drüsig, die Zipfel etwas breiter und durchaus weichhaarig. Blumenkrone blauviolett, Staub- beutel gelb, sonst wie vorige, doch meist etwas höher. 2J-. Mai. Schattige, felsige Waldabhänge an der oberen Pegnitz und im Buchgraben bei Fischstein!! (3. Mai 1885 detexi.) 326. Cerinthe Tournefort. Kelch 5 teilig. die Abschnitte ungleich. Blumenkrone glockig-röhrig mit 5 zähnigem Saum , ohne Hohlschuppen : Staubbeutel pfeilförmig. Die 2 Klausen jedes Fruchtblattes zu einer 2 fächerigen Teilfrucht verwachsen. Ganze Pflanze kahl, blaugrün. 784. C. minor L. Stengel aufrecht, bis halbmeterhoch, unten oft stahlblau überlaufen, oberwärts ästig. Blätter blau- grün oder gelblichgrün, ganzrandig , stumpf, die untersten spateiförmig bis verkehrteiförmig, zuweilen hellgefleckt: "{: maculata Reichenbach, etwas rosettig gestellt, die oberen eiförmig, mit tiefherzförmigem Grunde halbstengelumfassend. Blumenkrone gelb, bis über ein Drittel fünfspaltig, die Zähne lineal, spitz, aufrecht. Blüten zahlreich, kaum mittelgrofs in grofsdurchblätterten, zur Fruchtzeit sehr verlängerten Wickeln, die Fruchtkelche nickend. Staubbeutel 4 mal so lang als die Staubfäden. 2J-. Juni, Juli. In Aeckern, auf Heiden, im Jurazuge nur sprungweise, aber gesellig. Im Thal der Deininger Laaber bei Unterbürg, Kemnaten (Hffm.) im Lautrachthaie unterhalb Kastl, namentlich von Ransbach nach Allersburg! ! Auerbach (Schwemmer), auf dem Plateau ober Russenbach (Weifsenfefd) und dem zwischen dem Eschlippthal und dem Leinleiterthal, hier mit y\\ bei Streit- berg (m. F.) und gegen Muggendorf (Koch). 327. Echium Tournefort. Natternkopf. Kelch 5 teilig. Blumenkrone zygomorph mit offener gerader Röhre und sehr ungleichen, 5 lappigem Saume, auch die Staubblätter ungleich; Griffel 2 spaltig. 785. E. vulgare L. Ganze Pflanze mit abstehenden. stechenden Borstenhaaren und niederer dichter Behaarung ver- sehen. Stengel aufrecht, einfach, halbmeterhoch und höher. Blätter 1 nervig, lanzettlich, die der grundständigen Rosetten allmälig in den Stiel verschmälert, die Stengelblätter sitzend mit abgerundetem, nicht umfassendem Grunde. Blüten mittel- grofs, himmelblau, selten rosa oder weifs. zahlreich in kurzen, gedrängten, durchblätterten Wickeln und diese an der Spitze des Stengels zu einer langen, schmalen Rispe angeordnet. Staubfäden gebogen, aus der Blüte hervorragend. 0. Juni bis September. Wegränder, trockne , sonnige Althänge , verbreitet. 35* 548 — namentlich auf Diluvialsand : flore albo bei Lind (Model !) Glocken- hof iR!) Veilhofü Kraftshof (Seh!) Moritzberg (Fronmüller!) Hart- mannshof (R.) : auffallend ist, dafs dieseyForm bei Xeumarkt (Sp.) und Greiselbach ! ! und namentlich von der Sulzbürg nach Eysölden überaus zahlreich (Sim.) erscheint ; flore roseo : Greiselbach, Geras- mühle, Altenberg, Krögelstein ! ! 328. Lithosperimim Tournefort. Steinsame. Kelch 5 teilig. Blumenkrone trichter- oder stielteller- förmig, der Saum regelmäfsig, 5 teilig. der Schlund offen mit behaarten kleinen Hohlschuppen oder hervorspringenden Falten. Klausen eiförmig oder 3 seitig, sehr hart. 1. Klausen glatt, glänzend, porzellanähnlich. 786. L. officinale L. Stengel meist zu mehreren aus der dicken ästigen Grundachse straffaufrecht , unverzweigt, halbmeterhoch, oben vielästig, samt den dichtstehenden Blättern und den Kelchen angedrückt-rauhhaarig. Blätter lanzettlich, zugespitzt, sitzend, oberseits dunkel-, unterseits hellgrün, die Seitennervatur sehr hervortretend. O 7 Blumenkronen grünlichweifs, klein, mit kleinen Hohl- schuppen und sehr kurzer Röhre. Wickel zur Fruchtzeit oft sehr verlängert. Klausen eiförmig, nach oben spitzlich, weifs, stark glänzend. 2J.. Mai, Juni. Gebüsche, Wald- ränder, an Landstrafsen. Sprungweise längs der Xeumarkter Landstrafse von der Waldlust bis gegen Ochenbruck (!!u. a) bei Fischbach (Frdrtr.) Forsthof (Seh!) an der Rednitz bei Gebers- dorf!! am Farnbach von Greinersdorf nach Schwadermühle!! und an der Erzleitner Mühle (Schm.) an der Regnitz bei Bug (Fk.). Im und am Jura : Pulzenberg bei Untermässing (Hffm.) Sulzthal- abhänge bei Plankstetten (Seh!) Gimpertshausenü Lindenbühl am Profsberg (Rdl. ) Henfenfeld (Sim.) und an der Strafse nach Hers- bruck (Seh!) Glatzenstein, von Kersbach zum Rotenberg und über Hinterhof gegen Leutzenberg und Kirchensittenbach, am Hohen- steinü Bühl (BV.) am Hetzles (m. F!) Ebersbach (Gl.) Eibenthal und Plech (Zeidler!) Lohgraben bei Fischstein, Xemschenreuth gegen den Behaimstein! ! von Pottenstein nach Hafslach (Sim.) bei Tüchersfeld sowohl gegen Pottenstein als gegen Oberailsfeld ! ! Muggendorf (m. F.) Streitberg (Schwg. K.) Parrhügel (Sim.) mehr- mals längs der Steinach östlich Bayreuth (m. F.). 787. L. purpureocoeruleum L. Aus der dicken, ästigen Grundachse entwickeln sich blühende, gut fnfshohe, nur oben ästige, sodann aber auch nichtblühende , anfangs aufrechte, dann bogig sich niederlegende und an der Spitze wurzelnde Stengel, Stengel samt den nicht dicht stehenden Blättern und " 7 ~ Kelchen rauhhaarig. Blätter lanzettlich, zugespitzt, die Seiten - nervatur nicht hervortretend, oberseits dunkel- unter- seits hellgrün, die untersten und die an der Spitze der Senker kleiner und in einen Blattstiel verschmälert, die stengelstän- - 549 digen sitzend. Blüten mittelgrofs, himmelblau bis blau purpurn mit weiter am Schlünde faltiger Röhre ohne Hohlschuppen, nicht sehr zahlreich in nur 2 bis 3 an der Spitze des Stengels stehenden grofsdurchblätterten Wickeln. Kelchabschnitte lineal, solang als die Röhre und diese so lang als der Saum. Klausen kugelig -eiförmig, oben ziem- lich stumpf, etwas blaugrau, selten r ein weif s, glänzend. 2J.. Mai, Juni. Laubwälder, Gebüsche. Sehr sprung- weise, aber gesellig, längs des Jurasteilrandes : Westerholz bei Thalraässing iModel!) Auerberg (Sch!j Pulzenberg bei Unter- mässing mehrmals und zahlreich (Hffm.) Schlüpfelberg!! Hummer- stein bei Gasseid orf (m. F.) Kleinziegenf eider Thal (Klf.) Staffel- berg und nach Uetzing (m. F.). — Eine westliche Verbreitung längs des Maines : Würzburg, Kitzingen, Schweinfurt geht mit dem Keupersteilrand nördlich: Mainbernheim (Löschigk!) Schwaben- berg, Wiebeisberg und Michelau bei Gerolzhofen (Prtl. E. fl.) und nimmt auch wieder den bekannten Weg längs der oberen Aisch bis nahe ans Gebiet heran : von Ergersheim nach Oberntief bei Windsheim (v. F!) Altheim!! — Verschleppt bei Schniegling auf- getreten (Pf.). 1*. Klausen glanzlos, runzelig-rauh, braun. 788. L. arvense L. Stengel, wie die Blätter und Kelche kurzhaarig, aufrecht, einfach, gut fufshoch, und nur oben ver- ästelt, oder es entspringen sofort am Grunde mehrere auf- rechte, meist höhere, nur oben verästelte Stengel: ß: ramosum A. Schwarz, Abhandlungen der natur histo- rischen Gesellschaft 1881, pag. 100. Blätter am Stengel zer- streut, nicht dicht gestellt, hellgrün, lanzettlich, spitz, sitzend, die Seitennervatur nicht hervortretend, die untersten stumpf und in den Stiel verschmälert. Blüten klein, Blumenkrone weifs mit ziemlich langer, gelblicher oder rötlicher Röhre, am Schlünde faltig, ohne Hohlschuppen. 0. April bis Juli. Auf Aeckern verbreitet, die Form ß an grasigen Abhängen und Dämmen: Postbauer gegen Buch (R!) Lauf (R. Krell!; Bahndamm bei Schweinau, Gostenhof und Steinbühl, Kanaldamm bei Kronach ! ! 329. Myosotis Dillenius. Vergifsmeinnicht. Kelch 5 zähnig bis 5 spaltig. Blumenkrone stielteller- förmig, meist klein, höchstens mittelgrofs, meist himmelblau mit regelmäfsigem 5 lappigem Saum, der Schlund durch stumpfe, kahle, meist gelbe Hohlschuppen geschlossen, zahlreich in ver- längerten . meist unbeblätterten Wickeln. Klausen 3 eckig- eiförmig, mit sehr kleinem Nabel der unterweibigen Scheibe aufsitzend, glatt, glänzend. 1. Kelch anliegendbehaart, zur Fruchtzeit o f f e n. 789. M. palustris Roth. Grundachse schief oder kriechend. Stengel kantig, aufsteigend und aufrecht bis doppelt fufs- — 550 — hoch, ästig, bei a: genuina abstehend, bei ß: strigulosa Reichenbach angedrückt-behaart, zuweilen auch mit ausläufer- artig hingestreckten Nebenstengeln. Blätter lanzettlich, die untersten stumpf, in den Grund verschmälert, die oberen sitzend, spitzlich, alle kurzhaarig. Blüten ziemlich ansehnlich in unbeblätterten Wickeln. Kelchzähne dreieckig, kaum auf ein Drittel der ganzen Länge des Kelches ein- geschnitten; Griffel so lang als der Kelch. 2J.. Mai bis August. An Wiesen und Waldgräben , Weihern und Sümpfen verbreitet, flore albo : bei Kalchreuth und Ebersbach ! ! 790. M. caespitosa Schultz. Wurzel absteigend, überall faserig. Stengel stielrund, meist sehr ästig und zarter als bei voriger, aufrecht, zerstreut angedrückt-behaart. Blätter länglich, oft vorn breiter , die unteren in den Grund ver- schmälert , die oberen sitzend , meist stumpflicher als bei palustris. Blüten kleiner, die Wickel am Grunde etwas durch- blättert. Kelchzipfel lanzettlich, halb so lang als der Kelch. Griffel sehr kurz. 0. Juni bis August. An Wiesen- gräben, Weihern, auf Waldwiesen, viel zerstreuter als vorige: um Xeuendettelsau , auf und um dem Haidenberg , Hummelstein, Dutzendteich, Zerzabelshof ! ! über den Schmausenbuck nach Lauf- amholz (m. F.) Ziegelstein!! Loh (m. F.) Ley (R!) von Fürth nach Stadeln und Kronach , Steinach und Vach (! ! u. a. ) Raindorf im Zenngrundü Eitersdorf (Seh!) Tennenlohe ('Erbelding) Schlössel- weiher!! Dechsendorf (BV.i Kleinseebach (Gl.) Baiersdorf ! ! Bruder- wald, Michaelsberger Wald (Fk.) Hallstadt (Harz) Ebensfeld und weiters im oberen Mainthal, um Thurnau und Limmersdorf (Klf.) bei Bayreuth nicht häufig (MS.). Im Jura: im Herbstgrund bei Holenbergü im Kleinziegenfelder Thal, bei Frauendorf (Klf.), auf Veldensteiner Sandstein bei Horlachü und in der östlichen Dogger- provinz bei der Haidmühle und Scharthammer!! 1*. Kelch am Grunde mit abstehenden hakigen Haaren besetzt, 5 spaltig. 2. Fruchtstiele kürzer als der zur Fruchtreife geschlossene Kelch. Saum der kleinen Blumen- krone vertieft. 3. Blumenkrone blau, die Röhre kürzer als der Kelch. 791 . M. arenaria Schrader = strieta Link. Stengel einzeln oder viele aus der grundständigen Blattrosette, aufrecht, meist einfach, fingerhoch, samt den Blättern rauhhaarig, diese läng- licheiförmig, stumpf, die untersten in den Grund verschmälert. Wickel oft schon am Stengelgrunde beginnend, unten beblättert. Blütenstiele auch zur Fruchtzeit aufrecht. Q 0. April bis Juni. Sandäcker, gemein auf Diluvial- und Keupersand!! auch sonst auf sehr trocknen Orten, z. B. in der Ruine Wolf- stein (H.), flore albo bei Schniegling (Seh!). ~ " -t 3*. Blumenkrone zuerst hellgelb, dann blau, die Röhre zuletzt doppelt so lang als der Kelch. 792. M. versicolor Snv'th. Stengel zart, aufrecht bis fufshoch, einfach oder gleich über dem Grunde in viele auf- rechte Aeste geteilt, angedrückt-rauhhaarig. Blätter lanzett- lich, rauhhaarig, sitzend, spitzlich, die untersten stumpf, in den Stiel verschmälert und in oft undeutlicher Rosette ange- ordnet. Wickel unbeblättert, nicht bis in den Stengelgrund herabgeherrd. Blütenstiele zuletzt abstehend, etwas länger und dünner als bei arenaria. 0. Mai, Juni. Abhänge, Heiden, auch in Aeckern, auf Sand: Pleinfeld (Hffm.) um Roth, Schwabach und namentlich um Nürnberg, bei Ziegelstein sehr hohe Formen, westlich SpeickernÜ Dambach (Pr.) Burgfarrnbach ! ! Kadolzburg i'Schm.) von Gründlach nach Kraftshof (SS. II) um Erlangen!! Dechsendorf (Gl.) Bruderwald, um Bamberg (Fk.) — am Kauer- lacher Weiher!! in und am Jura selten: Happurg, Hersbruck, Plateau zwischen Höllenstein und Rupprechtstegen (Sim.) Engen- thal (May), dann wieder mehr östlich vom Jura: mehrmals bei Bayreuth (MS.) Limmersdorf, Kasendorf und im Mainthal (Klf.). 2*. Fruchtstiele so lang oder nur wenig länger als der Kelch. 4. Blüten ansehnlich, so grofs oder selbst gröfser als bei M. palustris, der flache Saum länger als die Röhre und der Kelch. 793 auch H: M. silvatJca Hoffmann. Stengel aufrecht, meist ästig, fufshoch und darüber, unten abstehend, oben anliegend behaart. Blätter länglich bis lanzettlich, spitzlich, die untersten stumpf, spateiförmig, rosettig gestellt. Die seitlichen Wickel einzeln, die endständigen zu zweien: Zipfel des Fruchtkelchcs aufrecht-zusammenschliefsencl. %. Aendert: a: laxa Neilreich: fufshoch und darüber. Blütenstiele und Kelche zwar reichlich behaart, jedoch noch grünlich er- scheinend. Blüten himmelblau, selten rosa oder weifs. ß: alpestris Schmidt: niedriger, die Wickel kürzer und dichter, Blütenstiele kürzer, samt den Kelchen dicht behaart und silbergrau schimmernd. Blüten himmelblau. y: laetea von Boenning hausen: Blüten milchweifs, sonst wie 3- Mai, Juni. Waldige Abhänge. a häufig im Jurazuge, namentlich im Hersbrucker Jura, sonst selten: Alte Yeste (Gl.) Grütz (Essmann) Bruderwald und Michaelsberger Wald (Fk.)j im Oedthale bei Schupf eine hohe, sehr grofsblumige Form mit sehr starker Kelch- und Blütenstielbehaarung, auch flore roseo ! ! die weifsblühende Form auf der Zant (Pr.) und bei Hartenstein (R.) : alsdann als allbekannte Gartenpflanze gezogen und ver- wildernd, so Contumazgarten, am Rackenitzgarten selbst in Korn- feldern!! weiters mit adventivem Charakter oft um Nürnberg mit — 552 — ß und y: Schniegling, Zentralfriedhof, Grofsreuth (Seh!) Forst- hof!! mit ß und y, Tullnau (Seh!). 4*. Blüten sehr klein, der Saum vertieft. 794-. M. hispida Schlechtendal senior. Stengel meist ästig, dünn, finger- bis fufshoch, samt den Blättern kurzrauh- haarig, diese länglich, stumpf lieh, die untersten in den Stiel verschmälert und zuweilen rosettig. Wickel zur Fruchtzeit verlängert, bis etwa in die Hälfte des Stengels herabgehend. Kronröhre kürzer als der Kelch; der Saum himmelblau, den Kelch wenig überragend; Kelche zur Fruchtzeit offen, auf wagerecht abstehenden Stielchen. 0. Mai, Juni. Grasige Abhänge, Bahndämme, auf Aeckern, zerstreut im Keuper um Plein- feld iHffm.) und Rot!! Schwabach (Hauser!) Nürnberg und Fürth (!! u.a.) Brück (Gr.) um Bamberg gemein (Fk.) um Bayreuth (MS.) und im Mainthal (Klf.), auf Dogger: Oberkrummbach!! Neustädtlein am Forst, am Cordigast (Klf.), selten auf weifsem Jura: Hauseck!! Schönfeld, Kemitzenstein, ober Vierzehnheiligen (Klf.). 2**. Fruchtstiele wenigstens doppelt so lang als der Kelch: 5. Wickel lang, nicht durchblättert. 795. M. intermedia Link. Stengel aufrecht, bis doppelt- fufshoch, kräftig, ästig: samt den Blättern rauhhaarig. Grund- ständige Blätter rosettig gestellt, in den Stiel verschmälert, stengelständige sitzend, länglicheiförmig bis lanzettlich. Blüten zahlreich, ziemlich klein, himmelblau, mit vertieftem Saum: Kelch länger als die Kronröhre, zur Fruchtzeit geschlossen. Fruchtstiele schiefaufrecht bis wag- recht abstehend, doppeH so lang als der Kelch. 0. Ende Mai bis September. In Aeckern , an trocknen Ab- hängen, selbst auf AValdwiesen, verbreitet; sehr formenreich. 5*. Wickel kurz , wen ig blutig, unten grofs- durchblättert. M. sparsiflora Mikan. Stengel schlaff, sehr ästig, 2 finger- hoch, von abwärts gerichteten Haaren rauh. Blätter zart, länglicheiförmig, spitz, von vorwärts gerichteten Haaren rauh, unterseits meist spiegelnd, die oberen in den Grund verschmälert, die untersten gestielt, stumpfer. Blüten klein, hellblauviolett, die untersten wegen der grofsen Deckblätter schein- bar blattwinkelständig. Kelch länger als die Kronröhre, zur Fruchtzeit offen, die Fruchtstiele vielmals länger als der Kelch, zuletzt herab geschlagen. 0. Mai. AValdschatten. Grütz (Eissmann), wurde jedoch seitdem nicht mehr gefunden. 64. Familie. Solanaceae Jussieu. 1. Frucht eine vielsamige Beere: 2. Staubbeutel zusammenneigend: !.* ÖOÖ — 3. Blumenkrone radförmig, meist 5 spaltig. Kelch 5 bis 10 teilig oder zähnig, am Grunde der 2 fächerigen Beere. Staubbeutel an der Spitze mit 2 Löchern aufspringend .... Solanum 331. 3*. Saum der Blumenkrone 5 lappig. Kelch zur Fruchtzeit die ganze Beere einschliefsend. Staub- beutel der Länge nach aufspringend: 4. Blumenkrone fast radförmig. Beere 2 fächerig, saftig, in dem aufgeblasenen, nicht kantigen Kelch ganz eingeschlossen . . . Physalis 332. Blumenkrone glockig. Beere 3 bis 5 fächerig, nicht saftig; Kelch 5 spaltig, 5 kantig. Staub- fäden unten verbreitert Nicandra. 2*. Staubbeutel nicht zusammenneigend: 5. Blumenkrone trichterförmig. Beere 2 fächerig, rot, nur am Grunde vom Kelch umgeben. Dornige Sträucher Ltjcuim 330. 5*. Blumenkrone glockig. Beere 2 fächerig, am Grunde von dem vergröfserten Kelch umgeben. Pflanze krautig At?°opa 332. 1*. Frucht eine wenigstens unten mehrfächerige Kapsel: 6. Kapsel ringsum mit einem Deckel aufspringend, 2 fächerig: Kelch bleibend, krugförmig Hyosyamus 334. 6*. Kapsel der Länge nach aufspringend: 7. Kelch von dem ringförmig bleibenden Grund abfallend. Kapsel dicklich, bei unserer Art mit Stacheln besetzt , im Grunde 4 fächerig, nicht ganz bis zum Grund 4 klappig. Blumen- krone trichterförmig üatiira 336. 7*. Kelch nicht querabfallend : 8. Kelch glockenförmig, 5 spaltig, bleibend. Blumenkronen trichterförmig oder stiel- tellerförmig. Staubbeutel rundlich oder eiförmig. Kapsel 2 klappig mit 2 spaltigen Klappen Nicoticma 33ö. 8*. Kelch cylindrisch, 5 teilig. Blumenkrone trichterförmig. Staubbeutel herzförmig. Kapsel 2 klappig mit ungeteilten Klappen Petunia. 330. Lycium L. Teufelszwirn, Bocksdorn. Dornige, bis über mannshohe Sträucher mit langen über- hängenden rutenförmigen Zweigen und weithinkriechenden Ausläufern. Blüten trichterförmig, mittelgrofs, violett; Staub- beutel nicht zusammenneigend, der Länge nach aufspringend; Kelch krugförmig, 5 zähnig oder 2 lippig. nach der Blüte 554 nicht vergröfsert, dem Grunde der eiförmigen roten oder rot- gelben, glänzenden Beere angedrückt. 796 auch H: L. halimifolium Miller = barbarum Autorum non L. Blätter schmallanzettlich bis schmalelliptisch, ganzrandig, spitz, vom unteren Drittel an keilförmig, allmälig in den Blattstiel verschmälert. Blüten hellpurpurviolett, einzeln oder bis zu 5 in Trugdolden, der Saum so lang als die Krone. Kelch glockig , 2 lippig oder ungleich 3 oder 5 teilig. Beeren scharlachrot. £ Juni bis September. Heimat : China. Allgemein gezogen zu undurchdringlichen Hecken , auch an Lauben, an Mauern, auf Kirchhöfen, auf Schuttplätzen völlig eingebürgert, auf sandigem Boden, namentlich um Nürnberg, viel auch an Hohlwegeu von Zirndorf nach Leichendorf!! auch auf den Stadtmauern in Neumarkt eingebürgert, namentlich an der protestantischen Kirche ( m. F.) : auf schwerem, kalkreichen Boden, im Lias und weifsen Jura sah ich sie nur selten gezogen und noch nirgends eingebürgert. 797. L. rhombifolium Dippel. Zweige meist ohne Dornen. Blätter breit elliptisch, stumpflich oder spitz lieh, am Grunde rasch in den kurzen Blattstiel zusammen- gezogen und daher fast rhombisch, die jüngeren oft ver- kehrteiförmig. Blüten meist einzeln; Kelche 4 bis 5 zähnig. Beeren rot mit gelblichen Ton. Das ganze Laubwerk meist gelblicher-grün als bei voriger. £. Juni bis September. Heimat China. Viel seltener als vorige gezogen in Hecken, z. B. Plattners- anlage, Hallerwiese iB!), ist auf der Stadtmauer beim Mohrenthor (B.) bei Sankt Peter (B! Seh!) und Forsthof!! als eingebürgert zu betrachten. 331. Solanum L. Nachtschatten. Kelch 5- oder zuweilen mehrteilig oder nur -zähnig. Blumenkrone radförmig mit gefaltetem, 5 spaltigem, zuweilen mehrzähnigem oder auch unregelmäfsigem Saum. Die 5, selten bis 10 Staubbeutel zusammenneigend, zuweilen verwachsen, meist gleich, selten einer doppelt- so grofs als die anderen und dann gebogen , meist durch 2 Löcher an der Spitze, seltener in Längsspalten sich öffnend. Frucht eine - saftige, 2- seltener mehrfächerige, runde oder eiförmige, glatte, seltener geriefte Beere von Erbsen- bis Ei- und Apfel gröfse. 1. Blüte actinomorph. alle Staubbeutel gleich- lang, aufwärts gerichtet: 2. Blatt fläche ungeteilt oder zum Teil am Grunde 3 lappig: 3. Blüten weifs. Stengel krautig. Beeren kugelrund. 798. S. nigrum L. Schwarzer Nachtschatten. Stengel ästig, aufrecht oder niederliegend, kantig, samt den Blatt- — 555 - stielen und Blättern zerstreut behaart oder fast kahl. Blätter eiförmig, spitz, buchtig gezähnt, seltener ganzrandig. in den Blattstiel verschmälert, dunkelgrün. Blüten ziemlich klein, die Krone doppelt so lang als der Kelch, in kurzgestielten, wenigblütigen, doldenartigen Wickeln, Fruchtstiele an der Spitze verdickt, Früchte erbsengrofs. 0. Mai bis Oktober. Auf Schuttplätzen und Aeckern verbreitet. Formenreihe: a: vulgare L. Beeren schwarz, so verbreitet. ß: stenopetalum Alexander Braun. Beeren schwarz. Blumenkrone tiefer geteilt mit sehr schmalen Zipfeln. So nach Sturms Manuskript bei Nürnberg von Weifs beobachtet. y: chlorocarpum Spenner. Beeren auch bei völliger Reife grün, von der Farbe der Reine-Glaude. So nördlich Höhenberg bei Neumarkt!! an vielen Stellen um Nürnberg (!! Seh! B! Klf.). o : leucocarpum A. Schwarz et Schultheiss. Reife Beeren weifs, genau wie bei Viscum album. Steinbühl (Seh!). e: humile Bernhardi. Reife Beeren wachsgelb. Blatt- spitze vorgezogen. Kadolzburg (SS. II) von den Zentral Werk- stätten bis zum Hauptbahnhof (!! u. a.) Veilhof gegen Sankt JobstÜ Hammer (Seh!) Erlangen (SS. II). 3*. Blüten blauviolett. Stengel strauchig. Beeren eiförmig. 799. S. Dulcamara L. Bittersüfs. Grundachse verzweigt, Stengel aufrecht, kletternd, bis mannshoch, ästig, kantig, meist kahl. Blätter ziemlich langgestielt, eiförmig, ganzrandig. lang- zugespitzt, am Grunde herzförmig, die oberen oft spiefsförmig bis 3 zählig. mit 2 kleineren Seiten- und einem grofsen End- lappen, beiderseits oder nur am Rande zerstreut kurzhaarig. Blüten mittelgrofs, blauviolett, die Abschnitte des 5 teiligen Saumes lanzettlich, spitz, zuletzt zurückgeschlagen, in lang- gestielten, rispenähnlichen Wickeln; Fruchtstiele gegliedert, unter den glänzend-tiefroten. Cornelkirschenähnlichen, eiförm- igen Beeren verdickt. t>. Juni bis August. An Flufsufern, im Gebüsch, an Ufermauern verbreitet, geht an schattigen, feuchten Felsen bis in den Dolomit hinauf. 2*. Blattfläche f i ede r sp al t i g oder unter- brochen gefiedert: 4. Stengel und Blätter wehrlos: 5. Blüten weifs oder bläulich, ansehn- lich, doppelt so lang als der Kelch. C: S. tuberosum L. Kartoffel, Botacke, Potacke, Erd- birne. Grundachse ästig mit knollig verdickten, kirschen- bis faustgrofsen, verkürzten, unter Umständen auch mit gestreckten Ausläufern. Stengel aufrecht, zahlreich, kantig, bis meterhoch, wie die ganze Ptlanze kurzhaarig. Blätter unterbrochen un- paarig gefiedert, die Abschnitte eiförmig, zugespitzt, kurzgestielt, — 556 — am Grunde meist herzförmig, die gröfseren meist 7 bis 9, die kleineren gegen 14, meist sitzend, alle unterseits heller und rauher behaart. Blüten weifs, rosa oder bläulich, zahlreich in langgestielten, trugdoldigen. gabeligen Wickeln, die Blüten- stiele gegliedert, Blumenkrone mit 5 eckigem oder 5 zähnigem Saum. Frucht kugelig, grün, kirschengrofs. %. Juni bis August. Wichtigste aller Nutzpflanzen aus Chile und Bolivia stammend, in zahlreichen Sorten allgemein gebaut, auf trockenem Sande, wie auf den Juraplateaus gut gedeihend, zuweilen verschleppt auf Schuttplätzen!!*). 5*. Blüten gelb, wenig länger als der Kelch: C: S. Lycopersicum Tournefort = Lycopersicum escu- lentum Miller. Liebesapfel, Tomate. Stengel krautig, aufrecht, bis meterhoch, ästig, drüsig-kurzhaarig und namentlich oben zugleich mit langen Gliederhaaren reichlich besetzt. Blätter unterbrochen-unpaarig-gefiedert , die gröfseren Fiederlappen gestielt, unregelmäfsig eingeschnitten und mit stumpflichen Lappen, am Rande rauh, auf den Nerven drüsig behaart. Blüten mehr als 5zählig in doldentraubigen Wickeln, auf gegliederten, zuletzt umgebogenen Blütenstielen; Kelchzipfel lineal: Staubbeutel durch häutige Mittelbänder ver- wachsen, nach innen mit Längsspalten aufspringend. Frucht apfelgrofs , vielfächerig, niedergedrückt - kugelig , gefurcht, scharlachrot, selten gelb oder weifs. 0. Juli, August. Heimat : tropisches Amerika. Wird neuerdings der pikant schmeckenden Früchte halber zuweilen in Gärten gezogen; dann vielfach ver- schlepptaufgetreten: Schnieglinger Weg, Deutschherrn wiese, Forst- hof (Seh!) in ziemlicher Anzahl und mindestens 3 Jahrgänge hin- durch zwischen Marienberg und Ziegelstein an Wegrändern, 1896 mit ziemlich weitentwickelten Früchten!! bei Schniegling 1894 eine Form mit runden, gelben Früchten (Seh!). 4*. Stengel, Blätter und Kelche stachelig: H: S. pyracanthum Lamarck. Stengel aufrecht. halbmannshoch und höher, oben ästig, samt den Blütenstielen und Blattnerven filzig und zahlreich mit ungleichen, geraden, fuchsroten bis fast scharlachroten Stacheln besetzt. Blätter grofs, im Umkreis eiförmig, spitz, buchtig-fiederspaltig, die Fiedern länglich mit buchtigen, breiteiförmigen, bespitzten Lappen, die Blattfläche grün, beiderseits und am Rande mit ästigen Haaren besetzt. Blüten ansehnlich, etwas gröfser als bei Solanum tuberosum in trugdoldigen Wickeln . weifs mit *) Ueber die Zeit der Einführung des Kartoffelbaues ver- gleiche unter anderen: Schwarz, Nährpflanzen. Fürth, bei G. Löwensohn, 1898, pg. 66—69, sowie Mummenhoff in der Fest- schrift zur 32. Wanderversammlung bayerischer Landwirte. Nürn- berg 1895, pg. 34. — 557 — violett-grünlicher Zeichnung oder bläulich, doppelt so lang als der Kelch. Beeren gelblichgrün , dann braun. 0. August, September. Zierpflanze aus Madagaskar und dem tropischen Afrika, ist gartenfiüchtig auf Schutthaufen 1893 bei Forsthof, 1894 bei Sündersbühl, 1896 am Weg nach Leyh (Seh!) aufgetreten. 1*. Blüten zygomorph, Staubbeutel abwärts geneigt, ungleich, der untere doppelt so lang als die übrigen, gekrümmt. S. rostrailim Dunal. Stengel aufrecht , meterhoch, ästig, samt den Blättern sternhaarig und aufserdem mit un- gleichen hellgelben geraden Stacheln mehr oder minder dicht besetzt. Blätter im Umkreis eiförmig doppelt-fiederspaltig mit ungleichen stumpfen Abschnitten. Blattstiel und Blattnerven bestachelt, jedoch weniger dicht als die Stengel abschnitte. Kelche dicht mit langen, geraden Stacheln besetzt, sodafs sie im ungeöffneten Zustand an Kletten erinnern. Blumenkrone zitronengelb, selten weifsgelb, die Abschnitte ungleich, auf der Aufsenseite durch dichte Sternhaare fast filzig. Q. Heimat : das nordamerikanische Prairiengebiet; im September 1893 in einer weifslichblühenden Form unterm Zentralfriedhof (Seh!) typisch gelb, im Oktober 1899 blühend in Sankt Johannis (Seh!) auf- getreten. 332. Physalis L. Sehlutte, Judenschlutte, Judenkirsche. Kelch bei unserer Art nur 5 zähnig, zur Fruchtzeit sehr vergröfsert, bauchig aufgeblasen und die 2 fächerige Beere völlig einschliefsend. Blumenkrone fast radförmig, mit ge- faltetem , 5 buchtigem Saum. Staubbeutel zusammenneigend, der Länge nach aufspringend. Blüten in grofsbeblätterten Wickeln scheinbar blattachselständis. 800. Ph. Alkekengi L. Grundachse kriegend, ästig; Stengel aufrecht, einfach, seltener ästig, fufshoch, in Gebüschen bis über halbmeterhoch, samt den Blättern und Kelchen behaart. Blätter eiförmig, zugespitzt, am Rande buchtig ausgeschweift, am Grunde plötzlich in den Blattstiel zusammen gezogen. Blumen- krone weifs, mittelgrofs; Kelch zur Blütezeit glockenförmig, viel kleiner als die Blumenkrone, zur Fruchtzeit sehr vergröfsert, eiförmig, aufgeblasen, stark netzrippig, scharlachrot, am Grunde genabelt, die orangerote, kirschengrofse, sali ige Beere völlig einschliefsend, Fruchtstiel nickend bis herabgeschlagen. 2J.. Ende Mai bis August. Auf kalkigem Trümmergestein an Bonnigen Halden, in Gebüschen: mit dem Jurazuge durchs Gebiet, stellenweise häutig, z. B. : in den Hersbrucker Bergen, um Streit- berg und Muggendorf, vornehmlich in der Schichte des Planulaten- kalkesll bei Ammelhofen auf Dogger (Seh.!) auf Kalkgerölle an der Hubirg, zwischen Ebermannstadt und Streitberg bis in die Thalsohle herabsehend! ! auf Lias nur hei Röckenhof (Gl.) und 558 Buttenheim (Harz). Die früheren Vorkommnisse: bei Frauen- aurach (Schwgk.) und im Erlanger Stadtwald (Schm. u. a.) sind neuerdings nicht mehr konstatiert. Jenseits des östlichen Keuper wieder im Bayreuther Muschelkalk (m. F.). Westlich vom Gebiet bei Windsheini und Neustadt (BV.). Verschleppt bei Forsthof aufgetreten (Ch. Schultheifs !). Meist trägt ein Stengel nur 1 bis 3 Früchte, sehr hohe Exemplare mit bis zu 11 Blüten und Früchten am Lufsberg bei Gerhardsberg (A. Rdl!) und in Hecken zwischen Bussenbach und Xiedermirsberg (E!). Nicandra Adanson, Kelch 5 kantig, 5 teilis . mit herzeiförmigen scharf zu- gespitzten Abschnitten, zur Fruchtzeit aufgeblasen, netzrippig, und die nicht saftige , 3 bis 5 fächerige Beere bedeckend. Blumenkrone glockenförmig mit schwach 5 lappigem Saum. Staubfäden zusammenneigend, am Grunde verbreitert. H: N. pliysaloides Gaertner = Physalis peruviana Miller = Atropa physaloides L. Stengel aufrecht, kantig, gabelig-ästig, samt den Blättern und Kelchen kahl. Blätter eiförmig, zugespitzt, buchtig gezähnt, mit geschweiftem Grunde in den Blattstiel herablaufend. Blüten gabel- und endständig: Blumenkrone ziemlich grofs, zarthellblau, gegen den Grund weifslich, doppelt so lang, als der Kelch. Frucht kugelig, nickend. Q. Juli, August. Zierpflanze aus Peru, an Schutt- haufen, als Unkraut in Gärten, jedoch unbeständig: "Wendelstein (Meyer) Stein, Leyh (Seh!) Centralwerkstätten (v. F!) Zellenge- fängnifs (Seh!) Forsthof (m. F!) Herrnhütte, Centralfriedhof, Gründlach (Seh!) Erlangen im botanischen Garten als Unkraut!! Schnaittach (Kfm.) 333. Atropa L. Tollkirsche. Kelch 5 teilig, glockenförmig, zur Fruchtzeit vergröfsert, die 5 eiförmigen spitzen Abschnitte von der 2 fächerigen Beere abstehend. Blumenkrone länglich, glockenförmig, der Saum 5 lappig , umgebogen. Staubfäden nicht zusammenneigend, unten verbreitert und behaart, Staubbeutel eiförmig. Blüten in grofs durchblätterten Wickeln mit 2 Vorblättern, scheinbar blattwinkelständig. 801. A. Belladonna L. Grundachse dick und ästig, die Stengel aufrecht bis mannshoch, ästig, nebst den Blättern und Kelchen drüsigweichhaarig. Blätter eiförmig, zugespitzt, ganz- randig, in den kurzen Blattstiel herablaufend. Blüten nickend. Blumenkrone bräunlichpurpurn, die Bohre grünlich. Beeren fast kirschengrofs, kugelig, glänzendschwarz. %. Juni bis August. Waldlichtungen. Zerstreut im ganzen Gebiet und dennoch nirgends in Menge!! verschleppt mehrmals bei Nürnberg auf- getreten (m. F !) — 559 — 334. Hvoscyanius Tournefort. Bilsenkraut. Kelch krugförmig, 5 zähnig. bleibend. Blumenkrone trichterförmig mit 5 etwas ungleichen eiförmigen Lappen. Kapsel 2 fächerig, von dem zur Fruchtzeit vergröfsenclen Kelch umschlossen, ringsum oben mit einem scharfabgesetzten Deckel abspringend. 802. H. niger L. Stengel aufrecht, ästig, fufshoch und darüber, samt den Kelchen und Blättern klebrigzottig. Grund- " Cr? blätter rosettig gestellt, gestielt, Stengelblätter eiförmig, stengel- umfassend, alle grobbuchtig tiefgezähnt. Blüten fast sitzend. Blumenkrone mittelgrofs, schmutziggelb mit zierlichem violett- purpurnem Ädernetz; Zipfel des Fruchtkelches knorpelhart, stechend. 00. Juni bis August. Auf Schuttstellen, in Fried- höfen, zerstreut, viel rings um Nürnberg, aber auch im Dolomit nicht fehlend. Bei Mittersthai zahlreich, auch einmal am Bahnhof Stein eine Form, bei welcher sämtliche Blumenkronen etwas heller und einseitig tiefaufgschlitzt waren. Aendert ferner : ß: agrestis Kitaibel einjährig, niedriger. Blätter weniger buchtig: Schoppershof (L. Koch!) und bei: ßa: pallidus Kitaibel die Blumenkrone weifsgelb ohne violettes Adernetz, so seit langer Zeit (Koch soll seine Hörer im Colleg schon darauf aufmerksam gemacht haben) im botanischen Garten und Schlofsgarten zu Erlangen eingebürgert (! ! u. a.), übrigens ist die Erlanger Form weder niedriger, noch sind die Blätter weniger buchtig als beim Typus. 335. Nicotiana Tournefort. Tabak. Kelch cylindrisch-glockenförmig, 5 spaltig, bleibend. Blumenkrone trichterförmig oder stieltellerförmig mit gefaltetem. 5 lappigem, in der Knospenlage gedrehtem Saume. Staubbeutel rund oder eiförmig, Blüten in endständigen und blattwinkel- ständigen, unten beblätterten Rispen. Kapsel 2 fächerig. 2 klappig, die Klappen 2 spaltig, am Grunde mit einer unter- weibigen Drüsenscheibe. 1. Saum der Blumenk'rone rosa: i C: N. Tabacum L*) Virginischer Tabak. Stengel fast mannshoch samt den Blättern und Kelchen drüsigklebrig. Blätter länglich-lanzettlich, zugespitzt, meist sitzend mit ver- schmälertem oder geöhreltem Grunde, die unteren herab- laufend, Blattfläche flach und eben. Blumenkrone ansehnlich mit langer, weichhaariger Röhre, von der Mitte an trichter- *) Ueber die Anbauverhältnisse des Tabakes siehe Fr. Wagner in der Festschrift zur 32. Wanderversammlung Bayerischer Land- wirte, Nürnberg 1895 pag. 226 bis 243. 560 — förmig erweitert zum ziemlich tief eingeschnittenen Saum, dessen Abschnitte dreieckig, zugespitzt sind. Kelchzipfel fast lineal, spitz. Kapsel länglicheiförmig, spitzlich. Rispe end- ständig, ziemlich ebensträufsig endigend. Q. Juli bis September. Nutzpflanzen aus Amerika. Von Nürnberg an nördlich durchs Knoblauchland, namentlich um Boxdorf und Gründlach im Grofsen gebaut ! ! , im übrigen ist der Tabakbau in den letzten Jahren gegen früher sehr zurückgegangen. C: N. latissima Miller. Blätter elliptisch-eiförmig, kurz- zugespitzt oder spitz , mit geöhrtem Grunde sitzend und die oberen etwas herablaufend. Saum der Blumenkrone mit kurzen, kurzzugespitzten Lappen. Kapsel eikegel förmig, stumpf, sonst wie vorige. Q. Juli bis Herbst. Nutzpflanze aus Amerika. Soll nach (Schnzl. Frkh.) bei Roth, nach Sturms Manuskript um Nürnberg mit voriger gebaut werden. SS. II geben sogar aufs er dem Bauerntabak nur diese Art als allgemein gebaut an. Was ich jedoch im Gebiet gebaut gesehen habe , mufs ich alles zu voriger stellen. 1*. Saum der Blumenkrone grünlich-gelb. C: N. rustlca L. Bauerntabak. Veilchentabak. Stengel aufrecht, jedoch niedriger als bei den vorigen, ästig, samt den Blättern und Kelchen drüsig-klebrig. Blätter eiförmig, gestielt, stumpf, etwas blasig-runzelig, ganzrandig, der Grund oft herz- förmig, namentlich bei den gröfseren unteren Blättern. Blüten mittelgrofs, zahlreich, kurzgestielt, in mehr traubiger Rispe; Kelch becherförmig, die Zipfel eiförmig-kurz-dreieckig, zur Fruchtzeit vergröfsert und die fast kugelige, stumpfe Kapsel fast ganz bedeckend, Blumenkronröhre glockig-walzenförmig, kurz, der tellerförmig-flache Saum mit 5 kurzen, stumpfen, sehr kurz bespitzten Lappen; unterweibige Drüse ziegelrot. 0. Juli bis September. Nutzpflanzen aus Mexiko. Der Anbau des Veilchentabakes findet nur südlich von Nürnberg im Grofsen statt, beginnend um Schweinau , Höfen, Eibach, Maiach gewinnt derselbe gegen Rofsstall und namentlich um Schwabach, auch bei Roth bis Gräfensteinberg an Ausdehnung (! ! u. a.), verschleppt bei Stockach unweit Rofsstall und mit Atropa Belladonna im Wald bei Unterbüchlein erschienen (Seh!). 1**. Saum der Blumenkrone weifs. H : N. Sliaveokns Lehmami. Stengel meterhoch, samt den Kelchen und der Kronröhre drüsig-weichhaarig. Blätter eiförmig bis länglich, zugespitzt, wellig, etwas drüsig-weich- haarig, die unteren in den Blattstiel verschmälert, die oberen stengelumfassend. Blüten in traubigen, gipfelständigen Wickeln, am Abend wohlriechend, die Kronröhre sehr lang und schlank, Lappen des Saumes stumpflich, fast unregelmäfsig. 0. August. Zierpflanze aus Neuholland. Gartenflüchtig auf Schutt am Mögel- dorfer Weg 1877 aufgetreten (Seh!). — 561 — JPetu n ia Jt i ssieu . Kelch 5 teilig. Blüten grofs, in beblätterten Wickeln, die Vorblätter der Blüten gegenständig, Blumenkrone trichter- förmig mit gefaltetem, 5 lappigem, oft ungleichem Saum; Staub- beutel herzförmig; Kapsel 2 klappig, die Klappen nicht geteilt. H: P. Violacea Lindley. Stengel niederliegend, auf- steigend, ästig, gut fingerhoch, samt den Blättern, Kelchen und der Kronröhre drüsig-weichhaarig. Blätter eiförmig, ganz- randig, spitz, die untersten in den Blattstiel allmälig ver- schmälert, die oberen sitzend. Blumenkrone ansehnlich, blau- violett , mit weiter , trichterförmig nach unten sich ver- schmälernder Bohre, welche doppelt so lang ist als der Kelch. Abschnitte des letzteren stumpf. %. Juli, August. Zier- pflanze aus Südamerika. Gartenflüchtig auf Sand nahe dem Zentralfriedhof aufgetreten!!. 336. Datura L. Stechapfel. Kelch röhrenförmig, 5 kantig, 5 zähnig, bei der Frucht- reife von dem bleibenden Grunde sich quer ablösend und ab- fallend. Blumenkrone in der Knospenlage gedreht. Kapsel unten 4-, oben 2 fächerig, nicht ganz bis zum Grund 4 klappig sich teilend. 803. D. Stramonium L. Stengel aufrecht, bis meterhoch, gabelästig, kahl, die Aeste jedoch und die Blattstiele oberseits mit einer Haarleiste. Blätter grofs, eiförmig, zugespitzt, grob- buchtig eingeschnitten, gestielt. Blüten einzeln, kurz gestielt, in den Gabelspalten und an der Spitze, Blumenkrone grofs, wohlriechend, milchweifs mit 5 plötzlich feinzugespitzten Zipfeln. Kapsel eiförmig, grofs, grün, dicht mit derben Stacheln besetzt und zwischen diesen kurzweichhaarig. 0. Juli bis September. Auf Schutthaufen , in Friedhöfen , zerstreut und un- beständig: Georgsgemünd (Pr.) Oberheckenhofen , Barthelmefs- auraeh, Müncherlbach (Müller) Schwabach!! Reichelsdorf (L.Koch!) Kadolzburg (Schm.), vielerorts um Fürth und Nürnberg (! ! u. a.) Rohnhofü Vach (Gr.) Eitersdorf (Gl.) Erlangen!! Baiersdorf (Klf.) Eschenauü Neumarkt (P.) um Bamberg (Fk. Harz, Klf.), mehrmals bei Bayreuth (m. F.) Mönchau, hier auf weifsem Jura, Thurnau (Klf.). 65. Familie. Scrofulariaceae Robert Brown. 1. Blumenkrone fast actinomorph und 2. radförmig: 3. Saum fast gleichmäfsig 5 lappig. 5 Staub- blätter Verbuscum 337 . Aiili. d. Nat Ges. XIII. Bd. Flora 36 562 3*. Saum 4 lappig. 2 Staubblätter : Veronica 343. 2*. kurzglockig, 5 spaltig. Staubblätter 4, didynam Limosella 341. 1*. Blumenkrone deutlich zygomorph, röhrig bis kugelig. 4. Nur 4 Staubblätter vorhanden, von denselben sind 2 gleichmäfsig höher als die 2 kürzeren (didynam). Blütenstände ährenförmig: 5. Schlund der Blumenkronröhre geschlossen, Krone 2 lippig : 6. Kronröhre am Grunde mit einem Höcker Antirrhinum 339. 6*. Kronröhre gespornt. .... Linaria 340. 5*. Schlund der Blumenkronröhre offen: 7. Staubbeutelfächer ohne Dörnchen. Blumenkrone glockig-röhrig mit kurzem, schiefem, 4 spaltigem Saume. .Digitalis 342. 7*. Staubbeutelfächer am Grunde mit einem Dörnchen oder (bei Alectorolophus) nur zugespitzt: 8. Fruchtknoten einfächerig, vielsamig. Stengel dick, fleischig, spargelsprofs- ähnlich, weifslich bis rosa, nur mit Schuppenblättern besetzt. Parasi- tärer Habitus und Lebensweise Lalhraea 349. 8*. Fruchtknoten 2 fächerig, zur Frucht- zeit 1 bis vielsamig. Stengel und Blätter grün; trotz parasitärer Lebens- weise kein parasitärer Habitus: 9. Kelch 5 zähnig. Krone tief 2 lippig, Oberlippe helmförmig, Unterlippe 3 lappig. Kapsel vielsamig Pedicularis 34ö. 9*. Kelch 4 zähnig und 10. aufgeblasen und zusammen- gedrückt. Krone tief 2 lippig, Oberlippe helmförmig. Same kreisrund, kantig geflügelt Alectorolophus 346. 10*. röhrig-glockig: 11. Krone röhrenförmig, 2 lippig, Oberlippe stumpf- gekielt mit umgeschlage- nen Rändern , Unterlippe mit 2 Hökern. Kapsel 563 zugespitzt. Samen grofs, glatt, weizenkornähnlieh Melampyrwn 344. 11*. Krone glockig oder röhrig. Kapsel stumpf oder aus- gerandet. Samen klein, längsfurchig: 12. Oberlippe der Krone 2 lappig, an den Rän- dern umgeschlagen. Zipfel der Unterlippe tiefeingeschnitten. Dörnchen der Staub- beutelfächer nicht alle gleichlang Eitphrasia 347. 12*. Oberlippe der Krone ungeteilt oder ausge- randet , die Ränder nicht zurückgeschlagen, Zipfel der Unterlippe stumpf. Dörnchen aller Staubbeutelfächer gleichlang. .Odontitis 348. 4*. Staubblätter 4, dazu noch ein Staminodium vorhanden. Kronröhre bauchig, fast kugelig. Blütenstand rispig Scrofularia 338. 337. Yerbascum L. Königskerze. Kelch tief 5 spaltig bis 5 teilig, bleibend. Blumenkrone ansehnlich mit 5 etwas ungleichen Abschnitten, radförmig, ohne Honiggrube. Staubblätter 5, sehr ungleich, meist 3 dicht- behaart , mit aufsitzenden nierenförmigen oder eiförmigen Antheren , die 2 längeren kahl , oder weniger behaart , deren Antheren auf der einen Seite herablaufend. Kapseln 2 fächerig, an der Scheidewand aufspringend , an der Spitze 2 klappig. Hohe, aufrechte Pflanzen mit ährigen oder traubigen Blüten- ständen und grofsen abwechselnden Blättern. 1. Blüten zu mehreren in trugdoldigen Knäueln und diese in ährenförmige Blütenstände verein igt: 2. Antheren der 2 längeren, kahlen oder wenig behaarten Staubblätter mehr oder weniger zur Seite des Staubfadens herab- laufend, die 3 oberen Staubfäden kürzer, weifs- wollig. Blütenstand dicht ährenförmig. Durch 36* — 564 — Sternhaare dicht gelblich - wolligfilzige Pflanzen. »Wollblumen«. 804. V. parviflorum Garcke sub nomine germanico*) = V. Thapsus L. == V. Schraderi G-. Meyer. Wollblume. Stengel steif-aufrecht, mannshoch, meist einfach. Blätter elliptisch, spitz, schwach gekerbt, beiderseits dicht wollig-gelb- filzig, die untersten in den Stiel verschmälert, die mittleren und oberen lang, bis zur nächsten Blattanheftung he rab- laufend. Blumen kröne mitte lgrofs, zitronengelb, trichterförmig vertieft. Antheren der 2 längeren Staubblätter kurz, nur bis ein Viertel des Staubfadens her ab- laufend. Narbe kopfig. Kapsel so lang als der Kelch. 0. Juli bis September. Abhänge, Bahndämme , durchs ganze Gebiet, auf Flugsand wie auf Dolomitfelsen. Aendert : mit rein weifsen Blüten: y: elong-atum Willdenow, so bei Unterailsfeldü. 805. V. grandiflorum Garcke sub nomine germanico = V. thapsiforme Schrader = V. Thapsus G. Meyer, Koch Synops. ed. I. Wollblume. Blumenkrone radförmig- flach- ausgebreitet, doppelt so grofs als bei parviflorum. Antheren der 2 längeren Staubblätter bis oder fast bis in die Hälfte des Staubfadens lang herablaufend. Narbe länglich, langsam verschmälert; sonst wie vorige. 0. Juli, August. Abhänge, Bahndämme, durchs ganze Gebiet, namentlich auf Diluvialsand. Aendert: ß: cuspidatum Schrader: die oberen Blätter und die Hochblätter in eine lange schmale Spitze vor- gezogen: so am Pulvermagazin bei Höfen (R!) auf der Stadt- mauer von Nürnberg am Marienthor (Ph. Schmidt) am Giesberg bei Dechsendorf (Lindgr.). 806. V. phlomoides L Blätter eiförmig, die mittleren und obereren wenig herablaufend, sonst wie vorige. 0. Juli, August. Sandfelder, Dämme, Rasenplätze, selten, meist nur vereinzelt und unbeständig : Roth (Schnzl. Frkh.) Eibach (Seh!) Marienvorstadt, Glaishammer ! ! Jobst (Seh!) Thumen- berg (Sturm) Erlenstegen (Seh!) Leichendorf (Rohn!) Eitersdorf und nördlich vom Gebiet bei Hochstadt und Michel au am Main (Klf.). 2*. Antheren der 2 längeren Staubfäden wenig oder nicht herablaufend, alle Staub- fäden weifswollig. Behaarung der Blätter weniger dicht und nicht gelbfi zig. Bastarde der vorigen Gruppe mit Lychnitis. *) Die leichte Möglichkeit einer Verwechselung der Namen Thapsus mit thapsiforme, welche namentlich bei den Benennungen der Bastarde recht störend werden kann, möge den Gebrauch der Namen parviflorum und grandiflorum entschuldigen und recht- fertigen ! — 565 — 804 H~ 807. V. parviflorum -+- Lychnitis = V. Thapso- Lychnitis Mertens et Koch = V. spurium Koch Synopsis ed. I. Stengel oberwärts scharfkantig und im Blütenstande etwas ästiger als bei parviflorum. Blätter eiförmig , dünner als bei parviflorum, spitz, gekerbt, am Stengel halb hinablaufend, zer- streut-filzig, der Filz grau, nicht gelblich. Blütenstielchen so lang als der Kelch. Blüten gelb, mittelgrofs, vertieft. Antheren der längeren Staubfäden nicht herablaufend, alle Staubfäden weifswollig; Narbe ziemlich kopfig. 0. Juli. Rochuskirchhof, Zentralfriedhof, Erlenstegen, Kucha (Seh!).* 805 -j- 807. V. grandiflorum -f- Lychnitis = V. thapsiforme -f- Lychnitis Schiede — V. ramig-erum Schrader = V. Braunianum Wirtgen. Stengel oberwärts scharfkantig und gegen oben auf- recht rispig-ästig. Blätter länglicheiförmig, gekerbt, kurz oder halb herablaufend, oberseits weniger-, unterseits dichter-grau- filzig. Blütenstielchen so lang oder etwas länger als der Kelch. Blumenkronen gelb , ziemlich grofs , flach-radförmig. Alle Staubfäden weifswollig, die gröfseren jedoch weniger und oft nur auf einer Seite behaart, Antheren derselben etwas herab- laufend. Narbe meist keilig verschmälert. 0. Juli, August. Zwischen der Rennmühle und Katzwang, Bahndamm bei Gebers- dorf!! Erlangen (Prtl.) am Kanal bei Baiersdorf (Gl!) nördlich vom Gebiet bei Hochstadt am Main (von Uechtritz). 2**. Antheren gleich, gewöhnlich nierenförmig, nicht herablaufend: 3. Wolle der Staubfäden weifs: 807. V. Lychnitis L. Stengel über meterhoch, ober- wärts samt den Aesten scharfkantig, pyramidenförmig- rispige Blütenstände tragend, dünn - weifsgraufilzig. Blätter eiförmig oder elliptisch, spitz oder zugespitzt, ge- kerbt, sitzend, nicht herablaufend, die untersten in den Blattstiel verschmälert, alle oberseits etwas spiegelnd, unterseits dünn-weifsgraufilzig. Blumenkrone mittelgrofs, hell- gelb , Narbe kopfig , Blütenstielchen länger als der Kelch, samt diesen dichtfilzig. Aendert mit weifsen Blüten : jj : album Miller. 0. Juni bis August. Bahndämme, Abhänge, in der Form ß verbreitet; die gelbblühende Form viel weniger häufig, jedoch ebenfalls durchs ganze Gebiet zerstreut und im Jura häutiger als im Keuper und auf Diluvialsand. Eine Form mit unterseits sehr dichtem Filz der Blätter zwischen Stein und Unterasbach (Seh!). 3*. Wolle der Staubfäden violett oder blaupurpurn: 808. V. nigrum L. Stengel meterhoch und darüber, oft purpurn überlaufen, oberwärts scharfkantig, dünnfilzig, in den verlängerten traubigen Blütenstand übergehend, welcher selten von einigen seitlichen Blütentrauben begleitet ist, aber auch dann noch nicht den rispigen Blütenstand dar- 566 stellt . wie bei voriger. Blätter aus herzförmigem Grunde eiförmig, spitz bis zugespitzt, die unteren grofs, langgestielt, die oberen sitzend, alle am Rande gekerbt, ober- seits fast kahl, unterseits dünnflockig. Blumenkrone mittelgrofs, intensiv gelb, am Grunde oft blutrot gefleckt; Staubfäden mit intensiv blau-purpurner Wolle, Narbe halbmondförmig, Blüten- stielchen länger als der Kelch, samt diesem sternhaarig. Aendert : ß: cuspidatum Wirtgen: die oberen Blätter in eine dünne Spitze ausgezogen. y: lanatum Schrader. Blätter am Grunde grob — fast buchtig — doppeltgekerbt, unterseits oder beiderseits wollig- filzig, ebenso die Blattstiele. %. Juli bis Oktober. Abhänge, Gebüsche, verbreitet. — ß: Behringersdorf (Seh!) Rabenecker Thal!! — y: Schniegling, Mögel- dorf, Erlenstegen (Seh!) — Eine Form von a mit breiten, fast kahlen Blättern bei Schönberg ! ! V . Orientale Marschall von, Biebcrstein — V. austria- cum Schott. Stengel über meterhoch, oft purpurn, zerstreut sternhaarig, fast stielrund, nach oben in zahlreiche ziemlich scharfkantige Blütenstandstengel sich teilend und einen rispig- traubigen Blütenstand tragend. Blätter länglicheiförmig, ungleich-grofs-gekerbt, die unteren in den Blattstiel allmälig verschmälert, die obersten mit herzförmigem Grunde fast sitzend. Blütenstielchen meist kürzer, nur einzelne länger als der Kelch, samt diesem graufilzig. Blüten goldgelb. 0. Juli, August. Wild in Böhmen, Mähren, Oestreich, Sieben- bürgen, Südtyrol etc. 1893 bis 1896 bei Forsthof aufgetreten (Seh!) 1896 auch am Sandberg bei Sankt Johannis (B ! Seh!). 3*. Wolle der Staubfäden hellpurpurn oder matt violett. Bastarde von 808 mit 807, 804 und 805. 808 -f- 807. V. nigrum + Lychnitis Schiede = V. Schiedeanum Koch. Stengel über meterhoch, oberwärts scharfkantig und aufrecht - rispig - verästelt. Blätter eiförmig, gekerbt, oberseits dünnfilzig bis fast kahl, unterseits weich-graufilzig . die untersten in den langen Blattstiel ver- schmälert, die oberen fast sitzend mit eiförmigem Grunde, zugespitzt. Blütenstiele meist doppelt so lang, als der Kelch und samt diesem weifsfilzig. Blumenkronen meist gelb, mittel- grofs, alle Staubfäden hellpurpurwollig, die Antheren sämtlich nierenförmig; Narbe kopfig. @. Juli bis Oktober. Bahndämme, Abhänge, sehr zerstreut. Gnadenberg, Schniegling (Seh !) Zentral- friedhof (m. F !) Bahnbrücke bei Veilhof (Seh !) Sankt Jobst ! ! Erlenstegen mehrmals, Röthenbach (Seh!) Erlangen (Prtl.) Klein- seebach, Baiersdorf (Gl.) Pottenstein (BV.) Fischstein (Schwmrü) Freienfels ! ! Eine dem Lychnitis näher stehende Form mit weifsgelben Blüten, obenbar nigrum -f- Lychnitis ß: album am Bahndamme bei Erlenstegen (Seh !) — 567 — 804 + 808. V. parviflorum -j- nigrum = V. Thapsus -f- nigruni = V. collinum Schrader. Stengel straff- aufrecht, oberwärts scharfkantig und in einen einzigen verlängerten traubig-ährenförmigen Blütenstand endigend, selten mit einigen kürzeren seitenständigen Aehren, an der dem parviflorum näher stehenden Form: a samt den Blättern gelbfilzig. Diese hier länglich, derb, etwas herablaufend, kleingekerbt, die untersten deutlicher gekerbt, länglicheiförmig in einen kurzen Blattstiel verschmälert. Blüten gelb, kaum gröfser, als bei nigrum, die Antheren der 2 langen Staubfäden schiefnieren- förmig oder auch ganz kurz herablaufend. Bei der dem nigrum näher stehenden Form: ß ist der Blattfilz weniger dicht, die Blätter sind breiter und auch die oberen deutlicher gekerbt, die unteren in einen breit geflügelten Stiel verschmälert. Antheren alle nierenförmig. 0. Juli. Abhänge. Priillsbirkig (BV.), «: am alten Bahndamm bei Doos, bei Erlenstegen (Seh!) Breitenberg bei Göfsweinstein ! ! d : Neumühle an der Fernabrücke. Schniegling, Rollhofen (Seh!). 805 -h 808. V. grandiflorum -f- nigrum = V. thapsiforme -h nigrum = V. adulterinum Koch. Stengel straff-aufrecht, fast mannshoch. Blätter etwas derb, gelbfilzig, eiförmig, die oberen mit herzförmigem Grunde halbstengelumfassend und zum Teil etwas herablaufend. Blütentraube ährig, dicht, die Kelche kurzgestielt, Blüten gelb,- grofs, radförmig-flach. Antheren der 2 nur etwas längeren Staubfäden schief-nierenförmig und etwas herablaufend. 0. Juli. Am Zentralfriedhof bei Nürnberg (Seh!) Erlangen ei Burgthann und Pattenhofen (Sim!) und namentlich in der Gsteinacher Klamm bis unter die Kanalbrücke (!! u. a.) bei Katzwang und im Ellenbogenthal!! Koppenhof (Ph.Schm.) zwischen Neuwerk und Deutenbach (Weidner hinter der alten Veste (v. Aussin) früher viel im Leyher Wäldchen i!!u. a.) Schmausenbuck, an der Mündung des Etötenbaches ins Thal der Pegnitz auf losem Diluvialsand, bei Rückersdorfll Kumpel- — 5 / 6 — back nördlich Altdorf (Böhm) im Erlanger Stadtwald, um Ratsberg und nach Bubenreut, bei Dechsendorf (m. F.) Kleinseebach (Gl.) Bruderwald und Bug bei Bamberg (Fk.). 343. Veronica Tournefort. Ehrenpreis. Kelch 4, selten 5 teilig. Röhre der Blumenkrone bei fast allen Arten unserer Flora sehr verkürzt, kaum als solche erkennbar, daher die Blumenkrone radförmig -4 lappig er- scheinend, der obere, meist etwas gröfsere Abschnitt trägt am Grunde die 2 Staubblätter. Griffel 1, Narbe ungeteilt, Kapsel fachspaltig, 2 fächerig. 1. Blüten von Hochblättern gestützt, welche von den Laubblättern wesentlich verschieden sind, in Trauben oder Aehren angeordnet. Fruchtstiele aufrecht. Einjährige oder perennierende Pflanzen mit aufrechten Stengeln. 2. Tragblätter der Blüten von den Laub- blättern verschieden, die Blütenstände von der Pflanze scharf abgesetzt, in Trauben oder Aehren. 3. Blumenkronen radförmig. Blüten stände traubig, sämtlich achselständig. Laub- blätter gegenständig. 4. Kelch 4 teilig. 5. Stengel und Blätter meist kahl. Pflanzen quelliger oder sumpfiger Orte. Wasserehrenpreis. 6. Blütentrauben wechselnd, nur je eine in den Achseln der oberen Laubblattpaare. 824. V. SCUtellata L. Stengel dünn, am Grunde ästig und wurzelnd, die aufsteigenden Stengel fufshoch bis halb- meterhoch, kahl, einfach, selten auch oben ästig. Blätter lineal, spitz, sitzend, kahl, entfernt-rückwärts-kleingesägt, unter jedem Zähnchen mit einer Drüse. Trauben locker, vielblütig; Blütenstiele fadendünn, viel länger als die Blüten, zur Fruchtzeit abstehend , an der Frucht selbt meist umge- bogen. Kapsel flachzusammengedrückt, querbreiter, tief ausgerandet, mit breitem, selbst etwas herz- förmigem Grunde. Hlumenkronen klein, hellblau oder weifslich, rot oder bläulich geädert. 2[. Aendert: Stengel, Blütenstiele, Kelche, oft auch die Blätter am Rande und die Kapseln drüsig-weichhaarig: ß: pilosa Vahl = pubescens Koch = V. parmularia Poiteau et Turpin. Juni, Juli. Einzeln oder gesellig und selbst Massenvegetation bildend in Sümpfen, an Weihern, auch an Bächen, daher häufiger im Keuper, im Jura — 577 — im Quellenhorizont um den Staffelberg, am Cordigast, bei Thurnau, Limmersdorf, Neustädtlein , Kleinziegenfelder Thal (Klf.), im Dogger bei der Haidmühle ! ! sodann auf cretacischer Ueberlagerung am Schafsee im Veldensteiner Forst, am Lochweiher bei Auerbach!! ß oft unter «: dem Typus, oder auch ausschliefslich, nicht selten : zwischen Reichelsdorf und Pillenreut ! ! Eibach (BY.) Schweinau (Kfsl.) Gibitzenhof (m. F!) und gegen Lichtenhof, Dutzendteich. Ziegelstein, am Lärchenbäumlcin hinter Erlenstegen, Poppenwind ! ! 6*. Blütentrauben gegenständig, in den Achseln der oberen Laub- blattpaare. 825. V. Anagallis L. = V. Anagallis aquatica L. Stengel aus liegendem, ästigem Grunde bosis aufrecht, oder gerade aufrecht, einfach oder ästig, fast 4 kantig, kahl, fufshoch bis über meterhoch. Blätter sitzend, aus halbstengelum- fassenclem Grunde lanzettlich, seltener eiförmig, spitz, ent- fernt kleingesägt. Blüten klein, hellblau, dunkler geädert: Fruchttrauben ziemlich gedrungen. Kapsel rundlich, schwach ausgerandet. Aenclert an trockneren Orten mit niederem, fast einfachem Stengel und schmäleren, weniger gezähnten Blättern: V. tenella Schmidt. %. Juni bis August. An Flüssen, Gräben, "Weihern, selbst in nassen Aeckern, verbreitet, auch viel an den Quellbächen im Jura, doch im ganzen weniger häufig als folgende. 826. V. Beccabunga L. Bachbunge. Stengel fast stielrund. Blätter eiförmig, stumpf, kurzgestielt, kerbig-gesägt. seltener fast ganzrandig. Blumenkronen schön himmelblau. Kapseln gedunsen, rundlich, ausgerandet. 2|~ Juni bis September. An Bächen, Quellen und Gräben, verbreitet im ganzen Gebiet, namentlich auch an den Quellbächen des Jurazuges. An trockneren Orten, in Strafsengräben entstehen niedere, oft nur fingerhohe Formen mit kleinen Laubblättern : ß : minor Koch, so zwischen Lauf und Schönberg ! ! Bei Forsthof beobachtete ich eine stark kriechende Form, bei welcher selbst noch die Blütentrauben tragenden Blattachseln mit "Wurzeln im nassen Sande befestigt waren. 5*. Stengel und Blätter behaart. Pflanzen trockener Standorte. 827. V. Chamaedrys L. Männertreu. Grundachse kriechend, Stengel aus aufsteigendem Grunde aufrecht, iüfs- hoh, einfach oder ästig, mit 2 abwechselnden Haarleisten besetzt, die Haare derselben weifs, gekräuselt. Blätter eiförmig, mit etwas herzförmigem Grunde sitzend, stumpflieb oder spitzlich, am Rande gekerbt-gesägt, uneben. Kelchblätter eilanzettlich , spitzlich, so lang oder wenig kürzer, als die Blütenstiele, länger als die dreieckige, oben wenig ausgerandete, etwas behaarte Kapsel. Blütentrauben gegenständig, locker, reich hl f'i i ig. Blumenkronen ziemlich ansehenlich, himmel- Alili. iL Nat. Ges. XIII. Bd. Kinn,. 37 — 578 — blau, sehr leicht abfallend. %. Mai bis September. Verbreitet auf Rainen und trocknen Wiesen , an Hecken. Eine sehr hohe straffaufrechte P'orm mit grofsen , eiförmigen , spitzen , scharf gesägten Blättern und sehr schmalen spitzen Kelchzipfeln, habituell ungemein an V. urticifolia erinnernd im Stadtgraben zu Nürnberg (Seh!). Aendert ferner: §: lamiifolia Hayne. Blätter deutlich gestielt, gekerbt oder eingesehnitten-gekerbt, habituell sehr an V. montana erinnernd, Blütentrauben einzeln oder gegenständig, so am Waldhaus bei Öttensoosü 828. V. montana L. Stengel schlaff, aus der dünnen verzweigten Grundachse bogig aufsteigend, fingerhoch bis fufs- hoch, ringsum zerstreut-behaart. Blätter breiteiförmig oder die untersten selbst rundlich, dünn, dunkelgrün, beider- seits zerstreut-behaart, an der Spitze stumpflich, am Rand- entfernt-gekerbt-gesägt, am fast herzförmigen Grunde ganze randig, langgestielt. Blütentrauben kurz, wenigblütig, sehr locker , einzeln oder gegenständig , Blütenstiele fadendünn, mehrmals länger als die Kelchzipfel, diese spateiförmig, kürzer als die plattgedrückte, an beiden Enden herzförmige, am Rande wimperig - gezähnelte Kapsel. Blumenkrone weifsbläulich, dunkler geädert, kleiner als bei voriger. "2|7 Juni, Juli. Wald- schatten, an feuchten Felsen, auf Diluvialsand, rhätischem Keuper und Personatensandstein, selten : in der Grünsberger Schlucht oberm Jungermanns- vulgo Doktorsbriinnlein und im Wald am Striegel bei Altdorf!! zwischen dem Valznerweiher und Fischbach (Sim.) am Buchenrangen bei Behringersdorf (m. F!) von Röthen- bach gegen Diepersdorf !! zwischen Haimendorf und Schönberg (BV.) am Reuther Berg (Seh!) am Nonnenberg!! Schnaittach (Kfm.) Tannfeld, Mönchau, dann häufig am Nordrande des Jura bei Strössendorf , Lichtenfels, unter Kloster Langheim und Vierzehn- heiligen und zwischen beiden selbst auf weifsem Jura im Buchen- wald (Klf.) Banz!! 829. V. officJnalis L. Stengel am Grunde ästig, nieder- liegend und wurzelnd, dann aufsteigend, bis 2-fufshoch, rauh- haarig. Blatt erverkehrtei förmig oder elliptisch, keil ig in de n kurzen Blattstiel verschmälert, spitz oder stumpflich, gekerbt-gesägt, ziemlich derb. Blütentrauben samt den Kelchen drüsenhaarig, die untersten meist einzeln, die oberen gegen- ständig, reichblütig; Blumenkronen hellblau oder blaurosa, dunkler geädert, selten reinweifs. Kelche kürzer als die Blütenstiele ; Fruchttraube gedrängt; Kapseln drüsig,, stumpf-dreieckig, nicht oder wenig ausgerandet. 2|.. Juni, Juli. Heiden, trockne Wälder, verbreitet, namentlich auf Diluvialsand und Burgsandstein; tlore albo zwischen Almoshof und Kraftshof! ! Eine sehr gedrungene niedere Form mit rundlicheren Blättern : ß: Tournefortii Schmidt in Koch Synopsis, und mit tiefblauen Blüten am Bahndamm bei Weiherhof (Seh!). — 579 — 4*. Kelch 5 teil ig, das hintere Läppchen kleiner. 830. V. prostrata L. Stengel zahlreich, die un- fruchtbaren ausgebreitet, niederliegend, die bluten - tragenden bogig- auf strebend, 1 bis 2 Finger hoch, samt den Blättern kurzhaarig. Blätter lanzettlich bis lineal, entfernt -gekerbt -gesägt, kurzgestielt. Blüten- trauben ziemlich kurz, Blumenkrone hellblau. Kapsel rimdlich-verkehrteiförmig, schwach ausgerandet, länger als der Kelch. 2J. £• Mai, Juni. Sonnige Abhänge , Waldränder, auf Felsen. Kanndorf!! Göfsweinstein (SS. II)j Pegnitzü in und am Hauptsmoorwald (Fk.). 831. V. Teucrium L. = V. latifolia Koch. Stengel einzeln oder wenige aus der Grundachse bogig aufsteigend und aufrecht, fufshoch und darüber, derb, samt den Blättern kurzhaarig. Blätter eiförmig bis lanzettlich, spitz, un- gleich eingeschnitten -kerbig -gesägt seltener tiefer und fast doppelt-gesägt , die untersten kurzgestielt, die mittleren mit schwachherzförmigem Grunde sitzend, die obersten oft wieder schmäler und bei keiligem Grunde etwas gestielt. Blüten- trauben verlängert, reichblütig, dabei die Blumen- kronen ziemlich ansehenlich, himmelblau mit dunkleren Adern. Kapseln rundlich-verkehrteiförmig, spitz ausgerandet, so lang oder selbst kürzer als die Kelchzipfel. 2|.. Aendert: a: major Schrader. Stengel aufrecht, hoch und kräftig. Die mittleren Blätter breit, zuweilen ziemlich stumpf, mit herz- förmigem Grunde halbstengelumfassend. ß: minor Schrader. Stengel aus niederliegendem Grunde aufsteigend, meist niederer, schlank. Blätter länglich bis lanzettlich, in den Grund verschmälert oder kurzgestielt, spitz. Juni , Juli. Grasige Abhänge. Häufig im ganzen Jurazug als a, im Keuper und auf Sand seltener, z. B. Schwarzachthal, Rednitzthal, alte Veste, Fürth, Burgzwinger auf der Mauer, Rechenberg, Erlangen!! Aischthal (Gl.) — ß seltener: Bucken- hof , am Hainberg unter Steinamwasser , im Thal unter Krögel- steinü Eine sehr abweichende Form von a mit bogig auf- steigendem, sehr zottigem Stengel, die Blätter sehr tief, teilweise doppelt eingeschnitten, die Kapseln seichter ausgerandet: nahe der Muschelquelle hei Streitberg!! 3*. Blumenkrone mit deutlicher, walzen- förmiger Röhre. Blüten in ährenähn- lichen Trauben, diese end ständig, einzeln, daneben öfter auch achsel- ständige. Laubblätter gegenständig oder quirlig, die obersten öfter ab- wechselnd. 37* — 580 H : V. longifolia L. Stengel straff-aufrecht , über meterhoch, nebst den Blättern kurzhaarig: diese aus ab- gerundetem oder herzförmigem Grunde länglich-lanzettlich, in die lange Spitze verschmälert, scharf doppelt-gesägt, gegen die Spitze öfter nur einfach gesägt, gestielt, gegenständig, seltener die mittleren zu 3 und 4 quirlig -gestellt. Blüten- traube verlängert , gedrungen. Blumenkronen himmelblau. Kapsel gedunsen, ziemlich spitz ausgerandet. 2J.. Juli bis Sep- tember. Wild an Flufsufern in Mitteleuropa, z. B. an der Donau bei Regensburg ! ! dann häufig gezogen in Gärten und öfters ver- wildernd; so beobachtet: an einem Zaun an der Tullnau (Sturm 1856! vom Finder für wild gehalten) am Jobster Bahnhof (!! 1894) hinteren Maxfeld (Seh. 1898!) bei Erlangen vorübergehend im Weidengebüsch am Kanal (SS. II) innerhalb der Burg Veldenstein • Seh!) bei Thurnau auf Limmersdorf zu (Kl f.) doch wohl auch hier aus dem nahen Giech'schen Schlofspark ausgewandert, 832. V. spicaia L. Stengel aus bogigem Grunde auf- recht, fufshoch, selten höher, samt den Blättern kurzhaarig, im obersten Teile oft drüsenhaarig. Blätter stets nur zu 2, gegen- ständig, die untersten eiförmig, gestielt, mit eiförmigem Grunde und stumpfer Spitze , am Rande gekerbt, die mittleren länglich-eiförmig, spitz, keilig in den Grund verschmälert, kerbig-gesägt. Blütentraube einzeln, höchst selten einige , ge- drängt, die Blütenstielchen ganz kurz oder fehlend. Blumen- krone tief himmelblau, nicht klein. Kapsel gedunsen, rundlich- verkehrteiförmig, kaum ausgerandet. %. Juli, August. Sonnige Hügel. Im Süden geht die Verbreitung im Eichstätter Jura sehr nahe ans Gebiet heran: um Treuchtlingen, im Weissenburger Forst (Schnzl., Frkh.), viel auf dem Arzberg bei BeilngriesÜ am Fufsweg von Beilngries nach Holenstein (Hffm.) auf dem Wolfs- berg bei Dietfurt (Seh!). Dann westlich vom Gebiet auf den Gipsbrüchen bei Windsheim!! Dieses Vorkommen ist wieder ein Vorposten der Mainthalverbreitung: Würzburg, Kitzingen, Schweb- heim, Schweinfurt. 2*. Laubblätter in die Tragblätter allmälig übergehend und daher die Blütenstände von der beblätterten Pflanze nicht scharf abgesetzt. Trauben am Stengel und an den Aesten endständig. Blumenkrone radförmig: 7. Samen flach, schildförmig: 8. Blütenstielchen so lang oder länger als der Kelch: 833. V. serpyllifoiia L. Stengel am Grunde niederliegend und wurzelnd, ästig, die Aeste aufsteigend, unverzweigt, kurz- behaart, derb. Blätter rundlich-eiförmig, ziemlich stumpf, die untersten kurzgestielt, die oberen sitzend, alle ziemlich kahl, — 581 — am Rande wenig- und undeutlich gekerbt, unterseits der Mittel- und 2 Seitennerven stärker hervortretend. Blütentraube ziem- lich locker , Blütenstielehen aufrecht. Blumenkrone klein, weifslich oder auch rötlich mit blauen Adern. Kapsel zu- sammengedrückt, querbreiter, stumpf ausgerandet, samt den Kelchen drüsig. Aendert an schattigen Stellen mit länglich- eiförmigen Blättern und die unteren Blütenstielehen viel länger als der Kelch. 2|.. Mai bis August. Rasenplätze, Viehweiden, Raine, grasige Waldstellen, selbst in feuchten Aeckern, verbreitet; die Schattenform hinterm Schmausenbuck ! ! Ziegelstein (R!) eine Form mit schön tiefblauen Blüten an der Brucker Lache!! 8*. Blütenstielehen kürzer als der Kelch: 9. Blattspreite ungeteilt. Fruchttraube locker : 834. V. arvensis L. Stengel einfach oder ästig, bogig aufsteigend oder aufrecht, fingerhoch bis fufshoch, weichhaarig. Blätter aus schwachherzförmigem Grunde eiförmig, stumpflich, 3 nervig , kerbig-gesägt, rauhhaarig , die untersten kurzgestielt, die oberen sitzend, in die oben lanzettlichen, ganzrandigen Stützblätter der Blüten allmälig übergehend. Blütenstielehen halb so lang als der Kelch oder noch kürzer. Blütentraube locker , zuweilen fast bis an die Stengelbasis herabgehend. Blumenkronen klein, hellblau. Kapsel verkehrt -herzförmig, tief spitz-ausgerandet, kaum höher als breit, samt den Kelchen drüsenhaarig; Griffel so lang oder etwas kürzer als die Aus- randung. 0. Mai bis September. Wegränder, Raine, trockne Wiesenplätze, Aecker, verbreitet. 9*. Spreite der mittleren Blätter fiederteilig. Fruchttraube ziemlich gedrängt: 835. V. verna L. Schmalhausen = V. verna var. brevistyla Froelich. Stengel aufrecht, einfach oder aufrecht-ästig, finger- hoch, selten höher, wie die ganze Pflanze drüsig behaart und gelb grün. Die untersten Blätter nicht geteilt, kurzgestielt, eiförmig mit keiligem Grunde, gezähnt, die mittleren fieder- spaltig, der Endlappen gröfser und breiter als die seitlichen, in der Form allmälig in die zu oberst ganzrandigen linealen Tragblätter übergehend. Blütentraube gedrängt , auch zur Fruchtzeit ziemlich dicht, Blütenstielehen aufrecht, etwas kürzer als der Kelch; Blumenkrone trichterförmig vertieft, nur so grofs als bei arvensis, tiefer blau. Kapseln gelb grün, ver- kehrt-herzförmig, etwas breiter als lang, der Grund fast einwärts-geschweift-keilig, die seitlichen Ränder über die Kelchblätter fast spreizend hinausragend , der Griffel die Ausrandung nicht oder nur wenig überragend, J /s so lang als die Scheide wand der Kapsel; Samen in jedem — 582 — Fache 6 bis 8. Q. Gesellig an Böschungen, trocknen Rainen, "Waldrändern auf Sandboden, zumeist auf Diluvialsand : von Unter- heckenhofen gegen Bahnhof Roth, zwischen Katzwang und Reichels- dorf!! daselbst (R!) bei Weiherhaus und Pillenreuth, Deutenbach, Eibach ! ! zwischen Maiach und Röthenbach (R !) von Gibitzenhof nach Lichtenhof, am Dutzendteich, Peterbaide, Glaishammer und gegen Zerzabelshof, am alten Pulvermagazin und an der Mühle zwischen Mögeldorf und Sankt Jobst, von Rötenbach gegen Grün- thal!! bei Muggenhof mehrmals (! ! Pf.) Weiherhof (Pf!) Burg- farrnbach (Scbm!) zwischen Bernbach und Siegelsdorf!! Krafts- hof (Seh!) Erlangen (m. F !) zwischen Hagenhausen und Gnaden- herg, zwischen dem Appenberg und Wohnsgehaig auf feinstem Doggersand !! Sehr kleine Form des dürftigsten Sandbodens mit niederem, dünnen, einfachen Stengel und ungeteilten Blättern: V. Bellardii Wulfen zwischen Gibitzenhof und Lichtenhof, Ueber- gänge vom Typus zu dieser Form zwischen Deutenbach und Stein!! 836. V. Dillenii Crantz = V. sueculenta Allioni = V. campestris Schmalhausen = V. verna var. longüstyla Froelich. Stengel aufrecht, meist ästig, finger- bis fufshoch, wie die ganze, übrigens gegen vorige viel robustere Pflanze drüsig, Blätter tiefgrün, etwas dicklich, mit breiteren und stumpferen Abschnitten, beim Trocknen oft schwarz werdend. Blumen- krone himmelblau, flach ausgebreitet, fast so grofs als bei triphyllos. Kapsel hellbraun-grünlich, rundlich, mit abgerundetem Grunde, Griffel die Ausrandung weit überragend, halb so lang als die Scheidewand; Samen in jedem Fache 9 bis 13. Q. Mai, Juni. Gesellig und meist mit voriger an den gleichen Orten: zwischen Gnadenberg und Hagenhausen, Bernlohe, von Unterheckenhofen nach Roth, Kühdorf, Pillenreuth!! Gerasmühle (Krzl.) Eibach !! um Stein (m. F!) Weickershof, Muggenhof, Dutzendteich!! Herrnhütte, Manhof (Seh!) Erlangen (Zuccarini). 7*. Samen vertieft, b ecken förmig: 837. V. triphyllos L. Stengel einfach oder namentlich am Grunde ästig, aufrecht oder ausgebreitet, zur Blütezeit kaum fingerhoch, zur Fruchtzeit aufrecht und verlängert, wie die ganze Pflanze drüsig-kurzhaarig, dunkelgrün, oft bräunlich oder trübpurpurn überlaufen. Untere Blätter klein, rundlich- eiförmig, gekerbt, gestielt, mittlere und obere gröfser sitzend, bandförmig 3 bis 5, seltener selbst 7 spaltig, die Ab- schnitte länglich-spatelförmig, der mittlere viel breiter. Blumen- krone kornblumenblau , sehr leicht abfallend , in lockeren Trauben, die Blütenstielchen dünn, aufrecht-abstehend, länger als die Tragblätter, von denen die obersten oft ungeteilt sind. Kapsel rundlich, geädert, unten gedunsen, am Rande der Klappen zusammengedrückt, flach- oder ziemlich spitz-ausge- randet. Q. März bis Mai. An Rainen, auf Aeckern, vornehm- lich auf Sandboden , verbreitet. Auf recht dürftigem Flugsand — 583 — entstehen fadendünne, einblütige, einfache Zwergexemplare, z. B. bei Gibitzenhof (Sim!), eine Form mit weifslicher Blüte bei Unter- bürg (R!). 838. V. praecox Allioni. Stengel meist aufrecht, einfach oder aufrecht-ästig, drüsig und kurzhaarig. Blätter 3 eckig- rundlich, gekerbt, die mittleren mit fast herzförmigem Grunde, alle gestielt. Blumenkrone dunkelblau, Blütenstiele aufrecht, länger als die Tragblätter, diese eiförmig, die obersten ganz- randig und sitzend. Kapseln oval, höher als breit, ausge- randet, gedunsen. 0. April. Gesellig in Aeckern mit schwerem Boden: zwischen Oberhochstadt und Burgsalach, zwischen Pars- berg und Luppurg (Seh !) Erlangen (SS. II) Kautschenberg, Kreutz- schuh (Fk.), dann westlich vom Gebiet um Windsheim!! Wohl nur adventiv 1900 bei Forsthof (Seh !). 1*. Tragblätter den Laubblättern gleichge- staltet, die Blüten daher blattwinkelständig erscheinend: 10. Blätter gekerbt-gesägt. Kelchzipfel nicht herzförmig: 11. Obere Blütenstiele viel länger als die Blätter, Blumenkrone ziem- lich grofs. 839. V. Tournefortii Gmelin = V. Buxbaumii Tenore = V. persica Poiret. Stengel vom Grunde an verzweigt, die Aeste oft fufslang, kriechend und etwas aufsteigend, wie die ganze Pflanze kurzhaarig. Blätter aus herzförmigem oder ab- gestutztem Grunde rundlich-eiförmig bis länglich-eiförmig, tief kerbig-gesägt, gestielt. Kelchzipfel lanzettlich, spitz, zur Frucht- zeit spreizend; Blumenkronen ziemlich ansehnlich, die gröfsten in dieser Gruppe, himmelblau, dunkler geädert. Kapsel quer- breiter, scharf- gekielt, netzförmig-geädert, drüsig gewimpert, zur Fruchtzeit die nahezu eckigen, 5 bis 8 sämigen Fächer stark divergierend; alle oder nur die oberen Frucht- stiele viel länger als die Tragblätter, fadenförmig, schiefab- stehend, oben sich umbiegend oder zur Fruchtzeit im Ganzen bogig umgebogen. Aendert: ß: hospita Mertens et Koch mit sehr dünnen, fädlichen Stengeln, halb so grofsen, meist nicht tief-gekerbten und mehr eiförmigen Blättern, auch die Blüten kleiner als am Typus. 0. April und Mai, dann wieder Juli bis Oktober. Aecker mit schwerem Boden, daher verbreitet im Lias und auf den Juraplateaus, vom Lias auch oft in den rhätischen Keuper herabgehend!! im mittleren Keuper selten z. B. Ziegelstein (m. F.) Herrnhütte, Oberbürg!! Behringersdorf(Sch!), im Diluvialsand fehlend, ß: bei Eismannsberg, am alten llothenberg, Pegnitz etc. I! 11*. Alle Blütenstiele so lang oder kaum länger als die Blätter. Blumen- kronen klein: — 584 — 12. Kelchzipfel zur Fruchtzeit mit den Rändern sich nicht deckend. Kapsel am Rande gekielt: 840. V. agrestis L. Aestig, die Aeste fingerlang, selten änger, liegend oder etwas aufsteigend, kurzhaarig. Blätter änglich-eiförmig, grasgrün, wenig behaart, am Rande gesägt- gekerbt , der Grund herzförmig oder gestutzt. Kelehzipfel elliptisch, stumpflieh. Blumenkrone blafsblau, dunkler ge- ädert, meist ein Zipfel dunkler. Kapsel wenig-gekielt , nur wenig breiter als lang, spitzwinkelig ausgerandet, zerstreut drüsenhaarig, Fächer 3 bis 8 sämig. 0. Im ersten Frühjahr, dann wieder im Herbst, auf Ackerland verbreitet. 841. V. opaca Fries. Blätter rundlich-eiförmig, der Grund meist herzförmig, trübgrün, glanzlos, gekerbt, samt den Stengeln dicht kurzhaarig. Kelehzipfel fast spateiförmig, stumpf. Blumenkrone hellblau. Kapsel am Rande gekielt, fast doppelt so breit als lang, rechtwinkelig ausgerandet, dicht kurzhaarig mit untermischten Drüsenhaaren , Fächer 1 bis 5 sämig. Q. April, Mai. Aecker mit schwerem Thonboden, selten. Poppenreuth (Seh!) Henfenfeld, Juraplateau hei Arzloheü und ober Vierzehnheiligen iKlf.). Westlich vom Gebiet bei Unter- nesselbach (Seh!) und Windsheim (Rost). 12*. Kelchzipfel zur Frucht zeit sich mit den Rändern deckend oder doch berührend. Kapsel gedunsen, nicht gekielt: 842. V. polita Fries. Stengel meist zahlreich, unten vielästig, wenig behaart. Blätter hellgrün, etwas dicklich, aus herzförmigem Grunde rundlich-eiförmig, sehr regelmässig tief- gekerbt-gesägt , zerstreut behaart bis fast kahl, spiegelnd. Kelchzipfel breiteiförmig, spitz. Blumenkrone schön himmel- blau. Kapseln breiter als lang, spitzwinkelig ausgerandet, die Fächer bis 14 sämig, auf den starkgewölbten Seitenflächen kurzhaarig, am Rande drüsenhaarig. 0. März bis Oktober. Aecker, verbreitet, viel häufiger als 841, namentlich auch auf den Juraplateaus. Aendert : ß: pilosa Rost (in sched.) Aeste, Blätter und Kelche ziemlich dichtkurzhaarig, wodurch eine Verwechselung mit opaca leichter möglich ist, so bei Windsheim!! y. autumnalis Lange. Stengel verlängerter. Blütenstiele viel länger als beim Typus : Plattnersanlage ! ! 10*. Blätter 3 bis 7 lappig. Kelchzipfel am Grunde herzförmig. 843. V. hederifolia L. Stengel unten ästig, die Aeste aufsteigend, bei Schattenformen zur Fruchtzeit sehr verlängert. 585 - Blätter gestielt, aus herzförmigem Grunde rundlich. 3 bis 5 oder 7 lappig, der mittlere gröfser, spitzlieh. Kelchzipfel aus herzförmigem Grunde spitzeiförmig, zur Fruchtzeit die Seiten- ränder auswärts-gebogen und daher der Kelch 4- flügelig er- scheinend. Blüten ziemlich langgesielt, blafsblau. Kapseln fast kugelförmig, am Rande eingeschnürt, oben eingedrückt, kaum ausgerandet, daher fast 4 lappig, die Fächer nur 1 bis 2 sämig. Ganze Pflanze abstehend-drüsig-behaart. 0. März oder selbst schon im Februar, bis Mai. Aecker, Grasplätze, ver- breitet. Eine Form mit tiefblauen Blüten zwischen dem Gustav- Adolph-Keller und der Biebertmündungü 344. MelampjTlim Tournefort. Wachtelweizen, Kuhweizen. Kelch röhrig mit 4 zugespitzten Zähnen. Blumenkrone röhrenförmig, zweilippig, Oberlippe helmförmig, von der Seite her zusammengedrückt, Unterlippe mit 2 Höckern. 4 Staub- fäden, zweimächtig, Staubbeutel kurzhaarig. Kapsel eiförmig, zusammengedrückt; Kapselfächer 1 bis 2 sämig, Samen grofs, glatt, eiförmig, einem enthülzten Weizenkorn ähnlich, woher der deutsche Gattungsname. Blätter gegenständig. Alle Arten werden beim Trocknen schwarz. 1. Blütenähren kurz, gedrängt 4 seitig; Hoch- blätter dicht-dachziegelig, nach aufwärts z u s a in m e n g e k 1 a p p t. 844. M. cristatum L. Stengel abstehend-ästig, finger- bis fufshoch, wie die ganze Pflanze schärf lichrauh. Blätter lineal. Hochblätter rundlich-herzförmig, aufwärts zusammen- geschlagen, am oberen Rande kammförmig-dicht-, oft doppelt gesägt, gefärbt: hellgelb oder purpurn, die Spitze ganzrandig, an den unteren Hochblättern verlängert und zurüek- gebogen, allmälig den Laubblättern an Form und Farbe ähn- licher werdend. Kronröhre aufsen rauh, gut doppelt so lang als der Kelch, gelblich oder samt dem oberen Teil der Blumen- krone rosa bis purpurn, die Unterlippe fast immer gelb. Kapsel fast halbkreisförmig. 0. Aendert : g: pallidum Tausch, Rlurnenkrone weifsgelb, die Hoch- blätter bleichgrün oder gelblich. Juni bis August. Laubwälder, Waldwiesen auf schwerem Boden, daher vornehmlich im Jurazug, auch auf Lias, seltener bis in den Zanklodonletten herabgehend, im mittleren Keuper vereinzelt bei Ileinersdorf (SS. II) dann wieder häufig im Gyps- keuper des Aischthales bei Altheim und Windsheim II — Spalt (BV.) Sclili'ipfelberg (m. F !) Hubirgü auf dem ganzen Iletzleszng und der Krlanger Liashöhe, selbst bei Bubenreut, (Koch u. a!) auch bei Geiganz (Seh.) und Effelterich (m. F!) bis gegen Boxdorf herahgehend (Sim. Seh!) auch bei Kerschbaeh an der Strafse nach — 586 — Gofsberg (Gl.); auf rhätischem Keuper bei Schiammersdorf!! Bruderwald (Fk.) von Hochstall nach Tiefenhöchstädt , oft im Eschlippthal , am Hummerstein!! bei Muggendorf am Glaserberg (R!) und häufig um das Quackensehlofs und den Adlerstein!! Speckberg bei Wüstenstein, Waischenfeld nach Xankendorf (Sim.) auf den Truppacher Bergen (Puchtler, Sim.) und vom Lochauthal an verbreitet über Hollfeld bis über Krögelstein hinauf!! bei Fernreuth (Sim.) Zwernitz (m. F.) Pfarrhügel (Sim.) Kasendorf (Harz) im Kleinziegenfelder Thal bis Weifsmain und über den Cordigast nach den Staffelbergen vielerorts (m. F !) nach Hnl. auch am Sophienberg, ß seltener als die rotblühende Form, oft stehen beide durcheinander. 1*. Blütenähren lang, ziemlich dicht, allseits- wendig. Hochblätter flach. 845. M. arvense L. Ackerwachtelweizen , Erdweizen. Stengel aufrecht, rufshoch, aufrecht-ästig, mehr oder minder dicht kraushaarig. Blätter lineal, am Rande und auf den Flächen rauh, trübgrün, lanzettlich, sitzend oder kurzgestielt, die unteren ganzrandig. die oberen in Form und Farbe in die purpurnen, spitzen, am Grunde langgrannig gezähnten, unter- seits zweireihig-schwarz-punktierten Hochblätter übergehend. Kelche rauh, die grannig bespitzten Zähne so lang als die aufsen ebenfalls rauhe Kronröhre. Blumenkrone purpurn, am Gaumen gelb. Kapsel verkehrt-eiförmig, Q. Aendert: ß: chloranthum Schur. Hochblätter bleichgelb, Kronen weifsgelb. Juni bis August. In Aeckern mit schwerem Boden, daher auf den Plateaus längs des ganzen Jurazuges häutig, ebenso im Lias bei Spalt. Pleinfeld, Staut', Hilpolstein, Altdorf, um den Moritzberg, auf dem Lauf-Heroldsberger und namentlich dem Erlanger Liaszug, hier bei Ebersbach auch viel in Wiesen!! — viel seltener im Keuper z. B. Heinersdorf, Keidenzell, Kadolzburg (Schm.) alte Vesteü Dambach (Frnmllr!) Neubürg (Gl.) und gegen Poppenwind!! Igelsdorf (Gl.); dann wieder in Menge auf dem Bayreuther Muschelkalkzug (m. F.) und im Gypskeuper des Aisch- thales bei Altheim (Ph. Schm.) und Windsheim! ! — ß selten: Mariahilf gegen Lahr (G. M ) Eschenfelden (Pr.) Cordigast (Harz). 1**. Blütentrauben locker, namentlich am Grunde, e i n s e i t s w e n d i g : 2. Hochblätter prachtfarbig. Kelche zottig. 84-6. M. nemorosum L. Stengel fufshoch bis halbmeter- hoch, ästig, unten mit kurzer abwärts gekrümmter, oben mit längerer, fast zottiger Behaarung. Laubblätter eiförmig bis lanzettlich, zugespitzt, deutlich gestielt, am Rande rauh, die oberen in die Hochblätter übergehend, diese am Grunde TD 1 herzförmig, darüber beiderseits eingeschnitten-gezähnt mit borstenförmigen Zähnen, die oberen amethystblau. Zähne des Kelches lanzettlich, halbsolang als die Kronröhre, diese - 587 wagrechtstehend, braunrot oder gelb, die Blumenkrone am wenig klaffenden Rande orangegelb. In den oberen Blattachsen fehlen zuweilen die Blüten. Kapsel solang als der Kelch, gegittert-quer-nervig. 0. Formenreihe : ol: typicum GL Beck. Stengel ästig. Blätter eiförmig, rasch in den Stiel verschmälert oder der Blattgrund rundlich, bei einzelnen selbst herzförmig. Hochblätter amethystblau. ß: bipunctatum A. Schwarz, die meisten Hochblätter gelbgrün, beiderseits des Mittelnerven mit einem amethystblauen Punkt gezeichnet, nur die obersten ganz blau, sonst wie a. f. virens Klett et Richter, alle Hochblätter gelbgrün, die obersten selbst weifsgelb, sonst wie a. q: moravicum H. Braun. Stengel meist einfach. Blätter eilanzettlich, mehr allmälig in den Blattgrund verschmälert, an den Seitenästen, wenn solche vorhanden sind, selbst lineal- lanzettlich. Deckblätter amethystblau. Juni bis September. Gesellig an buschigen Abhängen, vor- wiegend im Dolomit. Plateau zwischen Unterneden und Klingen- hof (Rohn) Fürnried (Schnzl. Frkh.) mehrmals im Hammerbach- thal (m. F.) Ranna (Faust) Mosenberg, Höfen, zwischen Plech und Eichenstrut : - hof (Seh!); 6: am Seebach bei Erlangen (Sclrwg. K.) wohl Schreber's Originalstandort: s: Waldsumpf bei Neunhof (Seh !) : C: Neumühle, Kraftshof, Hartmannshof (Seh!); rj: am Auerberg (Seh!). 9**. Stengel und Aeste mit sterilen Blatt - bü schein abgeschlossen. Blütenquirle mehr oder weniger von einander getrennt , in den — 611 Winkeln der Blätter. Nüfschen glatt oder fein- warzig: Sativae. 880. M. verticillata L. Stengel einfach oder ästig, meist nicht kräftig, behaart, oben flaumig oder zottig. Blätter eiförmig, gesägt, in Bezug auf Blattgrund und Spitze sehr verschieden, alle ziemlich gleich oder die oberen viel kleiner und deckblattartig werdend. Kelche behaart. August, September. Ufer, Waldgräben. Formenreihe: a: genuina H. Braun. Blätter eiförmig-elliptisch mit breit zugerundeter Basis, vorn spitz, gesägt, beiderseits deutlich behaart, alle ziemlich gleich grofs und die obersten nicht rasch viel kleiner werdend, so verbreitet. ß: sativa L. Blätter breiteiförmig mit breit abgerundetem Grunde, runzelig, am Rande krausgeschlitzt, beiderseits ziemlich dicht behaart , nach oben an Gröfse sehr abnehmend , deck- blattähnlich. Stengel, Blütenstiele und Kelche dicht rauhhaarig, so als gezogen und wild angegeben in SS. II. y: latissima Strail. Stengel hoch, meist ästig. Blätter breiteiförmig, spitz, die eiförmige Basis in den Blattstiel herab- laufend, tief- und grobgesägt, beiderseits kurzhaarig, die unteren lang- die oberen kürzer gestielt. Blütenstiele und Kelche wimperigbehaart: Kauerlach, Reckenstetten, Seligenporten,Henfen- feld, Happurg, Neumühle bei Zirndorf (Seh!). § : nitida Host. Stengel schlaff, fast kahl. Blätter ober- seits fast kahl, spiegelnd, eilänglich, schmäler als bei y 5 lang- gestielt; Blütenstiele und Kelche wenig behaart: Xeumühle und Fernabrücke, Kraftshof. zwischen Heroldsberg und Grofsgescheid (Seh!). £: rhomboidea Strail. Stengel nicht dicht behaart. Blätter beiderseits kurzhaarig, nach beiden Enden lang ver- schmälert, von der Mitte zum keiligen Blattgrund ganzrandig. zur Spitze hin scharfgesägt mit liegender Serratur, die des Hauptstengels eiförmig-rhombisch, die obersten und die an den Seitenästen lanzettlich-rhombisch, scheint Waldform zu sein: Erlenstegen!! Ziegelsteiner Wald, Birkelweiher bei Kalchreuth (Schi). £: statenicensis Opiz. In Heinrich Braun's eingehender Bearbeitung der Gattung Mentha, Verhandlungen der k. k. zool. bot. Gesellschaft zu Wien 1890 ist diese Form zwar nicht für Deutschland, sondern für Statenic in Böhmen, sodann für Rufs- land angegeben, doch lassen sich am besten hier jene mehreren- orts im Gebiete beobachteten Formen einreihen, welche habituell den Uebergang zu den Subspicaten bilden, indem die obersten Blätter allmälig kleiner, zuletzt sehr klein werden und dadurch der Gesamtblutenstand eine Aehnlichkeit zur ährenförmigen Anordnung unverkennbar darstellt. Stengel aufrecht, hoch, meist reichästig, zuweilen rot überlaufen. Blätter beiderseits 39* — 612 — zerstreut behaart, die untersten grofs, elliptisch-lanzettlich mit vorgezogener Spitze, scharf gesägt, oft violett überlaufen, in den ziemlieh langen, weifslich behaarten Blattstiel allmälig zulaufend, die obersten viel kleiner, oft längs der Mittelrippe zusammengefaltet. Blütenstiele und Kelche behaart, oft rötlich überlaufen: Labermühle, Offenhausen, Henfenfeld, Neumühle und Fernabrücke, um Ammerndorf, Emskirchen, Dechsendorf (Seh!). 8*. Kelche kurzglockig mit dreieckigen Zähnen: Cam- panocalyces. 10. Blätter mit keiligem Grunde in den Stiel verschmälert: Fonianae. 11. Die unteren Blattstiele deutlich länger als die in ihren Achseln stehenden Blüten wirtel: 881. M. parietarjaefolia Becker. Stengel aufrecht, meist einfach und zart, oder ästig, unten kahl oder schwachbehaart, oben längs der Kanten dichter behaart. Blätter eiförmig- lanzettlich, ziemlich grofs. nach beiden Enden verschmälert, von dünner Konsistenz, beiderseits kahl oder schwachbehaart, die Unterseite etwas spiegelnd, am Rande ziemlich stumpf- gezahnt, der lange Blattstiel kahl oder zerstreut behaart. Blütenstiele kahl. Kelche fast kahl, seltener reichlicher behaart, grün mit kurzdreieckigen Zähnen. Habitus bei typischen Formen an Parietaria ereeta erinnernd. August, September. Waldgräben, Tümpel. Zwischen Roth und Allersberg (Seh!) Ellmannsdorf !! Püscheldorf, Otfenhausen, Schupf, Schönberg (Seh !) Schmausenbuck (Frdrtr!) Sebaldi Wald am Weg nach Kalchreuth, Kraftshof. Xeunhof (Seh!). ß: silvatica Host, von voriger verschieden durch viel kleinere Blätter, welche meist samt dem Blattstiel behaarter sind, die obersten mehr eiförmig; es finden sich jedoch auch Formen vor, die in allen Teilen ebensowenig behaart oder selbst noch kahler sind als a. Stengel niederer, meist nur fufshoch, einfach oder ästig. Juli bis September. Waldgräben. Sümpfe, Teichränder. Rot, Allersberg (Seh!) Dutzendteich, Herren- hütte, um Ziegelstein!! am Weg nach Kalchreuth, Almoshof (Seh!). 11*. Alle Blattstiele kürzer oder höchstens so lang als die Blütenquirle. 882. M. austriaca Jacquin. Stengel aufrecht oder auf- steigend, zuweilen purpurn überlaufen, kurzhaarig. Blätter elliptisch, spitz, in den Blattstiel allmälig verschmälert, mehr oder minder behaart, die Blattstiele der oberen Blätter stets kürzer als die in ihren Winkeln stehenden Blütenquirle. Blütenstiele kahl oder behaart, meist purpurn. August bis September. An trockneren Orten, Ackerrändern. Roth, Gonners- dorf (Seh!) Steinach (R !) Sankt Johannis (Veit Schultheifs !) Grofs - geschaid (Seh!). Eine in allen Teilen dicht rauhhaarige, klein- — 613 blätterige Form mit kurzen Blattstielen, nach oben die Blätter raseh an Gröfse abnehmend, also wphl M. gnaphaliiflora Borbäs bei Offenhausen (Seh !). 10*. Blätter eiförmig oder elliptisch, am Grunde abgerundet, in den Blattstiel breit zu- geschweift oder der Blattgrund selbst herz- förmig : Arvenses. 883. M. palustris Moench. Stengel aufrecht, meist sehr ästig, im unteren Teile kahl, gegen oben hauptsächlich an den Kanten behaart. Blattstiele wenig behaart. Blätter breit- eiförmig bis rundlich, spitz oder stumpf lieh, fast kahl und spiegelnd oder nur unterseits auf den Nerven behaart. Blütenstiele kahl oder wenig behaart. Kelche behaart mit breiten dreieckigen spitzen Zähnen. Die im Gebiet beobachtete Form: nummularia Schreber, hat mittelgrofse Blätter, von welchen die untersten kreisrund und undeutlich gezähnt, die oberen eiförmig-elliptisch und feingesägt sind. Blütenstiele fast kahl, purpurn; Kelche behaart. Juli, August. Feuchte Aecker. Lein- acker am Möninger Berg (Seh!) Erlangen (Schwg. K. wohl nach Schreber's Angabe). 884. M. arvensis L. Feldminze, Ackerminze. Stengel aufrecht oder aufsteigend, dicht behaart, einfach oder nach oben ästig. Blätter eiförmig bis elliptisch-länglich, behaart bis grauzottig, stumpflich- und nicht tiefgesägt. Blatt- stiele behaart, Blütenstiele und Kelche dichtbehaart bis grau- zottig. Kelchzähne breitdreieckig, spitz. Juli bis September. Aecker, Rasenplätze. Aendert: a : genuina Wirtgen. Stengel einfach oder vom Grunde aus verzweigt, behaart, jedoch nicht dichtzottig. Blätter eiförmig mit stumpfer Zähnung, die Blattstiele ziemlich kurz: Rot, Möninger Berg (Seh!) am Fufs des Schmausenbuck! ! Offen- hausen (Seh!). ß: diversifolia Dumortier = dubia Suter „et Schreber in Schweigger et Körte Fl. Erlangensis II. 8." nach H. Braun. Stengel aufrecht oder aufsteigend, einfach oder ästig, überall dichtflaumig. Blattstiele der unteren Blätter ziemlich lang, dicht langhaarig oder flaumig; die untersten Blätter am Stengel breitelliptisch oder fast kreisförmig, undeutlich gewellt-gesägt. die obersten elliptisch-lanzettlich oder lanzettlich, ziemlich scharf gesägt, spitz oder stumpf lieh, der Blattgruud zugerundet oder verschmälert. Blütenstiele dicht behaart. Kelche kurz- glockig, weifszottig, wie die dreieckig-kurzen, spitzen Kelch- zähne. »Menthae nummulariae simillima« sagen Schwgg. K. Juli, August. Feuchte Plätze. Erlangen (Schwg. K.). y: varians Host = nummularioides Wirtgen. Stengel meist verzweigt, dichl behaart. Blätter klein, eiförmig, spitz, — 614 — stumpfgezähnt, samt Blütenstielen und Kelchen dicht behaart. Blütenquirle zahlreich. Schwimmbach am Auerberg, Offenhausen. Birkelweiher bei Kalchreuth (Schwh. 2**. Blumenkrone innen kahl. Alle Teile der Pflanze von deutlichem Zitronen- oder Berga- mollegeruch. Die Achsen schlief sen mit ste- rilen Blätterbüscheln oder mit beblätterten Blüte)) quirlen ab. Kelche glockenförmig oder glockig-trichterig. Nüf sehen kahl: Nobiles. 12. Blätter beiderseits wenig behaart, oberseits meist kahl. Kelche kahl am Grunde, nur im oberen Teile be- haart. Kelchzähne gewimpert: Bubrae. 885. M, rubra Smith. Stengel fufs- bis über halbmeter- hoch, meist karminrot, kahl, höchstens oben etwas behaart, ästig, seltener einfach. Blätter deutlich gestielt, breit-eiförmig bis länglich-eiförmig, spitz, am Grunde breit abgerundet, sel- tener etwas verschmälert, am Rande grob- und tief-gesägt, an den oberen Blättern die Sägezähne öfters etwas auswärts gebogen, oberseits kahl oder fast kahl, die Hauptnerven der Unterseite schwach behaart; die Blätter nehmen im oberen Teile der Pflanze nicht wesentlich an Gröfse ab und erscheinen nicht deckblattartig. Blütenstiele kahl, meist karminrot. Kelche kahl, reichlich mit gelben Harzpunkten bestreut, die Kelch- zähne langgewimpert, ebenso die lanzettlichen Deckblättchen. August, September. Gräben, Aenger. Möning, Offenhausen, Henfen- feld, Kalchreuth (Seh!). 12*. Blätter beiderseits behaart bis wollig. Kelche ganz oder im oberen Teile langzottig: Gentiles. 886. M. gentilis L. Stengel aufrecht, einfach oder ver- zweigt, im oberen Teile rutenförmig, meist purpurn überlaufen, unten zerstreut behaart, oben dicht weifslich behaart. Blatt- stiele weifslich behaart, Blätter mittelgrofs, die oberen rasch an Gröfse abnehmend, tief-grobgesägt. unterseits auf den Nerven dicht-langhaarig. Blütenstiele purpurn, kahl oder oben etwas behaart. Kelche glockig, an der Basis kahl, reichlich mit bernsteingelben Harzpünktchen besetzt, die spitzen oder fast pfriemlichen Zähne langhaarig. Ganze Pflanze von deut- lichem Melissengeruch. August. Flufs- und Bachränder. An der Regnitz bei Erlangen, bei Bosenbach und Langensendelbach (Schwg. K.). 1*. Kelche fast zwei lippig, Oberlippe mit 3 drei- eckig lanzet Wehen. Unterlippe mit 2 pfriemlichen Zähnen, der Schlund durch einen Haarring ver- — 615 — schlössen. Blumenkrone violett ', selten iceifs, deren Röhre plötzlich in den Schlund ericeitert. Puler/ium L. 887. M. Pulegium L. = Puleg-ium vulgare Miller. Stengel aus dem ausläufertreibenden und an den Gelenken wurzelnden Grunde aufsteigend, kahl oder flaumhaarig, finger- bis doppelt- fufshoch, einfach oder ästig. Blätter gestielt, eiförmig oder länglieh, stumpflieh, zum Blattstiel allmälig verschmälert, am Rande seicht- und kleingesägt, kahl oder wenig befläumelt, alle gleichgeformt, klein, die obersten nicht länger als die Quirle. Diese sämtlich von einander entfernt, zahlreich und oft bis unter die Hälfte des Stengels herab vorhanden, kugelig zur Blüte- wie zur Fruchtzeit. Kelche gefurcht, grüngestreift, schmal-trichterförmig, zur Fruchtzeit die oberen 3 Zähne zurückgekrümmt; die Oberlippe der Krone nicht ausgerandet. Teilfrüchtchen ellipsoidisch. Juli bis September. Flufsufer. Grabenränder. Im oberen Mainthal bei Hochstadt und Michelau (Elf.). 354. Lycopus Tournefort. Wolfstrapp, Wolfsfufs. Blumenkrone 4 spaltig. kaum länger als der Kelch, nur 2 Staubblätter fruchtbar. Nüfschen mit breitem, schwieligen Rande, an der Spitze gestutzt, am Grunde verschmälert. 888. L. europaeus L. Stengel aufrecht, fufshoch bis meterhoch, einfach oder ästig, am Grunde mit Ausläufern. 4- kantig mit vertieften Flächen, rauh oder dicht behaart. Blätter im Umkreis länglich-eiförmig, grob-eingeschnitten-gesägt. die unteren gestielt und am Grunde fiederspaltig, seltener die untersten bis zur Spitze fiederspaltig, alle mit langer Spitze, beiderseits drüsig-punktiert, kahl oder behaart namentlich unter- seits auf den Nerven. Btütenquirle zahlreich, vielblütig, dicht, sitzend. Kelchzähne begrannt, länger als die weifse. innen purpurpunktierte, unansehnliche Blumenkrone, von welcher der eine Lappen breiter, als die übrigen ist; unfruchtbare Staub- blätter nicht vorhanden. Nüfschen solang oder meist länger als die Kelchröhre, drüsenlos oder mit glänzenden Drüsen- punkten reichlich besetzt. %. Juli. August, selten schon Ende Mai. Wiesen und Waldgräben, Teiche, verbreitet. 355. Salvia L. Salbei*. Kelch zweilippig, Oberlippe ungeteill oder dreizähnig, Unterlippe zweispaltig, Kelchschlund kahl. Oberlippe der *i Rosmarinus ofticinalis L. = Salvia liosmarinus Spenner, Rosmarin, Kosamarin, wild in Südeuropa, wird zwar Sommers über — 616 — rachenförmigen« meist grofsen Corolla helmförmi ggewölbt, von der Seite her etwas zusammengedrückt, 2 unfruchtbare Staub- blätter kurz, keulenförmig, fädlieh oder ganz fehlend ; an den 2 fruchtbaren Staubblättern ist auf dem kurzen Staubfaden das lange Connectiv wippschaukel artig beweglich, auf dem oberen im Helme der Oberlippe verborgenen längeren Teil befindet sich die eine Staubbeutelhälfte, die untere Staub- beutelhälfte ist meist unfruchtbar und befindet sich am unteren Schenkel des Connectiv oder ist in ein mit dem der anderen Seite verwachsenes den Schlund der Blumenkrone ver- schliefsendes Löffelchen umgewandelt. 1. Stengel am Grunde holzig. Blätter am Grunde verschmälert: 889 auch C: und H: S. Officinalis L. Gartensalbei. Stengel strauchig. am Grunde sehr ästig, fufshoch bis halb- meterhoch, die Aeste aufrecht, im oberen Teile weniger beblättert, samt den Blatt- und Blütenstielen weifszottig. Blätter lanzettlich, spitzlich, von derber Konsistenz, feingekerbt, grubigrunzelig. die jüngeren durch dichten Filz beiderseits grauweifslich, später oben gelbgrün, unten graugrünlich und mit bernsteinglänzenden Drüsenpunkten besetzt, die meisten in den Grund verschmälert, einzelne am Grunde einerseits oder beiderseits unregelmäfsig geöhrelt. Halbquirle 1 bis 4- blutig, locker, in den Achseln abfallender Hochblätter. Kelche glockig, kurzhaarig und gelbdrüsig, starkrippig, gerne purpurn, Kelchzähne fast dornig-begrannt. Blumenkrojie mittelgrofs. blauviolett, innen mit einem Haarkranz. Antheren blau, der kürzere Schenkel des Gonnectivs trägt eine unfruchtbare Staub- beutelhälfte, y. Juni, Juli. Als Gewürz- und Arzneigewächs in Gärten, oft als Beeteinfassung gezogen. Aufserdem gesellig auf trockenen Kasenplätzen und Dolomitfelsen bei Göfsweinstein! ! Der Standort ist weitab von jedem Dorf oder Kapelle, da aber von allen Autoren für den Salbei Südeuropa als Heimat angegeben wird, darf ich das Vorkommen kaum als ursprünglich, sondern nur als Einbürgerung betrachten, obwohl Landauer das Vorkommen auf den sonnigen Kalkfelsen in Bosnien mir als genau ebenso, wie hier, in Erscheinung tretend bezeichnet. Mindestens mufs aber die Einbürgerung eine uralte sein, denn einige der dicht mit der Pflanze überzogenen Felsen — zur Blütezeit ein herrlicher Anblick — sind völlig unzugänglich und ohne Leiter gar nicht zu erreichen, sodann ist die Ausdehnung des Vorkommens keine kleine, ferners hat die Göfsweinsteiner Form einen von den Gartenformen nicht öfter in Bauerngärten angetroffen, da derselbe namentlich bei den Bauernhochzeiten als „Schmecken" sehr beliebt ist. Er hält aber im Freien unsern Winter nicht aus und wird in den Kellern über- wintert. Er ist lediglich Schmuckptianze und hat bei uns keine arzneiliche oder technische Verwendung. — 617 — unwesentlich abweichenden Habitus : die ganze Pflanze ist starrer, derber, holziger, die Blätter sind schmal, sehr derb und tief runzelig, die jungen Blätter dicht filzig, die Kelche sind alle intensiv karminrot bis purpurn und dadurch die Blüte viel farben- frischer als bei Gartenformen : die untere Staubbeutelhälfte ist nicht reduziert, springt wie die obere mit hellgelber Spalte auf und enthält gut ausgebildete Pollenkörner. 1*. Stengel krautartig. Blätter am Grunde abgerundet oder meist herzförmig. 2. Halbquirle wenigb lütig, locker. Ober- lippe der Blumenkrone gekrümmt. Kron- röhre ohne Haarkranz. 3. Kelehzähne lang-dornigbegrannt. S. Aetlliopis L. Stenge] bis meterhoch, rispig-ästig, wie die ganze Pflanze spinnwebig-weifswollig. Blätter grofs, herzförmig, spitz, buchtig und lappig-eingeschnitten und grob- gekerbt, runzelig, mit gelben Drüsen bestreut. Hochblätter grofs, in eine dünne Spitze ausgezogen, meist bogig zurück- gebogen, runzelig, die obersten am Grunde hellfarbig und gitteriggeadert. Blumenkronen weifs, die Oberlippe bisweilen rötlich überlaufen, kleiner als an voriger, aufsen reichlieh mit bernsteinglänzenden Drüsen besetzt. 0. Juni. Wild in Oester- reich, Oberitalien und Südfrankreich. Südlich vom Gebiet bis vor kurzem (noch 1858 R !) an den kalkigen Abhängen des Willibalds- berges bei Eichstädt vorgekommen, 1889 auf Schutt am Zentral- friedhof aufgetreten (Sch!R!). S. Sclarea L. Muskatellersalbei. Stengel aufrecht bis mannshoch werdend, unterwärts zottig, oben ebenso und zu- gleich drüsig. Blätter gestielt, eiförmig, am Grunde abge- rundet oder herzförmig, spitz, runzelig, kurzhaarig, unterseits graufilzig, am Rande ungleich-grob-offen-gesägt und zugleich gekerbt. Hochblätter breiteiförmig, haarspitzig, häutig, rosarot gefärbt, länger als der Kelch, dieser grün, oft rötlich über- laufen, drüsig: Blütenquirle 6 blutig: Blumenkronen hellblau, die Unterlippe gelblich. 0. Juni, Juli. Wild in Oestereich, wurde 1852 von Frommüller (!) bei Sankt Johannis gartenflüchtig beobachtet. 3*. Kelchzähne spitz, aber nicht dornig begrannt. 890. S. pratensis L. Wiesensalbei. Stengel aufrecht, ästig, fufshoch bis halbmeterhoch, unten zottig, oberwärts drüsig behaart. Stockblätter eine Rosette bildend, grofs, lang- gestielt, mit herzförmigem Grunde, Stengelblätter wenige, meisl nur 2 oder 3 Paare, die oberen sitzend, alle eiförmig bis länglich-eiförmig, spitz, runzelig, ungleich doppelt gekerbt, oberseits kahl, unterseits kurzhaarig. Deckblätter krautig, stengelumfassend, zuletzl zurückgeschlagen und abfallend, die — 618 — oberen kürzer als der Kelch; dieser längsaderig, drüsig-behaart, meist karminrot überlaufen. Blumenkronen grofs, dunkelblau. Aendert .mit halbsogrofsen, zwitterigen oder nur weibliehen blauen Blüten: (3: dumetorum Andrzejowski , sodann mit be- sonders am Grunde fiederspaltig eingeschnittenen Blättern: Y : rostrata F. W. Schmidt, alsdann auch mit weifsen und rosafarbenen Blüten. 2|.. Mai bis Juli. Trockne Wiesen, Acker- raine, verbreitet; y namentlich im Süden des Gebietes z. B. am Auerberg (Seh!) um Berching, am Petersberg!!: ß wurde bei Oberweihersbuch, an den Zentralwerkstätten (Seh!) Gostenhofü auf der Deutschherrn wiese (Krell !), bei Pommelsbrunn (May!» Habsberg (Seh!) Plech (Zeidler!) beobachtet, Weifsblühende Formen: Auerberg, Fribbertshofen (Seh!) zwischen Oberwiesen- acker und Habsberg!! Lauterhofen (Seh!) Sulzbach!! zwischen Muggendorf und Toosü Rabeneck (Gldf.) zwischen Friesen und Kälberberg!! Staffelberg (Pf.) Kasendorf (Klf.). Rosablühende Formen: zwischen Neumühle und Stein (Seh!) Steinbrüche bei Laufamholz ! ! Hersbruck, Hubirg (BV.) Yeldenstein ! ! Staffelberg (Pf.). Alle obigen Formen auch bei Windsheim ! ! 891. S. silvestris L. Stengel aufrecht, einfach oder ästig, halbmeterhoch, samt Blatt- und Blütenstielen kurzgrau- haarig, drüsenlos. Blätter am Stengel viel zahlreicher als bei voriger, am Stengelgrunde nicht rosettig, länglich-eiförmig bis lanzettlich, stumpf oder spitz, am Grunde herzförmig, gekerbt, runzelig, unterseits kurz-grauweichhaarig und mit vielen Drüsen- punkten bestreut, die untersten gestielt, die oberen sitzend. Hochblätter kleiner, zahlreich, eiförmig mit langvorgezogener Spitze, stengelumfassend, am Bande gewimpert, aber nicht gekerbt, meist karminrot gefärbt oder die unteren grün, bleibend und zur Fruchtzeit wagrecht abstehend. Kelche grün oder purpurn, weichhaarig und samt der Kronröhre mit gelben, glänzenden Drüsenpunkten besetzt. Halbquirle 1 bis 5 blutig, der Blütenstand oben ziemlich dicht und vor dem Aufblühen durch die clachzieselis-deckenden Hochblätter vier- eckig und schopfig. Blumenkrone viel kleiner als bei voriger, kornblumenblau, die Oberlippe nur wenig gebogen. 2|_. Ende Juni bis September. Strafsenränder, Bahndämme, sehr zerstreut, mancherorts mit adventivem Charakter auftretend : bei Pleinfeld an der Strafse nach Ehingen (v.F!) zwischen Fürth und Stadeln (Klf!) Erlangen am Kanal (m. F.) am Steg bei Bamberg (Harzt Wildenfels CA. Edl.) im Zenngrund ober Williermsdorf (Seh!) Langenfeld (BV.) von da längs der Bahn westwärts mehrmals H !) und weiter westlich im Steigerwald (m. F.). 2*. Halb quirle vielblütig, mit gegen 12 Blüten, ziemlich dicht. Oberlippe der Blumenkrone gerade. Kronröhre innen mit einem Haarkranz. 892. S. verticillata L. Grundachse kriechend, Stengel aufrecht, fufshoch bis halbmeterhoch, ästig, nebst den Blatt- — 619 — stielen mehr oder weniger zottig. Blatter am Stengel wie am Grunde zahlreich, aus herzförmiger Basis dreieckig-eiförmig, oft auch am Blattstiele mit 2 Oehrchen versehen, alle un- gleich gekerbt, die Kerbungen rund oder mit aufgesetzten Spitzchen, beiderseits zerstreut-weichhaarig, unterseits die Be- haarung längs der Nerven dichter und alsdann silberig schillernd. Hochblätter klein, trockenhäutig, zurückgeschlagen. Blütenstiele samt den Kelchen dicht -langhaarig und meist purpurn überlaufen. Blumenkronen kornblumenblau, die Ober- lippe am Grunde schmäler als an der Spitze, kurz-drüsigbehaart. 2J-. Juni bis September. Strafsengräben, Ackerränder. Im Jura strichweise sehr gesellig : viel rings um Breitenbrunn, im Lautrach- thal von Lauterhofen über Kastl nach Ransbach alle Strafsen- gräben bedeckend, auch bei Utzenhofen ! ! hier schon von Mauricius Hoffmannus 1677 angegeben: Oberammerthal (R!) von Haunritz nach Högen (R!Sch!) Eschenbach (Scherzer) Hirschbach!! (Pr. detex.) Neuhaus i Gareis) Streitberg vereinzelt (Gl!) Kuchenmühle. Speckberg bei Wüstenstein , um Waischenfeld und Nankendort iSim.j. Im Diluvium und Keuper weniger gesellig und vielerorts nur mit adventivem Charakter : Feucht (Seh.) Dutzendteich ! ! Forsthof (Seh !) früher bei Lichtenhof ! ! mehrmals an Bahn- -dämmen gegen Sankt Leonhard (m. F!) Sankt Johannis, Herrn- hütte (Seh.) Erlenstegen!! Weinzierlein (R! Seh!) Unterschlauers- bach (Schm!) zwischen Brunn und Ebersbach bei Emskirchen iRohn!) und weiter westlich bei Langenfeld (BV.) und Windsheim (Krzl.) Erlangen am Kanal (m. F.) Bamberg gegen Bug (Fk.i Erlau (Pr.). 356. Origanum Tournefort. Kelch Kfnervig. 5 zähnig oder vorn fast bis zum Grunde gespalten. Blumenkrone 2 lippig, Oberlippe ausgerandet oder kurz 2 spaltig, Unterlippe gleichmäfsig 3 spaltig. Staubfäden 4. zweimächtig, wie bei den folgenden. Die zahlreichen kleinen Blüten in 1- selten 3 blutigen Quirlen in den Achseln grofser, dachziegelig sich deckender Hochblätter und mit diesen dichte 4 seitige Aehren bildend, welche trugdoldig oder traubig am Ende der Stengel und Aeste angeordnet sind. 893. 0. vulgare L. Dosten, Wohlgemut, wilder .Majoran. Grundachse verzweigt und oft kriechend. Stengel anti-echt. halbmeterhoch, oberwärts doldenrispig verzweigt, braun, durch abwärts gebogene kurz«' Behaarung rauh bis zottig. Blätter gestielt, eiförmig, spitz, undeutlich gez ähnelt, durch- scheinend punktiert, auf der Spreite zerstreut-, am Rande dichter und saml den Blattstielen mit bogig vorwärts ge- richteter Behaarung besetzt, oberseits dunkelgrün, unterseits heller und reicherdrüsig punktiert, wohlriechend. Hochblätter kahl, am Rande rauh, spitz, mein' oder minder karminrot gefärbt, oberseits oder beiderseits drüsenlos. Kelche nahezu — 620 — gleichmäfsig-5-zähnig, im Schlünde mit einem weifsen Haar- kranze. Blumenkronen klein , purpurn , seltener weifs , in welchem Falle die Bracteen grün und der Stengel gelbgrün ist. 2J.. Juni bis September. Gebüsche, Ackerraine. Häutig im ganzen Jurazuge bis in den Lias herab. Im Keuper in den hügeligeren Lagen mit thonigem Boden, z. B. viel um Rofsstall und Kadolz- burg, auf Diluvialsand fehlend, daher zunächst um Nürnberg fast fehlend, nur spärlich bei Ziegelstein (Gl.) Erlenstegen (m. F!) Behringersdorf ! ! Die weifsblühende Form nicht selten unter der typischen. C: 0. Majorana L Majoran, Masseron. Stengel auf- recht, über fufshoch, oberwärts traubig-rispig verzweigt, braun, oben zottig, unten zuweilen fast kahl. Blätter elliptisch, stumpf, ganzrandig, dünn-graufilzig, gestielt. Hochblätter grün, breiteiförmig, mehr oder weniger filzig behaart, dicht dach- ziegelig: Scheinähren ellipsoidiseh oder kugelig; Kelche un- gezähnt, unten fast bis zum Grund gespalten; Blumenkrone weifs. klein. 0. Juli bis Oktober. Gewürzpflanze aus Nord- afrika und dem Orient , daselbst % oder t>. "Wird wegen der spezifisch riechenden Blätter — die vornehmlich das Gewürz der Nürnberger Bratwürste bilden — häutig in Gärten gezogen. 357. Thymus L. Kelch 10 nervig, glockenförmig, 2 lippig, nach der Blüte durch einen Haar kränz geschlossen, Oberlippe kurz-3-zähnig, Unterlippe lang-2-zähnig. Habituell von Origanum durch das Fehlen der erofsen Hochblätter verschieden. 1. Blätter unterseits sraufilzie: • C: T. vulgaris L. Thymian. Stengel strauchig. sehr ästig, aufrecht oder aufsteigend, nie am Grunde wurzelnd, 2 Finger hoch, unten rund, oben und die Aeste 4 kantig, kurzhaarig. Blätter klein, länglich-eiförmig, stumpf, mit keiligem Grunde sitzend, am Rande stark umgerollt, grün oder grauflaumig, beiderseits drüsig punktiert, in den Blattachseln Blätterbüschel, das ist: verkürzte Seitenzweige tragend. Blütenquirle kopfig, locker: die 3 oberen Kelchzähne lanzettlich; Blüten klein, rosa. t>. Juni. Gewürzpflanze aus Südeuropa, in Gärten selten gezogen z. B. Schwabach (Seh!) Sankt Johannis, Kirchensittenbachü Bam- berg (Haupt i. 1*. Blätter unterseits grün, kahl oder behaart, aber nie graufilzig: 894. T. Chamaedrys Fries. Quendel, Kunneleskraut. Die ganze Pflanze lockerrasig, 1 bis 2 Finger hoch. Stengel aufsteigend, vielästig, vierkantig, abwechselnd zwei- reihig-dichtkurzhaarig. Blätter elliptisch bis rundlich, plötzlich in den meist langwimperigen Blattstiel zusammen- gezogen, kahl, drüsig punktiert, unterseits mit 3 bis 4 nicht — 621 — besonders hervortretenden Seitennerven, am Rande etwas um- gerollt. Kelch behaart bis kahl, drüsig, meist purpurn über- laufen; die 3 oberen Zähne dreieckig-lanzettlich, Blumenkrone hellpurpurn, seltener weifs. letztere meist nur Griffel ent- haltend und gröfser, die Kelche alsdann grün. Blütenquirh 1 kopfig. die unteren entfernt, die oberen eine Seheinähre bildend. 1>. Juli, August. Trockne Rasenplätze, Waldränder, verbreitet, auch weifsblühende Formen nicht selten. Aendert mit relativ grofsen intensiv farbigen Blüten, welche mehr als doppelt so lang sind als die Kelche: ß: alpestris Tausch, so Lichteneck. Hubirg, Ankathalü sodann: y: lanuginosus Schkuhr, Blätter beiderseits mit langen Haaren besetzt, Stengel dicht behaart, die ganze Pflanze dadurch graulich erscheinend, so am Arzberg bei Beilngries (Hagen!) Staffelberg!! Vierzehnheiligen (Puchtler). 895. T. Serpyllum L. Quendel, Kunneleskraut. Die izanze Pflanze clichtrasig. Stengel liegend, wurzelnd, die blühenden aufsteigend, fmgerhoch, ziemlich stielrund, höchstens oben schwach -1 kantig, ringsum kurzhaarig. Blätter dick- licher als bei voriger, länglich oder fast lineal, in den kurzen Blattstiel allmälig verschmälert und hier oft langwimperig. beiderseits drüsig punktiert, unterseits die Seitennerven stark hervortretend. Kelche langhaarig, Blüten rosa bis purpurn. Blütenstände kopfig. £. Juli, August. Raine, Heiden, verbreitet, vornehmlich auf Diluvialsand. 358. Satureja Rivinus. Bohnenkraut. Kelch glockenförmig. 10 nervig, fast gleichmäfsig 5 zähnig. der Schlund meist kahl. Oberlippe der Blumenkrone ausge- randet , flach. Unterlippe 3 spaltig. Staubfäden gebogen auf- steigend, oberwärts genähert. 896 auch C: S. hortensis L. Stengel aufrecht, gut fufs- hoch, sehr ästig mit schiefaufrechten Aesten , kurzhaarig. Blätter lineal, ganzrandig, spitzlich, aber ohne Stachelspit/e. gewimpert, drüsig punktiert, glanzlos, gerieben wohlriechend. Halb quirle 3 bis 5 blutig , gestielt, blattwinkelständig. Kelch- zähne lanzettlich, so lang als die kleine, bläulichlilafarbige, im Schlünde rot punktierte Blumenkrone. 0. Juli bis Oktober. Gewürzpflanze aus Südeuropa, in Gärten kultiviert und sieb selbst aussäend, aueb viel auf Schutthaufen, so in allen Vororten am Nürnberg aufgetreten (!! u. a.). 359. Calamintha Moench. Kelch walzenförmig, I.'! nervig. 2 Üppig, der Schlund durch einen Haarkranz geschlossen. Oberlippe 3 zähnig, Unter lippe 2 spaltig; Staubfäden gebogen. Kerne Hülle um die Verticillastren vorhanden. — 622 — 1. Blütenquirle aus 6 Blüten auf unverzweigten kurzen Blütenstielen gebildet: 897. C. Acinos Clairville = Thymus Acinos L. = Melissa Acinos Bentham. Stengel aufrecht, fufshoch. meist sogleich am Grunde ästig mit aufrechten und aufsteigenden Aesten.. durch rückwärtsgehogene kurze Behaarung zottig. Blätter. Blatt-. Blütenstiele und Kelche aufwärts kurzhaarig. Blätter klein, eiförmig-rhombisch, gezähnelt. Blütenquirle kürzer als ihre Stützblätter, oft sehr weit am Stengel herabgehend, im obersten Teile locker-ährenförmis angeordnet. Kelch grün oder meist die obere Hälfte purpurn überlaufen . Kelchröhre gebogen. Oberlippe 3 zähnig. die 2 Zähne der Unterlippe lineal. Blumenkrone ziemlich klein, rotlila. sehr selten weifs. 0, 0, %. Juni bis Oktober. Verbreitet längs des ganzen Jurazuges auf grasigen Abhängen, aber auch in den schweren Lehmböden der Plateauäcker, ebenfalls in dichter Verbreitung auf dem Bayreuther Muschelkalkzug (!! u. a.), sodann auch auf dem Süfswasserkalk- hügel bei Georgensgemünd! ! viel seltener und spärlicher im Keuper und auf Diluvialsand, hier namentlich mit der Pegnitz von Oberbürg bis Fürth, auch längs der Rednitz-Regnitz und den Kanal begleitend von Doos nach Baiersdorf (!! u. a. |, rlore albo bei Waischenfeld ! ! 1*. Blütenquirle aus gabelspaltigen Verticill- astren bestehend. 898. C. Nepeta Clairville. Stengel aufrecht, bis halb- meterhoch, wie die ganze Pflanze weichhaarig. Blätter mittel- grofs. rhombisch-eiförmig, entfernt gezähnt, gestielt, am Grunde ~ 7 C. 7 %j 7 C 7 zuweilen sehr breit, sehr wohlriechend. Blütenquirle eben- er äufsig. 10 bis 20 blutig, auf gabelspaltigen Blütenstielen, die oberen länger als die Stützblätter und in der Gesamtheit einen traubig-rispigen Blütenstand darstellend. Kelchröhre gerade, die 5 Zähne grün, nur die obersten etwas purpurn überlaufen., ziemlich reich mit bernsteinglänzenden Drüsenpunkten besetzt, in der Form fast gleich. Blumenkrone bläulichviolett, aufsen behaart, viel gröfser als an voriger. Nüfschen länglich, braun. 2J.. Juli bis Oktober. Sonnige Felsen, Mauern. Früher in gröfser- Zahl auf der Stadtmauer vom AVöhrder zum Laufer Thor, woselbst sie schon Volckamer 1700 bekannt war: nach der Schleifung dieser Stadtmauerpartie standen noch bis 1886 etliche Stöcke weiter gegen die Pegnitz zu auf der Mauer. Xachdem hier das Brause- bad errichtet wurde, ist auch dieser letzte Standort gefallen. Dennoch besteht die Hoffnung, dafs die Pflanze der hiesigen Flora erhalten bleibe , da ich damals etliche Stöcke auf die Schlofs- zwingermauern verpflanzt habe, wo sie im August schön zur Blüte kamen. Sodann südöstlich vom Gebiet 1898 am Dolomitfels, zu Kalimünz für den Jura aufgefunden!!. 623 360. Clinopodium Toarnefort. Wirbeldosten. Blütenquirle am Grunde mit einer aus borstenförmigen Hochblättern bestehenden Scheinhülle umgeben. Schlund des Kelches offen, sonst wie vorige. 899. C. vulgare L. = Calamintha Clinopodium Spenner = Melissa Clinopodium Bentham. Grundachse verzweigt; Stengel aufrecht, fufshoch bis halbmeterhoch, einfach, seltener ästig, wie die ganze Pflanze abstehend behaart. Blätter mittel- grofs, elliptisch, entfernt gekerbt oder gezähnelt. Blütenquirle vielblütig, sitzend, kopfig, mit linealpfriemlichen, lang und ziemlich starrbehaarten Hochblättern gestützt in den Achseln der oberen Laubblattpaare. Kelchröhre nicht verengt, schwach gekrümmt, langhaarig. Blumenkrone mittelgrofs, rötlich-purpurn, sehr selten weifs. %. Juli bis Oktober. Hecken, Abhänge, Wald- ränder, verbreitet: flore albo bei Wölmü 361. Melissa RiyillUS. Melisse, Gitronenmelisse. Kelch 13 nervig. 2 lippig, die 3 Zähne der Oberlippe dreieckig, die 2 der Unterlippe pfriemlich. Blumenkrone mittelgrofs, Oberlippe etwas gewölbt, Unterlippe 3 zipfelig, der mittlere Zipfel gröfser; Staubbeute Ihälften zuletzt diametral, am Grunde verschmolzen, mit gemeinschaftlicher Längsspalte aufspringend. C: M. officinaiis L. Stengel ästig, bis fast meterhoch, samt den Blütenstielen und Kelchen bei der kultivierten Pflanze nicht dicht mit langen wagrecht abstehenden Haaren besetzt "der ersterer zugleich auch mit kurzen drüsentragenden Gliederhaaren dichter besetzt. Blätter eiförmig, grob gekerbt- gezähnt, gestielt, am Grunde eiförmig oder die untersten selbsl herzförmig, oberseits spiegelnd, auf der Fläche und am Rande zerstreut behaart, unterseits matt, kaum behaart. Blumen- krone weifs, mittelgrofs, doppelt so lang als der Kelch; Halb- quirle 3 bis 5 blutig, kurzgestielt, einseitswenclig, alle in den Achseln von Laubbättern. %. Juni bis September. Wild in Südeuropa: Exemplare, welche ich von daher vergleichen konnte. sind in allen Teilen viel stärker behaart als unsere kultivierten Pflanzen. Als Gewürzpflanze und Bienenfutter in Gärten nicht häufig gezogen. Gartenflüchtig und verwildernd beobachtet am Kirchhof in Pleinfeld (Hflfm. Nemsdorf Seh.) bei Frauenaurach in einer Hecke (Schi) Grasplatz in Ickelheimü :*>62. Hyssopns L. Ysop. Kelch zylindrischtrichterförmig, die ■"> Zähne unter sich gleich, Schlund kahl. Oberlippe der Blumenkrone ausgerandet. — (324 — Unterlippe 3 lappig, der mittlere Lappen viel breiter, verkehrt- herzförmig. 900. C: H. officinaIJS L. Stengel meist gleich am Grunde in aufrechte, etwas rutenförmige Aeste geteilt, diese einfach, aufrecht, gut fufshoch, kahl, rauh oder sehr kurzhaarig. Blätter lineallanzettlich oder lineal, spitz, ganzrandig, sehr kurz gestielt, am Rande rauh, auf der etwas fleischigen Fläche drüsig- punktiert. Kelche unten parallelnervig, die Zähne gitterförmig- geadert, spitz. Blumenkronen mittelgrofs, kornblumenblau, auch oft weifs, Blüten zu 3 bis 7 in sitzenden Halbquirlen, welche in den Achseln etwas kleinerer Laubblätter gegen die Spitze zu einseitswendige Scheinähren bilden; Staubfäden weit über die Krone herausrasend, gerade. Staubbeutelhälften dia- metral. t>. Juli bis September. Arznei- und Zierpflanze, wild in Nieder Österreich, bei uns nicht gerade häutig in Gärten gezogen und leicht verwildernd: so am Bahnhof zu Eitersdorf!! und Hagen- büchach (Seh!) sodann eingebürgert am Bahndamm bei Langen- feld (K!) und in Menge und nur flore albo im ganzen Kirchhof zu Krögelstein im Grase und auf den Gräbern!!, sie wird dort, wie mir bestimmt versichert wurde, nie gepflanzt und ist alle Jahre da: früher auch auf der Stadtmauer am Wöhrder Thor!! und ist hier mit der Calamintha Xepeta vernichtet worden. Gartenflüchtig auch bei Forsthof iSch'.i aufgetreten. r? 363. Nepeta L. Katzenminze. Kelch 15 nervig, die Zähne fast gleich. Oberlippe der Krone 2 lappig, Mittelzipfel der Unterlippe viel gröfser als die seitlichen, welche nur einen flachen Bösen beschreiben. Staub- beutelhälften diametral, mit gemeinsamer Längsspalte auf- springend. 901 auch C: N. Cataria L. Stengel aufrecht, bis meter- hoch, ästig, stark 4 kantig, kurz weiehhaarig bis fast graufilzig. Blätter langgestielt, aus herzförmigem Grunde dreieckigeiförmig, spitz, grobgezähnt, oberseits grün, zerstreut kurzhaarig, unter- seits graufilzig, sehr aromatisch. Kelche kaum gekrümmt, weichhaarig bis graufilzig, die Zähne sehr spitz, zuweilen zum Teil bläulich überlaufen. Blumenkrone kaum mittelgrofs, aufsen behaart, weifs oder gelblich, die Unterlippe rötlich punktiert, am Rande gekerbt, Antheren blauviolett. Blütenquirle kurz- gestielt, die unteren blattachselständig, die oberen zu Schein- ähren vereinigt. Nüfschen ellipsoidisch, braun, glatt und kahl. %. Juni bis August. An Hecken, auf öden Stellen, fast nur in oder nahe bei Dörfern, stets vereinzelt, nie in Menge, zerstreut durchs ganze Gebiet, nur in den Pottensteiner Thälern an Felsen weitab von Wohnungen, so auch unterhalb Rabenstein!! Aufser- dem. wenn auch selten, gezogen in Bauerngärten unter dem Namen Melisse, Citronenmelisse in der allerdings überaus wohlriechenden — 625 — Form: N. citriodora Becker. Die Rabensteiner etc. Schattenformen sind viel grofsblätteriger und wenig behaart. 364. Glechoma L. Gundelrebe, Gundermann. Staubbeutelhälften zuletzt in stumpfem Winkel diver- gierend und mit denen der anderen Seite ein Kreuz darstellend. Oberlippe der Krone ausgerandet, Mittelzipfel der Unterlippe verkehrtherzförmig, die Seitenzipfel klein, eiförmig; alle Halb- quirle in Laubblattaehseln. 902. G. hederacea L. = Nepeta (Hechoma Bentham. Stengel kriechend, ästig, mit beblätterten Ausläufern, die blütentragenden Enden aufsteigend, wie die ganze Pflanze zer- streut-kurzhaarig. Blätter rundlich nierenförmig, die oberen oft etwas mehr dreieckig, alle langgestielt, grobgekerbt. Halb- quirle 1 bis 3 blutig. Kelch zylindrisch, Zähne dreieckig, spitz; Blumenkrone 3 mal solang als der Kelch, blaulila. 2|.. Ende März bis Juni. Wiesen, Ackerraine, verbreitet. JLallemantia Fischer et Meyer, Kelch röhrig, gerade, 15 nervig, 2 lippig, die 3 Zähne der Oberlippe breiter, der mittlere fast löffeiförmig, die 2 Zähne der Unterlippe spitzdreieckig. Staubbeutelhälften diametral. Oberlippe der Krone innen mit 2 erhabenen Falten. L. peltata Fischer et Meyer = Dracocephalum pel- tatum L. Stengel aufrecht, 2 Fufs hoch, ästig, mit fast ruten- förmigen, aufrechten Aesten, 4 kantig mit vertieften, spiegelnden Flächenfurchen, auf den 4 wulstigen Kanten kurzhaarig. Blätter eiförmig, gestielt, kerbiggezähnt, stumpf, kahl, am Rande rauh, die blütenständigen lanzettlich. Blüten zu 4 bis 12, quirlig auf kurzen, breiten, zottigen Stielen und von 4 kreisrunden Deckblättern umstellt, welche starr, hellgrün, netzig geädert und am Rande starr gewimpert sind. Kelche unten kurzrauh- haarig, starr, zuletzt strohgelb bis bräunlich, stark parallel- rippig und dazwischen netziggeadert, die Kelchzähne zuweilen am Rande oder auch die Wimpern der Deckblätter purpurn überlaufen. Blumenkrone tiefblau, kaum den Kelch über- ragend. Q. Juni. Wild im Orient, ist 1890 auf Schutt bei Schniegling aufgetreten (Seh!). Als Gartenpflanze ist sie mir im Gebiete nicht bekannt. 365. Melittis L. Immenblatt, Bienensaug. Kelch aufgeblasen, unregelmäfsig 2 lippig, Oberlippe 2 spaltig, 3 zähnig oder ungeteilt, Unterlippe 2spaltig. Blumen- kronröhre weit, ohne Haarring. Staubbeutelhälften divergierend, mit denen der anderen Seite ein Kreuz bildend. Abb.. d. NatGes. XIII. Bd. Flora. 40 — 626 — 903. M. Melissophyllum L. Stengel fufshoch und darüber, einfach, wie die ganze Pflanze zerstreut rauhhaarig. Blätter grofs, eiförmig, gekerbt, gestielt. Halbquirle 1 bis 3 blutig, in den Achseln von Laubblättern. Blütenstiele kürzer als der Kelch, zur Fruchtzeit herabgeschlagen. Blumenkronen grofs, die gröfsten aller unserer Labiaten, gelblichweifs, der grofse Mittelzipfel der Unterlippe purpurn und gelblichweifs gesäumt. Die ganze Pflanze frisch, wie getrocknet von angenehmem Heugeruch (Cumarin). 2J-. Juni, Juli. Laubwälder mit gutem Humus auf Kalk- und Thonboden vom blättrigen Kalk bis zum Dolomit. Die mächtige Verbreitung im Altmühljura zieht über den Nagelberg (v. F!) die Oberhochstädter und Höttinger Höhen (Seh!) ins Gebiet herein: um Thalmässing (Model!) Auerberg (Seh!) Thal der hinteren Schwarzach (Hoffm.) am Sichelberg, im Forellenbach- thal gegen Biberbach und Fribertshofen (Seh!) um Plankstetten schon von Mauricius Hoffmannus angegeben, hier auch an den öst- lichen Thalgehängen (Seh!) am Appel bei Erasbach (BV. Seh.) im Heuthalwald bei Wissingü bei Breitenbrunn und Kemnaten (Seh !). Im weiteren Jurazug nur sprungweise: Egloffstein (Schm.) Beh- ringersmühle und Tüchersfelder Thal (Weifs) Schönfeld (Klf.) Staffelberg (m. F.). Dann wieder westlich vom Gebiet bei Ansbach (m. F.) und im Gipskeuper des Aischgrundes bei Altheim!! Dotten- heim (Ch. Scherzer) Windsheim (Schm.) Burgbernheim, Steinach etc. (m. F.). 366. Lamium L. Taubnessel. Kelch glockig, nicht aufgeblasen, mit 5 nahezu gleichen, lanzettlichen, pfriemlich-spitzen Zähnen. Oberlippe der Blumen- krone helmförmig, Unterlippe abstehend, der Mittelzipfel ver- kehrt-herzförmig, am Grunde sehr verschmälert, die Seiten- zipfel wenig entwickelt, nur als 1 oder einige zahnförmige, kleine Anhängsel am Schlünde der Blumenkrone erscheinend. Nüfschen 3 kantig, oben abgestutzt. Antheren behaart. 1*. Kronröhre innen ohne Haarkranz. Kelch- zähne zur Fruchtzeit aufrecht oder zusammengeneigt. 904. L. amplexicaule L. Stengel am Grunde ästig, die Aeste aufsteigend, fingerhoch bis fufshoch, unten kahl, oben kurzhaarig. Blätter kurzhaarig, die wenigen unteren, nicht blütenständigen klein, rundlich, gekerbt, langgestielt, die zahl- reichen in den Achseln die sitzenden Blütenquirle tragenden viel gröfser, nierenförmig, halbstengelumfassend, kerbig gelappt. Halbquirle 3 bis 10 blutig; Kelche zottig, viel kürzer als die dünne gerade Röhre der rotpurpurnen Blumenkrone; 0. April bis Oktober. Auf Ackerland, verbreitet. 1*. Kronröhre mit einem Haarkranz. Kelchzähne zur Fruchtzeit abstehend: 2. Blumenkrone ziemlich klein mit gerader Röhre, der Helm nicht gekielt: — 627 — 905. L. purpureum L. Stengel meist am Grunde ästig und wurzelnd, die Aeste aufsteigend, finger- bis fufshoch, glänzend, kahl oder spärlich kurzhaarig, unterwärts wenig beblättert. Blätter behaart, gekerbt bis kerbig-gelappt, die unteren rundlich, langgestielt, die oberen eiförmig-dreieckig, kurzgestielt, zuweilen bräunlich überlaufen, in der Blütenzone dichter stehend. Halbquirle sitzend. 3 bis 5 blutig. Blumen- krone mittelgrofs, purpurn, selten weifs; Seitenabschnitte der Unterlippe meist nur von 2 Zähnchen gebildet. Q 0. März bis Oktober. Auf Ackerland verbreitet, tlore albo am Kanalhafen (m. F!) Licktenhof, Xeustadt a. Aischü Streitberg (Gl!). 2*. Blumen kröne grofs, mit deutlich ge- krümmter Röhre, der Helm der Oberlippe oberseits mit 2 Kielen: 906. L. maculatum L. Stengel am Grunde verzweigt, wurzelnd und kurze Sprosse treibend, blühende Stengel auf- steigend, fufshoch bis über halbmeterhoch, zerstreut behaart. Blätter aus herzförmigem Grunde eiförmig, spitz oder die untersten stumpflich, kerbig-gesägt, langgestielt, die Blüten- quirletragenden kurzgestielt. Halbquirle sitzend, 2 bis 4 blutig : Kelchzähne so lang als die über dem Haarrins;e bauchig er- weiterte Röhre der purpurnen, selten rosafarbigen Blumen- krone, Haarring querverlaufend; die Seitenzipfel der Unter- lippe durch je einen fädlichen Zahn dargestellt, Mittelzipfel dunkler gefleckt, 2 lappig, am Rande etwas gekerbt. 2[. April bis August. Hecken, an Bächen, Abhänge, verbreitet, namentlich im Jura zu g. 907. L. album L. Grundachse Ausläufer treibend. Kelch- zähne spitzer ausgezogen, länger als die Kronröhre. Haarring in derselben schief, Krone weifs , der Helm etwas gelblich. Seitenzipfel der Unterlippe durch einige Zähnchen dargestellt. Blätter schärfer gesäst, die oberen mit mehr verlängerter Spitze, sonst wie vorige. Mai bis Oktober. An Hecken, trockenen Wiesenrändern, verbreitet. 367. Galeobdolon Hudson. Goldnessel. Die Unterlippe der Blumenkrone 3 spaltig, Abschnitte spitz, aanzrandig, der mittlere etwas gröfser als die seitlichen. Antheren kahl, sonst wie Lamium. 908. G. luteum Hudson = Lamium Galeobdolon Crantz. Die verzweigte Grundachse treibt lange, beblätterte, liegende und wurzelnde Sprosse und aufrechte, blütentragende Stengel. letztere fufshoch und darüber, alle, wie die ganze Pflanze, zerstreut behaart. Blätter eiförmig, am Grunde gestutzt oder etwas herzförmig, gestielt, doppelt gekerbt, die obersten kleiner, schmäler, spitz, gesägt. Halbquirle 3 bis 5 blutig. Kelch- 40* — 628 — zahne 3 eckig, spitz. Blumenkrone ansehnlich, goldgelb, mit aufwärts gekrümmter Röhre, Haarring in derselben schief. Aendert: ß: montanum Persoon: die Stengel höher, Blätter gröfser, gesägt, mit vorgezogener Spitze, die obersten lanzettlich. %. Mai, Juni. Wälder, schattige Abhänge, selbst in Erlen- schlägen. Verbreitet im ganzen Jurazug, sodann mit Vorliebe in den kleinen Bachschluchten des rhätischen Keuper, namentlich in der Spalter Gegend, bei Altdorf, um die Lauf-Kalchreuther und Erlanger Liashöhe herum (! ! u. a.) seltener auf Burgsandstein z. B. am Haidenbergü im Gsteinacher Thal (m. F.) aber auch sonst noch im Keuper zerstreut z. B. Limbach (Lang! Leerstetten (Burkert) Hinterhof gegen Maiach, Fischbach (m. F.) Birnthon!'. Stadeln (Pf.) Irrhain (m. F !) ; ß in schattigen Lagen , im Jura häufiger als die typische Form. 368. Galeopsis L. Hanfnessel. Kelch mit 5 stechenden Zähnen. Blumenkrone ohne Haarring, Oberlippe helmförmig, Unterlippe 3 spaltig . die Ab- schnitte stumpf, der mittlere gröfser. beiderseits nahe dem Rande mit einem aufrechten, hohlen Zahn. Antheren mit 2 Klappen aufspringend, die innere gewimpert, kürzer. Nüfs- chen verkehrteiförmig, oben abgerundet. Alle Arten 0. 1. Stengel unten den Knoten nicht oder kaum verdickt: 909. G. latifolia Hoffmann = intermedia Villars = G. Ladanum L. zum Teil. Stengel aufrecht, meist rotbraun, einfach oder ästig, gut fufshoch, wie die ganze Pflanze kurz- weichhaarig und oberwärts zugleich mit langen Stiel- drüsen bestreut, ebenso an den Blättern und Kelchen. Blätter grün, zerstreut behaart, gestielt, eiförmig bis lanzettlich, spitz, grob gezähnt, am Grunde eiförmig bis keilig. Blumenkrone aufsen weichhaarig, ziemlich grofs, hellpurpurn, die Röhre oft gelblich, Unterlippe mit hellgelbem, dunkelpurpurn gesäumtem, unregelmäfsigem Fleck, Oberlippe etwas gezähnelt; Halbquirle sitzend. 2 bis 7 blutig; Blüten- quirle meist weit am Stengel herabgehend; Kelche dicht angedrückt behaart, kaum halb so lang als die Kron- röhre. Aendert mit nur halbsogrofsen Blüten: ß: parviflora Lamarck. Juni, Juli. Aecker, Oedungen. Verbreitet, mit Vor- liebe auf Diluvialsand, flore albo bei Mögeldorf!! J viel seltener als die grofsblumis;e Form. 910. G. angustifolia Ehrhart. Stengel meist dünner, starrer als bei voriger, meist karminrot, oberwärts samt den Blättern und Kelchen drüsenlos, dagegen durch dichte Behaarung grauzottig. Blätter lineal, sehr ent- fernt kleingezähnt oder ganzrandig, gestielt, namentlich die oberen grauzottig. Kelche dicht behaart bis weifs- — 629 — zottig. Blumenkrone purpurn, sehr selten weifs. ansehnlich bei a: typica = grandiflora Autorum oder bei ß: parviflora Koch ziemlieh klein. Halb quirle 1 bis 3 blutig, nur an den Spitzen des Stengels und der Aeste, nie weit herabgehend. Juli bis September. Aecker, Abhänge. Im ganzen Jurazuge häufig, namentlich auf den Plateau-Aeckern, bei Ober- rieden auf Tuff, fiore albo an den Kalktrümmerhalden zwischen Streitberg und Muggendorf, bei NYohnsgehaig auf Personatensand- stein!! bei Pleinfeld und Marlofstein in den Lias herabgehend (Seh.) auch auf dem Bayreuther Muschelkalkzug ! ! Im Keuper sehr selten z. B. auf Aeckern bei Sankt Peter i Merklein!) und vielleicht nur verschleppt: sicher ist dies bei folgenden Vorkommnissen der Fall: Zellengefängnis, Forsthof (Seh.) auf dem Kalkmaterial der Zu- fuhrstrafsen zum Bahnhof Sankt JobstÜ d ist viel seltener als a z. B.: Hansgörg (St!) Ehrenbiirg (Schwmr!) zwischen Gunzendorf und Stackendorf! ! 909 -f- 910. G. latifolia + angustifolia = G. Wirtgeni Ludwig. Eine Zwischenform mit sehr verzweigtem Stengel, die oben und namentlich an den Kelchen mit Stieldrüsen besetzt ist, mit schmallanzettlichen. wenig und schwachgezähnten , behaarten, grünen Blättern: die Blütenquirle sind reicherblütig als bei 910 und ziemlich über die ganze Pflanze verbreitet: so bei Spardorf (R!) an der Verbreitungsgrenze von 909 und 910. 1*. Stengel unter den Knoten deutlieh verdickt: 2. Stengel an den Verdickungen steifhaaris. sonst kahl. 911. G. Tetrahit L. Stengel aufrecht bis meterhoch. ästig. Blätter eiförmig oder länglich-eiförmig, zugespitzt, am Grunde abgerundet oder häufiger in den Blattstiel geschweift, kerbig-gesägt, beiderseits zerstreut-behaart. Kelche mehr oder weniger steifhaarig und drüsig, zuweilen in der oberen Hälfte schön purpurfarbig, die spitzen Zähne reichen bis an die Er- weiterung der Kronröhre; Blumenkrone- aufsen weichhaarig, mittelgrofs oder klein, schmutzig-hellpurpurn. Mittelzipfel der Unterlippe fast quadratisch, flach, gekerbt, meist mit blaupurpurner Zeichnung. Juni bis September. Schuttplätze, Dorfstrafsen, Aecker, abgeholzte Waldstellen, verbreitet. Aendert mit nur halb so grofsen Blüten, mit weifsen Blumenkronen, wobei nur der Mittelzipfel der Unterlippe einige bläuliche Zeichnungen erkennen läfst: so Unterbürg, in Aeckern zwischen Eichenstrut und Plech eine lange Strecke weit ausschlief slich diese Form!!, mit hellgelber Blüte, die Unterlippe blauviolett geädert: zwischen Horlach und Nemschenreuth ! ! (Die auffallende Form von den Pegnitzabhängen zwischen Tullnau und Mögeldorf i! mit völlig die versicolor nachahmenden, kleinen Corollen ist in Leimbach, bot. Monatsschrift 1890, pag. 45 als (i. acuminata Reichenbach ge- deutet worden, jedoch wohl mit Unrecht. G. acuminata ist Bastard von Tetrahit und pubescens, an der Mögeldorfer Form aber kann ich aichts finden, was zu pubescens hinneigen sollte: leider kann die — 630 — Beobachtung hierüber nicht fortgesetzt werden, da die Form am angegebenen Standort verschwunden ist.) 912. G. bifida von Boenninghausen. Blätter dünner, weicher, weniger behaart als bei voriger, unterseits meist kahl und spiegelnd. Blumenkrone kleiner als bei voriger, rot, die Röhre kaum solange als die Kelehzähne, Mittel zip fei der Unterlippe rechteckig-länglich, ganzrandig. etwas aus- gerandet, zuletzt am Rande umgerollt, sonst wie vorige. Juli, August. In Wäldern, vornehmlich auf sumpfigem Boden, an Weihern. Münchszell (Seh.) Haidenberg, Dutzendteich!! Forsthof (Seh. Glaishammer (St. man.) Unterbürg (R i zwischen Erlenstegen und Oberbürg ! ! mehrmals von Ziegelstein gegen Heroldsberg (Seh!) und Kalchreut zu (Schwnir!) Buch (Sim.) Waldsümpfe bei Erlangen iSchnzl!) Dechsendorf ! ! Hauptsmoor (Fk.) ;-- zwischen Xeumarkt und der Heinrichsbürg (Sp.i Habersmühle gegen UitzloheÜ Weissen- brunn (Seh.) Schönberg (Sim.) Deckersberg, in der Ortschaft!! Hansgörg, Kleedorf (Seh.) zwischen Hundsdorf und Ziegelmühle!! Limmersdorf (Klf. . Eine zierliche, in der kleinen Blüte die versicolor nachahmende Form: Corolla gelb, Mittelzipfel der Unter- lippe blaupurpurn, gelbgesäumt: im Ziegelsteiner Wald (Seh!). 913. G. speciosa Miller = versicolor Curtis = cannabina Roth. Stengel ästig, bis über meterhoch. Kelchzähne halb solang als die Kronröhre, Blumenkrone sehr ansehnlich, gelb, der Mittellappen der Unterlippe blauviolett, gelb gesäumt, sonst wie Tetrahit. Aendert: ß: unicolor Meyer, Blumenkrone ein- farbig, gelb. Juni bis September. Waldige Abhänge, Quellen; zerstreut, nur strichweise verbreiteter, im Jurazuge vornehmlich im Quellenhorizonte des Ornatenthones : zwischen Pleinfeld und Walding (Seh.) Ungenthal mit o'ü im Schwarzachthal bei der Fröschau , bei Burgthann , in dem Seitenthälchen gegen Altdorf und Westhaidü Feucht (B.) zwischen Haimendorf und Lauf, nahe dem Dutzendteich im. F.), offenbar mit Holz aus dem Jura ein- geschleppt in einem Bretterlager zu Glockenhof (Seh!) und am Holzlagerplatz beim Maxfeld (Sim.) aufgetreten, Boxdorf (BV.) Ratsberg, Marlofstein (Schwg.K.) zwischen Dechsendorf und Weissen- dorf iPf.) mehrmals bei Bamberg (Fk.) — Reinwartshofen (Model!) Auerberg (Seh.) Schlüpfelberg!! von Holnstein nach Deining, Voggenthal (Seh!) Heinrichsbürg (Sp!) Heimburg!! Mittelrohren- stadt, Deinschwang, zwischen Klingenhof und Entenberg. Reuter- berg (Seh.) Nonnenberg, Buchenberg, mehrmals um Engelthal (Rdl.i Oedthal, Schupf!! See (Rdl. i Hubirg (m. F.) Pommelsbrunn (BV.) Hohenstadtü Eschenbach (Häupler) Fischbrunn iPr.i Alfalter, Kleedorf (Seh.) um Schnaittach (üu.a,) Bondorf, Osternohe, Hien- berg (BV!) Simmeisdorf !! Grofsengsee (Seh.) Kühlenfels (Sim.) Streitberg (m. F.) von Toos über die Riesenburg gegen Behringers- mühle und Kohlstein, mehrmals im Thal gegen Rabenstein!! auch bei Rabeneck (Sim.) um Mengersdorf häufiger im. F.) Wohnsdorf (Puchtler) Schönfeld, Hollfeld, Limmersdorf nach Kasendorf und im nördlichen Jura vielerorts bis zum Starfeiberg, auch bei Schefs- litz und Giech (Klf.). — 631 — 2*. Stengel an den Knoten steifhaarig, im übrigen rückwärts weichhaarig: 914. G. pubescens Besser. Stengel aufrecht, fufshoch bis mannshoch werdend, ästig, nur bei schwachen Exemplaren einfach, mit abwärts gerichteter, kurzer, weicher Behaarung, an den Knoten steif haarig und meist zugleich mit Stieldrüsen besetzt. Blätter eiförmig bis breiteiförmig, zugespitzt, gezähnt, beiderseits mehr oder minder weichhaarig, am Grunde breit- abgerundet oder selbst etwas herzförmig, viel seltener in den Blattstiel verschmälert. Kelch weichhaarig; Blumenkrone aufsen weichhaarig, grofs, jedoch kleiner als bei voriger, schön röt- lichpurpurn, die Röhre sehr lang über den Kelch hervorragend, weifsgelb, oberwärts bräunlichgelb : der Mittelzipfel der Unterlippe 4 eckig, flach, kleingekerbt, etwas ausgerandet. Formenreihe: a: typica Besser: der Stengel weichflaumig, ebenso die Kelche und jungen Blätter, daher die Pflanze im oberen Teile graulich erscheinend. ß: Walteriana Schlechtendal: Stengel mit zahlreichen langen Borstenhaaren besetzt, im übrigen nur wenig flaumig, y: albiflora Doli: Blumenkrone w^eifs, b: lutea A. Schwarz: die ganze Blumenkrone gleich- mäfsig schwefelgelb, sonst wie 3- Juni bis September. Schuttplätze. Aecker, Dorf hecken, Strassengräben , verbreitet als /i, namentlich um Mögeldorf, a: zwischen Lichtenhof und Forsthof!! d: in Happurgü 369. Stachys Rivinus. Ziest. Kelche röhrig oder glockig, 5 bis 10 nervig, 5 zähnig, die Zähne wenig ungleich. Oberlippe der Krone meist helm- förmig. Zipfel der Unterlippe stumpf, der mittlere länger und gröfser. Kronröhre innen mit einem Haarring. Staubbeutel- hälften diametral, mit gemeinschaftlicher Längsspalte auf- springend, die 2 unteren Staubfäden nach der Anthese aus- wärts und abwärts sich abbiegend. Blütenquirle meist eine endständige Scheinähre bildend. Nüfschen dreiseitig, eiförmig, oben abgerundet. 1. Halbquirle reichblütig, untere Vorblätter solang als der Kelch: Blüten rötlich: 915. St. Germanicus L. Stengel meist einfach, fufshoch bis meterhoch, wie die ganze Pflanze dicht seidigglän- zend durch dichte lange Behaarung. Blattei' länglicheiförmig, gekerbt oder kerbiggesägt, am Grunde abgerundet oder etwas herzförmig, oben spitz, gestielt, die quirlständigen sitzend. Vorblätter länger als die Quirle. Kelchzähnc ungleich, ei- förmig, zugespitzt, dornspitzig, Blumenkronen wenig über den — 632 — Filz herausragend, rosafarben, kaum mittelgrofs, auch die Ober- und Unterlippe aufsen langseidenhaarig. Scheinähre nach oben dicht und geschlossen, nur unten unterbrochen. 0, %. Juli, August. Sonnige Abhänge, Trümmerhalden, im ganzen Jurazug ziemlich häufig. H: St. italims Miller = salviaefolia Tenore. Der vorigen ähnlich, jedoch die oberen die Quirle stützenden Blätter fast dreieckig-eiförmig, die Kelchzähne lanzettlich, dornspitzig. 2|~ Juni bis August. Eine namentlich zu Rabatten beliebte Zier- pflanze aus dem Gebiete des adriatischen Meeres, ist 1890 garten- flüchtig bei Schniegling (Seh!) aufgetreten. 916. St. alpinus L. Stengel aufrecht, meist einfach, meterhoch, wie die ganze Pflanze lang abstehend behaart und im oberen Teile dabei mit Drüsenhaaren besetzt. Blätter aus herzförmigem Grunde länglicheiförmig, spitz, kerbig- gesägt, die unteren grofs. langgestielt, die oberen sitzend und allmälig an Gröfse abnehmend. Quirle sämtlich von einander getrennt, auch die obersten von den stützenden Laubblättern überrast, die Vorblättchen lineal. solang als die mit langen einfachen und drüsentragenden Haaren besetzten glockigen Kelche, deren Zähne netzrippi i und dreieckig mit aufgesetzter Spitze sind: Blumenkrone kaum mittelgrofs, schmutziglila. 2J.. Juni bis August Gebüschwald, sehr selten und vereinzelt: Hetzlas (Müller) lange Meil bei Eggolsheim (Gl!). 1*. Halbquirle 2 bis öblütig. Vorblätter sehr klein oder fehlend. Blüten rötlich. 2. Perennierende, grundausläufertreibende hohe Pflanzen, bei welchen die Blüten- quirle am Ende des Stengels eine deut- liche lange Scheinähre bilden: 917. St. silvaticus L. Stengel aufrecht bis meterhoch, einfach oder oberwärts ästig, wie die ganze Pflanze rauhhaarig und oberwärts zugleich samt den Kelchen stieldrüsig. Unter- irdische Ausläufer an der Spitze nicht verdickt, Blätter dunkelgrün, aus tiefherzförmigem Grunde breiteiförmig, zugespitzt, grobkerbiggezähnt, die unteren sehr langgestielt, die oberen schmäler, kurzgestielt. Kelche glockig, die Zähne etwas ungleich, dornspitzig, halb so lang als die Röhre der mittelgroßen, tiefblutroten Blumenkrone, die Unterlippe derse ben mit gelblichen Zeichnungen durch- zogen, Röhre vom Haarring bis zum Schlünde gleich weit: Halbquirle 2 bis 3 blutig ; Blütenstand eine lange Scheintraube darstellend, welche an der Spitze mit einem Schöpfe kleiner Laubblätter abschliefst: in der Scheintraube kommen 2 Formen vor, bei der einen sind die Stützblätter klein oder fehlend, bei der anderen reichen dieselben weit über die Quirle hinaus. 2J-. Juni bis August. Waldschatten, an Bächen, in Schluchten, — 633 — verbreitet. Bei Greding und am Auerberg fand der unermüdliche Förderer hiesiger Florenkenntnis : Herr Apotheker Friedrich Schultheifs eine sehr auffallende Form auf: [j: mollissimus Schultheiss , bei welcher die ganze Pflanze dicht mit einem gelbbronzefarbigen Haarfilz bedeckt ist, die Blätter Seiden- atlas ähnlich schillernd, die Kelche sehr kurzelockis, breit. 7 Ö Ö 7 eine prächtige Form! 918. St. paluster L. Unterirdische Ausläufer an der Spitze knollig verdickt. Stengel aufrecht, meist einfach bis meterhoch, mit abwärts gebogener, angedrückter 7 *_-' ö 7 CT Behaarung dicht besetzt oder namentlich oben auf den Flächen kahl und nur an den Kanten rauhhaarig. Blätter lanzett- lich, seltener eilanzettlich, spitz, gekerbt oder gesägt, dicht- weichhaarig, namentlich die oberen, oder zerstreut rauhhaarig, am Grunde etwas herzförmig, ganz kurz gestielt, die oberen halbstengelumfassend. Halbquirle 3 bis 5 blutig: Kelche dichtbehaart und stieldrüsig, Kelchzähne dreieckig, dornspitzig: Blumenkronen mittelgrofs, lila, die Unterlippe mit geschlängelter Zeichnung, die Kronröhre vom Haarringe an gegen den Schlund erweitert: Quirle sitzend, am Ende des Stengels meist eine dichte, stützblattlose Scheinähre bildend, seltener ist dieselbe im unteren Teile unterbrochen, wenn die Stützblätter wesentlich länger als die Quirle sind und über dieselbe hinausragen, sodafs dann der Gipfel derselben schopfig erscheint, so entsteht ß: bracteatus Gr. Beck. 2[. Juni bis August. Flufsufer. häufig, auch viel am Kanal, sodann oft in den lehmigen Aekern des Lias und der Juraplateaus, auch im Lehm des Gips- keuper bei Windsheim! ! Die Ackerform ist jedoch meist niedriger, Stengel und die gekerbten Blätter sind dicht- fast filzig behaart, Scheinähre gedrängt: y: segetum Schweizer. Anmerkung : In den letzten Jahren wurden wiederholt unter dem Namen „japanische Kartoffeln" die weifsen Knollen von Stachys affinis Bunge = tuberiferus Naudin auf den hiesigen Markt gebracht. Die Knollen werden als feines Gemüse verwendet. Die Pflanze steht dem St. paluster sehr nahe, kommt selten zur Blüte: Heimat ist Ostasien. Ob die Art jedoch auch im Floren- gebiet selbst geltaut wird, konnte bisher nicht festgestellt werden. 2*. Pflanze einjährig. Blütenquirle in den Achseln von Laubblättern, keinen langen scheinährigen Blütenstand bildend: 919. St. arvensis L. Stengel aufrecht, ästig, oder liegend mit aufstrebenden Aesten, fufshoch, abstehend steif haarig. Blätter gelbgrün, zerstreutbehaart, rundlicheiförmig. stumpf, gekerbt, am Grunde seicht herzförmig, die unteren gestielt, die quirlständigen schmäler, sitzend. Kelche oft zur Hälfte purpurn überlaufen, langhaarig, die Zähne lanzettlich, kurz- stachelspitzig: Blumenkrone klein, kaum länger als der Kelch. — 634 — blafsrosa, Unterlippe purpurn punktiert, die unteren Halbquirle 1 bis 2, die oberen 3 blutig. T. Juli. August. Aecker. Nach Schnizlein selten auf Plateauäckern der fränkischen Schweiz, mir kam sie daselbst jedoch noch nie vor. Häufig zwischen dem Bruderwald und der Höfener Mühle, Xonnenweiher , VTildensorg Fk.): nahe südwestlich vom Gebiet: Leinäcker bei Zant westlich Windsbach (A. Rdl!). 1**. Halbquirle 2 bis 5 blutig. Blüten Maisgelb: 920. St. annuus L. Stengel aufrecht, meist ästig, fafs- hoch. mit kurzer, abwärts gebogener Behaarung und im obersten Teile zugleich stieldrüsig. Blätter zerstreut behaart, die untersten rundlicheiförmig, stumpf, gekerbt, lang gestielt, die mittleren eiförmig, spitz, gesägt, kürzer gestielt, die quirlständigen ganz- randig. sitzend, meist länger, oder die obersten so lang als die meist 3 blutigen Halbquirle. Kelch lang weichhaarig und etwas stieldrüsig, die Zähne lanzettlich, fast bis zur Stachel- spitze behaart. Blumenkrone aufsen behaart, mittelgrofs, die weifsliche Röhre länger als der Kelch, der Schlund hellgelb bis schwefelgelb. Unterlippe purpurn punktiert. 0. Juli bis September. Auf Aeckern der Plateaus mit dem ganzen Jurazug, scheint in der Xeumarkter Gegend zu fehlen, bei Vel- burg dagegen schon wieder zahlreich. Sodann auf Süfswasserkalk auf dem Bühl bei Georgensgemündü ist hier trotz des isolierten, räumlich sehr beschränkten Vorkommens seit circa 60 Jahren als konstant nachgewiesen. Sodann wieder auf dem Muschelkalkzug bei Bayreuth!! Verschleppt an vielen Stellen um Nürnberg auf- getreten (!!u. a. i sogar bei Marienberg ziemlich zahlreich Sim.j. Das Vorkommen bei Sankt Jobst gegen Mögeldorf und Erlenstegen : ! ! B ! ist dagegen nicht als Verschleppung zu deuten , sondern als eines der wenigen Beispiele von Herabschwemmung durch die Pegnitz aus dem Jura, womit die dortigen Vorkommnisse von Petasites offlcinalis , Hippocrepis comosa und Orchis ustulata zusammenstimmen. 921 . St. rectus L. Wurzelstock mehrere aufrechte, etwas rutenförmige. einfache oder wenigästige, meist ziemlich dicht behaarte Stengel treibend. Blätter eilanzettlich. spitz, zerstreut behaart, die unteren mit langkeiligem Grunde in den kurzen Blattstiel verschmälert, die oberen sitzend, gesägt, die obersten quirlständigen ganzrandig, sehr spitz. Halbquirle 3 bis 5 blutig, zuoberst in eine lange Scheinähre vereinigt. Kelche zerstreut rauhhaarig, die Zähne dreieckig mit kahler Stachelspitze. Blumenkrone mittelgrofs, die Röhre nur solang als der Kelch, der Saum gelb, der Mittelzipfel der Unterlippe purpurn punktiert und etwas geädert, beim Trocknen sehr bald braun werdend. 2J.. Juni bis September. Abhänge, Feldraine. Im Jura strichweise verbreitet, strichweise ganz fehlend: so von Greding und Beilngries bis Berching (Seh ! u. a.) um Breitenbrunn und Wissing ! ! von Parsberg nach Velburg und Lengenfeld (! ! u. a.) — 635 — Brunn bei Lauterhofen (Rdl. i Högen nach Büchelberg (R.) Deins- dorf (E. Enslin) Etzelwanger Thal bis Xeunkirchen (!! u. a.) von Fischbronn nach Yorra, Betzenstein. Stierberg, Gräfenberg ! ! Ehren- bürg (m. F.) Toosmiihle ! ! Bieberbach, Laienfels iKlf.) Stadelhofen gegen Kleingsee, Bronn , alsdann von Ebermannstadt über Streit- berg bis Pottenstein, sowie namentlich im ganzen Gebiet der Lein- leiter, auch nach Rabenstein und über Rabeneck nach Waischen- feld, dann rings um Hollfeld und weiter nördlich!! bis zum Cordigast und Staffelberg verbreitet fm. F ). In den Regnitzauen bei Hirschaid als Abschwemmungsvorkommnis! ! sodann auf dem Bayreuther Muschelkalkzug (m. F.) Westlich von Gebiet auch im Gipskeuper bei Windsheim (in. F! . 370. Betonica L. Blumenkrone ohne Haarring. Staubfäden nach dem Verstäuben sieh nicht abwärts drehend. Quirle am Ende des Stengels eine eiförmige Scheinähre bildend. 922. B. officinalis L. = Stachys Betonica Bentham. Aus der schiefen Grundachse die Stengel aufsteigend und aufrecht, bis meterhoch, meist einfach, abstehend steiflich behaart, mit nur wenigen Blattpaaren besetzt. Blätter aus herzförmigem Grunde langeiförmig, gekerbt, zerstreut behaart, die untersten -tumpf, sehr lange gestielt, die oberen spitzer, kleiner, sehr kurz gestielt. Eiförmige Scheinähre endständig, aufserdem meist einige Blütenquirle weiter am Stengel herab in den Blattachseln vorhanden. Kelche rauhhaarig. Zähne schmal- dreieckig, gewimpert, stachelspitzig. Blumenkrone aufsen be- haart, purpurn, die Oberlippe zuletzt zurückgekrümmt, die Röhre gerade, viel länger als der Kelch. 2|. Juni bis August. Grasige Abhänge, Waldränder, trockne Bergwiesen, selten in Sumpfwiesen. Zerstreut durchs ganze Gebiet. Aendert: a: hirta Reichenbach, Stengel und Kelche rauhhaarig, dies die gewöhnliche Form. Y'. stricta Aiton, ebenso, nur höher und meist die Blätter breiter: Kosbach (Erbelding). ß : officinalis Leysser = gdabrata Koch, Stengel nebst den Kelchen kah 1 . Diese Form habe ich typisch aus dem Gebiet noch nicht gesehen, bei Exemplaren von Ziegelstein sind zwar die Kchhe kahl, aber die Stengel nicht. Aufserdem führt sie Schweigger und Körte als selten weifs- blühend auf. Eine schöne hohe Form mit rosafarbigen Blüten mehrmals ober der Bachhauptmühle bei Breitenbrunn ! I Stderitis Tonrnefort. Die 5 Zähne des 5 bis 10 nervigen Kelches etwas un- gleich, in starre Dornspitzen endigend und zuletzt abstehend. — 636 — Blumenkrone 2 lippig, Oberlippe flach, Unterlippe 3 lappig. Nüfsehen oben abgerundet. S. montana L. Stengel bis halbmeterhoch, einfach oder am Grunde ästig, wie die ganze Pflanze zottig. Blätter lanzettlich, vorne mit einigen Sägezähnen, spitz, kurz gestielt, allmälich in die begrannten Stützblätter der Quirle übergehend. Kelch fast 2 lippig mit 3 spaltiger Oberlippe, alle Zähne nahezu gleich; Blumenkrone kürzer als der Kelch, gelb, sich bald braun verfärbend. Halbquirle meist 3 blutig, am Stengel sehr weit herabgehend, alle setrennt und blattachselständig. '• Wild in Oesterreich und Südeuropa, 1889 im August blühend bei Forsthof iSch!) aufgetreten. 371. Marrubium Kiyinus. Andorn. Kelch röhrenförmig. 5 bis 10 nervig und 5 oder 10 zähnig. Oberlippe der Blumenkrone gerade aufrecht, flach oder vertieft, Unterlippe abstehend. 3 zipfelig, der Mittellappen gröfser, Blüten klein. Nüfsehen fast dreikantig, oben stumpf. 923. M. vulgare L. Stengel am Grunde ästig, aufrecht, fufshoch und darüber, weifswollig. Blätter ungleich gekerbt, runzelig, oberseits mattgrün, behaart oder filzig, unterseits graufilzig, die unteren rund mit herzförmigem Grunde, lang- gestielt, die oberen ebenfalls rund oder eiförmig, in den kurzen breiten Stiel zusammengezogen. Quirle reichblütig, fast kugelig, alle in den Achseln von Laubblättern und von einander ge- trennt. Kelche weifsfilzig mit 10 Zähnen, welche in eine lange, kahle, von der Mitte an hakig zurückgerollte Stachelspitze auslaufen; Oberlippe der weifsen Blumenkrone lineal, aus- gerandet. 2|~ Juni bis September. Sonnige , kurzrasige Ab- hänge, Schuttplätze, Dorfstrafsen, gesellig, aber sehr zerstreut. Koth (Schnzl. Frkh.) Mittersthai, Gnadenberg!! hier schon von Mauricius Hoffmannus angegeben, Neunkirchen bei Etzelwang (Schnzl. Frkh.) Fembachthal unter Gunzendorf, Hainsbronn, Tüchersfelder Thal und um AVaidmannsgesees ! ! Geisfeld, Wunder- burg bei Bamberg (Fk.). Aufserdem verschleppt durch Schaf - heerden, dann meist nur in einem Stock und vorübergehend auf- tretend: Altdorf an der Landstrafse (Sim!) am hiesigen Viehhof bei den Schafställen (1880!!) Forsthof, Zentralwerkstätten (Seh!), bei Sankt Johannis schon von Volkamer angegeben und neuerdings in mehreren Jahrgängen daselbst beobachtet (Seh!) möglicher- weise hier also keine Verschleppung, sondern beständig. 372. Ballote Tournefort. (ßallota L.) Mauernessel. Kelch trichterförmig, 10 nervig, mit 5 bei unserer Art gleichen Zähnen. Röhre der Blumenkrone mit Haarring, Ober- lippe etwas helmförmig, Unterlippe 3 spaltig, der Mittellappen — 637 — verkehrtherzförmig. Staubfäden nach der Anthese nicht herab- gebogen, Staubbeutelhälften diametral. Halbquirle vielblütig in den Achseln von Stützblättern, nur die obersten einander genähert. NüXschen verkehrteiförmig, oben abgerundet. 924. B. nigra L. Stengel aufrecht, bis fast meterhoch, oft purpurn überlaufen, meist ästig, wie die ganze Pflanze kurz weichhaarig. Blätter eiförmig, gestielt, spitz, ungleich grob-kerbig-gesägt, am Grunde abgerundet oder in den Blatt- stiel zusammengezogen, die unteren öfter am Grunde etwas herzförmig und an der Spitze stumpflieh. Kelchzähne drei- eckig mit pfriemlicher Spitze. Blumenkrone mittelgrofs, lila, schmutzigrosa oder weifs, die Oberlippe aufsen dicht lang- haarig, die Röhre solang als der Kelch; Halbquirle 6 bis 24 blutig, mit linealen, borstenförmigen Bracteen. Pflanze übelriechend. 2|. Juni bis September. In Hecken, an Mauern, Dorfstrafsen, Schuttplätzen, verbreitet. Aendert: a: vulgaris Hoffmansegg et Link = ruderalis Pries. Kelchzähne 3 eckig- lanzettlich mit geraden Seitenrändern, allmälig in die Granne verschmälert und diese halbsolang bis solang als der Kelch- zahn, sodann bei aa : typica G-. Beck : die Blüten lila oder rosa, so ver- breitet, aß: leucantha G. Beck: Blüten weifs: Mögeldorf 1! Sankt Jobst (Seh!) Atzeisberg (m. F!) ay: hirta Koch: die ganze Pflanze, namentlich die Kelche reichlich abstehend behaart, so am Maxfeld (May!). a6: urtieifolia A. Ortmann: Blätter eiförmig-rhombisch mit keiligem Grunde, grobkerbig gesägt, so: Sankt Jobst (Seh!) Kriegenbronn!! ßa: foetida Koch: Kelchzähne 3 eckig-eiförmig mit kon- vexen Seitenrändern, plötzlich in die aufgesetzte mittellange Granne verschmälert. Blüte rosa oder lila. Blätter meist so breit als lang, ungleich grob gekerbt, die obersten kerbig gesägt, so bei WeigelskofÜ nach Sturm's Manuskript um Nürn- berg häufig; ßß: alba L. : die Blumenkrone rein weifs, sonst wie vorige: ßy: borealis Schweigger: die Stachelspitze der fast ab- gerundeten Kelchzähne sehr kurz. Die 2 letzteren Formen habe ich aus dem Gebiet noch nicht gesehen; da jedoch auf die Bailote- Formen noch wenig geachtet wurde, möchten sie doch wohl auch vorhanden sein. 373. Leoilturus Aschersoil. (Leonurus L.) Herzgespann. Kelch kreiseiförmig, 5 zähnig, die Zähne stechend, die unteren etwas Länger. Oberlippe der Blumenkrone ganzrandig. — 638 — Staubblätter weit aus dem Schlünde hervorragend, die längeren nach der Anthese nach abwärts gedreht. Nüfschen 3 kantig, oben gestutzt. 925. L. Cardiaca L. Stengel meterhoch, meist ästig, die Aeste rutenförmig, an den 4 Kanten rückwärts rauhhaarig. Die unteren Blätter aus herzförmigem Grunde im Umkreis kreisrund, handförmig fünfspaltig, die Lappen ungleich ein- geschnitten, die obersten Blätter mit keilförmigem Grunde eiförmig bis lanzettlich, nach vorn spitz 3 lappig, alle oberseits grün und etwas rauhhaarig, unterseits hellgrün und dichter behaart, langgestielt, der Blattstiel dicht rauhhaarig. Blüten- quirle reichblütig, in den Achseln von Laubblättern sitzend, sehr weit am Stengel herabgehend, im ganzen eine lange unterbrochene Scheinähre darstellend. Kelche kahl, die 2 unteren Zähne zurückgeschlagen; Blumenkrone aufsen dicht- zottig, ziemlich klein, rosa, mit schiefem Haarring, viel länger als der Kelch, Mittelzipfel der Unterlippe ganzrandig. 2J.. Juli bis September. Fast stets nur innerhalb der Dörfer, selten in Hecken in deren Nähe, zerstreut durchs ganze Gebiet, zunächst Nürnberg in Leyh und Höfen etc. ! ! aber nicht im Osten und Norden der Stadt 374. Chaeturus Aschersou. (Chaiturus Willdenow). Kelch 10 nervig, Kelchzähne fast gleich. Blumenkrone ohne Haarring, Oberlippe vertieft. Staubfäden kaum aus der Blumenkrone hervorragend, nach der Anthese nicht herab- gedreht, sonst wie 373. 926. Ch. Marrubiastrum Reichenbach = Leonums Marm- biastrum L. Stengel bis über meterhoch, einfach oder auf- rechtästig, wie die ganze Pflanze sehr kurz weichhaarig. Blätter oberseits dunkelgrün, unterseits fast graufilzig und mit zahlreichen weifsen Drüsenpünktchen bestreut, gestielt, gekerbt, die untersten rundlich-eiförmig, die oberen lanzettlich mit langkeiligem Grunde. Blütenquirle zahlreich, reichblütig: Kelchzähne mit weifsen Dornspitzen, Blumenkrone klein, hell- rosa, aufsen weichhaarig, kürzer als die Kelchzähne. 0. Juli bis September. An Oedungen, Zäunen, selten und unbeständig. Von Ellwert und Schweigger .et Koerte bei Erlangen angegeben, neuerdings wieder 1898 bei Forsthof aufgetreten (Seh!). 375. Scutellaria Riyinus. Helmkraut, Schildkraut. Ober- und Unterlippe des Kelches ungeteilt, die Ober- lippe trägt auf dem Rücken eine geschweifte Schuppe und fällt zur Fruchtzeit ab, die Unterlippe bleibt. Blumenkrone ohne Haarring. Blüten einzeln in Laubblattachseln, einseits- wendig. Nüfschen kugelrund. — 639 927. S. galericulata L. Grundachse dünn, ausläufer- treibend. Stengel aufrecht, ästig, seltener einfach, bis halb- meterhoch, wie die ganze Pflanze fast kahl. Blätter kurz- gestielt, aus herzförmigem Grunde lanzettlich, seicht gekerbt, die untersten stumpf, die oberen spitz. Blumenkrone gut mittelgrofs, aufsen weichhaarig, blauviolett, die über dem Grunde gebogene Röhre viel länger als der meist kahle Kelch, Blütenstiele kürzer als der Kelch. Nüfschen orangegelb, dicht gekörnelt. %. Juni bis September. An Weihern, Wiesengräbern, Bächen, am Kanal, verbreitet, selbst an der Wiesent und deren Xebenfiüfsclien im Dolomitrayon!! 928. S. minor L. Grundachse etwas dick. Stengel zart, fingerhoch bis fufshoch, einfach oder ästig. Untere Blätter eiförmig, obere lanzettlich, kurzgestielt, ganzrandig oder am Grunde mit 1 bis 2 Zähnen, der Blattgrund eiförmig oder herzförmig. Blumenkrone schmutzig-rosa , klein, aufsen zerstreut behaart, die Röhre gerade, dreimal länger als der kurzhaarige Kelch, Blütenstiel länger als der Kelch, sonst wie vorige, aber in allen Teilen zierlicher. %. Juni bis September. Weiherränder, Gräben sumpfiger Wiesen. Sehr selten und nur in der Weihergegend auf die Aisch zu: Gottesgab (Schnzl. Frkh.) Weissendorf (m. F.) unter Reut und Membach (Sclrwg. K.). 376. Brunella Adanson. (Prunella L.). Kelch röhrigglockig. zweilippig, nach dem Verblühen sich platt schliefsend, die Oberlippe mit 3 breiten, kurzen Zähnen schlägt sich mit den 2 gekielten Seitenzähnen auf die Unterhälfte des Kelches und 'umgibt so die in 2 spitze Zähne gespaltene Unterlippe. Blumenkrone 2 lippig, die Röhre mit einem Haarring. Die Staubfäden unter den Antheren mit einem spitzen Zahn oder einem Höcker. Staubbeutelhälften diametral, jede mit einer besonderen Spalte aufspringend. Halbquirle 3 blutig, in den Achseln von kleinen, kreisrunden, bespitzten, etwas trockenhäutigen Hochblättern zu dichten, endständigen, eiförmigen Scheinähren vereinigt. 1. Blumenkrone mittelgrofs und kaum doppelt solang als der Kelch; die Röhre gerade, die 2 längeren Staubfäden an der Spitze mit einem pfriemlichen Zahn. 929. B. vulgaris L. Stengel namentlich am Grunde ästig, aufsteigend, finger- bis fufshoch und darüber, zerstreu! kurz- haarig. Blätter eiförmig, spitz, gestielt, zerstreul behaart, ganz- randig oder entfernt gezähnt. Scheinähren meist vom obersten Blattpaar gestützt, also in diesem Sinne als sitzend bezeichnet. Blumenkrone blauviolett, selten weifs; Zahn der längeren Staubfaden pfriemlich, gerade; Deckblätter 640 langgewimpert; die Kelche meist purpurn, die Zähne der Oberlippe sehr flach mit aufgesetztem Spitzchen. 2J.. Juli bis September, seltener auch schon früher, so z. B. am Ratsberg im Jahre 1844 Ende April in Blüte gestanden (Häuser!) Wiesen, Waldränder, verbreitet, flore albo bei Grofsenersee (Seh !) Markt Erlbach ! ! 930. B. alba Pallas. Stengel unten verzweigt, aufsteigend, finger- bis fufshoch, rauhhaarig, unter den Blütenständen selbst weifszottig. Blätter gestielt, gezähnt, häufiger, nament- lich die oberen fiede rspaltig. Kelch stärker gewimpert als bei voriger, die Zähne der Unterlippe schmäler und tiefer geteilt, starr gewimpert. Blumenkrone gelb 1 ichweif s, der Zahn der längeren Staubfäden aufwärts gebogen, sonst wie vorige. 2[. Juni, Juli. An sonnigen Rainen „selten bei Streitberg" iFk.); sodann mehr westlich vom Gebiet: bei Xeustadt an der Obermühle (Seel.) Windsheim (Kfm.) und zerstreut im Steigerwald : Altmannshausen (Pr.) am Schwanberg (Mdl.) Burg- windheim, Schönbrunn i Höfer) und in den Hafsbergen. 1*. Blumenkrone grofs, fast 3mal solang als der Kelch, die Röhre aufwärtsgekrümmt. Die 2 längeren Staubfäden an der Spitze mit einem stumpfen Höcker. 931. B. grandiflora Jacquin. Grundachse meist unter dem Boden verzweigt, die Stengel aufsteigend, fingerhoch bis fufshoch, samt den Blättern und Blattstielen mehr oder weniger rauhhaarig. Blätter gestielt, eiförmig bis länglicheiförmig, ganzrandig oder etwas gezähnt, selten tief gezähnt und am Grunde fiederspaltig. Scheinähre vom obersten Laubblattpaar entfernt, daher im Gegensatz zu 929 und 930 gestielt erschei- nend. Die untersten Deckblätter herzförmig, in eine lange, grüne Spitze ausgezogen. Zähne der Kelchoberlippe viel tiefer als bei vulgaris, geschweift zugespitzt, die Unterlippe von der Oberlippe sehr tief hinab getrennt, Blumenkrone tief blaupurpurn. 2|.. Juni bis September. Trockene, sonnige, kurzrasige Heiden, Waldränder. Sehr vereinzelt im Keuper: Gerasmühle (v. F !) Tennenloh (Seh ! hier schon von Elwert an- gegeben) Erlangen i schon von Schmiedel angegeben und neuerdings wieder zwischen da und Bubenreuth bestätigt: Rdl.). Im Jura- zuge strichweise in Menge, strichweise ganz fehlend; so von Greding und Beilngries nach Berching (Seh!) und von da nach und überall um Breitenbrunn, Wissing, Parsberg und Yelburg (!! u. a.) Grosahof (Seh!) von Trautmannshofen nach Lauterhofen (Seh!) und Kastl!! um Habsberg, von Utzenhofen nach Kastl, hier viel in der forma laciniataü auch gegen den Poppberg zu (Rdl.) Illschwang, zwischen Alfeld und Thalheim (Seh.) Moritzberg (SS. II); Ortspitz, Affalterthal, Bieberbach, Wichsenstein, Bärenfels (Klf.) dann wieder mehr von Ebermannstadt über Streitberg und Muggen- dorf gegen Rabenstein (! ! u. a.) von Friesen und Hochstall nach — 641 — Teuchatz, um Greifenstein und nach Herzogenreuth, um Königs- feld, Steinfeld und überall um Hollfeld!! dann weiters nördlich verbreitet bis zum Kordigast und Staffelberg (!! u. a.). Westlich vom Gebiet im Gipskeuper um Kaubenheim ! ! Windsheim, Burg- bernheim (BV.). 377. Ajuga L. Günsel. Kelch 5 zähnig; Oberlippe der Blumenkrone sehr kurz, daher scheinbar nur eine Unterlippe vorhanden, diese 3 spaltig, der Mittel zip fei zweilappig, R.öhre mit Haarkranz, Blumenkrone vertrocknend, nicht abfallend. Nüfschen rundlich, netzig-grubig. 1. Quirle 6 bis 12 blutig, zu einer endständigen Scheinähre vereinigt. Blüten blau, seltener rosa oder weifs: 2. Stengelgrund zur Zeit der Blüte lange, beblätterte Ausläufer treibend: 932. A. reptans L. Blauer Kuckuck. Stengel aufrecht, finger- bis fufshoch, einzeln, einfach, abwechselnd zweireihig- zottig. Stockblätter rosettig, bleibend, eiförmig, langgestielt, fast spatelig, wellig gekerbt, zerstreut-kurzhaarig, die der Aus- läufer ähnlich, aber rundlicher. Stützblätter der Blütenquirle eiförmig, ungeteilt, die obersten kürzer als die Blüten. Schein- ähre am Grunde unterbrochen; Blüten hellblau, die Staub- fäden deutlich weit über die Oberlippe herausragend und behaart. 2J.. April, Mai. Auf Wiesen, an Bächen, im Laub- gehölz sehr verbreitet. Sehr variabel: flore roseo nicht selten, z. B. Kofsstallü Maiacher Wald (Pr.) Gibitzenhof (BV.) Dutzend- teich (Kellermannj Heroldsberger Strafse (Rdl.) am Ziegelsteiner Keller (Gl.) Stadlinger Wald (Keusch) Herboldshof!! Tennen- loh (Seh!) Brucker Lache!! Hetzles (SS. II) Weigenhofen (BV.) Föhrenbach und Thalheim (Seh!;: flore albo viel seltener: schniegling (Sim.) Heroldsberger Strafse (Bdl.) Thuisbrunn!! Selten steigen die Ausläufer an der Spitze aufwärts und werden zu blütentragenden Stengeln , die Blütenquirle derselben haben dann jedoch weniger, oft nur 2 Blüten: stoloniflora Bogenhard; so bei Rofsstall und zugleich rosablühend! ! Fehlen die Ausläufer gänzlich oder sind dieselben sehr kurz , so entstellt die Form alpina Villars, so bei Bernloh zugleich flore roseo !! Tennenloh (Seh!) Ottensoosü, ferner: longifrons G-. Beck: Die Laubblätter und namentlich die Stützblätter schmäler, letztere auch an der völlig aufgeblühten Aehre länger als die Blüten, die Aehre daher schopfig, so am Falznerweiher (L. Koch!) zwischen Pottenstein und Pegnitz (Sim!). Aufserdem rinden sich in tiefstem Schatten z. B. an der Mauer im Stadtgraben heim Lauferthor, am Fufs des Banzer Schlofsberges I ! Formen mit bis zur Unkenntlichkeit geändertem Habitus, die wenigen Quirle in den Achseln mächtiger laubblattgleicher Stützblätter, eine Blütenähre nicht mehr vor- handen : saxicola A. Schwarz. Abh. d. Xat. Ges. XIII. IM. Flora. 41 — 642 — 2*. Kriechende Ausläufer fehlen, höchstens aufgerichtete Blattsprosse vorhanden: 933. A. pyramidalis L. Stockblätter rosettig, verkehrt- eiförmig, gekerbt oder ganzrandig, in den kurzen breiten Stiel verschmälert. Stengel aufrecht, bis fufshoch, wie die ganze Pflanze mehr oder minder mit Gliederhaaren besetzt bis zottig. Stengelblätter viel kleiner, in die breiteiförmigen, ungeteilten, schwachwelligen oder ganzrandigen Stützblätter übergehend, diese sämtlich länger als die Blüten, entweder ziemlich gleichgrofs oder- nach oben etwas kleiner. Blüten azurblau, wesentlich kleiner als bei 932 und 934, die Staubfäden kahl, die Oberlippe nicht oder nur wenig über- ragend; Blütenquirle sehr weit herabgehend. 2J.. Mai, Juni. Wiesen, Waldränder. Grasiger Abhang bei Rofsstall, nur einige Stöcke!! 934. A. genevensis L. Stockblätter elliptisch oder spatei- förmig, gestielt, wellig-gekerbt, zur Blütezeit meist verwelkt oder klein bei: a: vulgaris Schübler et Martens oder bei ß: macrophylla Schübler et Martens gröfser als die Stengelblätter und allmälig nach oben an Gröfse abnehmend, wodurch ein der vorigen ähnlicher Habitus entsteht. Stengel aufrecht, rundum zottig, fingerhoch bis über fufshoch, einfach, aber oft mehrere aus einer Grundachse entspringend , diese treibt oft unter dem Boden seitliche Sprosse, wohingegen beblätterte, oberirdische Ausläufer vollständig fehlen. Stengelblätter läng- lich, mit keiligem Grunde, gekerbt bis gezähnt; Stützblätter eiförmig, spitz, 3 zähnig bis 3 lappig, die obersten kürzer oder so lang als die Blüten oder bei y: foliosa Trattinick viel länger als diese, und die Aehre dadurch schopfig. Blüten tief azurblau, die Staubfäden behaart, weit über die Oberlippe, hinausragend. Aendert auch mit rosa und weifsen Blüten. 2J.. Mai: die forma macrophylla von Juli bis September. Abhänge, Ackerraine auf lehmiger und kalkiger Unterlage. Daher zahlreich im ganzen Jurazug, sowie im Lias bei Pleinfeld, auf dem Laufer, Kalchreuther und Erlanger Lias- zug, auf Süfswasserkalk auf dem Bühl bei Georgensgemünd , auf Muschelkalk auf der Höhe ober Bieberswöhr !! dann vom Oschen- berg über Bindlach nach Benk (MS. Hnl.). Im Keuper seltener: eine geschlossene Verbreitung von Grofshabersdorf über Ammern- dorf und Rofsstall nach Zirndorf und der alten Vestc, auch um Kadolzburg. um Buschschwabach, von Dietersdorf bis Gerasmühle und DeutenbachÜ aufserdem zerstreut: an der Heroldsberger Strafse (Seh.) mehrmals zwischen Fürth und Stadeln (! ! Rdl.) Brucker Lache (Gr.) und Nürnberger Wald (Schwg. K.) gegen Kosbach (Gl.) auf dem Burgberg und bei Buckenhof (SS. II) sodann bei Gsteinachü Pattenhofen (Rdl.) und an der Sophienquelle (v. Mettingh), ein sehr auffallendes Vorkommen am Bahndamm südlich Roth auf Sand!! geht auch bei Neumarkt am Bad bis in — 643 — den Flugsand herab (Sp.) — ß nicht selten als Sommerform im Jurazug zerstreut!!, auch bei Gerasmühle und Krottenbach (Seh!), v zwischen Fürth und Stadeln!! am Höllenstein (Seh!) etc.; flore roseo nicht selten, namentlich im Hersbrucker Jura (!! u. a.) die weiisblühende Form sehr selten: Nonnenberg!! Thalheim (B.) im Eibenthal zugleich als 7 (Seh!). 934: -f- 932. A. genevensis + reptans. Grundblätter meist vorhanden, blütentragende Stengel meist mehrere vor- handen, zweizeilig oder nur zerstreut behaart, die seitliehen aufsteigend, zuweilen auch seitlich aufsteigende Blattsprosse vorhanden, aber keine kriechenden Ausläufer. Blätter länglich verkehrteiförmig mit keiligem Grunde in den Blattstiel ver- schmälert, die Stützblätter der Scheinähre eiförmig, flachwellig- gekerbt oder fast ganzrandig, die obersten meist kürzer als die Blüten; letztere zeigen das intensive Azurblau von gene- vensis. sind so grofs als bei den beiden Stammpflanzen, die Staubfäden behaart und über die Oberlippe weit hervorragend, im übrigen wie reptans. 2|.. Mai. Birkenschlag bei Holzheim auf Dietersdorf zu!! Moritzberg (Seh!). 1*. Blüten gelb, einzeln in den Achseln von Laubblättern. 935. A. Chamaepitys Schreber — Teucrium Chamaepitys L. Stengel meist fingerhoch, seltener höher, am Grunde ästig, die Aeste aufrecht und aufsteigend, zweizeilig-dichtbehaart, oben ringsum, wie auch die Blätter und Kelche zottig. Blätter 3 teilig mit linealen Zipfeln, selten 5 teilig, die untersten lanzett- lich mit langkeiligem Grunde in den Blattstiel verschmälert, vorne entfernt-stumpfgezähnt. Blüten fast bis an den Stengel- grund herabgehend, Blumenkronen citronengelb, der Mittelzipfel der Unterlippe 4 reihig purpurn punktiert. Q. Juni bis Sep- tember. Aecker , Brachfelder, sprungweise mit dem Jurazug: Dietrichstein (Seh.) Hubirg (Sim!) mehrmals von da gegen Waizen- dorf (Rdl.) Lichteneck, Haunritzü Eschenfelden (Pr. 1 ober Mittel- ehrenbach (Seh !) Ehrenbürg ! ! Friesener Berge (Fk.j Plateau ober dem Eschlippthalü um Muggendorf (m. F !) Göfsweinstein (Model!) ober Pottenstein (E.) Unteraufsefs gegen Draisendorf. Sachsendorf!! Neubürg (Hill.) Krögelstein, Kleetzhöfe, Mönchau iKlf. ) Kleinziegenf eider Thal, Weifsmain, vom Kordigast bis zum Staft'clberg an vielen Orten im. F.). 378. Teucrium L. Gamander. Blumenkrone abfallend, Röhre derselben ohne Haarring. Oberlippe gespalten und ihre Hälften mit der Unterlippe ver- schmolzen, sodafs diese aufser dem gröfseren Mittellappen noch beiderseits je 2 Seitenlappon zu haben scheint. 1. Kelch 2 lippig, die Oberlippe ungeteilt, die Unterlippe i zahn ig. 41* — 644 — 936. T. Scorodonia L. Grundachse kriechend, Stengel halbmeterhoch, oben aufrecht ästig, wie die ganze Pflanze weichhaarig. Blätter entfernt, gegenständig, aus herz- förmigem Grunde eiförmig, spitz, gekerbt, runzelig, ober- seits tiefgrün, unterseits hellgrün. Kelch netzrippig, mit gelben Drüsenpunkten bestreut, die Oberlippe eiförmig mit aufgesetzter Spitze, zur Fruchtzeit zurückgeschlagen, Zähne der Unterlippe vorwärtsgestreckt, stachelspitzig. Blumenkrone hellgelb- grün, die Röhre viel länger als der Kelch, Antheren violett, die zahlreichen Blüten in den Achseln kleiner Hochblätter zu end- und achselständigen langen lockeren Aehren vereinigt. Xüfschen kugelig, glatt, mit Drüsenpünktchen bestreut. 2J.. Juli, August. Abhänge, Bahn- und Strafsendämme. Längs der Bahn von Ochenbruck über Feucht gegen Fischbach zu zahlreich und immer mehr Boden gewinnend in tischbreiten Rasen (! ! u. a.) hieher sicher mit dem Geröll- material gelangt, aus welchem der Bahnkörper gebaut wurde und welches von der Naabmündung bei Mariaort stammt, nun auch schon an der Landstrafse zwischen Bahnhof und Ort Feucht (R! , Pulvermagazin bei Brunn (Rdl!) bei Plech (Zeidler!) an der Bahn zwischen Thiergarten und Fürsetz (D!) Thurnau (Hb. Model !i bei Bamberg auf Bug zu (Pf.). 1*. Kelch 5 zahn ig: 2. Blüten zu 2 bis 3 in den Achseln unver- änderter Laubblätter. 937. T. Botrys L. Stengel aufrecht, über fufshoch, ästig, nur bei kleinen Exemplaren einfach, wie die ganze Pflanze weichhaarig und zugleich stieldrüsig. Blätter gestielt, im Umkreis eiförmig, doppelt fiederspaltig. Kelch am Grunde kropfig, die Zähne 3 eckig, spitz. Scheinquirle 3 bis 6 blutig, Blumenkrone rötlich, selten weifs. ©. Juni bis September. Steinige Abhänge, Aecker, auf Kalk; mit dem ganzen Jurazug nicht selten, bei Föhrenbach in den Dogger herabgeraten!! auch auf dem Bayreuther Muschelkalkzug (MS.), flore albo zwischen Beringersmühle und Göfsweinstein ! ! Verschleppt im Jobster Bahn- hof aufgetreten (Riedner). 938. T. Scordium L Lachenknoblauch. Grundachse kriechend, ausläufertreibend, Stengel aus kriechendem, oft wurzelndem Grunde aufsteigend, fast bis halbmeterhoch, etwas ästig, wie die ganze Pflanze weichhaarig. Blätter sitzend, lanzettlich, grob-eckig-gekerbt. Scheinquirle meist 2 blutig, einseitswendig, Blumenkrone hellpurpurrot. 2J.. Juli, August. Sumpfwiesen, Gräben, selten. Heglau westlich Spalt (Schnzl. Frkh.) Kairlindach und an der Aisch (m. F.) Zent- bechhofen (Fk.) Hallstadt (Harz!) Ebensfeld, Thurnau, Limmers- dorf (Klf!) 939. T. Chamaedrys L. Stengel aus liegendem, sehr ästigem Grunde aufsteigend, finger- bis fufshoch, wie die ganze — 645 — Pflanze mehr oder minder weichhaarig. Blätter mit keil- igem Grunde in den kurzen Blattstiel verschmälert, oval bis länglich, eingeschnitten-gekerbt, stumpflich, unter- seits durch dichte Behaarung oft graulich. Kelch meist rot- braun gefärbt, am Grunde nicht kropfig, Zähne dreieckig, spitz. Blüten gestielt, die Scheinquirle 3 bis 4 blutig, Blumenkrone tiefkarminrot bis purpurn, zuweilen rosa, selten weifs. 2|.. £• Juh bis September. Grasige Abhänge, an Felsen, auf blätterigem Kalk und Dolomit mit dem ganzen Jurazug; flore albo: Velburg ! ! zwischen Pommelsbrunn und Hartmannshof (Rdl.) ; eine auffallende, wenig und kurzbehaarte Form in Lichteneck!! 2*. Blüten in endständigen Köpfchen: 940. T. montanum L. Berggamander. Die holzige Grund- achse kriechend, die zahlreichen Stengel niederliegend und aufsteigend, halbstrauchig, fingerlang und darüber, kurzflaumig. Blätter lanzettlich oder bei ß: supinum L. lineal, am Rande umgerollt, ganzrandig oder vorne mit einigen stumpfen Ein- kerbungen, stumpflich, keilig in den kurzen Blattstiel ver- schmälert, oberseits grün, unterseits grau- bis weifsfilzig. Blüten kurzgestielt in den obersten Blattachseln. Kelche grün, flaumig mit dreieckigen spitzen Zähnen; Blumen- krone hellgelb, die 2 oberen Zipfel ziemlich lang, grünlich und etwas purpurn gestreift, Staubbeutel purpurn. 2|., 1> Juli bis September. Sonnige Abhänge, Kalkfelsen, auf Werk- kalk und Dolomit. Die mächtige Verbreitung im Altmühljura dringt in den Süden des Gebietes herein : Nagelberg bei Treucht- lingen (v. F!) Rohrberg bei Ellingen (Hffm.) Greding (Model) Herrnsberg (Seh!) von Beilngriesü in Menge nach Plankstetten (Schh bei Dürrn und rings um Breitenbrunn!! Parsberg (m. F.) und im Laberthal auch bei Lupburg (Sch!i im Lautrachthal von Kastl über Ransbach häutig ! ! nach Hohenburg (Hffm.) ; von Neunkircken nach Etzelwangü und am Rupprechtstein (Schwmr.). Weiter westlich und nördlich nur noch sehr sprungweise: am Lichtenstein (m. F.) am Wachtfels bei Eschenbach (Ph. Schm.) zwischen Neuhaus und Sankt Illing (Sim.) Gottvatersberg bei Plechl! Hetzlas (SS. II) Bieberbach (Klf.) ' Göfsweinstein (Sim.) I\n 'igelstein, Kleinziegenfelder Thal (Klf.). 68. Familie. Yerbenaceae Jussieu. 379. Verbeiia Tournefort. Eisenkraut. Kelch röhrenförmig. Krone stieltellerförmig mit 5 spal- tigem, fast 2 lippigem Saum. Staubblätter 4, zweimächtig. Frucht in 4- Nüfschen zerfallend. Blätter gegenständig. 941. V. olficinalis L. Stengel aufrecht, bis über halb- meterhoch, oben ästig, an den \ Kanten rauh, die Flächen — 646 — vertieft. Blätter am Rande und auf den Flächen sehr rauh, eiförmig mit keiligem Grund, die unteren gestielt, lappig ein- geschnitten, die oberen 3 spaltig mit ungleichen, kerbig ein- geschnittenen Abschnitten, die obersten klein, ganzrandig. Blüten klein, bläulich, zahlreich in lockeren end- und seiten- ständigen Aehren. 2[. Juni bis September. Dorfstrafsen. Wesir ander, Gänseänger, zerstreut durchs ganze Gebiet, zumeist innerhalb der Dörfer, aber auch an Landstrafsen und Steinbrüchen. H : V. Aubletia L. Stengel aufsteigend, fufshoch, ab- stehend behaart. Blätter gestielt, am Grunde keilförmig, im Umrifs länglich-eiförmig, tief lappig eingeschnitten, die Lappen gezähnt, ziemlich spitz, bis fast fiederspaltig, namentlich unter- seits sehr rauhhaarig. Deckblätter so lang als der zylindrische Kelch. Blüten in endständigen eiförmigen Aehren vereinigt, die Röhre viel länger als der Kelch, aufsen und im Schlünde behaart, Saum purpurn, die Zipfel desselben ausgerandet. O ©• September. Zierpflanze aus Carolina und Georgien, garten- flüchtig beim Deumentenhof aufgetreten (Seh!). 69. Familie. Lentibulariaceae Richard. 1. Blüte bei unserer Art blauviolett, der Schlund offen. Pflanze feuchter Wiesen mit Wurzeln und ganzen, dicklichen, fettig glänzenden Blättern Pinguicula S80. 1*. Blüten gelb mit geschlossenem Schlund. Wasserpflanzen ohne Wurzeln . mit haarfein zerteilten Blättern und Bläschen an denselben ütricularia 881. 380. Pinguicula L. Fettkraut. Blätter in grundständiger Rosette, sitzend, fleischig, sich fettig anfühlend, die Ränder etwas umgerollt. Kelch fast 2 lippigg, 5 spaltig. Blumenkrone 2 lippig mit offenem Schlund, gespornt, die 2 spaltige Oberlippe kürzer als die 3 spaltige Unterlippe. Kapsei 2 klappig. Insektenverdauende Pflanzen. 942. P. vulgaris L. Blätter länglich-eiförmig, stumpf, ganzrandig. gelbgrün. Blütenstiele fingerhoch. Blumenkrone blauviolett , der Sporn pfriemlich, halb so lang als die Krone, diese mittelgrofs bei a: pratensis Koch, kleiner bei ß: minor Koch oder fast nochmal so grofs als bei a, der gewöhnlichen Form 7: grandiflora Koch. Kapsel eiförmig. Durch eine zwiebel- ähnliche Hauptknospe perennierend. %. Juni. Sumpfwiesen, auch an überrieselten Dolomitfelsen: Wernfels (Rdl.) Kettersbach (Müller) Buschschwabach (!! u. a.) Weitersdorf, Anwanden (Sim.) — 647 — Im Jura vornehmlich im Quellenhorizont des Opalinusthones und des Ornatenthones: Xiederhofen, Berching (Sch!j viel im Thal der Deininger Laber z. B. unter Thannü Bäekermühle (Seh!) Laber- mühle!! beim Bahnhof Deining (Seh!): im Eschlippthal (R!) in der AVeidmannsgeseer Schlucht a\\ 8 (Sim.) Hasselbrunner Thal ß\\ sodann in Menge jenseits der Verwerfungsspalte im Püttlachthal von Unterhauenstein bis zur Vestenmühle, bei Trockau auch auf der Höhe gegen die Bettelfrau zu, Pegnitz, von der Haidmühle bis Kotzenhammer, bei Schnabelwaid!! am Fufs des Sophien- berges (Kraus); auf tertiärer Unterlage bei Xemschenreuthü , und Sankt Illing (I). Pr.), im östlichen Keuper von Schnabelwaid gegen Creussen mit y, Tiefenthal!! Leineck bei Bayreuth (m. F.). 381. Utricularia L. Wasserschlauch. Wurzellose, schwimmende, durch Winterknospen peren- nierende Wasserpflanzen. Die zweizeilig vierteiligen Blätter in schmale Zipfel geteilt, ein Teil derselben in bläschenartige Schläuche umgewandelt, welche kleine Wassertiere zu ver- dauen imstande sind. Blüten in wenigblütigen, lockertraubigen Blutenständen auf langen Stielen, gelb, 2 lippig mit ge- schlossenem Schlünde; Kelch tief 2 lappig; Kapsel unregel- mäfsig oder umschnitten aufspringend. 1. Sporn der Blumenkrone länger als dick. Zipfel der Blätter borstig-wimperig: 2. Blätter eleicheestaltet, die Zipfel allseits abstehend, alle mit Schläuchen besetzt. 943. U. vulgaris L. Blätter im Umkreis eiförmig Schläuche ziemlich grofs. Blütentragender Stengel fufshoch. samt den Blütenstielen kahl, meist bräunlichrot, unter der oft sehr ver- längerten Traube befinden sich einige leere Deckblättchen am Stengel; Blütenstiel 3 bis 5 mal länger als das Deckblatt. Oberlippe der zitronengelben Blumenkrone rundlich-eiförmig, so lang oder nur wenig länger als der 2 lappige Gaumen, dieser orange gestreift, gewölbt, den Schlund ganz ver- schliefsend; Rand der Unterlippe zurückgeschlagen. 2[. Juni bis September. Gräben, Weiher, Waldtümpel. Heydeck ( Seh.) zwischen Roth und Eichelburg, Ottersdorf gegen Ungenthal, zwischen Finstermühle und Strafsmühle mehrmals (Rdl.i Kirch- farrnbach (Schm.) Weiherhof (m. F.) Stein (Gl.) Wöhrderwiese, Ebensee bei Mögeldorf (m. F.) Dutzendteich!! hinterm Schmausen- buck (Kellermann) am Rötenbach bei Grünthal (Seh. Schmr.) mehr- mals im Ziegelsteiner Wald (!!u. a.) um Eitersdorf (m. F!) mehr- fach um Erlangen und gegen Oberndorf und Möhrendorf im. Fl dann gegen und bei Dechsendorf 1! ! u. a.i Mitteldorf bei Weissen- dort 1 Seh. liaiersdorf (B3f.) bei Bamberg am Nonnenweiher, bei Bug iFk.i an der Wunderburg 1 Kreis) im Bauptsmoor, Breitenau (Fk.), nächst liayreuth bei Mo sing iD.) bei der Militärschwimm- — 648 — schule (D!) Plassenweiher , zwischen Aichig und Grunauermühle (MS.). Im Jura nur im Weiher bei Deining (Seh!) und bei Fisch- stein (Sim.). 2*. Blätter verschieden gestaltet, die einen reduziert, wenige grofse Schläuche aber keine Blattzipfel tragend, die anderen wiederholt gabelteilig mit linealen Zipfeln, ohne Schläuche. 944. U. intermedia Hayne. Blütentragende Stengel über fmgerhoch, nicht braun; Trauben 2 bis 6 blutig , Blütenstiele mehrmals länger als die Tragblätter; Blumenkrone schwefel- gelb, mittelgrofs, etwas kleiner als bei voriger, Gaumen und Oberlippe purpurn gestreift, Oberlippe ungeteilt, doppelt so lang als der Gaumen , Unterlippe flach , abgerundet. Sporn pfriemlich, der Unterlippe anliegend und fast so lang als diese. Die bläschenlosen Blätter im Umrifs nierenförmig. %. Juli, August. Schlammige Weiher. Mandlesmühle bei Pleinfeld (Hffm.j Kirchfarrnjbach iSchm.). 1*. Sporn kurz kegelförmig, nicht länger als breit. Zipfel der Blätter glatt. 945. U. minor L. Blütentragende Stengel fadendünn, fingerhoch; Traube 2 bis 6 blutig; Kelchzipfel rundlich, zu- gespitzt; Blumenkrone ziemlich klein, hellgelb, der Gaumen zuweilen blutrot gestreift, flach, den Schlund nicht ganz schliefsend, Oberlippe so lang als der Gaumen, Unterlippe ei- förmig, nur beim x\ufblühen flach, bald darauf die Ränder breit umschlagend. Bläschen klein, oft an besonderen Sprossen, Blätter im Umrifs eiförmig. 2[. Juni bis September. Gräben, Weiherränder, Torfstiche: Dutzendteich ! ! Zieselstein (Weifs, Schw.j Solitude, Möhrendorf (Gl.) Dechsendorf (m. F.), früher bei Unteraurach i Weigand) und am schwarzen Wasser (Fk.) bei Bam- berg, sodann im östlichen Keuper im Torfstich am Katzenbühl bei Vorbach östlich Creussenü U. Bremii Heer von voriger durch stärkeren Wuchs , ab- gerundete, kurzstachelspitze Kelchlippen und stets flache Unter- lippe der gröfseren Blumenkrone verschieden wird in SS. II als einmal bei Alterlangen gefunden angegeben, die Finder setzen aber selbst hinzu „vielleicht doch nur — die vorige — dafür gehalten." 70. Familie : Globulariaceae Link. 382. Globularia Tournefort. Kugelblume. Kelch 5 spaltig. Blumenkrone mit walzlicher Röhre und 5 spaltigem Saum, die 2 linealen Zipfel der Oberlippe kürzer als die 3 linealen Zipfel der Unterlippe, 4 Staubfäden, 2 davon — 649 — länger, 1 Griffel. Blüten zahlreich in einem kugeligen, deck- blätterigen Köpfchen, welches von einer gemeinschaftlichen Hülle gestützt wird. Frucht nüfschenförmig, 1 sämig, nicht aufspringend. 946. G. vulgaris L. Aus der holzigen Grundachse entspringen rosettige Blattbüschel und krautige beblätterte Blütenstengel, diese fufshoch, kahl, am Grunde ebenfalls mit rosettiggestellten, kahlen, langgestielten, spateiförmigen, vorne abgerundeten oder ausgebuchteten und kurz 3 zähnigen Stock- blättern. Stengelblätter zahlreich, viel kleiner, sitzend, lanzett- lich, aufrecht. Deckblättchen lanzettlich, gewimpert. Kelch behaart, Zähne pfriemlich, spitz, etwa so lang als die Röhre, Blumenkrone matthellblau, Staubfäden weit herausragend. 2|_. Ende April bis Juni. Sonnige kurzrasige Heiden, nur auf Dolomit, strichweise sehr zerstreut, strichweise zahlreich: Breiteneck!! See, Lupburg (Seh!) Velburgü Alfeld, von Kirchensittenbach zum Spiegelberg (!! u. a.) am Osinger (m. F.) um Velden mehr (!! u. a.) auch mehrmals zwischen Rupprechtstegen und dem Höllenstein (m. F.) Grofser Berg (Zeidler!) Gottvaterberg etc. östlich Plechü Klausberg (Zeidler!) Eckenreut (Seh.) Mergners ! ! Grofsengsee (m. F.) um Hilpolstein und Obertrubach ! ! um Affalterthal, bei Bieberbach und Wichsenstein (Klf.) Eberhardstein (A.Rdl.) Wolken- stein (v. Seefried) Mogast! ! Hummerstein (Sim.) um Streitberg, Muggendorf, Göfsweinstein und besonders um Pottenstein (!! u.a.) bis Kühlenfels (BV.) Kleinlesau, Zaupenbergü Rabenstein (Harz) zwischen Langenloh und Weischenfeld!! von Heroldsreut und Xemschenreut !! Willenreut (Rdl.) über Körbeldorf zum kleinen Kulm!! Schönfeld, Krögelstein (Klf.). Soll bei Muggendorf fiore albo vorkommen (Elwert). 71. Familie. Primulaceae Veutenat. 1. Land- oder höchstens Sumpfpflanzen mit un- geteilten Blättern : 2. Stengel beblättert: 3. Kelch und Krone 7 teilig, 7 Staubblätter. Krone weifs. Laubblätter wirtelig THentalis 383. 3*. Blüten 6 zählig. Krone gelb mit linealen Zipfeln und kleinen Zwischenkron- schuppen, Kapsel wenigsamig : JSan/mburgia 384. 3**. Blüten 5 zählig. Blätter meist gegen- ständig, selten quirlig. Kapseln vielsamig: 4. Krone gelb. Kapsel mit 5 oder 10 Klappen aufspringend . .Lj/sinidchid 383. — 650 — 4*. Krone rot, blau, rosa oder purpurn. Kapsel mit Deckel aufspringend Anagallis 386. 3***. Blüten 4 zählig, Krone sehr klein, Laub- blätter wechselständig; Kapsel mit Deckel aufspringend; sehr kleine Pflanze Ceniunculus 387* 2*. Stensel unbeblättert. Blätter in srund- ständiger Rosette: 5. Zipfel der Krone ganz zurückgeschlagen; Rhizom knollenförmig Cyclamen. 5*. Krone stieltellerförmig, der Saum aus- gebreitet. Blüten in Dolden : 6. Krone klein, weifs, kürzer als der Kelch (bei unserer Art) Androsaces 388. 6**. Krone ansehnlich, gelb oder violett, länger als der Kelch . . . Primula 389. 1*. Wasserpflanze mit kammförmig fiederteiligen Blättern. Blüten in Trauben .... Hoüonia 390. 383. Trieiltalis Rupp. Siebenstern, Dreifaltigkeitsblümlein. Kelch 7 teilig, Blumenkrone 7 teilig, radförmig, Staub- blätter 7, kahl, am Grunde der Krone eingefügt; Staubbeutel gekrümmt, an ihrem Grunde an die Staubfäden befestigt. Kapsel mit 7 zurückgerollten Klappen aufspringend. 947. T. europaea L. Wurzelstock zart, weifs, ausläufer- treibend. Stengel wie die ganze Pflanze kahl, aufrecht, 1 bis 2 Finger hoch, unten oft purpurn gestrichelt, einfach, unten mit einigen kleinen, zerstreuten Blättern, oben mit 4 bis 8 fast wirteligen gröfseren Blättern besetzt, diese aus keiligem Grunde elliptisch , spitz , seltener die äufseren stumpf , unterseits spiegelnd, mit hervortretendem Adernetz, am Rande fein ge- zähnelt. Blütenstiele fädlich, aus den Achseln der quirlstän- digen Blätter, oft purpurn, mit kurzen Stieldrüsen zerstreut besetzt. Kelchzipfel lineal, spitz, oft purpurn überlaufen, kürzer als die zarte, milchweifse Blumenkrone, deren 7, selten 5 bis 9 Abschnitte, dreieckig, seltener eiförmig, mit aufgesetztem Spitzchen. 2J. Juni. In Nadelwäldern, an Quellen, in Erlenbrüchen, gesellig aber sehr zerstreut. Heinleinshof (Emma Rudel !) zwischen Brunn und Leniburg (Kayser), am Langwasser an dessen Mündung in den Dutzendteich (m. F !) sowie weiter oben ! ! und noch nahe bei Altenfurt (Seh!) zwischen Valznerweiher und Fischbach (Sim.) auf der Haid bei Heroldsberg!! und geht hier bis an die Gründlach hinab (Schwmr.) sowie östlich bis zum Schwarzfärberbrunnen (Rdl.) Wolfsgraben bei AVolfsfelden (m. F.) am Moosbrünnlein (Gl.) und am tropfenden Fels (m. F !) — Im Jurazug mit Vorliebe auf dem — 651 — Eisensandstein des mittleren Dogger und hierselbst sogar an ganz sonnigen Plätzen unter Preifselbeeren und Heidekraut : Erlen- sumpf bei Loderbach, mehrmals an der Böd bei Kersbachü am Fufs des Glatzenstein (Kittler) Rotenberg (Scherzer) am Lindeiberg bei Ermreut (Schnzl!) Rupprechtstegen (Kittler) Neuhaus (A.) im Veldensteiner Forst bei Fischstein (Schwmr !) sowie an der Plech- Pegnitzer Strafse (Zeidler!) hei Pegnitz (m. F.) Heidmühle (A.) Nordabhang der Hohenmirsherger Platte ! ! Mengersdorf (Puchtler) ober Frankenhaag (MS.) Sanspareil (KU. Ellr.i Fantasie (v. F.) Preusclrwitz (MS.) um Thurnau (Hnl.) und Kasendorf (Lösch). 384. Naumburg! a Moeuch. Kelch 6 teilig. Blumenkrone fast bis zum Grunde in 6, seltener in 7 oder 5 lineale Zipfel gespalten, zwischen denselben befindet sich je ein kleines spitzes Schüppchen; die 6 Staubfäden über die Blumenkrone herausragend, frei, fast am Grunde der Blumenkrone eingefügt: Fruchtknoten drüsig. Samen fast unberandet. Blüten ziemlich klein, selb, zahlreich in langgestielten, dichten, achselständigen Trauben. 948. N. guttata Moench = N. thyrsiflora Reichenbach = Lysimachia thyrsiflora L. = Thyrsanthus palustris Schrank. Die kriechende Grundachse treibt kräftige Ausläufer, welche mit schuppenförmigen , farblosen Niederblättern besetzt sind, sowie aufrechte bis über halbmeterhohe Stengel, welche unter- wärts kleine, eiförmige, breitsitzende, allmnlig nach oben längere , zu oberst am sitzenden Grunde schmälere , in der Mitte breitere, lanzettliche, spitze, gegenständige Blätter tragen; die unteren, fast schuppenförmigen Blätter sind jedoch zur Blütezeit meist schon abgefallen, und erscheint dann der Stengel internodiumweise stark abgesetzt und oft bis an die untersten blütenstützenden Blattpaare blattlos; Stengel meist einfach, selten oben ästig, auch oberwärts kahl, oder zerstreut behaart und samt den Blättern schwarz punktiert. Blüten- trauben länglich-eiförmig, in den Achseln der mittleren Blätter gegenständig, samt den langen Stielen noch kürzer als diese. 2J.. Juni. Moore, Ränder von Teichen und Altwassern. Im Studentenwäldchen zwischen dem Sophienberg und Bayreuth (Hnl. i und nördlich Bayreuth im Lindauer Moor an der Trebgast (Harz!) auch am oberen Main bei Hochstadt und Michelau östl. v. G. an den Weihern bei Vilseck (Klf. I westl. v. G. bei Neustadt a. Aisch (Will). 385. Lysimachia L. Kelch tief 5 teilig. Blumenkrone ansehnlich oder ziem- lich klein, mehr oder minder radförmig mit kurzer Röhre und 5 abstehenden, eiförmigen oder dreieckigen Zähnen ohm 1 — 652 — Zwischenschüppchen. Staubfäden kürzer als die Blumen- krone. Kapsel 5 klappig, mehrere Klappen zuweilen zusammen- hängend, Fruchtknoten drüsenlos; Samen berandet, tetraedrisch. 1. Stengel aufrecht. Blüten ansehnlich in Trauben oder Rispen angeordnet. Staub- blätter dichtdrüsig, fast bis zur Mitte ver- wachsen, den Fruchtknoten bedeckend. Kapsel aufrecht. 949. L. vulgaris L. Gelber Weiderich, Gilbweiderich. Grundachse kriechend, ausläufertreibend, diese zuweilen sehr lang. Stengel aufrecht, über meterhoch, zottig, einfach oder namentlich oben ästig. Blätter länglich-eiförmig, selten lanzett- lich oder breit-eiförmig, spitz, oder kurz zugespitzt, gegen- ständig oder namentlich die oberen zu 3 oder selbst 4 quirlig, fast sitzend, oberseits schwarz punktiert, unterseits zerstreut- weichhaarig, am Rande etwas wellig. Kelchzähne lanzett- lich, am Rande dicht- drüsig -gewimpert und mit einem roten Rande eingefafst. Zipfel der goldgelben Blumen- krone eiförmig, am Rande kahl, 2 bis 3 mal so lang als der Kelch. Blüten zahlreich auf langen, flaumigen Blüten- stielen in den Winkeln linealer Hochblätter traubig angeordnet und diese in den Achseln der oberen Laubblätter und zu oberst traubig-rispig, einen mächtigen, oben nicht durchblätterten Straufs bildend. 2[. Ende Juni bis August. Teich- und Flufs- ufer, Waldgräben, an Sümpfen, verbreitet. 950 auch H. L. punctata L Grundachse kriechend mit kurzen Ausläufern; Stengel aufrecht, meterhoch, meist einfach, 4 kantig und riefig, wie die ganze Pflanze drüsig-weichhaarig. Blätter eiförmig, spitz, kurzgestielt, zu 3 bis 4 quirlig, seltener gegenständig, unterseits zuweilen, namentlich auf den Rand zu punktiert. Kelch zahne lineal, mit stumpf li eher Spitze, ohne gefärbten Rand. Zipfel der goldgelben, im Schlünde zuweilen rotbraunen Blumenkrone dreieckig , spitz , am Rande drüsig gewimpert. Blüten auf langen , dünnen Stielen quirlig zu 8 in den Achseln der oberen Laubblattquirle, im ganzen einen durchblätterten, traubigen Blütenstand darstellend, zuweilen entspringen auch am Grunde der Blüten- traube Seitenäste, bei welchen dann die Stützblätter klein und schmal, und die Blütenstände mehr gipfelständig erscheinen. 2J.: Juni, August. Gebüsche, Ufer. Zierpflanze aus Südosteuropa, an einigen Stellen eingebürgert: an einem Steinbruch am Xagel- berg (Krzl!) unter Brombeergesträuch am Bahndamm bei Pleinfeld (Wagner!) früher am Burgberg bei Erlangen (Sendtner 1855! u. a.) Eremitenhof bei Bayreuth (m. F.). 1*. Stengel kriechend oder aufsteigend, wurzelnd. Blüten ansehnlich oder ziem- — 653 — lieh klein, einzeln in den Achseln von Laub- blättern. Staubblätter nicht oder nur ganz unten verbunden, den Fruchtknoten nicht bedeckend. Kapseln auf herabgekrümmten Stielen. 951 auch H: L. Nummularia L. Wiesengeld, Pfennig- kraut. Stengel kahl, einfach oder namentlich am Grunde ästig. Blätter gegenständig, kurzgestielt, kreisrund, stumpf oder etwas bespitzt, seltener eiförmig, am Grunde oft etwas herzförmig, kahl, gegen den Rand zu fein punktiert. Blüten einzeln in den Blattachseln, ansehnlich, zitronengelb, gestielt, der Stiel kürzer oder länger als das Blatt. Kelchabschnitte aus herz- förmigem Grunde eiförmig, zugespitzt: Kronblätter breitei- förmig, stumpf, am Rande fein gewimpert, goldgelb, innen braun punktiert: Staubblätter dichtdrüsig, unten verwachsen: 2J.. Juni bis August. Wiesen, Strafsengräben, Wälder, ver- breitet. Ziemlich veränderlich: Die Blätter pfennig- bis mark- stückgrofs; eine Form von Seiboldshof !! hat von Grund aus auf- gerichtete Stengel ohne jeden Wurzelansatz, die Blätter sind etwas spitzer, die Blütenstiele lang, die Blumenkronzipfel breit: eine Form vom Veldensteiner Forst zwischen Plech und Mosenbergü hat kleine eiförmige Blätter, die Kronzipfel sind schmal, spitz, üegen den Grund keilig, mit den Rändern sich nicht berührend, Kelchblätter sehr schmal, kaum herzförmig am Grunde, die zum Teil purpurnen Blütenstiele viel länger als die Blätter; eine andere, zarte, kleinblätterige Form in einer Doggerschlucht zwischen Schupf und Keinsbach ! ! — W r ird neuerdings mit Recht auch als Ampel- gewächs gezogen. 951. L. nemorum L. Stengel zart, kriechend, wurzelnd, verzweigt, die blühenden Sprossen aufrecht, wie die ganze Pflanze kahl. Blätter eiförmig, spitz, unterseits spiegelnd, in Extremen lanzettlich oder nahezu kreisrund, am Rande schärflich, kurz gestielt. Blütenstiele fadendünn, vielmal länger als die Blüten, so lang oder länger als die Blätter, zur Fruchtzeit sich um- rollend. Kelchzipfel lineal, in eine lange, dünne Spitze ver- längert, kürzer als die eiförmigen, stumpfen Abschnitte* der kleinen, goldgelben Blumenkrone, Staubfäden frei, kahl, die Staubbeutel an ihrer Basis befestigt, gekrümmt. Kapsel kürzer als der Kelch. %. Juni. Schattige, waldige, quellige Orte, Erlenbrüche, im Keuper namentlich in der Stufe des gelben Bau- sandsteines, im Jura vornehmlich auf dem Eisensandstein des Dogger und auf Veldensteiner Sandstein. Höhberg, Mönchsmühl gegen Pyrbaum (Rdl. zwischen Grünsberg und Altdorf!! Rummels- berg (Scherzer Hutberg (m. F!) Brunner Pulvermagazin B. bei Zerzabelshof Krell!) am Schmausenbuck nach den Steinbrüchen i!!u. a.) Benzenhof, Roggenbrunn, Haimendorf, Himmelgarten ! ! u. a.) Schmalzberg!! Buchenrangen und südlich davon (m. I ■"! Ziegelsteiner Keller Koch) an der Haid (Rdl.) am Buchenbühl — 654 — (Ki'sl.) um Nuschelberg, Güntersbühl und Heroldsberg (m. F!j Brunnsteingraben bei Neunhof!! Birkelweiher und tropfender Fels bei Kalchreut (Seh!) Ratsberg (Schwgk.) zwischen Rosenbach und Hetzles (Rohm Wald Buch bei Cadolzburg (Schm.) — Erlenbruch an der Kohlenbrunner Mühle gegen Schafhof (Sp*! u. a.) zwischen Pilsach und Pfeffertshofen (m. F.) Fufs des Dillberg bei Hausheim (Hffm.) Hegnenberg (BV.) Welitzleuten (Kfsl!) Moritzberg (v. F !) und Reuter Berg (Seh.) Nonnenberg!! Buchenbeig (Rdl.) Engelthal, Hubirg (BV.) Hansgörg (m. F.) Rotenberg (BV.) am Hetzles gegen Grofsenbuch (Gl.) und gegen Kunreut (Pf.) Münzinghof (Frdrtr.) oftmals im Veldensteiner Forst zwischen Plech und Mosenbersr, zwischen Kleingsee und Stadelhofen ! ! unter Göfsweinstein, Obern- sees, Kleinziegenfelder Thal, Cordigast, KlosterLangheim, Vierzehn- heiliehaart. Aehren lang, cylindrisch, schmal, dicht. Deckblätter aus eiförmigem, hautrandiürrn Grunde pfriemlich; seitenständige Kelchzipfel auf dem Rücken häutig-geKielt und gewimpert. 0. Wild am Meer; 1886 bei Schniegling (Seh!) 1888 bei Forsthof (Seh! auf- — 662 — getreten, wo sie im Oktober, beziehungsweise September zur Blüte gelangte. 1* Stengel hoch, ästig: 965. P. arenaria Waldstein et Kitaibel = ramosa Ascherson. Stengel aufrecht, über fufshoeh, sehr ästig, wie die ganze Pflanze kurz-steifhaarig. Blätter Lineal, gegenständig. Aehren- stiele achselständig, die oberen fast doldig gehäuft. Aehren kugelig oder kurzeiförmig, dicht, untere Deckblätter aus breitem Grunde in eine den Laubblättern ähnliche Spitze ver- längert, die oberen spateiförmig, stumpf, breithautrandig, Kelchabschnitte sehr ungleich; die vorderen spatei- förmig, stumpf, die hinteren lanzettlich, spitz. Blumenkronröhre querrunzelig, behaart. Kapselfächer ein- samig 0. August, September. An Strafsen, auf Oedungen; unbeständig aber doch immer wieder auftretend; wurde beobachtet: Fürth, am Leichenhaus (Schm.) bei Schweinau (Elfsmann), jahrelang an der Bayreuther Strafse (Koch!) neuerdings beim Zellengefängnis (Seh!) bei Forsthof (!! u.a.) früher auch bei Brück (v. Schreber). Monochlamideae De Candolle (Apetalae Jussieu). Blütenhülle einfach oder es fehlt auch diese. Tabelle zum Bestimmen der Familien nach augenfälligen Merkmalen. 1. Die männlichen oder auch die weib- lichen Blüten in Kätzchen. Bäume oder holzise Sträuche. 2. Blüten einhäusig : 3. Männliche und weibliche Kätzchen kurz, fast eiförmig. Perigon 4 blätterig : Moraceae 86. 3*. Männliche und weibliche Kätzchen walzenförmig, unter jeder Schuppe der männlichen Kätzchen 3 Blüten mit je 2 bis 4 Staubblättern, unter jeder Schuppe der weiblichen Kätzchen 2 bis 3 Frucht- knoten Betulaceae 91. 3**. Nur die männlichen Blüten in reich- blütigen, walzenförmigen Kätzchen: 4. Weibliche Blüten zu 1 bis 3 am Ende des Aestchens. Fruchtknoten 1 fächerig mit einer Samenknospe. Frucht völlig nackt Juglandaceae 88. 4*. Weibliche Blütenieinzeln oder gehäuft oder lockerblüti^e Aehren bildend. Fruchtknoten 3 bis 6 fächerig , jedes — 663 — Fach mit 2 Samenknospen. Frucht am Grunde oder vollständig von einer Hülle umgeben: 5. Hülle 1 früchtig. Perigon in den männlichen Blüten fehlend , in den weiblichen sehr wenig entwickelt: Corylaceae 90. 5*. Hülle 1 bis mehrfrüchtig. Permon bei männlichen und weiblichen Blüten vorhanden .... Fagaceae 89. 2*. Blüten 2 häusig. Beiderlei Blüten in Kätz- chen, jede am Grunde mit einer Honig- drüse, oder Staubblätter und Fruchtknoten im Grunde eines becherförmigen Receptacu- lums eingefügt Salicaceae 92. 1*. Blüten nicht in Kätzchen: 6. Blütenhülle oberständis: 7. Frucht vielsamig, mehrfächerig. Staub- blätter frei oder mit dem Fruchtknoten verwachsen Aristolochiaceae 80. 7*. Frucht einsamig. 8. Frucht nufs- oder steinfruchtartm. Staubblätter 3 bis 5, 1 Griffel. Perigon 3 bis 5 spaltig, innen gefärbt. Wurzel- schmarotzer ohne parasitären Habitus : Santalaceae 78. 8*. Frucht eine einsamige Beere; unsere Art zweihäusig mit 4 teiligem Perigon, Stengel »liederförmis abgesetzt. Blätter lederartig. Baumschmarotzer : Loranthaceae 79. 6*. Blütenhülle unterständig: 9. Frucht in mehrere Früchtchen zerfallend oder elastisch in solche aufspringend: 10. Fruchtknoten 4 fächerig , 4 sämig, zuletzt in 4 einsamige Früchtchen zerfallend. 2 ungeteilte Griffel. Wasserpflanzen . . . Calliirichaceae 82. W >*. Fruchtknoten 3 , selten 2 fächerig, bei der Reife die Fächer sich von der zentralen Achse elastisch ab- lösend. Griffel oder Narben geteilt: Euphorbiaceae 81. 9*. Frucht nicht aufspringend oder zerfallend: 11. Nebenblätter vorhanden: — 664 — 12. Dieselben in eine den Stengel um- schliefsende Scheide verwachsen: Polygonaceae 76. 12*. Nebenblätter frei. 13. Staubblätter 4 bis 5, in der Knospe nach innen umgebogen, 1 Griffel ..... Urlicaceae 84. 13*. Staubblätter 5, in der Knospe gerade. Narben 2: CannabaceaeSö. 13**. Staubblätter 4 bis 8. Griffel 2. Bäume Ulmaceae 87. 11*. Nebenblätter fehlen: 14. 1 Griffel mit 1 Narbe: 15. Wasserpflanzen. Perigon vielblätterig. 12 bis 16 Staub- blätter . . . Ceralophyllaceae 83. 15*. Landpflanzen : 16. Perigon röhrig. oft schön- farbig, mit 4 bis 5 spal- tisem Saume. 2 Staub- blattkreise vorhanden : Thymelaeaceae 77. 16*. Perigon meist trocken- häutig, 3 bis 5 blätterig. Staubblätter 2 bis 5. Fruchtknoten einfächerig, 1 bis mehrsamig: Amarantaceae 74. 14*. Griffel 2 bis 4 spaltig oder 2 bis 4 Narben. Fruchtknoten ein- fächerig, mit einer Samenknospe : Chenopodiaceae 7o. § 48. Die Familien, Gattungen, Arten, Unterarten und be- sonderen Formen der Monochlamideae und deren geo- graphische Terbreitungsyerhältuisse im Florengebiet. 74. Familie. Amarantaceae Jussieu. 1. Blüten einhäusig. Griffel 2 bis 3. 2. Kapsel 1 saniig, mit Deckel ringsum auf- springend Amaranlus 396. — 665 — 2*. Frucht nicht aufspringend . . . Albersia 395. 1*. Blüten zweigeschlechtig. Griffel 1 : Polycnemum 3U7 . 395. Albersia Kunth. Blüten einhäusig-vielehig. Perigon meist 3-, selten 5 blätterig. Staubblätter meist 3, selten 5, Narben 2 bis 3. Frucht nicht aufspringend. Vorblätter nicht begrannt. 966. A. Blitum Kunth = Amarantus Blitum L. = Euxolus viridis Moquin Tandon. Stengel unten ästig, aufsteigend, fufs- hoch bis halbmeterhoch, grün, oft rot längsgestreift, wie die ganze Pflanze kahl. Blätter eiförmig oder stumpf-rhombisch, zuweilen mit einem Flecken, langgestielt, an der Spitze aus- gerandet, am Rande oft wellig. Blüten grün in blattwinkel- ständigen Knäueln, nur die endständigen in blattlose Schein- ähren vereinigt. Vorblätter 3 eckig bis lanzettlich, kürzer als die spitzlichen Perigonblätter. Frucht etwas länger als breit. 0. Juni bis September. An Wegen, in Dörfern, an Rainen, auf Gänseängern und Gartenland : Mögeldorf i'Sch.) Maiach i BV. i Schweinau, Gebersdorf (R!) Zirndorf (Hohn) alte Veste (Sim.) Damback (m. F!) Langenzenn, Vach (Schm!) Brück (m. F.) Büchen- bacli (Gr.) in und um Erlangen (!! u. a.) Möhrendorf (m. F !) Baiers- dorf, Kerschbach, Forchheim, Xeuhausü vielerorts um Bamberg (m. F.) Bayreuth (m. F!). 396. Amarantus Tournefort. Amarant. Blüten einhäusig-vielehig. Perigon 5- seltener 3 blätterig. Staubblätter meist 5, seltener 3; Narben 2 bis 3, sitzend. Frucht mit Deckel umschnitten aufspringend, 1 sämig. Trag- und Vorblätter begrannt. 1. Blütenknäuel sämtlich blattwinkelständig. Staubblätter 3. Perigon 3 teilig. A. albus L. Stengel sehr ästig, fufshoch und darüber, etwas rauh, grün, längsstreifig. Blätter länglich-eiförmig, ge- stielt, am Pvande schwach wellig, auf der Spreite etwas knotig- rauh, kahl, an der Spitze schwach ausgerandet und in der Ausrandung ein stechendes, ziemlich langes Stachelspitzchen. Blüten in zweiteiligen Knäueln von pfriemlichen, stechenden, grünen Deck- und Vorblättchen gestützt, die runzelige Kapsel wenig länger als die weifshäutig - gesäumten Perigonzipfel. Samen glänzend schwarz, scharfrandig, fast gekielt. 0. Juli. August. Wild in Südfrankreich, Italien etc. 1899 bei Herrnhütte aufgetreten (Seh!). 1*. Blüten zu achsel- und endständigen, oft r i s p i g verzweigten S c h ein ähr e n angeordnet. Staubblätter ö. Perigon meist 5 teilig. — 666 — 2. Perigon fast so lang als die Vorblätter. Blüten meist rot. H: A. paniculatllS L. Fuchsschwanz. Stengel auf- recht, bis über meterhoch mit aufrechten Aesten, kahl, ober- wärts zerstreut behaart. Blätter rhombisch-eiförmig, spitz, am Rande etwas rauh und wellig, oft oberseits oder nur am Rande blutrot, Blattstiele meist kürzer als die Blätter. Schein- ähren spitz . aufrecht , die endständige etwa doppelt so lang als die zahlreichen seitlichen, sämtliche locker. Blüten rot, die 2 bis 3 spitzige Frucht länger als die lanzettlichen be- spitzten Perigonblätter. Q. Juli bis Oktober. Zierpflanze aus Ostindien. Oft gartenflüchtig auf Brachäckern , an Schuttstellen; wurde beobachtet bei Stein!! Schweinau (Seh.) Lichtenhof, Dörrn- hofü Glaishammer, Schniegling, Hahnhof bei Feucht (Seh!). 2*. Perigon halb so lang als die Vorblätter. Blüten bleichgrün. 967. A. retroflexus L. Stengel am Grunde mit ausge- breiteten und aufsteigenden Aesten. aufrecht, fufshoch bis ö 11 halbmeterhoch, kurz-rauhhaarig, nicht auffallend längsstreifig, wie die ganze Pflanze hellgrün. Blätter eirautenförmig, stumpf mit aufgesetzter Stachelspitze, am Rande etwas wellig, unterseits grau, auf den Nerven kurzhaarig, beiderseits, namentlich unter- seits auf der ganzen Spreite knotig-rauh, langgestielt. Perigon- zipfel länglich, stumpf oder fein stachelspitzig, etwas kürzer als die runzelige 2 bis 3 spitzige Frucht, halb so lang als die fast dornig spitzen Vor- und Tragblätter. Scheinähren kurz, dick, die oberen zur endständigen, sehr dichten, zusammen- 7 kj 1 7 gesetzten Hauptähre vereinigt. Same glänzendschwarz, scharf- randig. Q. Juli bis September. Schuttstellen, an Hecken, in Dorfstrafsen, im Keuper und auf Diluvialsand nicht selten, nament- lich um Xeumarkt, Roth, Scbwabach, Nürnberg. Fürth, Kadolz- burcr. Erlangen, Bamberg (! ! u. a.), scheint in den letzten Jahren sehr an Verbreitung gewonnen zu haben, aber dennoch bis jetzt im Jurazug noch nicht beobachtet. 397. Polycnemum L. Knorpelkraut. Blüten zwitterig, einzeln in den Blattwinkeln. Perigon 5 blätterig, samt den 2 Vorblättern trockenhäutig. Staubblätter 3, selten 1 oder 5, am Grunde zu einem beckenförmigen Ring verwachsen, Narben 2, Griffel sehr kurz. Frucht zusammen- gedrückt: Samen dichtwarzig. 968. P. arvense L. Stengel meist niederliegend, nament- lich am Grunde ästig, mit dünnen, schlanken, meist grünen und 0/ 1 7 «J stielrunden Aesten, mehr oder weniger behaart. Blätter sitzend, 3 kantig, pfriemlich, stachelspitzig. Deckblättchen so lang oder kaum so lang als das Perigon. Kleine, aufrechte — 667 — Formen bilden: ß: pnmilum Hoppe; grofse, lang hingestreckte Formen sind: y: inundatnm Schrank. 0. Juli bis September. Auf Aeckern, zumeist auf Sandboden: Roth (Schnzl. Frkh.) Mögel- dorf (SS. II) Stein mit ß (m. F!) Lind (Rohn.j zwischen Winters- dorf und Weinzierlein (R!) Pleickershof , Kadolzl>urg, Gonners- dorf (Schm !) Oberreichenbach gegen Keidenzell (Seh!) Pirkachü Herzogenaurach (Schm.) östlich Kriegenbrunn! ! Kosbach (Koch.) zwischen da und Erlangen (Gl.) um Alterlangen (mit d) und nach Sankt Johann, hier sehr schön y (Gl! u. a.) bei Dechsendorf (m. F.) Baiersdorf (Sim.) Muggendorf (SS. II) und auf Xeudeck zu (Sim.) Kasendorf (Hnl.) Kordigast (A.) Staffelberg tFk.). 969. P. majus Alexander Braun et C. Schimper. Stengel und Aeste plumper und oft kürzer als bei voriger, kantig, meist karminrot oder nur an den Kanten rot. Perigon und Samen gröfser als bei voriger, die Deckblätter länger als das Perigon. Q. Juli bis September. Auf Aeckern mit schwerem Boden. Im Keuper auf rotem Letten bei Lentersdorf ober Grofshabersdorf (Seh!); im Jura: zwischen Pilsach und Pfefferts- hofen (Seh!) Weidmannsgesees (Gl!) Prüllsbirkig (Kfm.) zwischen Waischenfeid und Zeubach (Sim!); westlich vom Gebiet bei Neu- stadt an der Aisch (Kittler) und am Graf holz bei Windsheim!! 75. Familie. Chenopodiaceae Yentanat. 1. Blüten zweigeschlechtig. Staubblätter 5. 2. Blätter mit stehender Spitze. Blütenhülle 5 teilig, zuletzt auf dem Rücken mit einem quergestellten Flügel Sfdsola. 2*. Blätter nicht stechend : 3. Perigon 5 teilig, ohne Anhängsel. Frucht von dem meist geschlossenen, krautigen Perigon bedeckt. Staubblätter dem Blütengrunde eingefügt . Ghenopodium 398. 3*. Perigon 5 spaltig, die Zipfel zur Frucht- zeit auf dem Rücken mit wagrecht ab- pellenden flügeligen Anhängseln ver- seilen und dadurch die Frucht sternförmig erscheinend Köchin. 3**. Perigon 5 spaltig, am Grunde mit dem Fruchtknoten verwachsen. Staubblätter einem fleischigen, den Fruchtknoten um- gebenden Ringe eingefügt. Narben 2 oder 3. Fruchl nach der Reife oder bei der Keimung mit einem Deckel sich öffnend. Die Blüten des Knäuels am Grunde miteinander verwachsen. .Beta 400. — 668 — g*** p er igon 3 bis 5 teilig, ohne Anhängsel. Frucht vom alsdann beerenartig ge- wordenen Perigon eingeschlossen. Staub- blätter meist 1, nur in der Gipfelblüte zu 4 bis 5, Narben 2 bis 3 . . Blitum 399. 1*. Blüten 2 häusig: männliche Blüten mit 4 oder 5 Staubblättern und 4 teiliger Hülle; weibliche Blüten mit 2 bis 4 spaltiger Hülle und 4 Griffeln mit langen, fadenförmigen Narben. Frucht von dem erhärtenden Perigon ein- geschlossen Spinacia 401. 1**. Blüten 1 häusig, selten vielehig, männliche Blüten oder auch die zweigeschlechtigen mit 3 bis 5 Staubblättern und 5 teiliger Hülle. Weib- liche Blüten mit 2 mäfsig langen Narben ohne Perigon. aber von 2 nach der Blüte sich ver- gröfsernden Vorblättern umgeben oder den männlichen Blüten gleichgestaltet . . Atriplex 402. Salsola L, Perigon ungleich 5 blätterig. Staubblätter 5, seltener 3, am Grunde zu einem kurzen, becherförmigen Bing verwachsen. Griffel kurz mit 2 langen Narben. Frucht eng in das zur Fruchtzeit in 5 wagerechte Flügel sternförmig ausgebreitete Perigon eingeschlossen. Blüten einzeln, sitzend in den Blatt- winkeln. 5. Kali L. Stengel starr, überaus ästig, aufsteigend, bis halbmeterhoch, mehr oder minder zerstreut steifhaarig, graugrün, längsgestreift, die Streifen oft rot. Blätter lineal- pfriemlich mit stechender, derber, langer Stachelspitze, die untersten ziemlich lang, die obersten kürzer, derber und breiter, am Grunde hautrandig. Vorblätter stechend-spitzig. länger als das Perigon, dieses unten knorpelig, am Rande häutig und bei a: vulgaris Koch der Rand breitflügelig, oft die Flügel gespalten, längsaderig, oft schön rosafarben oder bei ß : brevimarginata Koch die Perigonblätter kurz , oft nur querkielig. 0. September, Oktober. Wild an der Seeküste und in Norddeutschland etc. : wurde mehrmals eingeschleppt beobachtet. ß: 1875 am Ostbahnkof (Schm!) 1883 am Zollamt, Tafelhofstrafse ! ! 1891 bei Schniegling (Seh! u. a.); a: 1899 bei Neugibitzenhof (Seh!). Kochia Roth. Perigon 5 zähnig, zur Fruchtreife die Zipfel auf dem Rücken mit wagerechten, flügeligen Anhängseln versehen. Staubblätter 5, Narben 2: Blüten zwitterig oder weiblich zu — 669 — 1 bis 5 blattwinkelständig , die Knäuelchen in beblätterten, verlängerten Scheinähren vereinigt. K. SCOparia Sehrader. Stengel aufrecht, bis manns- hoch, mit zahlreichen aufrechten, ratenförmigen Aesten, gelb- lich, längsstreifig, samt den Aesten oben behaart. Blätter schmallanzettlich, ganzrandig, spitz, lang-wimperhaarig, auch kahl werdend. Flügel des behaarten oder kahlen Perigons kurzdreieckig, dünnhäutig, oft fast aderlos. Q. August bis Oktober. Wild im Littorale und Italien, in Böhmen eingebürgert, in Oestereich öfter kultiviert, ist 1889 an der Flachsspinnerei Layneck bei Bayreuth (Klf!) dann 1892 daliier am Zollamt an der Tafelhofstrafse ! ! und 1899 bei Sankt Johannis (Klf!) aufgetreten. 398. Chenopodium L. Gänsefufs, Melde. Blüten zwitterig, seltener weiblich, die 5 freien Staub- blätter dem Grunde des Perigons eingefügt, Narben meist 2, seltener 3 oder 5. Frucht mit dem Perigon nicht verwachsen. Blätter wechselständig, nur die untersten zuweilen gegenständig. Blüten ohne Vorblätter. 1. Samen wagerecht: 2. Pflanze drüsig. Narben mäfsig lang. Samen stumpfrandig, glatt, glänzend. 970. Ch. Botrys L. Die ganze Pflanze drüsig-kurzhaarig, klebrig, wohlriechend. Stengel bis halbmeterhoch, ästig mit aufrechten Zweigen. Blätter länglich, fast buchtig-fiederspalüg, mit stumpflichem Ende und Abschnitten, die obersten lanzett- lich, ganzrandig. Blüten zahlreich in Dichasien blattwinkel- ständig, gegen oben zu einer langen Rispentraube vereinigt. Perigon um die Frucht halb offen, mit ungekielten Abschnitten. 0. Juli, August. AVild in Oesterreich, Südfrankreich und Italien, bei uns zuweilen Gartenunkraut z. B. Fürnriet iSchnzl. Frkh.) Bug bei Bamberg (Harz), aufserdem aufgetreten bei Lauf (Betzet!) bei Sankt Johannis, im Stadtgraben am Lauferthor (Seh !). 2*. Pflanzen drüsenlos, kahl, oft mehlig be- stäubt. Narben kurz: 3. Blätter gezähnt, ziemlich langgestielt: 4. B 1 ä 1 1 e r am Grunde herzförmig. Planze nicht mehlig bestäubt. 971. Ch. hybridum L. Stengel aufrecht, einfach oder ästig, gefurcht, bis über halbmeterhoch. Blätter grofs, gras- grün, aus herzförmigem Grunde eiförmig-dreieckig, tiefbuchtig- eckig gezähnt mil beiderseits 2 bis \ zugespitzten Zähnen. in eine lange ganzrandige Spitze vorgezogen. Blütenstände geknäuell in rispigen, unbeblätterten, endständigen Trugdolden. Perigon die Fruchl nicht ganz bedeckend, mit ungekielten Abschnitten. Samen braunschwarz, stumpfrandig, grubig — 670 — punktiert. Q. Mai bis August. Schuttstellen, Dorfwege, Garten- land, ziemlich verbreitet, selbst an schattigen Dolomitfelsen. Aendert mit etwas mehr traubigen oder mehr trugdoldigen Blüten- ständen, dann mit derberen, auf der Spreite durch zahlreiche Knötchen rauhen Blättern, so bei Herrnhütte!! 4* Blätter am Grunde gestutzt oder verschmälert. Pflanzen wenigstens im jugendliehen Zustande mehlig- bestäubt: 5. Samen glänzend: 972. Ch. urbicum L. Stengel steif-aufrecht, einfach, oder am Grunde ästig, längsgestreift. Blätter dreieckig, am Grunde gestutzt, spitz, am Rande mit kurzen, dreieckigen Zähnen, oft auf der Spreite durch Höckerchen rauh, nur in sehr jugend- lichem Zustand schülferig-mehlig, ausgewachsen hellgrün, zu- weilen spiegelnd. Blütenstände zu steifaufrechten Scheinähren vereinigt, die untersten blattachselständig. die obersten zu einer aufrechten, blattlosen Rispentraube vereinigt. Samen braun- schwarz, sehr fein punktiert, die Frucht von den ungekielten Perigonzipfeln nicht ganz bedeckt. Q. August, September. Ge- müsefelder, Schuttplätze, selten: Möning (Seh!) Fürnriet (Schnzl. Frkh.j Ledererbrauerei, Hummelstein (Seh!) Forsthof!! Dutzend- teich, Glaishammer (Kfm.) Jobst (Seh!) Krögelstein, Südabhang des Staffelberges (Klf.), dann westlich vom Gebiet unterhalb Bamberg bei Staffelbach und Zeil (Fk.) Ickelheim ! ! Ansbach (Müller). 973. Ch. album L. Stengel aufrecht, bis meterhoch, meist ästig. Blätter aus keilförmigem Grunde rhombischei- förmig, doppelt so lang als breit, bis lanzettlich, meist un- gleich gezähnt, im unteren Teile selten etwas gelappt, die oberen, seltener alle ganzrandig und spitz. Samen sehr fein punktiert mit ziemlich scharfem Rande, die Frucht von den gekielten Perigonabschnitten ganz bedeckt. Sehr variabel: a: spicatum Koch. Blütenstände ährenförmig. aufrecht, dicht. Pflanze weifsmehlig und sehr lange so bleibend. Blätter eirautenförmig. j : cymigerum Koch = viride L. Blütenstände locker- trugdoldig. Pflanze gewöhnlich grün, weniger mehlig bestäubt, die Blätter meist schmäler. Y : lanceolatum Mühlenberg. Blätter lanzettlich bis schmal- lanzettlich . ganzrandig , höchstens die unteren mit einigen Zähnen am Grunde, mehlig bestäubt. Blütenstände in lockeren oder selbst unterbrochenen, aufrechten Scheinähren. £: striatum Krasan. Stengel derb, rutenförmig, nebst den Aesten meist rot gestreift. Blätter dunkelgrün, etwas dicklich, manchmal fast etwas spiegelnd, oft rot berandet. nicht mehlig bestäubt, untere länglich-eiförmig, wenig gezähnt, der untere Zahn jedoch zuweilen etwas lappig hervortretend, obere lanzettlich, ganzrandig. Blütenstände ährig-rispig, die — 671 Knäuel kleiner aber zahlreicher als bei % und y, die Ab- schnitte des Perigons oft gelb gerandet. £. Juli bis September. Oedungen , Brachäcker, verbreitet in obigen Formen und mehrfachen Uebergängen. 974. Ch. opulifolium Schrader. Stengel aufrecht bis fast meterhoch, ästig, samt den Blättern mehlig bestäubt. Blüten- stände in lockeren Scheinähren, seltener iockerrispig. Samen schwarz, glänzend, stumpfrandig. sehr fein punktiert. Die oberen Blätter elliptisch, spitz . aber breiter als bei album. die unteren rundlich rautenförmig, fast drei läpp ig, so breit oder fast so breit als lang, am Grunde keilig, und bei: a: typicum über dem Grunde beiderseits mit 2 grösseren Seitenzähnen, der Mittellappen ausgeschweift gezähnt, stumpf oder spitzlich; bei ß: obtusatum GL Beck sehr stumpf, ober dem Grunde beiderseits undeutlich 1 oder 2 zähnig. im Uebrigen ganz- randig : bei y: betulifolium Murr die Seitenzähne, wie der etwas schmälere und mehr vorgezogene Mittellappen spitz: bei g : mucronulatum Gr. Beck der Mittellappen durch ein aufgesetztes Spitzehen fast grannig bespitzt: die Blätter scheinen bei dieser Form meist kleiner zu sein. 0. Juli, August. Schuttstellen, Bahndämme, nicht selten, namentlich um Nürnberg, zumeist als a\\ d: bei (1er Tullnau (Seh! . y: Xeulichtenhof, Kanalhafen (Schü) Tafelhofer Tunnel!! Ö: an der Stral'se nach Fürth, Forsthof ('Seh!). 975. Ch. fieifolium Smith. Stengel einfach oder oben ästig, halbmeterhoch, samt den Blättern wenig mehlig be- stäubt. Die unteren und mittleren Blätter fasl spiefsförmig- dreilappig mit verlängertem, länglichen, stumpfen. ganzrandigen oder wenig gezähnten Mittel läppen, Ränder desselben wenig convergierend, fasl parallel, die oberen Blätter lineallanzettlich. ganzrandig, stumpf. Blutenstände in unter- brochenen, meist aufrechten Scheinähren. Samen stumpf- randig, glänzend, stärker punktiert als bei beiden vorigen. jedoch nicht so stark als bei hybridum. Q. Juli bis September. Wegränder, Kartoffeläcker; bei Bayreuth (Meyer!). 5*. Samen glanzlos, mattschwarz, grubig punktiert, scharfgekielt. 976. Ch. murale L. Stengel aufrecht, meisl ästig, fufs- hoch und darüber. Blätter dunkelgrün, glänzend, wenig und nur anfangs bestäubt, rhombisch-eiförmig, spitz, die in den Grund keilig verlaufenden Seiten ganzrandig, die vorderen Ränder ungleich gesägt-gezähnt. Blüten- stände Locker doldenrispig. Fruchl vom Perigon ganz umschlossen, dessen Abschnitte etwa.- gekielt. 0. Juli bis Sep- - 672 tember. An Mauern und Wegen, Bahndämmen , zerstreut durchs Gebiet, namentlich in der Umgegend der gröfseren Städte ! ! 3*. Blätter ganzrandig. 977. Ch. polyspermum L. Stengel aufrecht, meist am Grunde vielästig, die Aeste bogig aufsteigend, fufshoch bis halbmeterhoch , wie die ganze Pflanze kahl, nicht bestäubt, geruchlos. Blätter eiförmig oder länglich-eiförmig, gestielt, spitz, oft auch mit aufgesetztem Spitzchen oder stumpf und selbst etwas ausgerandet, die obersten schmäler bis lanzettlich. Blütenstände bis nahezu an den Stenselsrund herabgehend. Zipfel des Perigons eiförmig, an der Frucht offen, ungekielt. Samen glänzend, schwarz, fein punktiert. Aendert : a: cymosum Chevallier. Stengel ausgebreitet-ästig. Blätter dunkelgrün, meist stumpf. Blütenstände knäuelig bis locker- gabelspaltig-trugdoldig , bis an die Spitze des Stengels von Laubblättern gestützt ; ß: spicatum Moquin-Tandon, Stengel aufrecht, weniger und aufrecht-ästig. Blätter hellgrün, meist schmäler und spitz : ßß: acutifolium Smith, gegen oben rasch kleiner werdend, daher die ährigen Blütenstände an den Spitzen des Stengels und der Aeste unbeblättert. Zuweilen der Stengel, Blattrand und Nervatur karminrot überlaufen: ßy: amarantoides Cr. Beck. Q. Juni bis September. Oede Stellen, Gartenland, Aecker ver- breitet; ßy am Altdorfer Bahnhof!! Im Walde entstehen zuweilen sehr auffallende, dünn- und grofsblätterige Formen, so z. B. bei Kalchreuth (Seh!). 978. Ch. Vulvaria L. = foetidum Lamarck. Stengel ästig und ausgebreitet, liegend und aufsteigend, wie die ganze Pflanze mehlig bestäubt und von ekelhaftem Geruch. Blätter klein, rhombisch-eiförmig, oft mit aufgesetztem Spitzchen, ge- stielt. Blütenstände am Ende des Stengels und der Aeste knäuelig, nicht durchblätterte, rispig gehäufte kurze Schein- ähren bildend. Zipfel des Perigons kurz, stumpf, zur Frucht- zeit nicht gekielt: Griffel kurz, Narben fädlich; Frucht vom Perigon ganz umschlossen. Samen glänzend, feinpunktiert. 0, 0. Ende Juni bis August. An Mauern, auf öden Plätzen, an Rinnen , zerstreut durchs ganze Gebiet , um Nürnberg in allen Vorstädten!! 1*. Samen senkrecht oder senkrechte und wage- rechte zugleich vorhanden. Perigon die Frucht nicht ganz bedeckend: 6. Blätter ganzrandig. Narben lang: 979. Ch. bonus Henricus L. = Blitum bonns Henricus C. A. Meyer. Stengel aus aufsteigendem Grunde aufrecht, fufshoch bis halbmeterhoch, längsgestreift, einfach, oberwärts drüsig. Blätter dreieckig-spiefsförmig , mattgrün oder etwas spiegelnd, auf den Nerven drüsig, langgestielt. Blütenknäule — 673 in blattwinkelständigen Scheinähren, die oberen zu einer langen. unbeblätterten, zusammengesetzten, pyramidenförmigen Schein- ähre vereinigt. Die Mittelblüten mit 5. die seitlichen mit 2 bis 3 Staubblättern oder nur weiblich. Perigonzipfel an der Spitze gezähnelt. zur Fruchtreife nicht gekielt. Die Samen sämtlich senkrecht, stumpfrandig. glänzend. 2J.. Mai bis August. An Wegen, auf Oedungen, in Dörfern, verbreitet. 6*. Blätter gezähnt. Narben kurz. 980. Ch. rubrum L. = Blitum rubrum C. A. Meyer. Stengel aufrecht, fufshoeh bis fast meterhoch, oder aufsteigend, ästig, rotgestreift, dick, wie die ganze Pflanze kahl. Blätter rautenförmig, die oberen lanzettlich, die Ränder des keiligen Grundes ganzrandig, die vorderen ungleich-tiefbuchtig-gezähnt. Blattspreite unbestäubt. oft spiegelnd. Nervatur und Blattrand meist rot. Blütenknäule in aufrechten, blattachelständigen beblätterten Scheinähren, meist sehr zahlreich vor- handen. Perigonzipfel eiförmig oft rot oder rot berandet. zur Fruchtzeit nicht gekielt und nicht fleischig. Samen glänzend, stumpfrandig. die der Mittelblüten wagerecht, die der seit- lichen, oft 3 zähligen Blüten aufrecht. Q. Juli bis Oktober. ( >ede Stellen, in Dörfern, verbreitet. 981. Ch. glaueum L. = Blitum glaueum Koch. Stengel aufrecht, fufshoeh und darüber« einfach oder am Grunde ästig. meist gelb, gestreift, dick, fast saftig, kahl. Blätter läng- lich, entfernt-buchtig gezähnt, keilig in den Blattstiel zusammengezogen, oberseits freudiggrün aber nicht spiegelnd. unterseits blaugrün und dicht weifsmehlig bestäubt. Blütenknäuel in achsel- und endständigen S c h e i n äh r e n vereinigt, die obersten am Stengel und den Aesten unbe- blättert. Abschnitte des Perigons stumpflich, viel kürzer als die Frucht, zur Fruchtzeit nicht gekielt: Samen glänzend, dunkelbraun, scharfrandie, meist waerecht, etliche aufrechte untermengt. Q. Juli bis September. Oede Stellen, an Rinnen. in Dörfern, verbreitet. Aendert selten mit ganzrandigen Blättern: ß: integrifolium Schultheils , so bei Neugibitzenhof (Seh! und ■: pseudorubrum A. Schwarz, Stengel, zuweilen auch die Blätter oberseits, dann unterseits der Mittelnerv, sowie die Perigone karminrot: so bei Lavli. Bummelstein (Seh!). 399. Bliliiin Toornefort. Erdbeerspinat. Perigon an der reifen Fruchl Qeischig, rot, die Knäuel dadurch einer Erdbeere ähnlich, sonsl wie 398, Blütenhülle .") bis 5 teilig, Sinnen äenkrecht. Pflanzen nicht mehlig be- stäubt. H. CUpitdium L. - Chenopodium capitatum Ascherson. Stengel fufshoeh und darüber, etwas ästig, kahl, zuoberst im- Abh. d. N.it. Gm. XIII. Bd. Flora. 1:; — 674- — beblättert. Blätter dreieckig, fast spiefsförmig, am Grunde gestutzt, am Rande wenig gezähnt oder nur etwas geschweift. Blütenknäule himbeerfarbig, die unteren in Blattwinkeln, die oberen eine kurze Scheinähre bildend. .Mittelblüten 4 bis 5 zählig, Seitenblüten mit 3 teiligem Perigon und 1 Staubblatt. Samen scharfrandig, gekielt. Q. Juni bis August Wild in Süd- europa und wohl nur eingeschleppt auf Gartenland und Schutt- stellen aufgetreten: Forsthof (Seh. 1897!) Schoppershof (St.) Er- langen (SS. II). Kultiviert konnte ich den Erdheerspinat noch nie im Gebiet sehen. 982. B. virgatum L. = Chenopodium foliosum Ascherson. Stengel fufshoch und darüber, ästig, die Aeste aufrecht, kahl, rutenförmig. bis zur Spitze beblättert. Blätter länglichrh omni seh, mit keiligem Grunde und langer Spitze, die unteren etwas spiefsförmig, am Rande mit zahl- reichen spitzen Zähnen, die obersten zuweilen spiefs- förmig-dreilappig und ungezähnt, oder einzelne selbst lanzett- lich, ganzrandig. Fruchtknäule scharlachrot, kleiner als bei voriger, sämtlich in Achseln von Laubblättern und oft fast vom Grund bis in die Spitze hinauf vorhanden. Perigon- abschnitte meist zu 3, meist 1 Staubblatt. Samen am Rande stumpf, auf der einen Seite rinnig. 0. Juni bis Oktober. In Hecken, an öden Stellen, meist unbeständig. Schwabach am Weg zum Felsenkeller!! Gostenhof (1891 Krzl!) im Lorenzer Pfarrhof!! Stadtgraben am Lauferthor (1854 Schm!) zahlreich und jahrelang am Zaun des ehemaligen Viehmarktes an der Strafse nach Sankt Peter!! aber jetzt verschwunden. Forsthof (1888 Seh!) an der Karolinenhöhe bei Lichtenfels (Klf.). 400. Beta Toumefort. Mangold. Runkelrübe. Blüten zwitterig. zu 2 bis 3 beisammen und zusammen zur Fruchtzeit abfallend; Perigon 5 spaltig, am Grunde mit dem Fruchtknoten verwachsen ; zur Fruchtzeit samt der Frucht- wand hornartig verhärtend und die Frucht umschliefsend; Staubblätter 5. einem fleischigen, den Fruchtknoten um- gebenden Ringe eingefügt: Narben meist 2: Samen wagerecht. C: B. vulgaris L. Stengel aufrecht, über meterhoch. meist kahl, ästig. Grundblätter rosettig gestellt, eiförmig, stumpf, mit herzförmigem Gründe und welligem Rande, lang- gestielt, glatt, oft spiegelnd; Stengelblätter abwechselnd, kleiner, die unteren oft noch herzförmig am Grunde, die obersten ei- förmig bis lanzettlich, spitzlich, gestielt, alle grün oder trüb- rot, oder nur die Stiele und Rippen rot. Blütenknäule in langen Scheinähren. 0, Q- Juli bis September. Heimat: die Küsten Südeuropas, als Gemüse- und Futterpflanze allgemein ge- baut, und zwar als: 8: Cicla L. Gartenmangold. Wurzel spindel- 675 - förmig, unterirdisch, hart, wird selten und vorzugsweise der Blätter halber gebaut, y: Rapa Dumortier = rapacea Koch. Wurzel dick, fleischig, über den Boden oft herausragend. Hauptsorten sind die weifse und gelbe Rübe, Runkelrübe, Anger- schen, Ranges, Rangerer genannt, als Viehfutter und als Gemüse verwendet, auch als Kaffesurrogat, dann Mandelrübe, Kafferübe, fälschlich auch Cichorienrübe genannt. Die rote Rübe: B. ubra L. bei welcher die Rüben, oft selbst die ganze Pflanze blutrot ist, wird als roter Rübensalat gegessen. Die grofsen Zuckerrüben : altissima Autorum werden bei uns weniger behufs Zuckerfabrikation gebaut, als dies namentlich in Unterfranken: Kitzingen, Dettel- bach etc., der Fall ist. Zuweilen verschleppt auf Schutthaufen: /.. B. Forsthof, im Wald an der Heroldsberger Strafse etc. iSch!). 401. Spinacia Tonrnefort. Spinat. Blüten 2 häusig; bei der männlichen Blüte das Perigon 4, seltener 5 teilig. die 4 oder 5 Staubblätter am Grunde des Perigons eingefügt, bei der weiblichen Blüte das Perigon 2 bis 4 zähnig . 4 fadenförmige lange Narben . die 2 gegenüber- stehenden verwachsen nach der Blüte miteinander und schliefsen erhärtend die Frucht ganz ein. Blüten in Knäueln und diese bei der männlichen Pflanze in unbeblätterten achsel- und end- ständigen Seheinähren, bei den weiblichen in den Achseln von Laubblättern sitzend. C: S. oleracea L. Stengel über fufshoch, einfach oder ästig, samt den Blättern kahl, auch nicht mehlig bestäubt. Blätter abwechselnd, langgestielt. 3 eckig-pfeilförmig oder läng- licheiförmig, stumpf oder spitz, ganzrandig, oder am Grunde tief gezähnt. Fruchtperigon bei a: inermis Moench fast kugelig, wehrlos oder etwas höckerig , bei ß : spinosa Moench fast 3 seitig, mit 2 bis 4 stechenden Zähnen besetzt. 0,0. Juni bis September. Gemüsepflanze aus dem Orient, allgemein gebaut, auch oft verschleppt an Schutthaufen und Wegen z. B. Hummel- stein, Forsthof, Schnieglinger Weg (S'ch!) Kleinreuth, Herrnhütte!! Typisch dornigfrüchtige spinosa habe ich im Gebiet noch nicht gesehen. 102. Atriplex Tournefort. Melde. Blüten einhäusig; männliche Blüten mit 3 bis 5 Staub- blättern und 5 teiligem Perigon, weibliche perigonlos aber mit 2 krautärtigen Vorblättern, welche sich znr Fruchtzeit ver- gröfsern und bei einigen Arien knorpelige Heschaffenheil an- nehmen oder es finden sieb mich weibliche Blüten mit Peri- gonen, den männlichen Blüten gleichgestaltet; Narben 2, mäfsig lang. Blüten in Knäueln, welche in meist anbeblätterten achsel- und endständigen Scheinähren angeordnel sind. I . Vorblätter an der Frucht: die Fruchthülle, krautig. netzaderig, eiförmig, bis fasl auf den Grund ge- i l — 676 — teilt, aber am Blütenstielchen herablaufend angewachsen, den senkrechten Samen klappig einschliefsend; aufserdem sind noch wenige ein 4 bis 5 teiliges Perigon . wagerechte Samen, aber keine Vorblätter besitzende weibliche Blüten vorhanden : A triplex Celakovsky. C: A. hortense L. Gartenmelde. Stengel bis über manns- hoch mit aufrechten Aesten. längsgestreift, wie die ganze Pflanze kahl. Die unteren Blätter dreieckig mit herzförmigem Grunde, buchtig gezähnt oder ganzrandig, die oberen länglich-dreieckig. fast spiefsförmig, alle glanzlos, ziemlich gleichfarbig, unterseits nur spärlich niehlig-schülferig. Vorblätter rundlich-eiförmig, ganzrandig. kurz zugespitzt oder abgerundet; Fruchtstielchen etwa so lang als die Frucht. Zuweilen ändert die ganz« 1 Pflanze blutrot ab : ß : sanguineum Koch. Q. Juli, August. Ge- müsepflanze aus Vorderasien, wird in Gärten nicht hantig gezogen. um Nürnberg wenig, mehr um Erlangen, namentlich auf Höchstadt zu und verwildert leicht: Zirndorf, Zentral Werkstätten , Sankt Johannis, Forsthof (Seh!) zahlreich an der Ruine Frankenberg östlich Creussenü 1*. Sämtliche weibliche Blüten perigonlos, mit nicht oder nur am Rande geäderten Vor- blättern. welche an den Fruchtstielen nicht herablaufen, aber unter sich mit den Rändern unterwärts verwachsen, eine ober- wärts offene Tasche bildend, in deren Grund die Frucht mit dem aufwärts gerichteten Samen sitzt. Söhizotheka Lindley. 2. Fruchthülle krautig oder nur am Grunde knorpelig. 983. A. oblongifolium Waldstein et Kitaibel. Stengel auf- recht, fast meterhoch, aufrechtästig. Blätter gleichfarbig matt- grün oder unterseits grausehülferig, die unteren eiförmig bis lanzettlich, fast spiefsförmig, entfernt-gezähnt, die oberen lineal- lanzettlich. meist ganzrandig. Scheinähren locker, achsel- und endständig, an der Spitze nickend. Frucht hülle ei-, fast rautenförmig, ganzrandig. meist ohne Stachelhöckerehen. 0. Juli, August. Gesellig an öden Plätzen, bei Fürth (Seh!). 984-. A. patulum L. = A. angustifolium Smith. Stengel aufrecht, bis meterhoch, meist sehr ästig und die untersten Aeste wagerecht-spreizend-abstehend. Blätter meist schmäler als bei voriger, ganzrandig oder entfernt gezähnelt, die gröfseren am Grunde oft spiefsförmig. meist gleichfarbig, mattgrün; nur sehr selten unterseits etwas grausehülferig. Frucht hülle spiefsrauten förmig, ganzrandig oder gezähnelt. oft mit einigen Stachelhöckerchen besetzt. Aendert: 677 a: macrocarpum Koch, die Vorblätter gröfser als die Frucht, flach, glatl oder weichstachelig, die Scheinähren dabei meist unverzweigt und locker. ß: microcarpnm Koch, die Fruchthülle kaum gröfser als die Frucht, daher convex, oft reichlich mit Höckerchen besetzt. Scheinähren hiebei meist rispig. Bei : y: erectum Smith ist der Stengel aufrecht, bei 5: prostratum Koch ist die ganze, meist sehr reichästige Pflanze hingestreckt ausgebreitet. Eine sehr auffallende Form: £: trochlodytes A. Schwarz 1888 findet sich im Dolomit- rayon unter überhängenden Felsen oder am Eingang von Höhlen : der Stengel aufrecht aber nur gut fingerhoch, einfach oder mit spreizenden, selbst abwärts abstehenden Aesten. Blüten- stände wenig zahlreich, locker. Fruchthülle/ zugespitzt , un- deutlich spiefsförmig oft eirautenförmig ohne Zahn. Blätter lanzettlich, langgestielt, die unteren und mittleren stumpf. ©• Juli bis September. Schuttstellen , Wegränder . verbreitet, auch viel an Felsen im Dolomit, die Form e am hohlen Stein bei Obertrubach, im Kainachthal unter Zedersitz ! ! 985. A. latifolium Wohlenberg = A. hastatum L. zum Teil. Stengel aufrecht, ästig, bis meterhoch. Blätter beiderseits kahl oder unterseits etwas schülferig, die untersten oft gegen- ständig, diese und die mittleren dreieckig-spiefsförmig, gezähnt, die obersten lanzettlich, ganzrandig. Fruchthülle dreieckig, nur am Grunde verbunden, ganzrandig oder kleingezähnelt, mit oder ohne Stächelchen. Q. Juli bis September. (Jede Stellen, Hecken. Wege, verbreitet, meist als 8: microcarpum Koch = microspermum Waldstein et Kitaibel: die Fruchthülle kaum gröfser als die Frucht und dadurch convex. 2. Vorblätter zur Zeit der Fruchtreife vom Grund bis zur Mitte knorpelig hart, weifs- gelb, bis über die Mitte zusammen- gewac h sen. 986. A. roseum L. Stengel sein- ästig, über halbmeter- hoch, saml den Blättern weifsschülferig. Blätter eirauten- förmig, gestielt, spitz, ausgebissen-gezähnt bis fast buchtig- gezähnt. Schein ähr en unterbrochen, fasl bis zur Spitze beblättert. Fruchthülle breit-dreieckig, fasl 31appig, am geäderten, grünen Hand scharf gezähnelt, auf dem Rücken vielhöckerig. • . September. Oede Plätze, Schuttstellen, hat sich eingebürgert and wurde seit L892 fortgesetzt beobachtet an den Zentralwerkstätten, bei Gostenhof gegen Sankt Johannis und bei Glockenhot' Seh!). 987. A.laciniatum L. Stengel aufrecht, ästig, halbmeterhoch, gelbgrün. Untere Blätter eispiefsförmig , tiefbuchtig stumpf gezähnt, bisweilen fasl 3 lappig, unterseits silberweifs-schülferig, die oberen spiefsförmig, länglich, weniger oder nicht gezähnt. — 678 — Die männlichen Blüten in zahlreichen dichten, dicken, endständigen, unbeblätterten Aehren, die weiblichen einzeln bis zu 5 in den Blattachseln. Fruchthülle dreieckig- dreilappig bis rhombisch-spiefsförmig, am geäderten, grünen Rande gezähnelt, auf dem Rücken oft mit Höckerchen versehen. 0. August. Oede Stellen, schon 1867 bei Sankt Peter (von L. Koch!) beobachtet, scheint sich eingebürgert zu haben, da sie seit 1894 fortgesetzt bei Muggenhof und Schmerling, auch nahe dem Zellengefängnis beobachtet wird (Seh!). 76. Familie. Polygonaceae Jussieu. 1. Perigon 6 teilig , mit gleichen Abschnitten. 9 Staubblätter, 3 Narben; Frucht 3 kantig, die Kanten geflügelt ■ . Rheitm 403. 1*. Perigon 4 bis 6 teilig. Staubblätter 6. Die äufseren Abschnitte des Perigons an der Frucht nicht vergröfsert , viel kleiner als die zur Fruchtzeit vergrößerten inneren , welche die 3 kantige Frucht einschliefsen .... Rumex 404. 1**. Perigon 3 bis 6 spaltig. die Abschnitte zur Fruchtzeit gleichlang: 2. Frucht vom Perigon eingeschlossen: Polt/f/onum 40ö. 2*. Frucht weit über das Perigon hervortretend : Fagopyrum 406. 403. Rheum L. Rhabarber. Perigon 6 teilig, krautig, die Abschnitte gleich. Blüten zweigeschlechtig mit 6 Staubblättern und 3 sehr kurzen Griffeln. Frucht 3 kantig, breit geflügelt. Hohe Pflanzen mit grofsen Blittern und zahlreichen, kleinen, rispig-traubig an- geordneten Blüten, Grundachse und Wurzel dick und holzig. C: H: R. rhaponticum L. Stengel über mannshoch, kahl. Untere Blätter rundlich-eiförmig, am Grunde herzförmig, am Rande wellig, die langen Blütenstiele dick, meist rötlich, unterseits gefurcht: obere Blätter länglich -eiförmig. Rispe unterwärts durchblättert. Perigon grünlich, Fruchtstiele unter- halb der Mitte gegliedert, kürzer als die eiförmige Frucht. Flügel derselben oben und am Grunde ausgerandet. 2[. Juni. Juli. Zierpflanze aus dem südlichen Sibirien. Die Blattstiele werden, wenn auch hier noch selten, z. B. Hummelstein!! als Kompott gegessen. — 679 404. Rumex. L. Ampfer. Perigon meist 6 teilis, meist krautis. die 3 inneren Ab- schnitte nach der Blüte verlängert, die 3 kantige Frucht eng umschliefsend . am Rücken oft mit einer Schwiele. Staub- blätter 6, 3 pinselförmige Narben auf kurzen, dünnen, an den Kanten des Fruchtknotens herabgeschlagenen Griffeln. Sämt- liche Arten kahl oder durch Höckerchen etwas rauh. 1. Blüten zweige schlechtig oder vielehig. Blätter am Grunde verschmälert, abgerundet oder herzförmig, aber nicht spiefsförmig: 2. Pflanzen 1 oder 2jährig; innere Perigon- zipfel mit je einer Schwiele und beiderseits mit 2 oder 3 borsten förmigen Zähnen. 988. R. maritimus L. = aureus Withering. Stengel auf- recht, gestreift, bis doppeltfufshoch, meist ästig, wie die ganze Pflanze zur Fruchtzeit goldselblicn. Blätter lanzettlich bis lineal, spitz, gestielt. Blütenknäule in dichte, ununterbrochene, durchblätterte Scheinähren vereinigt. Innere Perigonblätter doppelt so lang als breit, alle mit einer länglichen, gelben Schwiele, an der lanzettlich verzogenen Spitze ganzrandig. an der Seite je 2 dünne, etwas borstlieh starre Zähne, welche so lang sind als der Längsdurchmesser der Fruchthülle. Q, 0. Juli, August. Teichränder, Sümpfe: Kauerlacher Weiher!! am Kanal bei Rötenbach (Kit.) zwischen Feucht und Fischbach (B.i Dutzendteich, Mögeldorfer Wiese!! Hummelstein (St.) Steinbühl (Sch!i verschleppt auf Schutt bei Gostenhof und Sankt Johannis (Seh!) Dambach (m. F!) Seuckendorf (Rohn) Kadolzburg , Kirch- farrnbach (SS. II) Kosbach (m. F.) um Dechsendorf und Neuhaus!! Oberndorf (Pr.) Baiersdorf (Klf.) zwischen Buckenhofen und Pautz- feld, Regnitzauen bei Strullendorf ! ! vielerorts um Bamberg (Fk. Klf.) Bayreuth, Bindlach, Eckershof (MS. iL a.) Thurnau (Klf.). 989. R. limosus Thuülier = paluster Smith = maritimus ß : paluster Ascherson = maritimus p : viridis Neilreich = conglomeratus + maritimus. Pflanze dunkelgrün, höchstens zur Fruchtzeit gelblichgrün, bis meterhoch. Blütenstand locker, wenigstens am Grunde unterbrochen. Fruchthülle länglich- eiförmig, linger als die weichen Zähne des Bandes, die Schwielen breiter, sonst wie vorige. 0, •• . Juni bis August. T